Bauen & Renovieren

Haus modernisieren: 7 Ansatzpunkte für eine gelungene Renovierung

Vorher und Nachher einer Hausmodernisierung

Wenn es um Autos geht, hört man oft den nur halb scherzhaft gemeinten Spruch, dass sich bei der Probefahrt nach dem Kauf der Wert des Wagens bereits halbiert hat. Bei einem Haus ist dies nicht der Fall, der Wert besteht üblicherweise für eine lange Zeit. Doch eine lange Zeit bedeutet nicht ewig: Um die Immobilie auch weiterhin lukrativ zu halten, wird eine Sanierung und, idealerweise, eine Modernisierung nötig.

Wir nennen Ihnen in diesem Ratgeber Ansatzpunkte für die zentralen Elemente bei einer Renovation, damit Sie Ihr Haus gezielt modernisieren und den Wert möglichst lange erhalten oder sogar steigern können.

1. Zuerst muss eine gesicherte Finanzierung stehen

Wie auch bei anderen Bauprojekten kann es zu einer regelrechten Kostenfalle werden, ein Haus zu modernisieren. Damit Sie keine unliebsame Überraschung erleben, sollte die Finanzierung im Voraus gut abgesichert sein und über den Kostenvoranschlag einer Firma hinausgehen.

Tipp: Lassen Sie sich, wenn möglich, von einer zweiten Firma ein Angebot machen. Nicht unbedingt, um das billigste zu wählen, sondern um die aufgelisteten Maßnahmen und Kosten bei beiden Parteien miteinander zu vergleichen.

Es bestehen mehrere Möglichkeiten zur Finanzierung, von sehr allgemeinen Krediten bis hin zu eigens abgestimmten Modernisierungskrediten. Wenn die Renovierung eine energetische Modernisierung beinhaltet, können Sie über KfW oder BAFA eine Förderung beantragen, die jedoch streng zweckgebunden ist und Nachweise erfordert. Ist Ihre Heizung älter als 15 Jahre und sind deutliche Energieverluste bemerkbar, etwa durch eine starke Erhitzung des Heizraums, können Sie sich, wie unter heim-und-immobilie.de aufgeführt, über eventuelle staatliche Zuschüsse für eine moderne Heizanlage informieren.

2. Eine gute Dämmung spart langfristig Kosten

Foerderungen gibt es fuer energetische Sanierungen

Bei einem Kredit sollten Sie immer eventuelle Förderungen mit einbeziehen, für die Dämmung eines alten Hauses gibt es zum Beispiel Zuschüsse.

Der Energieverlust durch schlechte Isolation kann enorm sein. Gerade ein altes Haus hat oft eine unzureichende Dämmung und wenn Sie die Immobilie modernisieren, sollte ein besseres Dämmmaterial für Wände und Dach ganz vorne bei der Planung mit dabei sein. Beim Dämmen der Fassade ist jedoch zu beachten, dass hier zwar die Wirkung auf den Wärmeverlust besonders hoch ist, so jedoch auch die Kosten für eine Sanierung – trotz möglicher Förderung.

Soll es etwas günstiger sein, ist es eine gute Idee, etwa die Kellerdecke oder die Erstgeschossdecke mit neuer Dämmung zu sanieren.

Aber Achtung, wenn Sie beim Dämmen selbst Hand anlegen. Je nach Baujahr können in den Wänden und Dächern schädliche Baumaterialien verarbeitet sein. In den 60er und 70er Jahren waren PCP-haltige Holzschutzmittel weit verbreitet, einen Asbestverbot gab es erst Mitte der 90er Jahre. Bei Unsicherheiten bezüglich der Materialien sollte die Arbeit nur von Fachkräften erfolgen.

3. Über alte Fenster geht viel Wärme verloren

Gummidichtung eines Fensters wird erneuert

Selbst kleinere Maßnahmen wie das Erneuern einer Gummidichtung können für die Dämmung deutliche Folgen haben.

Auch Fenster sind oft für viel Wärmeverlust verantwortlich. Selbst wenn die Wände noch so modern gedämmt sind, kann ein schlecht abgedichtetes Fenster einen erheblichen Teil der guten Arbeit zunichte machen. Dabei gibt es verschiedene relevante Faktoren.

Die Glasfläche selbst ist das offensichtliche Hauptelement eines Fensters, aber gerade bei einem alten Haus sind die Fensterrahmen meist gar nicht oder lediglich unzureichend gedämmt. Auch die eventuell eingesetzten Dichtungen verlieren mit der Zeit an Effektivität.

Für eine energetische Renovation müssen daher die Fenster entweder nachgedichtet oder gänzlich ausgetauscht werden. Ein schöner Nebeneffekt ist hier, dass besser gedämmte Fenster auch besseren Schallschutz liefern.

4. Hohe Heizkosten liegen manchmal direkt an der Heizanlage

Gerade bei stetig steigenden Energiepreisen schmerzt eine ineffiziente Heizanlage besonders. Zudem denken viele Menschen über eine Umstellung des Brennstoffs für ihre Häuser danach. Für ältere Heizanlagen kann es durchaus sinnvoll sein, eine komplette Heizungsmodernisierung durchzuführen.

verschiedene Massnahmen bei einer Renovation

Ein Haus zu modernisieren schafft viele Baustellen. Setzen Sie Prioritäten, damit der Überblick nicht verloren geht.

5. Ein neuer Fassadenanstrich macht sich sofort bemerkbar

Während die bereits beschriebenen Methoden hauptsächlich auf ihre zweckmäßige Wirkung beschränkt waren, ist ein neuer Fassadenanstrich auch optisch ein Zeichen, dass Sie Ihr Haus modernisieren. Das ist manchmal dringend notwendig, denn viel Zeit und Geld in eine Modernisierung zu investieren, ohne ein Vorher-Nachher auf einen Blick vergleichen zu können, kann frustrieren.

So einfach wie ein Innenanstrich ist die Sache dabei natürlich nicht, denn abgesehen von den Gerüsten wird oft eine umfassende Reinigung und Grundierung der Oberfläche vorausgesetzt.

6. Solaranlagen unterstützen die Energieversorgung

Photovoltaik

Eine Solaranlage lohnt sich immer dann besonders, wenn Sie über eine südlich ausgerichtete Fläche verfügen, in den meisten Fällen ein Hausdach.

Mit einer Photovoltaikanlage können Sie nicht nur Energie sparen, sondern selbst Energie erzeugen, um diese dann ins Netz einzuspeisen. Durch ein Nachrüsten mit Solaranlagen tragen Sie zu einer grüneren Energiegewinnung bei.

Das BEG bietet hierfür Förderungen bezüglich erneuerbarer Energien und trägt durch Zuschüsse einen Teil der Kosten einer Solaranlage.

7. Alte Elektroinstallationen sind nicht auf moderne Bedürfnisse ausgelegt

Installation von Steckdosen

Eine neue Elektronikinstallation ist vielleicht nicht als eindrucksvoller Vorher-Nachher-Vergleich sichtbar, aber für die Nutzbarkeit und Sicherheit sind die Vorteile enorm.

Architekten und Ingenieure hatten vor dreißig Jahren beim Hausbau noch vollständig andere Ideen für die Nutzung, als das heute der Fall ist. Das wird nicht nur bei den verwendeten Materialien, sondern auch bei der Elektroinstallation deutlich.

Ein altes Haus bietet für die modernen Anforderungen meist viel zu wenig Steckdosen, denn bei der Planung wurden natürlich nicht die unzähligen elektronischen Geräte mit einbezogen, mit denen wir uns heutzutage umgeben. Also hat das Bad keinen passenden Anschluss in Reichweite, im Wohnzimmer müssen mit Steckleisten mehrere Geräte an eine Steckdose angeschlossen werden und manchmal muss man sich gedulden, bevor man Zugang zum Stromnetz erhält.

Das ist aber nicht die einzige Problemstelle. Schließlich haben sich auch die Sicherheitsvorkehrungen weiterentwickelt, und Altbauten sind teilweise nicht mit Schutzleiter und -schalter ausgestattet. Eine Sanierung der Elektroinstallation kann daher sinnvoll sein, wenn Sie an mehreren Stellen Fehlstände bemerken und Verfügbarkeit und Sicherheit nicht ausreichend gewährleistet sind.

Passen Sie diese und andere Faktoren an moderne Bedürfnisse an, lässt sich der Wert der Immobilie noch einmal deutlich steigern. Und insbesondere auf langfristige Sicht lohnen sich viele Änderungen zudem beim Energieverbrauch, was auch für die Umwelt einen Gewinn darstellt.

Bildnachweise: stock.adobe.com/Andy Dean, stock.adobe.com/hkama, stock.adobe.com/Ekaterina, stock.adobe.com/klyaksun, stock.adobe.com/ungvar (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)