Licht & Lampen

Indirekte Beleuchtung im Wohnzimmer: Wie Sie mit dem richtigen Licht für Gemütlichkeit sorgen

Ein Ratgeber aus der heimwerker.de Redaktion

Ein modern eingerichtetes Wohnzimmer im Boho-Style wird durch mehrere Lampen beleuchtet.

Im Wohnzimmer treffen unterschiedliche Anforderungen an die Beleuchtung aufeinander. Am Sofa wünschen Sie sich angenehmes Licht, zum Lesen benötigen Sie ausreichend Helligkeit und beim Fernsehen möchten Sie störende Blendungen vermeiden. Mit einer durchdachten indirekten Beleuchtung können Sie diese Anforderungen miteinander verbinden. Statt den gesamten Raum ausschließlich mit einer starken Deckenlampe auszuleuchten, setzen Sie mehrere aufeinander abgestimmte Lichtquellen ein.

Wie Sie eine angenehme Lichtatmosphäre im Wohnzimmer schaffen und Funktionalität mit Gemütlichkeit verbinden, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

1. Was versteht man unter indirekter Beleuchtung?

Bei einer direkten Beleuchtung fällt das Licht unmittelbar auf eine Fläche oder einen Gegenstand. Bei indirekter Beleuchtung richten Sie die Lichtquelle dagegen auf Wände, Decken oder Möbel. Diese Flächen reflektieren das Licht und verteilen es im Raum.

Das eigentliche Leuchtmittel bleibt dabei möglichst außerhalb Ihres Blickfeldes. Dadurch wirkt das Licht weicher und Sie reduzieren harte Schatten. Da Sie nicht unmittelbar in eine helle Lichtquelle blicken, können Sie außerdem störende Blendungen vermeiden. Besonders gut funktioniert dieses Prinzip mit hellen und matten Wand- oder Deckenflächen.

Tipp: Testen Sie eine geplante Lichtquelle am Abend, bevor Sie diese dauerhaft montieren. Bei wenig Tageslicht erkennen Sie besser, ob Helligkeit, Schatten und Reflexionen zu Ihrem Wohnzimmer passen.

2. Wie planen Sie die richtige Beleuchtung für Ihr Wohnzimmer?

Für ein ausgewogenes Lichtkonzept sind unterschiedliche Lichtquellen mit verschiedenen Funktionen sinnvoll. Kombinieren Sie daher Grundbeleuchtung, Akzentbeleuchtung und Funktionslicht:

  • Mit der Grundbeleuchtung schaffen Sie eine ausreichende Orientierung im Raum.
  • Akzentlicht hebt ausgewählte Bereiche hervor.
  • Funktionslicht liefert Ihnen beispielsweise am Lesesessel die benötigte Helligkeit.

Eine einzelne Deckenleuchte sorgt zwar für die notwendige Grundhelligkeit, erreicht jedoch nicht jeden Wohnbereich gleichermaßen. Mit ergänzenden Leuchten schaffen Sie verschiedene Lichtzonen und können die Beleuchtung an Fernsehen, Lesen oder einen Abend mit Gästen anpassen.

Berücksichtigen Sie bei der Planung jedoch nicht nur die Größe des Wohnzimmers. Entscheidend sind auch die Nutzung des Raumes sowie die Position von Möbeln wie Sofa, Fernseher, Regalen und weiteren Einrichtungsgegenständen. In einem großen Wohnzimmer können Sie mehrere Lichtzonen einrichten. Bei kleineren Räumen hingegen reichen häufig wenige geschickt platzierte Leuchten aus.

Eine Familie sitzt mit Popcorn auf dem Sofa. Im Hintergrund sieht man ein gemütlich beleuchtetes Sideboard.

Bei einem Fernsehabend mit der Familie erzeugt indirekte Beleuchtung eine gemütliche Raumatmosphäre.

3. Welche Möglichkeiten für indirekte Beleuchtung gibt es?

3.1. Wie setzen Sie LED-Streifen und Lichtleisten ein?

LED-Streifen eignen sich für Bereiche, in denen Sie die eigentliche Lichtquelle möglichst unauffällig integrieren möchten. Sie können die Streifen beispielsweise hinter einem Sideboard, unter einem Regal oder entlang einer Deckenkante montieren. Mit LED-Streifen und passenden Lichtlösungen lassen sich dezente Lichtquellen an unterschiedliche Möbel und Raummaße anpassen. Möchten Sie einzelne Lichtpunkte möglichst wenig wahrnehmen, können Sie LED-Profile mit diffuser Abdeckung einsetzen.

Achten Sie bei der Auswahl zudem auf energieeffiziente Varianten für den Wohnbereich. Die jeweilige Energieeffizienzklasse der Leuchtmittel gibt Hinweise auf den Strombedarf. Bei häufiger Nutzung können energieeffiziente Leuchtmittel den Stromverbrauch langfristig senken.

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3.2. Wie nutzen Sie Wand- und Deckenleuchten?

Wand- und Deckenleuchten können Sie so ausrichten, dass das Licht zunächst auf angrenzende Flächen trifft. Von dort gelangt es reflektiert zurück in den Raum und sorgt so für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Achten Sie bei der Positionierung darauf, dass Sie das Leuchtmittel von typischen Sitzplätzen aus nicht direkt in das Lichtmittel hineinschauen. So reduzieren Sie Blendungen und erhalten eine angenehmere Lichtwirkung.

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3.3. Wie schaffen Sie mit Steh- und Tischleuchten flexible Lichtinseln?

Steh- und Tischleuchten bieten Ihnen viel Flexibilität, da Sie diese ohne größere Umbauten einsetzen und bei Bedarf neu positionieren können. Stellen Sie beispielsweise einen Deckenfluter neben das Sofa, verteilt sich dessen Licht über die Zimmerdecke. Eine zusätzliche Leseleuchte können Sie dagegen so ausrichten, dass Ihr Buch oder Ihre Zeitschrift ausreichend beleuchtet ist.

Eine Lampe ist auf einen Lesesessel gerichtet, auf dem eine kuschelige Decke liegt.

Eine ausreichend helle Leselampe mit warmem Licht verbindet Funktionalität mit Gemütlichkeit.

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3.4. Wie können Sie Möbel und Regale beleuchten?

Mit Licht in Vitrinen, unter Wandregalen oder hinter TV-Möbeln verbinden Sie Beleuchtung und Raumgestaltung. Platzieren Sie die Leuchtmittel möglichst so, dass Sie weder LEDs noch Kabel unmittelbar sehen. Dadurch lenken Sie den Blick auf die beleuchtete Fläche und nicht auf die Technik dahinter.

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4. Welche Lichtfarbe sorgt für mehr Gemütlichkeit?

Helligkeit und Lichtfarbe beeinflussen, wie Sie einen Raum wahrnehmen:

  • Helles und eher kühles Licht eignet sich vor allem für Tätigkeiten, bei denen Sie gute Sicht benötigen.
  • Warmes und gedämpftes Licht unterstützt dagegen eine wohnliche Atmosphäre und eignet sich besonders für entspannte Stunden am Abend.

Für Wohn- und Entspannungsbereiche können Sie warmweißes Licht wählen. Die Farbtemperatur eines Leuchtmittels wird in Kelvin angegeben. Die Verbraucherzentrale nennt für eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre etwa 2.500 bis 2.700 Kelvin.

Neutralweißes Licht (3.300 bis 5.300 Kelvin) kann sich hingegen anbieten, wenn Sie einen Bereich zeitweise zum Arbeiten oder für andere Tätigkeiten mit höherem Lichtbedarf nutzen. Tageslichtweißes Licht hat eine Lichtfarbe über 5.300 Kelvin und wird aufgrund des höheren Blauanteils häufig stimulierend wahrgenommen. Viele empfinden tageslichtweißes Licht jedoch als ungemütlich, weshalb in der Praxis und vor allem im Homeoffice häufig ein wärmer wirkendes Licht genutzt wird.

Hinweis: Wenn Sie ein Leuchtmittel für den Arbeitsplatz auswählen, achten Sie unbedingt auf eine ausreichende Helligkeit und eine blendfreie Ausrichtung.

5. Wie beleuchten Sie Sofa und Fernseher indirekt?

Beim Fernsehen können große Helligkeitsunterschiede zwischen Bildschirm und Umgebung als unangenehm empfunden werden. Mit einer zurückhaltenden Hintergrundbeleuchtung hinter dem Fernseher hellen Sie die Wand auf, ohne dass sich eine Lampe direkt in Ihrem Sichtfeld befindet.

Neben oder hinter Ihrem Sofa können Sie beispielsweise Stehleuchten, Lichtleisten oder nach oben gerichtete Leuchten platzieren. Möchten Sie dort lesen, sollten Sie ggf. zusätzlich eine weitere Lichtquelle einplanen. Richten Sie diese so aus, dass das Licht Ihre Lesefläche erreicht und keine störenden Reflexionen auf dem Fernseher erzeugt.

Hinweis: Verwenden Sie hinter dem Fernseher möglichst eine gleichmäßige Beleuchtung. Sehr hohe Helligkeiten oder intensive Lichtfarben können vom Bild ablenken. Eine zurückhaltende warmweiße Beleuchtung fügt sich meist harmonischer in den Wohnraum ein.

6. Wie setzen Sie mit Licht gezielte Akzente?

Mit indirekter Beleuchtung können Sie die Wahrnehmung einzelner Bereiche Ihres Wohnzimmers beeinflussen. Beleuchten Sie beispielsweise eine Wand, erhält die Fläche mehr optische Tiefe. Regale, Pflanzen, Bilder und besondere architektonische Elemente können Sie mit ausgewählten Lichtquellen ebenfalls hervorheben.

Für eine ausgewogene Gestaltung können Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Heben Sie Bilder und Dekoration mit zurückhaltendem Akzentlicht hervor.
  • Hellen Sie dunkle Raumecken mit reflektiertem Licht auf.
  • Gliedern Sie lange Wände mit einzelnen Lichtbereichen oder Lichtlinien.
  • Kombinieren Sie mehrere Lichtquellen mit ähnlichen Lichtfarben.
  • Platzieren Sie Leuchtmittel möglichst außerhalb Ihrer direkten Blickrichtung.
Eine Lampe leuchtet einen Sessel und eine Bodenvase aus. Im Hintergrund steht ein rustikales Holzregal mit alten Büchern.

Sie können Lampen darüber hinaus einsetzen, um gezielt bestimmte Ecken in Ihrer Wohnung auszuleuchten.

7. Wie passen Sie dimmbare und smarte Beleuchtung an verschiedene Situationen an?

Mit dimmbaren Leuchten können Sie die Helligkeit an unterschiedliche Situationen anpassen:

  • Zum Lesen stellen Sie beispielsweise eine höhere Helligkeit ein.
  • Für ein Gespräch auf dem Sofa oder einen Filmabend – vielleicht im eigenen Heimkino – können Sie die Helligkeit reduzieren.

Smarte Leuchtmittel bieten Ihnen zusätzliche Möglichkeiten. Je nach System können Sie verschiedene Lichtszenen speichern, die Farbtemperatur verändern oder mehrere Leuchten gemeinsam steuern. Die Bedienung erfolgt je nach Technik per App, Fernbedienung oder Sprachsteuerung. So können Sie Ihre Beleuchtung anpassen, ohne jede Lampe einzeln bedienen zu müssen.

8. Welche Fehler sollten Sie bei indirekter Beleuchtung vermeiden?

Eine große Anzahl an Lichtquellen führt nicht automatisch zu einer angenehmen Raumwirkung. Verwenden Sie sehr kühle Lichtfarben, kann Ihr Wohnzimmer schnell nüchtern erscheinen. Auch besonders helle LED-Streifen können starke Kontraste erzeugen, wenn ihre Leistung nicht zur Größe der beleuchteten Fläche passt.

Außerdem sollten Sie sichtbare LED-Punkte und Reflexionen auf Fernsehern oder Glasflächen vermeiden. Stark voneinander abweichende Weißtöne können zudem ein unruhiges Gesamtbild erzeugen. Bevor Sie LED-Streifen oder andere Leuchten fest montieren, sollten Sie deshalb einen Probelauf durchführen. Dabei können Sie prüfen, wie Lichtfarbe und Helligkeit mit Ihren Wandfarben, Möbeloberflächen und bereits vorhandenen Leuchten zusammenspielen.

Ein Paar sitzt auf dem Sofa. Im Hintergrund steht eine Stehlampe, die warmes Licht ausstrahlt.

Eine angenehme Atmosphäre im Wohnzimmer lebt von unterschiedlichen, aufeinander abgestimmten Lichtquellen.

9. Ein gemütliches Wohnzimmer mit mehreren Lichtquellen schaffen

Eine angenehme Wohnzimmerbeleuchtung erreichen Sie, indem Sie verschiedene Lichtarten aufeinander abstimmen. Nutzen Sie die Grundbeleuchtung für die allgemeine Orientierung und ergänzen Sie diese mit Funktionslicht zum Lesen oder Arbeiten. Indirekte Lichtquellen können Sie einsetzen, um Wände, Decken und ausgewählte Bereiche zurückhaltend aufzuhellen.

Bereits wenige gezielt platzierte Leuchten können ausreichen, wenn Helligkeit, Lichtfarbe und Position zu Ihrem Raum und Ihren Gewohnheiten passen. Kombinieren Sie direkte und indirekte Beleuchtung und setzen Sie nach Möglichkeit auf getrennt dimmbare Lichtquellen. Dadurch können Sie Ihr Wohnzimmer beim Lesen anders beleuchten als beim Fernsehen oder bei einem Abend mit Gästen und die Lichtstimmung jederzeit an die jeweilige Nutzung anpassen.

Eine Frau hält eine Kerze in der Hand. Im Hintergrund brennen weitere Kerzen vor einem Fenster.

Kerzen können als Ergänzung zu Lampen die indirekte Beleuchtung abrunden und für noch mehr Gemütlichkeit sorgen.

Bildnachweise: Adobe Stock/Pixel-Shot, Adobe Stock/La Famiglia, Adobe Stock/Africa Studio, Adobe Stock/Shah, Adobe Stock/Zoran Jesic, Adobe Stock/Yuliia (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)