Strom & Elektroinstallation

Elektro-Installationszonen: Diese Installationszonen gelten für Wohnräume, Küche und Badezimmer

systematische Anbringung der Kabel in Installationszonen

Wenn Sie eine feste Installation zum Beispiel im Neubau anlegen oder beim Altbau erweitern möchten, müssen Sie sich an einige Vorschriften halten. Denn neue elektrische Leitungen dürfen unter Putz nur nach einem genauen Schema verlegt werden, den sogenannten Elektro-Installationszonen.

Der Grund liegt auf der Hand: Wer weiß, an welcher Stelle elektrische Leitungen verlaufen, kann ohne Risiko nageln und bohren. Abhängig von der Nutzung des Raumes kommen unterschiedliche Zonenpläne zur Anwendung. Die folgenden Bilder zeigen, wo in den Wohnräumen, der Küche oder im Badezimmer elektrische Leitungen liegen.

Grundsätzlich sollte man bei Elektroinstallationen immer die Sicherheitshinweise beachten. Außerdem erfordern Arbeiten an elektrischen Leitungen fundierte Fachkenntnisse.

Auf Heimwerker.de erfahren Sie alles über Elektro-Installationsbereiche in Bad, Küche und Co. und was es bei ihnen zu beachten gilt.

1. Bedeutung der IP Schutzart nach DIN EN 60529

Im Außen und Wohnbereich unterliegen elektrische Installationen nicht nur festgelegten Installationszonen. Zusätzlich müssen Lichtstecker oder Steckdosen im Außenbereich oder in einer Umgebung mit möglicher Nässeeinwirkung eine IP klassifizierte Schutzart erfüllen. Diese wird in der DIN EN 60529 festgelegt.

Die Klassifizierung wird durch die Kennzahlen IPXX festgelegt und setzt sich wie folgt zusammen:

Teil der Kennzahl Bedeutung
IP
  • steht für International Protection
  • sagt aus, dass sich die nachfolgenden Ziffern internationen Prüfnormen entsprechen
erste Ziffer
  • von 0 – 6
  • beschreibt Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Schutz gegen Berührung
  • 0, kein Schutz; 6 höchster Schutz
zweite Ziffer
  • von 0 – 9
  • beschreibt den Schutz gegen das Eindringen von Wasser
  • 0, kein Schutz; 9, Schutz gegen Hochdruck

In der folgenden Tabelle sehen Sie, inwieweit ein elektronisches Betriebsmittel gegen Fremdkörper und Berührungen geschützt ist. Die mm Angabe bezieht sich hier auf die Größe des Fremdkörpers.

1. Kennziffer DIN EN 60529 Schutz gegen Fremdkörper Schutz gegen Berührung
0 kein Schutz kein Schutz
1 ab 50 mm mit Handrücken
2 ab 12,5 mm mit Finger
3 ab 2,5 mm mit Werkzeug
4 ab 1,0 mm mit Draht
5 Staub vollständig
6 staubdicht vollständig

Die zweite Kennziffer bezieht sich auf den Schutz vor Wasser, bzw weist darauf hin, in welchem Maß ein elektronisches Betriebsmittel Wasser ausgesetzt werden kann, bevor es Schaden nimmt.

2. Kennziffer nach DIN EN 60529 Bedeutung
0 kein Schutz
1 Schutz gegen Tropfwasser
2 Schutz gegen fallendes Tropfwasser bei einer Gehäuseneigung bis 15°
3 Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° Neigung
4 Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
5 Schutz gegen allseitiges Strahlwasser
6 Schutz gegen allseitiges starkes Strahlwasser
7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8 Schutz gegen dauerndes Untertauchen (wasserdicht)
9 Schutz gegen Hochdruck und Dampfstrahlreinigung

Tipp: Wird eine Kennzahl nicht benötigt, ist diese durch ein X dargestellt. Daher wird bei elektrischem Installationsmaterial, wie Lichtschalter und Steckdosen, häufig nur IPX1 bis IPX9 angegeben.

2. Elektrische Installationszonen in Wohnräumen

installationszonen-elektro-tuer

Die Installationszonen für elektrische Leitungen sind normiert, wie Sie an diesem Elektro-Verlegeplan sehen können.

In Wohn-, Schlaf- und Nebenräumen sind die Installationszonen recht einfach gehalten. Sie beginnen waagerecht jeweils mit einem Abstand von 15 cm zur Decke oder zum Fußboden und erstrecken sich über 30 cm. Anzustreben ist hierbei die mittlere Toleranz von 15 cm.

Senkrechte sollte die Elektro-Leitungsverlegung in einem Bereich von 30 cm und einem Mindestabstand von 10 cm zu Fenstern, Türen und Raumecken verlegt werden. Hier ist eher der Bereich zum Fenster oder zur Tür zu wählen.

Benötigte Lichtschalter oder Kombinationen aus Schalter und Steckdose, werden in einer Höhe von 105 cm angebracht, wobei jeweils vom oberen Einbauelement ausgegangen wird.

Tipp: Werden Steckdose und Lichtschalter kombiniert, sollte der Lichtschalter über die Steckdose gesetzt werden. Das ermöglicht weiterhin die Bedienung, auch wenn die Steckdose genutzt wird und das Kabel nach unten hängt.

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3. Elektro-Installationszonen in Küche und Werkstatt

installationszonen-elektro-kueche

In der Küche gibt es weitere Elektro-Verlegzonen über der Arbeitsplatte.

In Küchen und Räumen wie Werkstätten und Bastelräumen, in denen eine Arbeitsplatte genutzt wird, ist zu den allgemein gültigen Installationszonen eine weitere oberhalb der Arbeitsplatte möglich.

Passend zur Körpergröße sind moderne Küchen auf eine Arbeitshöhe von 90 bis 95 cm (kann variieren) ausgelegt. Steckdosen sollten mit einem passenden Abstand darüber angebracht werden.

Die Installationszone beginnt daher bei einer Höhe von 100 cm und erstreckt sich, wie bei allen Installationsbereichen, über 30 cm. Zwar ist auch hier der Mittelwert anzustreben, jedoch sollte der Abstand zur Arbeitsplatte beziehungsweise dem Werktisch beachtet werden.

Ist die Arbeitsfläche aufgrund der eigenen Körpergröße sehr hoch, sollte auch die Steckdosen für die Elektro-Installation in der Küche angepasst werden. Die Maximalhöhe von 130 cm, ist einzuhalten.

4. Elektro-Installationszonen im Bad: Beachten Sie die zusätzlichen Schutzbereiche

installationszonen-elektro-bad

Bei den Elektro-Installationszonen im Bad müssen Sie zusätzlich die Installationszonen für Wasserleitungen beachten.

In Badezimmern gelten in erster Linie dieselben Verlegezonen, wie für alle anderen Bereiche. Hinzu kommt jedoch, dass Nässe zu einer besonderen Gefährdung führen kann. Daher gilt es besondere Abstände zu Wasserentnahmestellen einzuhalten. Diese werden in drei Schutzzonen beziehungsweise Schutzbereiche unterteilt.

Der Schutzbereich 0 definiert den inneren Bereich von Dusche, Badewanne oder Waschbecken. Hier dürfen lediglich elektrische Geräte betrieben werden, die dem Schutzgrad IPX7 (nähere Erläuterung siehe oben) erfüllen.

Zusätzlich müssen sie einer maximalen Spannung von 12 V Wechselspannung oder 30 V Gleichspannung unterliegen und deren Netzteil sich außerhalb des Schutzbereiches 1 befindet. Abzweig- oder Verteilerdosen sind in diesem Bereich nicht gestattet.

Der Schutzbereich 1 erstreckt über die Wand oberhalb von Dusche und Wanne auf eine Mindesthöhe von 225 cm oder des Brausekopfes, sollte dieser höher liegen.

Ohne eine erkennbare Duschwanne und damit seitliche Begrenzung, wird von einem Kreis mit einem Durchmesser von 240 cm ausgegangen, in dessem Mittelpunkt sich der Duschkopf befindet. Im Schutzbereich 1 müssen elektrische Verbraucher den Schutzgrad IPX4 erfüllen und eine betriebsspannung von 25 V Wechselspannung oder 60 V Gleichspannung nicht übersteigen.

Die Spannungsversorgung mittels Netzteil muss sich außerhalb des Schutzbereiches 1 befinden. Eine Ausnahme bilden elektrische Verbraucher mit einer üblichen 230 V Spannungsversorgung, sofern diese fest Installiert sind und ebenfalls dem Schutzgrad IPX4 unterliegen.

Um weitere 60 cm auf der Wandfläche und ebenfalls bis zu einer Höhe von 225 cm erstreckt sich der Schutzbereich 2. Neben den Vorschriften zum Schutzbereich 1, dürfen hier Lampen und fest installierte Verbraucher mit 230 V Wechselspannung genutzt werden.

Der direkte Kontakt mit Lichtschaltern und Steckdosen ist nicht gestattet.

Hinweis: Elektrische Gegenstände sollten generell nicht in Schutzbereichen genutzt werden, auch wenn sich die genutzte Steckdose außerhalb den Bereiches befindet.

5. Ein wichtiges Hilfsmittel: Leitungssuchgerät ermittelt die Lage verlegter Leitungen

installationszonen-leitungssucher

Für die Ermittlung von Installationszonen bei der Elektroinstallation ist ein Leitungssucher enorm hilfreich.

Auch wenn es Installationszonen gibt, können Sie sich gerade bei Altbauten nicht darauf verlassen, dass die Unterputzleitungen den oben gezeigten Installationszonen folgen. Dort liegen oft abenteuerliche Leitungsführungen und mangelhafte Absicherungen vor.

Deshalb sollten Sie vorab mit einem Leitungssuchgerät, auch Leitungssucher genannt, ermitteln, wo die Stromleitungen tatsächlich verlaufen. Wichtig ist hierbei, ruhig etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen und ein qualitativ hochwertiges Gerät zu kaufen. Mit einer günstigen Produktion sinkt merklich die Leitungserkennung und damit die Zuverlässigkeit.

Eine Kontrolle mit einem Leitungssuchgerät empfiehlt sich übrigens grundsätzlich vor jedem Bohren und Nageln. Größere Installationen sollten Sie ebenso stets unter der Anleitung eines Elektrikers durchführen, der anschließend die Arbeiten auch abnimmt. Dies gilt insbesondere bei Erweiterungen und Erneuerungen in Altbauten.

Ideal ist es, wenn Sie sich die Arbeit mit dem Fachmann teilen können: Sie klopfen die Schlitze und verlegen die Leitungen nach seinen Plänen und der Fachmann schließt sie an.

Mehr Informationen zum Verlegen mit einer Erklärung der Kennzeichnung und des Farbcodes sowie eine Anleitung zum Abisolieren und Abmanteln von Leitungen finden Sie hier. Aber die Abnahme durch einen Meisterbetrieb ist Pflicht – fragen Sie diese Leistung vor Beginn der Arbeiten an, denn die Betriebe sind nicht verpflichtet dies zu übernehmen. Werfen Sie auch einen Blick auf unsere Kaufberatung zum Leitungssucher.

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6. FAQ: Heimwerker.de beantwortet häufige Fragen zu Elektro-Installationsbereichen

Im Anschluss möchten wir auf Heimwerker.de noch einige Fragen klären, die beim Thema Elektro-Installationszonen häufig gestellt werden.

6.1. Was hat es mit der DIN 18015 auf sich?

Abkürzungen erlaubt?

In Wänden dürfen Leitungen nur senkrecht oder waagerecht verlegt werden. Bei Verlegungen in der Decke müssen Sie nicht exakt so vorgehen, sondern dürfen auch den kürzesten Weg wählen.

Bei Installationszonen sorgt die DIN 18015 dafür, dass elektronische Leitungen wie bereits oben beschrieben genormt verlegt werden. Diese Einheit für die Zonen bei der Elektroinstallation sorgen dafür, dass Leitungen nicht versehentlich angebohrt werden können. Diese Normen gelten sowohl für die Verlegung in der Wand, als auch in der Decke.

6.2. Gibt es Regeln für die Elektro-Installationszonen im Boden?

Die DIN 1805 äußert sich ebenfalls zu Installationsbereichen im Boden. Leitungen sollten parallel und bündig zu Raumkanten geführt werden und sind wie bei Wänden ebenfalls 30 cm breit. Ebenfalls besteht ein Mindestabstand zu Wänden von 20 cm.

Hinweis: Wollen Sie Leitungen durch einen Türdurchgang verlegen, sollte ein Abstand von 15 cm auf beiden Seiten eingehalten werden.

6.3. Kann ich elektrische Leitungen selbst verlegen?

Grundsätzlich sollte klar sein, dass Arbeiten mit Strom gefährlich sein und im schlimmsten Fall zu einem tödlichen Stromschlag führen können. Sie sollten also ohne fachliche Kenntnisse auf keinen Fall versuchen, eigenständig Leitungen zu Verlegen.

Wollen Sie aber beispielsweise beim Hausbau Geld sparen, können Sie unter der Aufsicht einer Fachperson einige Aufgaben erledigen. Dazu gehören etwa:

  • Planung der Leitungen
  • Setzen von Unterputzdosen
  • Kabel und Drähte in Leerrohre einziehen

Bildnachweise: Adobe Stock/Alexey Rumyanstev, 'Stromkabel verlegen in Rohbau': Copyright: [Hornbach Holding AG], 'Installationszonen im Wohnzimmer': (Originalbild, 'Installationszone in Küchen und Werkstätten': (Originalbild, 'Verlegezonen und Schutzbereiche im Badezimmer, 'Stromkabel verlegen in Rohbau': Copyright: [Hornbach Holding AG], shutterstock.com/Aleksei Golovanov (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)