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HiKam Überwachungskamera: HiKam S6 und HiKam A7 im Indoor- und Outdoor-Test

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Sicherheitseinrichtungen

Jeder möchte sein Hab und Gut schützen, was in erster Linie mit soliden Sicherheitseinrichtungen, wie sicheren Türen und guten Türschlössern beginnt. Um aber auch Nebengebäude zu überwachen oder im Bedarfsfall schnell informiert zu sein, werden häufig Alarmanlagen eingesetzt.

Gute Überwachungskamera-Grundausstattungen sind meist günstig zu kaufen, wie wir bereits in diversen Tests auf Heimwerker.de unter Beweis stellen konnten.

Wird jedoch eine optische Hausüberwachung erwünscht, muss bereits deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden. Günstige Alarmanlagen bieten selten die Möglichkeit, Überwachungskameras zu integrieren. Hierfür sind bereits teure Basiseinheiten nötig.

Einfacher ist es, statt eine Alarmanlage um eine Kamera zu erweitern, nur eine Kamera zu installieren, die bereits eine Alarmfunktion integriert hat.

Hiervon haben wir heute zwei Modelle von HiKam (für innen und außen) im Test: Die HiKam A7 Überwachungskamera für außen und die HiKam S6 Überwachungskamera für innen.

1. Lieferung und erster Eindruck

Beide Kameras, die HiKam S6 als auch die HiKam A7, werden in recht kleinen Kartons, ähnlich einer Handy-Verpackung, geliefert. Diese sind sehr stabil und enthalten auf der Rückseite bereits wichtige Informationen und technische Details.

Gerade bei der Außenkamera A7 erstaunt mich doch die geringe Größe. Hier soll eine vollwertige Außenkamera enthalten sein. Aber packen wir erst mal aus und sehen uns den Inhalt an.

Enthalten ist alles, was für den Einsatz benötigt wird. Angefangen von der Netzwerk Kamera über Befestigungsmaterial bis zu allen benötigten Kabeln und dem Netzteil. Mir fällt nichts ein, was ich vermissen würde oder zusätzlich bräuchte.

Einzig die Bedienungsanleitung bzw. die vielen einzelnen Blätter schaffen ein wenig Verwirrung. Ob man sich damit zurechtfindet, klären wir später unter dem Punkt der Installation. Im ersten Moment wirkt es etwas unübersichtlich.

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Die HiKam S6 Indoor-Überwachungskamera wird in einem kleinen Karton geliefert. | Die HiKam A7 Außenkamera überrascht durch ihre geringe Größe.

1.1. HiKam Überwachungskamera S6: Kleine WLAN Innenkamera

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Klein und gut zu verstecken – die HiKam S6.

Erstaunlich klein und daher schon fast wie ein Spielzeug wirkend, kommt die HiKam Überwachungskamera S6 zum Vorschein, die kippbar auf einem runden Fuß befestigt wird. Der Fuß selbst besitzt eine Befestigungsscheibe, die angeschraubt werden kann und auf der die S6 durch ein Verdrehen gesichert wird. Mit einer Metallplatte ist Standfestigkeit auch ohne ein Verschrauben gesichert.

Das Verdrehen beim Befestigen gestattet es (bei angeschraubter Grundplatte) zwar, die Cam noch ein wenig zu drehen, ein weiteres seitliches Ausrichten ist jedoch nicht mehr möglich. Man sollte also bereits beim Anschrauben der Grundplatte die spätere Ausrichtung bestimmen. Anschließend sind seitlich nur noch kleine Korrekturen möglich.

Die senkrechte Kippfunktion ermöglicht dagegen einen Verstellwinkel von fast 180°. Sodass bei einer waagerechten Montage die Kamera senkrecht aufgestellt, aber auch komplett nach vorne oder hinten gekippt werden kann. Bei der Wandmontage ist je nach Anbau ein Blickbereich von unten bis nach oben möglich.

Etwas schwer und nicht gleich zu erkennen, ist die Möglichkeit, die S6 in ihrer Fassung zu drehen. Das wird nötig, wenn die S6 seitlich befestigt wird, wie ich es im Gehäuse des 3D Druckers nutze. Also an Möglichkeiten, die IP Kamera zu befestigen oder anschließend auszurichten, sollte es ganz sicher nicht mangeln.

Weiterhin zum Zubehör gehören ein Netzteil und das benötigte USB-Kabel, Schrauben und Dübel zur Befestigung, viele einzelne Blätter mit Installationsanweisungen in verschiedenen Sprachen und ein kleiner Drahtbügel, der zum Reset genutzt werden kann. Wer hat nicht auch schon vergebens eine Büroklammer oder etwas spitzes gesucht, um den kleinen verdeckten Knopf zu drücken.

Da mir zwei je Überwachungskameras zum Test zur Verfügung stehen, konnte ich sie auch in verschiedenen Einsatzzwecken testen. Die erste Indoor Kamera bezog ihren Platz an der Werkstattdecke, um die Werkstatt zu überwachen. Der zweite Einsatzbereich – das wird sicher auch viele interessieren – war ein 3D-Drucker-Gehäuse.

Da ich bisher nicht dazu gekommen bin, mir ein durchsichtiges Gehäuse zu bauen, ist die Cam hier besonders praktisch, um den Druck zu überwachen, ohne den dunklen Holzkasten zu öffnen. Ich bin gespannt, ob die S6 die nicht zu unterschätzenden Temperaturen im Druckergehäuse übersteht.

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An der Decke überwacht die S6 die Werkstatt. | Die zweite HiKam S6 beobachtet den 3D Drucker.

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1.2. HiKam Überwachungskamera A7: WLAN Außenkamera mit zwei Antennen

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Die Außenkamera von HiKam ist erstaunlich klein.

Die Outdoorcam ist etwas größer, als die HiKam S6 aber immer noch recht handlich. Ich hätte sie deutlich größer erwartet. Interessanter Weise besitzt sie zwei Antennenanschlüsse und dazu auch zwei Antennen, was ihr einen besonderen Vorteil verschafft. Zwar besitzen die Überwachungskameras eigene Bewegungsmelder Die HiKam Überwachungskamera A7 lässt sich aber auch über einen externen PIR Sensor oder über einen Fensterkontakt aktivieren.

Gerade der Fensterkontakt gefällt mir. Wird die Bewegung hinter dem Fensterglas nicht erkannt oder ist die Personenerkennung aktiviert und befindet diese sich noch hinter der langsam öffnenden Tür, kann hier bereits ein Alarm ausgelöst und die Kamera aktiviert werden.

Zusätzlich ist sie mit einem LAN-Anschluss ausgestattet, sodass sie auch direkt ins Netzwerk integriert werden kann und Empfangsprobleme ausgeschlossen sind. Nötig war er in meinem Fall nicht, da mein WLAN-Netz mit Repeatern gut abgedeckt wird.

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Die HiKam Außenkamera ist mit einer Antenne für WLAN und 433 MHz ausgestattet.

Die Befestigung der Outdoor-Überwachungskamera von HiKam kann auf zwei verschiedenen Weisen erfolgen. Als einfachere Variante können die vorhanden Löcher zum direkten Befestigen genutzt werden. Diese Variante ist schnell erledigt und ich empfand sie auf Holz als völlig ausreichend.

Zusätzlich wird jedoch auch eine Grundplatte beigelegt, die meines Erachtens dann ihren Einsatz finden sollte, wenn der Untergrund sehr uneben (Putz) ist. Hier kann erst die Grundplatte richtig befestigt und rundherum abgedichtet werden und nimmt anschließend mit drei metrischen Schrauben die Kamera auf. So kann sie sicher befestigt werden und es besteht kein Risiko, dass der Fuß der Kamera durch Spannungen reißt.

Meine beiden WLAN Kameras habe ich für den Test direkt und ohne Grundplatte befestigt. Ihr Untergrund ist jeweils Holz und Verspannungen sind ausgeschlossen. Die erste IP Kamera hat Ihren Platz am Balkon bezogen und deckt einen großen Teil des Grundstückes ab. Die zweite überblickt speziell unseren “Parkplatz” und wurde hierfür an der oberen Spitze des Spielhauses angebracht. Sie muss leider sämtliche Wettererscheinungen direkt mitnehmen, womit der Outdooreinsatz voll ausgereizt wird.

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Die erste Außenkamera befindet sich unauffällig und gut geschützt am Balkon. | Die zweite IP-Kamera wurde deutlich sichtbar angebracht.

2. Anleitung: Installation und Inbetriebnahme der Netzwerkkamera

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Ein Blatt als Installationsanleitung ist ausreichend.

Die Frage “Wie installiere ich eine IP Kamera” kann mit der HiKam recht einfach beantwortet werden: Schnell, einfach und intuitiv. Irgendwelche Grundkenntnisse oder das Verstehen, wie eine IP Kamera funktioniert, ist hierzu nicht nötig.

Im ersten Schritt wühlen wir uns durch die ganzen Informationsblätter, die der Kamera beiliegen. Sind sämtliche Fremdsprachen, Garantiebedingungen und technischen Daten aussortiert, bleibt bei beiden Kameras die Installationsanleitung (A7 zwei Blätter + Anbauanleitung) übrig. Diese beschränkt sich auf ein zweiseitig bedrucktes Blatt, wovon bereits die erste Seite ausreichen sollte. Auf der Rückseite (A7 separates Blatt) sind alternative Wege zur Installation abgebildet, welche bei mir nicht benötigt wurden.

Zur Installation muss natürlich eine App “HiKam Kamera” installiert werden, wofür der entsprechende Store genutzt werden kann. Anschließend wird ein Benutzer angelegt, damit die Verbindung zwischen Cam und App auch online funktioniert und nicht nur im heimischen Netzwerk. Der angelegte Benutzername kann anschließend auf dem Smartphone und auch auf weiteren mobilen Endgeräten genutzt werden. Ich habe die App auf meinem Galaxy S5 und einem Samsung Tablet installiert. Unterschiede in der Anwendung gibt es nicht.

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Die Installation und Bedienung der App erfolgt einfach und intuitiv.

Anschließend wird die erste Cam mit dem Strom verbunden und eine Weile gewartet, bis sie ein dauerhaftes, klickendes Geräusch von sich gibt. Auf dem Smartphone oder Tablet wird die Suche mit AirLink gestartet, das WLAN-Passwort eingegeben und kurz darauf bestätigt die IP Kamera bereits, dass sie ihre Daten erhalten hat.

Da sie für die erste Verbindung ein Standard-Passwort verwendet, sollten dieses darauf geändert werden. Das war es schon und die Cam ist ins heimische Netzwerk eingebunden.

Anschließend können weitere Kameras eingerichtet und individuell benannt werden. So behält man den Überblick. Etwas schade finde ich, dass die Anordnung der Darstellung nicht direkt geändert werden kann. Da sie aber – egal ob online oder offline – alphabetisch sortiert werden, ist es hilfreich sie zu nummerieren. So erscheinen sie in der gewünschten Reihenfolge. Wird die Nummerierung nachträglich hinzugefügt, muss die App einmal richtig geschlossen (Einstellungen/Beenden) und neu gestartet werden, damit sich die Reihenfolge neu sortiert.

3. Bildqualität der IP-Überwachungskameras von HiKam im Test

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Der Schnappschuss der HiKam Überwachungskamera im Außenbereich in HD-Qualität liefert tolle Bilder.

Sowohl die Indoor- als auch die Outdoor- Überwachungskameras HiKam S6 und A7 sind mit Infrarot-LEDs ausgestattet, sodass Aufnahmen bei Tag und bei Nacht erfolgen können. Zusätzlich schalten beide IP Kameras intern und leider nicht beeinflussbar zwischen einem Tag- und Nachtmodus um. Bereits mit deaktivierten IR-LEDs bescheren die Kameras bei Dämmerung ein sehr gutes Bild.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, den Zeitpunkt beziehungsweise den Schwellwert selber zu bestimmen. Mitunter entscheidet sich die Cam recht früh für den Nachtmodus und damit für eine monochrome Darstellung, obwohl die Lichtverhältnisse durchaus noch für ein gutes farbiges Bild reichen würden.

Problematisch wird das jedoch nur, wenn eine Innenkamera in einem dauerhaft schlecht beleuchteten Raum installiert wird, der hell genug für farbige Bilder wäre, die IP Cam aber anders entscheidet. Bei wechselnder Beleuchtung (Tag/Nacht) fällt die automatische Umschaltung nicht ins Gewicht.

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Die Aufnahme der IP-Überwachungskamera von HiKam in VGA wird verzerrt dargestellt.

Beide Modelle, die Indoor-Überwachungskamera HiKam S6 und die Outdoorkamera HiKam A7, liefern ein HD-Bild mit einer Auflösung von 1280 x 720 px (Betrachtungswinkel 110°) beziehungsweise 1280 x 960 px (Betrachtungswinkel 80°) und können ebenso im VGA-Modus mit 640 x 360 px genutzt werden, was die Grundeinstellung und auf dem Smartphone absolut ausreichend ist.

Die Umschaltung ist während der Betrachtung möglich, ein Qualitätsunterschied fällt aber selbst auf einem Tablet erst bei einem Zoom auf. Was jedoch auffällt, ist ein unterschiedliches Seitenverhältnis. Während die HD Aufnahme Breitbild nutzt, bietet VGA eine Seitenverhältnis von 4:3, was zu einer verzerrten Darstellung (Tablet oder Smartphone mit Breitbild) führt. –> Bilder können per Klick vergrößert werden.

Auch die Aufnahmen bei völliger Dunkelheit können absolut überzeugen. Die Reichweite der IRs ist sehr gut und sie leuchten selbst große Flächen gut aus. Auf der ersten Nachtaufnahme ist die Gartenfläche und ein auf dem Kopf liegender Anhänger (Radlagerwechsel) zu sehen, wobei die IP Kamera in einer Höhe von 3,25 m angebracht ist und der Abstand zwischen dem Anhänger und Cam etwa 12 m beträgt.

4. Alarmfunktionen im Test: IP Kamera mit Bewegungsmelder

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Mit der App können Sie die Alarmfunktion aktivieren.

Mit der App “HiKam Kamera” lassen sich nicht nur die Kameras verwalten, sondern auch tiefere Einstellungen vornehmen und vor allem die Alarmfunktion aktivieren, was manuell aber auch (im begrenztem Umfang) nach Zeitplan erfolgen kann.

Wichtig ist hierbei, dass nicht die App den Alarm überwacht, sondern die Einstellungen an die Netzwerk Kamera übermittelt werden. Es ist demnach egal, ob die App aktiv oder verbunden ist – Die Kamera führt ihre Überwachung selbstständig aus.

Die Alarmierung kann auf unterschiedlichen und auch zeitgleich auf mehreren Wegen erfolgen. Grundsätzlich wird sicherlich die Funktion der Push-Meldung auf das Smartphone genutzt, wozu hier in den App-Einstellungen verschiedene Varianten ausgewählt werden können. Es stehen Vibrationsalarm, mehrere Alarmtöne, zwei verschiedene Push-Meldungen und das automatische Öffnen des Live-Videos zur verfügung.

Die Alarmierung erfolgt sowohl im eigenen Netzwerk (WLAN) als auch im mobilen Empfangsbereich. So wird man jederzeit und auch unterwegs sehr schnell informiert. Es kann jedoch notwendig sein, im Anwendungsmanager die Benachrichtigung der App auf “Priorität” zu setzen, da das Smartphone die App nach einer Weile ins Standby versetzt und Alarmmeldungen nicht angezeigt werden. Die Mailfunktion der WLAN Kamera im Test blieb davon aber unbetroffen.

Die Alarmierung per App ist praktisch und macht mit unterschiedlichen Meldeformaten in jeder Situation auf sich aufmerksam. Leider funktionierte die Übertragung nicht in jedem Fall, da scheinbar immer die letzte Verbindung zwischen App und Kamera als aktuell angenommen und dahin auch die Alarmsendung geschickt wird. Wer also sein WLAN verlässt und dennoch unterwegs per App über einen Alarm informiert werden möchte, sollte aus dem öffentlichen Funknetz die App einmal öffnen und dadurch die Verbindung aktualisieren. Dann funktionieren die Alarmmeldungen wirklich überall.

Die Alarmmeldung per Mail funktionierte zu jeder Zeit und überall zu 100 %. Toll sind die automatischen drei Schnappschüsse, die sofortige Auskunft über die Ursache der Alarmauslösung geben. Möchte man keinen echten Alarm auslösen, sondern lediglich eine Kontrolle, was sich auf dem Grundstück so bewegt, ist das eine gute Alternative.

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Die Bilder stammen aus einer Alarm-Mail und zeigen sehr gut, wie schnell die IP Kamera reagiert. Noch bevor das Kind ganz zu sehen ist, wird die erste Aufnahme gemacht. | Selbst rennend hat sie keine Chance der Kamera zu entkommen.

5. HiKam Überwachungskamera mit Bewegungsmelder und Personendedektion

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Die Personendetektion ohne Licht verläuft erfolgreich.

Ich wohne in ländlicher Gegend, hier laufen Katzen rum, wir haben selbst einen Hund, es gibt sich im Wind bewegende Bäume…. Muss ich jetzt den Alarm ausschalten oder wecken mich nachts Fehlalarme? Laut HiKam nicht, denn die Überwachungskameras sind mit einer Personendetektion ausgestattet. Das bedeutet, wenn diese und nicht die Bewegungserkennung (beide Varianten sind einzeln wähl- und auch kombinierbar) aktiviert wird, lösen nur Personen den Alarm aus, nicht aber Tiere, wehende Bäume oder sich andere bewegende Gegenstände. Wie gut das funktioniert, soll die WLAN Kamera im Test beweisen.

Hierfür habe ich in der Nacht, damit es dunkel ist und mich niemand beobachtet, einige Tests durchgeführt und verschiedene Szenarien durchgespielt. Getestet wurden Bewegungs- und Personendektionen der HiKam Überwachungskameras mit und ohne Licht und selbst auf allen Vieren bin ich durch die Werkstatt gekrochen, um zu testen, ob sich die Personendetektion umgehen lässt. Teilweise sogar mit Erfolg. Im Freien habe ich aufgrund des Bodenfrosts auf eine bodennahe Gangart verzicht. Ist sicher verständlich.

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Das Umgehen der Personendetektion ist bis auf einen Abstand von etwa 4 m möglich. In geringerer Distanz erfolgt die Erkennung auch bei kriechender Körperhaltung.

Die Bewegungsdetektion und Personenerkennung wurde nicht immer sofort im maximalen Abstand ausgelöst, wobei gerade ohne Beleuchtung die Entfernung eine große Rolle spielt.

Insgesamt kann man mit dem Testergebnis aber sehr zufrieden sein. Schließlich betrug die Testentfernung der S6 7 m und selbst wenn Wohnräume selten eine solche Größe besitzen, lässt sich die Überwachungskamera immer noch so positionieren, dass der Überwachungsabstand geringer ausfällt. Ist dies nicht möglich, kann die Outdoor-Überwachungskamera HiKam A7 genutzt werden, deren Bewegungserkennung in meinem Test noch weiter ging.

Angaben zur Reichweite der Personenerkennung sind in den technischen Daten zwar nicht zu finden, in der App ist jedoch ein Reichweite der Personendetektion von 0,5 – 6 m für die S6 und 0,5 – 10 m für A7 angegeben. Bei Dunkelheit fiel es beim Test der S6 mit 5 m etwas geringer aus, bei guter Beleuchtung konnte ich die Angaben dagegen deutlich überschreiten. Hier meldete sich die A7 mit der Personendetektion sogar bei einer Reichweite von 14 m und der Bewegungssensor schlug bei 18,8 m an. Werte, mit denen man absolut zufrieden sein kann.

HiKam S6 bei guter Beleuchtung (LED-Beleuchtung) ohne Beleuchtung mit IR-LEDs
Bewegungsdetektion im Abstand von 7 m (größere Distanz stand nicht zur Verfügung) sofortige Erkennung kleiner Bewegungen (Besen). Erkennung zwischen 5 und 6 m in Abhängigkeit der Objektgröße.

Personendetektion im Abstand von 7 m eindeutige Unterscheidung zwischen Objekten und Personen. Erkennung erst in einem Abstand von etwa 5 m und weniger. Keine Erkennung der Person bis zu einem möglichen Testabstand (bedingt durch Kamerainstallation) von 2,5 m.

6. Extra-Test: IP Kamera im 3D-Drucker

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Mehrere Stunden bei 50 °C sind kein Problem für die Indoor-Überwachungskamera von HiKam.

Das Thema Wifi Kamera, IP Kamera, Netzwerkkamera oder welche Begriffe alle genutzt werden, hat gerade in der 3D-Drucker-Szene eine besondere Bedeutung. 3D-Drucker laufen mitunter etliche Stunden und verursachen große Hitze, die ein Risiko darstellt. Da sie aber nicht unbedingt leise sind, werden sie gerne im Keller oder der Werkstatt aufgestellt, wo sie unbeobachtet laufen.

Passieren hierbei Fehler kann es durchaus passieren, dass der Drucker Stunden weiterarbeitet, obwohl das Druckobjekt nicht mehr zu gebrauchen ist oder der Drucker gar Feuer fängt. Netzwerkkameras bieten die Möglichkeit, den Drucker auch aus weiter Entfernung zu beobachten und bei Bedarf einzuschreiten. Sei es, um den Druck wegen eines Fehlers abzubrechen oder um die Temperaturentwicklung im Auge zu behalten.

In meinem Fall lasse ich den Drucker selten alleine, jedoch sitzt dieser beim Druck von ABS in einem geschlossenen Bauraum, der keinen Einblick zulässt. Zum Nachsehen müsste ich diesen öffnen, wodurch die dringend benötigte Raumtemperatur verloren geht. Auch hier schafft eine Kamera einen enormen Vorteil. Hilfreich ist sie jedoch nur, wenn sie die Temperaturen im Druckraum auch übersteht.

Angegeben ist die HiKam S6 mit einer maximalen Arbeitstemperatur von 50 °C. Beim Druck von ABS kann diese durchaus überschritten werden. Ich habe versucht die Temperatur von 50 °C zu halten und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Selbst nach einigen Stunden in diesem Temperaturbereich zeigte die IP Cam weder Aussetzer noch irgendwelche anderen Probleme. Damit ist sie ideal zur Überwachung eines 3D Drucker geeignet.

7. PC-Software als Zugabe (außer Wertung)

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Abgesehen von ein paar kleineren Unzulänglichkeiten ist die PC-Software eine nette Zugabe.

Wer, wie ich am Computer arbeitet, möchte eventuell auch nebenbei seine Überwachungskameras sehen und dabei nicht auf das Smartphone oder Tablet beschränkt sein. Klar im Vorteil ist hierbei natürlich eine PC-Software, die den Zugriff auf die Kameras gestattet.

Wichtig ist hierbei natürlich die Datensicherheit, denn wer möchte sich schon durch seine eigenen Überwachungskameras beobachten lassen. HiKam hat sich daher für ein kleines Programm entschieden, welches nicht installiert werden muss und auch nicht in der Lage ist, die Netzwerkkameras zu beeinflussen oder die Einstellungen zu ändern. Die recht einfach gehaltene Software dient lediglich dazu, die Kameras aufzurufen und sich das übertragene Bild anzusehen.

Da die Software nicht installiert werden muss, kann sie auch per Speicherstick von jedem beliebigen Rechner aus gestartet werden. Dafür muss man jedoch damit leben, dass sich bei jedem Start das Betriebsystem meldet und auf die Erlaubnis zum Zugriff wartet. Des weiteren ist es erforderlich sich einen zusätzlichen Account anzulegen, um auf die Kameras zugreifen zu können. Warum? Ich weiß es nicht, kann mir jedoch vorstellen, dass dadurch ein weiterer administrativer Zugriff auf die Kameras unterbunden werden soll.

Ist der Account erstellt und wurden die IP Kameras hinzugefügt, welche automatisch im Netzwerk gesucht werden, kann die Software bereits genutzt werden. Die Software sendet keine Daten oder Einstellungen an die Kamera und kann lediglich das aktuelle Bild und gespeicherte Ereignisse abrufen. Dementsprechend einfach ist Bedienung.

Schlicht ist auch das Design, jedoch erwarte ich hier auch keine Schnörkel oder unübersichtliche Funktionen. Ich möchte das Bild meiner Überwachungskameras sehen und mehr nicht. Genau das erfüllt die Software – wenn auch nicht immer zu 100%. Während der Laptop die Bildübertragung aufnehmen und abspielen kann, beschränkt sich mein Büro-Computer auf das Aufnehmen.

Beim Abspielen der gerade noch aufgenommen Videos streikt die Software. Nach einem Codec-Update werden die Filme zwar in einem externen Video-Programm gezeigt, nicht aber in der eigenen Software. Hin und wieder hat sich auf dem Laptop aber auch die ganze Software verabschiedet und den Dienst quittiert.

Insgesamt ist die Software aber bereits eine nette Zugabe, mit der man als PC-Nutzer seine Kameras im Blick hat. Gegen das Beheben kleiner Unzulänglichkeiten und gegen ein paar Verbesserungen hätte ich aber auch nichts und freue mich aufs nächste Update.

8. Fazit zum Überwachungskamera Test HiKam S6 und HiKam A7

Eine IP Kamera bezieht ihre Vorteile aus der WLAN-Verbindung, wodurch sie sich leicht installieren lässt und ihre Überwachungsarbeit selbstständig ausführt. Damit unterscheidet sie sich von einfachen Webcams, die nur in Verbindung mit einem PC aktiv Bilder übermitteln können.

Als Überwachungskamera sollte die Netzwerkkamera zusätzlich mit einem Bewegungsmelder ausgestattet sein, Bilder oder Videos aufzeichnen und eine gute Nachtsicht besitzen.

All das bieten die Indoorkamera S6 und die Outdoorkamera A7 von HiKam in guter bis sehr guter Qualität. An dieser Stelle haben wir für Sie die Vor- und Nachteile des Produktes noch einmal überschaubar für Sie zusammengefasst:

    Vorteile
  • an der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln
  • beide Modelle lassen sich so einfach per App installieren wie auch bedienen
  • die App ist auf Deutsch und intuitiv bedienbar
  • in puncto Bildqualität müssen sich beide Modelle trotz ihrer geringen Größe nicht hinter anderen Geräten verstecken, die HD-Kameras lieferten im Test erstklassige Bilder bei Tag und eine gute IR-Ausleuchtung in der Nacht
  • sehr gut arbeitet die spezielle Personendetektion, die tatsächlich nur reagiert, wenn Personen erkannt werden
  • auch wenn die Leistung bei Dunkelheit nachlässt, sind damit Fehlalarme größtenteils ausgeschlossen. Bei Tageslicht reagiert die Personendetektion sogar in deutlich größerer Entfernung als angegeben
    Nachteile
  • etwas ungünstig ist das erforderliche Öffnen der App beim Wechsel der Internetverbindung zwischen WLAN und mobilem Internet. Dieses ist nötig, um die Verbindung der App zu aktualisieren
  • kleine Abstriche, wie die Aktualisierung der Netzverbindung und die zwar vorhandene aber noch nicht perfekt ausgereifte PC-Software, führen leider zu einer kleinen Abwertung, beeinträchtigen die Funktion jedoch nicht wirklich und werden sicher bald durch Software-Updates – die übrigens tadellos auch für die Kameras funktionieren – behoben

Hinweis: Ausgelöste Alarme werden aber selbst ohne Meldung an das Smartphone weiterhin auf der Speicherkarte der Kamera aufgezeichnet und auf Wunsch mit Bildern per Email versendet. Nach Rücksprache mit den Techniker-Support von HiKam, wird bereits an einer besseren Lösung gefeilt, die dann den Google Push Service nutzen soll. Das entsprechende Update soll es bereits diesen Monat geben. Das rege Interesse des Supports an meinen detaillierten Tests und Informationen zeigt deutlich, dass bereits intensiv daran gearbeitet wird und Interesse an weiteren Verbesserungen besteht. Die Kameras von HiKam, zum Beispiel auch die HiKam Überwachungskamera Q8, sind damit keine “Eintagsfliegen”, die beim aktuellen Stand stehenbleiben. Es gibt Updates für die Kameras, für die App und auch für die PC-Software. Damit erhalten sie meine absolute Kaufempfehlung.

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9. FAQ: Fragen zum Einsatz von Überwachungskameras im Freien

Klare Kaufempfehlung für die HiKam-Cams.

Das Bedürfnis, das eigene Hab und Gut zu schützen, liegt in der Natur des Menschen. Solide Sicherheitseinrichtungen an Türen und Fenstern, Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Überwachungskameras sind heutzutage keine Seltenheit mehr.

So gerne man auch jede Ecke seines Grundstückes überwachen und den vermeintlichen Einbrecher am liebsten schon vor der Tür sehen möchte, so gibt es doch ein paar Vorschriften, die zu beachten sind.

Wir beantworten Ihnen zum Abschluss dieser Kaufberatung einige häufig gestellte Fragen zu diesem Thema.

9.1. Welche Bereiche dürfen mit der Kamera überwacht werden?

Niemals darf die Überwachungskamera einen öffentlichen Bereich filmen. Auch dann nicht, wenn es sich um einen Wald oder Acker handelt, der mutmaßlich nicht betreten wird. Überwachungskameras dürfen nur das private Grundstück überwachen.

9.2. Welche Schwierigkeiten ergeben sich noch aus der Kamera-Nutzung?

Auch wenn die Cam so ausgerichtet ist, dass sie genau bis zur Grundstücksgrenze reicht und keinen öffentlichen Bereich im Blickfeld hat, darf sie bei Passanten und Nachbarn nicht den Eindruck erwecken, als würden sie beobachtet werden. Das gilt sogar für Kamera-Atrappen.

9.3. Muss man die Überwachung des eigenen Grundstücks durch Kameras kenntlich machen?

Das ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Hinweisschilder, die über eine Kameraüberwachung informieren, sind aber durchaus angebracht und können nicht schaden.

Bildnachweise: vgl/Riccardo Düring (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)