Schimmel & Ungeziefer

Marder loswerden: 3 wirkungsvolle Hausmittel und hilfreiche Tipps

marder in freier natur

Marder – bei uns ganz überwiegend Steinmarder – sind im Grunde als Kulturfolger überall anzutreffen und dennoch kaum zu bemerken, da sie dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger sind. Schwierig wird es erst dann, wenn ein Marder ins Haus eindringt und den Dachboden bezieht. Oder, wenn er sich am Auto zu schaffen macht, weil er dort den Geruch eines Rivalen wahrnimmt. In beiden Fällen hinterlässt er unerwünschte Spuren.

Wie immer ist vorbeugen besser als heilen, beziehungsweise – in diesem Fall – reparieren. Am besten machen Sie Ihr Haus und Ihr Auto mardersicher, bevor das Problem auftritt – wir von heimwerker.de gehen in der folgenden Anleitung Ursachen und Methoden auf den Grund und geben Tipps, wie Sie am besten einen Marder verscheuchen können.

1. Verdächtige Spuren: Wie erkenne ich, ob ein Marder im Haus ist?

Polternde und trippelnde Geräusche auf dem Dachboden, Kratz- und Laufspuren und ein ungewohnter Geruch können Hinweise auf die Besiedlung Ihres Dachbodens durch einen Marder sein. Es kommen aber auch andere Tiere, wie Siebenschläfer oder eine Nachbarskatze infrage. Bei den Kratzspuren wären drei dünne Linien typisch für einen Marder.

Eindeutig zu bestimmen ist es, wenn Sie die Toilette des Marders entdecken, die oft durch den unangenehmen Geruch auffällt. Der Marder benutzt stets die gleiche Stelle. Marderkot ist ca. ein bis zwei Zentimeter dick und acht bis zehn Zentimeter lang, wobei er am Ende dünner und häufig etwas gedreht ist.

Auch Futterreste wie Eierschalen, Aasreste, Federn u.ä. sind ein zusätzlicher Hinweis, wobei das alleine nicht eindeutig ist, da Katzen manchmal ähnliche Überreste hinterlassen.

Marder loswerden im Haus: Auf dem Dachboden erkennen Sie die Tiere an tapsigen Pfotenabdrücken oder einem sonderbaren Geruch.

2. Auf Dauer einen Marder loswerden: Die beste Zeit, um einen Marder zu vertreiben

Was sagt die Gesetzeslage?

Ob in Haus oder Garten, einen Marder loswerden zu wollen ist kein leichtes Vorhaben und auch rechtlich nicht unbedenklich. Laut Jagdrecht gehören Marder zum Haarwild und dürfen während der Schonzeit von Ende Februar bis Mitte Oktober nicht getötet, gefangen oder vertrieben werden. Doch auch außerhalb der Schonzeit darf nur der zuständige Jäger einen Marder fangen oder gar töten und innerhalb bebauter Gebiete auch nur mit Sondergenehmigung. Das bedeutet: Eine Vertreibung des Marders darf der Betroffene selbst ausschließlich außerhalb der Schonzeit versuchen.

Das ist nur möglich, wenn der aktuelle Marder vertrieben oder vom Jäger eingefangen wurde und sofort jeglicher Zugang für den Marder verbaut wird. Denn, ist ein Revier freigeworden, wird es in der Regel umgehend von einem anderen Marder besetzt.

Die Duftspuren seines Vorgängers weisen ihm praktisch den Weg. Nicht selten kommt aber auch der ausgesetzte Marder über viele Kilometer hinweg zu seinem Revier zurück.

Deshalb ist die Vertreibung des Marders immer nur der Anfang mehrerer notwendiger Maßnahmen, die sich dem anschließen, wenn man den Marder wirklich nachhaltig loswerden möchte.

Nicht nur weil es verboten ist, ist eine Vertreibung erst nach der Schonzeit möglich. Es könnte sich um ein Muttertier handeln und wollen Sie einen Wurf von drei bis vier kleinen, schreienden Steinmardern übernehmen, wenn die Mutter vertrieben ist?

Also am besten sofort nach der Schonzeit, ab dem 16. Oktober mit der Vergrämung beginnen, damit sich das Tier noch vor Wintereinbruch ein neues Quartier suchen kann. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Marder vertrieben werden kann, am besten den Dachboden mit Planen auslegen und Kot sowie Futterreste regelmäßig entfernen. Die Dämmung kann mit Gipskartonplatten geschützt werden.

Tipp: Wer vor dem Loswerden des Marders auf dem Dachboden Mehl und einen Streifen Sand rund um das Haus ausstreut, kann anhand der Spuren schneller die Einstiegsöffnung(en) finden und sofort verschließen, sobald das Tier sicher vertrieben wurde.

3. Mit welchen Hausmitteln kann man Marder loswerden?

Das gestaltet sich nicht so einfach, denn Marder ist nicht gleich Marder. Während sich ein Marder von einem lautstarken Kofferradio und ähnlichen Störmanövern vertreiben lässt, ist ein anderer überhaupt nicht geräuschempfindlich.

Manche Tiere lassen sich von einer Hasendrahtfläche davon abhalten in den Motorraum eines Autos zu klettern und fürchten sich regelrecht vor dem Untergrund, andere stören sich überhaupt nicht an einer solchen Unterlage. Es gibt sogar welche, die sich nicht einmal von Stromstößen abhalten lassen. Noch dazu sind die kleinen Raubtiere sehr schlau und durchschauen oft schnell, ob von irgendetwas Neuem wirklich Gefahr ausgeht.

Ihre Individualität führt dazu, dass über keine Vergrämungsmaßnahme sicher gesagt werden kann, dass sie zuverlässig wirkt. So bleibt nichts, als auszuprobieren, was dem örtlichen Steinmarder behagt und was weniger. Oder Sie engagieren außerhalb der Schonzeit einen Jäger, der ihn einfängt und weit entfernt aussetzt, während sie schnell die Zugänge verbauen.

marder klettert auf baum

Zum Mader vertreiben gibt es kein Schema F.

3.1. Welche Hausmittel gibt es, um Marder zu verjagen?

Mit ein bisschen Glück haben Sie einen zartbesaiteten Steinmarder als Gast, der schon mit einem der folgenden Hausmittel dazu zu bewegen ist, sich eine andere Bleibe zu suchen:

Hausmittel Anwendung
Krach tagsüber, wenn der Marder schlafen möchte, eine lautstarke Dauerbeschallung mit einem Radio und/oder eine ganze Batterie alter Wecker
Geruchsstoffe es gibt Menschen, die schwören auf Menschen- oder Hundehaare, ätherische Öle, Klosteine, Parfüm, Kampfer und Buttersäure oder gar Urin. Auch mit Essig können Sie Marder loswerden und in die Flucht schlagen
Störende Aktivität schicken Sie die Kinder mit dem Hund zum Spielen auf den Dachboden, die Skatrunde soll ab sofort oben tagen und dabei kräftig auf den Tisch hauen und das Workout wird auch unters Dach verlegt

3.2. Was bietet der Handel zur Vertreibung von Mardern?

Auch wenn sich die Namen oder Kurzbeschreibungen teilweise martialisch anhören, sind sie für die Tiere durchweg ungefährlich. So können Sie Marder mit Ultraschall loswerden oder mit speziellen Vergrämungsmitteln, ohne den possierlichen Tieren zu schaden. Alles andere wäre zum Verscheuchen von Mardern auch gesetzlich verboten, geht aus diversen Kaufberatungen rund um das Thema Marderabwehr im Netz hervor.

  • Ultraschall mit Bewegungsmelder
  • Schall und Licht Indoor
  • Vergrämungsmittel (Geruchs- + Geschmacksstoffe)
  • Strom + Ultraschall fürs Auto
  • Vergrämungsmittel (Basis ätherische Öle)
  • Marderfurchtteppich (unters Auto)
  • Marderabwehr auf Amazon.de anschauen

4. FAQ: Häufig gestellte Fragen und unsere Antworten rund ums Steinmarder loswerden

4.1. Wie kann man einen Marder im Auto loswerden und den Stellplatz mardersicher machen?

Marder laufen nicht über Gitter. Wer schon Spuren oder gar Schäden eines Marders an seinem Auto festgestellt hat, der sollte als Erstes eine Motorwäsche durchführen lassen, damit der Geruch keinen anderen Marder anlockt, der dann einen Rivalen wittert und wütend in Schläuche und Kabel beißt. Um den Marder loszuwerden, sollte der Stellplatz gründlich gereinigt und eventuell zusätzlich ein Duftmarkenentferner verwendet werden – sowohl am Auto als auch am Stellplatz.

Kabel und Schläuche im Motorraum können mit Wellrohr-Schutzschläuchen ummantelt werden, das lässt allerdings noch die Gummimanschetten und die Dämmung aus, die ebenfalls in Gefahr sind. Eine Maschendrahtfläche oder auch ein sogenannter Marderfurchtteppich kann zusätzlich helfen, wenn er unter das Auto gelegt wird, dort wo der Marder in den Motorraum eindringen könnte.

Gerade beim Marder loswerden am Auto sind andere Hausmittel, einer Untersuchung zweier Autohersteller zur Folge, wenig Erfolg versprechend. VW hat bei einigen Modellen daher eine konstruktive Abwehrvorrichtung entwickelt, die sich auch bei einigen anderen Modellen nachrüsten lässt und dem Marder den Zugang zum Motorraum versperrt.

marder nagt an kabel in auto

Schützen Sie Ihr Auto vor Mardern durch spezielle Matten.

4.2. Wie kann man einen Marder auf dem Dach loswerden?

Das Einschlupfloch und eventuelle weitere Öffnungen suchen und alles gut abdichten sind erste Maßnahmen, um einen Marder auf dem Dach loszuwerden. Die Angaben darüber wie groß ein Spalt oder ein Loch für einen Marder sein muss, schwanken zwischen 5 und 10 cm im Durchmesser. Mit einem stabilen Metallgewebe können die Ein- und Ausgänge zuverlässig verschlossen werden.

Die Zugänge und Fluchtwege der Marder sind meist nicht leicht zu finden. Es kann durchaus sein, dass der Marder über einen Baum oder Ast auf das Dach gelangt. Unsere heimischen Steinmarder sind nicht nur hervorragende Kletterer, sondern darüber hinaus beeindruckend sprungfreudig. Bis zu über zwei Meter können die kleinen Raubtiere auf diese Weise überwinden. Deshalb sollten alle Äste und Bäume einen entsprechenden Abstand zum Haus haben oder soweit beschnitten werden. Besonders überhängende Bäume und Äste sind fast schon eine Einladung.

Sichern Sie das Fallrohr. Der Marder sollte gar nicht erst die Möglichkeit haben auf das Dach zu kommen. Denn zum einen sind Marder wie schon erwähnt durchaus in der Lage, einen Dachziegel anzuheben, zum anderen ist es oft sehr schlecht zu erforschen, wo hinter der Dämmung eventuell ein Spalt oder Schlitz ausreichend groß ist. Also möglichst keine Spaliere oder Kletterpflanzen so hoch anbringen oder wachsen lassen, dass sie sich als bequeme Leiter für einen Marder eignen.

An die Regenfallrohre kann jeweils ein Abwehrgürtel aus Metall montiert werden, um den Aufstieg daran zu verhindern.

Ist alles gesichert, kann es an die Schadenbeseitigung gehen. Besonderes Augenmerk sollte der Dämmung und der Dampfsperre gelten, denn Marder bauen gerne Tunnel in die Dämmung, wobei sie häufig die Dampfsperre beschädigen. Das birgt nicht nur die Gefahr von Wärmebrücken, sondern kann auch zum Eindringen von Feuchtigkeit und damit zu Schimmel führen.

Nicht zuletzt sollten aus hygienischen Gründen sowie wegen der Gerüche alle Verunreinigungen sorgfältig gesucht und beseitigt werden. Um den Marder-Gestank loszuwerden, hilft es, ein Enzym-Reinigungsspray günstig im Handel zu kaufen.

marder in dachrinne

Regenrinnen sind optimale Leitern für Marder, um es sich auf Ihrem Dach bequem zu machen.

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4.3. Ist der durch einen Marder verursachte Schaden versichert?

Beim PKW sind in vielen (aber nicht allen) Teilkaskoversicherungen die Marderschäden versichert. Wo das Risiko eines Schadens durch einen Marder eingeschlossen ist, kommt die Versicherung zwar abzüglich der Selbstbeteiligung für die Beseitigung auf, allerdings nicht für Folgeschäden, die oft aufgrund unbemerkter Beschädigungen (z. B. Undichtigkeiten durch Marderbiss usw.) entstehen.

Hinweis: Deshalb unbedingt jeden Schaden der Versicherung sofort melden und unmittelbar danach in der Werkstatt alles prüfen lassen, selbst, wenn das Auto keine unmittelbare Beeinträchtigung anzeigt.

Beim Haus kommt nur die Wohngebäudeversicherung in Betracht, wenn die Versicherungspolice das Risiko beinhaltet. Suchen Sie dort nach „Schäden durch Tierbisse“ oder erkundigen Sie sich direkt beim Versicherungsunternehmen. Der Wohngebäudeversicherung muss der Schaden vor der Beseitigung gemeldet werden. Dabei werden Art und Umfang der notwendigen Reparatur- und Reinigungs-Maßnahmen oder eine Besichtigung eines Sachverständigen u. ä. mit der Versicherung im Vorfeld geklärt.

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