Tapete & Tapezieren

Tapetenarten: Die 10 häufigsten Fragen

  • Bei den meisten Tapeten handelt es sich um Papiertapeten, die auf der Oberfläche mit einem Muster bedruckt, beschichtet oder strukturiert ist. Die am meisten verkaufte Tapete in Deutschland ist noch immer die Raufasertapete.
  • Die Vliestapete gehört zur neuen Generation der Tapeten. Sie kann direkt auf eine bekleisterte Wand aufgetragen werden und lässt sich auch ohne Spachtel von der Wand lösen.
  • Das RAL-Gütezeichen kennzeichnet die Qualität Ihrer Tapete. Das Siegel bescheinigt, dass keine gesundheitsschädigenden Stoffe bei der Herstellung verwendet wurden.

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Die Tapete bedarf keiner aufwändigen Montage oder Endbehandlung, da sie ein fertig gestaltetes, gut vorbereitetes Industrieprodukt ist, das nach einem Arbeitsgang seinen Zweck erfüllt. Aber: Tapete ist nicht gleich Tapete. Dieser Artikel auf Heimwerker.de soll Ihnen einen Überblick über die unterschiedlichen Tapetenarten geben und Ihnen somit die Auswahl beim Kauf ein wenig erleichtern.

Für eindrucksvolle stilvolle Akzente im Raum und stilvolles Wohnen sind die neuen Wallprints und Wandtattoos eine gut zu verarbeitende Alternative.

1. Tapetenarten

Mann bringt Tapete an

Eine klassische Tapete besteht aus einem Papier-Träger, der mit Mustern bedruckt, oder mit weiteren Materialien versehen ist.

Die Auswahl an Tapetensorten und Wandbekleidungen ist enorm groß und jeder Heimwerker hat die Möglichkeit, seine Wände individuell zu verschönern. Zudem bedarf sie im Gegensatz zu anderen Wandverkleidungen keiner aufwendigen Montage oder Endbehandlung. Jedoch sind einige Tapetenarten wesentlich leichter zu tapezieren als andere.

Nach der klassischen Definition besteht die Tapete aus einer Papier-Trägerschicht, die auf ihrer Oberfläche bedruckt, beschichtet oder strukturiert ist. Stattdessen oder zusätzlich kann man natürliche und synthetische Materialien aufkaschieren (aufkleben) bzw. einbinden.

Dadurch hat die Tapete in Erscheinungsbild und Anwendung noch an Vielfalt gewonnen. Doch auch Wandbekleidungen aus Textil, PVC oder einem anderen Material, die rückseitig aus tapezierbarem Papier bestehen, werden als Tapete bezeichnet.

Überwiegend erhalten die Tapeten ihr endgültiges Aussehen durch den Druck eines Musters. Fast immer handelt es sich um einen Rotationsdruck, der auf speziellen Tapetendruckmaschinen ausgeführt wird. Die jeweils angewendete Drucktechnik ergibt sich aufgrund der Tapetenart und der beabsichtigten Qualitätsstufe, jedoch auch aus der bestmöglichen Verwirklichung des zu druckenden Entwurfes.

1.1. Welche Tapetenarten gibt es? Tapeten und ihre Eigenschaften

Auf Heimerker.de haben wir die verschiedenen Tapetenarten zur Übersicht in einer Tabelle zusammengefasst:

Tapeten-Typ Eigenschaften
Papiertapete und Mustertapete

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  • klassische Mustertapete – bedruckte Tapete aus Papier – ist starken Modeschwankungen unterworfen
  • aufgedruckte Muster veränderten sich in den vergangenen Jahrzehnten gravierend
  • beim Kauf muss auf den Rapport geachtet werden.
Raufaser

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  • die am meisten verwendete Tapetensorte in Deutschland
  • kann auf jedem tapezierfähigen Untergrund verwendet und mit jeder Wandfarbe überstrichen werden
  • beim Kauf sollte der Heimwerker auf die passende Körnung achten
Vliestapete

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  • Vliestapete ist besonders einfach zu tapezieren und eignet sich für fast alle Untergründe
  • sind im Grunde Kunststofftapeten, enthalten aber keine bedenklichen Schadstoffe
Spezialtapeten

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  • Beispiele: Fototapeten, Naturtapeten, Textiltapeten, Glasfasern, Metallen und Kunststoffen und sogar Tapeten, die elektromagnetische Strahlungen absorbieren

Renoviervlies: Wenn Untergründe schlecht saugen, uneben oder schadhaft sind, dann wird das Kleben einer neuen Tapete zum Problem. Auch Farbe oder Putz trägt solch eine Wand eher schlecht als recht. In solchen Fällen kann das Vorkleben eines Renoviervlieses einen perfekten Untergrund für die weitere Dekoration schaffen. Wie man dabei vorgeht, das zeigt unsere Anleitung.

1.2. Bordüren und Borten

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Mit Bordüren und Wandtattoos können Sie einen Raum optisch einteilen.

Um Räume optisch zu strukturieren und um die Raumwirkung zu verändern, eignen sich Bordüren und Borten am besten. Zum Beispiel kann bei hohen Räumen eine farbliche Absetzung kurz unter der Zimmerdecke die Raumhöhe optisch reduzieren und so für mehr Gemütlichkeit sorgen. Mehr dazu bei den Bordüren und Borten.

1.3. Wandtattoos

Dem einen sind sie ein Graus, andere kleben sie überall hin: Wandtattoos sind nicht totzukriegen. Ob nun die Skyline einer Stadt als regionalpatriotisches Bekenntnis im Wohnzimmer oder Tierbilder als witzige Deko im Kinderzimmer, es gibt unzählige verschiedene Motive.

Diese werden meist einfach wie ein großer Sticker auf die Wand geklebt und sind somit noch einfacher anzubringen als reguläre Tapete.

2. Tapeten-Qualitätsmerkmale

Das RAL-Gütezeichen

Tapeten mit dem RAL-Gütezeichen garantieren nicht nur die zugesicherte Qualität, sondern auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit dieser so ausgezeichneten Produkte. Dies wird erreicht, indem die Hersteller besispielsweise auf toxisch schwermetallige Pigmente in Druckfarben oder chlorierte Lösemittel verzichten.

Die Qualität bestimmt den Preis. Für preiswerte Tapetensorten wird leichtes Papier mit einfachen, gebundenen Farben benutzt, für wertvollere Tapeten werden stärkere Papiere und bessere Farben verwendet. Die auf die Tapetenoberfläche aufgedruckten, geprägten, geschäumten oder durch Materialkaschierung erzeugten Designs haben unterschiedliche Ausdehnungen.

Eine Eigenart der maschinell hergestellten Tapeten ist, dass sich das Muster in der Längsrichtung der Bahnen und in der seitlichen Bahnenanordnung wiederholt. Dieser Rapport kann unterschiedlich lang sein und beeinflusst – je nach Länge – auch die Menge des nicht verwendbaren Verschnitts.

Wandbekleidungen sind verbindlich eingeteilt und begrifflich festgelegt (DIN EN 235), die Unterteilung umfasst zwei Gruppen: Fertige Wandbekleidung, die nach dem Tapezieren keiner weiteren Behandlung bedürfen und Wandbekleidung für eine nachträgliche Behandlung, die nach der Verarbeitung beispielsweise einen Farbanstrich benötigen.

Der Wert einer Tapete: Der materielle Wert einer Tapete wird wesentlich durch das verarbeitete Material beeinflusst:

  • die Art des Papiers; die Zusammensetzung, Stärke und Gewicht,
  • das Druckverfahren,
  • die Eigenschaften der Druckfarben und ihre Lichtbeständigkeit,
  • die Anzahl der Druckfarben,
  • die Oberflächenstruktur und die abschließende Oberflächenbehandlung und
  • die Ausrüstung mit einem “Strip-Effekt” (leichte Ablösbarkeit).

3. Tapeten FAQ – Die 10 häufigsten Fragen an Tapetenfachverkäufer

1. Wie wird der Untergrund fachgerecht vorbereitet?

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Bevor Sie mit dem Tapezieren beginnen können muss Ihre Wand frei von Verschmutzungen sein.

Untergründe sollten fest, glatt, sauber und leicht saugend sein. Daher sollten neue Wände mit Tiefgrund vorbehandelt werden.

Für Vliestapeten werden farblich neutrale Untergründe empfohlen, die gegebenenfalls mit einem pigmentierten Tiefgrund herzustellen sind.

2. Wie lange müssen Tapeten im Kleister einweichen?

Je nach Tapetenart unterscheiden sich die Einweichzeiten. Die vom Hersteller mitgelieferte Anleitung sollten eingehalten werden, da es sonst zu Blasen-, Falten- oder Wellen- Bildung kommen kann.

  • Papierpräge: 3 bis 5 Minuten
  • Struktur-Vinyl: 6 bis 8 Minuten
  • Vlies-Tapeten: diese sind formstabil und werden im Wandklebeverfahren verarbeitet (= keine Weichzeit)
  • Kompakt-Vinyl: 3 bis 5 Minuten

3. Was heißt “gestürzt kleben” und wozu dient es?

Jede zweite Bahn “auf den Kopf” kleben, so sollen an den Kanten und Übergängen eventuelle Schattierungen vermieden werden, da durch die Herstellungsweise jeweils die gleiche Produktionsseite aneinander liegt.

4. Was muss man beim Trocknungsprozess der Tapeten beachten?

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Während des Tapezierens und Trocknungsprozesses sollten Temperaturen möglichst konstant bleiben.

Es sollte während des Tapezierens und während des Trocknungsprozesses auf gleichbleibende Temperatur geachtet werden (17 bis 20°). Sonst kann es zu Spannungen im Papier kommen, die eine Nahtbildung hervorruft.

5. Warum haben Tapeten ‘Anfertigungs-Nummern’?

Um Farbunterschieden vorzubeugen, da Tapeten immer in neuen Auflagen produziert werden und es trotz modernster Produktionsanlagen möglicherweise zu geringen Farbabweichungen kommen kann. Es sollten möglichst in einem Raum nur Tapeten mit der gleichen Anfertigungsnummer verarbeitet werden.

6. Welcher Tapetenkleister ist der richtige?

In der Regel Spezialkleister (je nach Untergrundbeschaffenheit Zusatz von Ovalit 10 bis 15%). Für herkömmliche Papiertapeten kann man auch einen Normalkleister verwenden. Seit neuestem gibt es für Vliestapeten eigenen Vlies-Kleister. Bei Maschineneinsatz empfiehlt sich ein spezieller TG (Tapeziergeräte)- Kleister.

7. Wie viele Tapetenrollen braucht man für ein Zimmer?

Beispiel: Ein Raum misst 5 x 4 m bei 2,5 m Deckenhöhe, das Rollenmaß beträgt 0,5 x 10,05 m

2 Wände x 5 m = 10 m 2 Wände x 4 m = 8 m = 18 lfdm. bei 0,5m Breite = 36 Bahnen

Daraus ergibt sich: 36 Bahnen x 2,5 m Deckenhöhe = 90 lfdm.

Bei Rapport 0 erhält man in der Regel 4 Bahnen je Rolle, also 36 : 4 Bahnen = 9 Rollen

Bei Rapport 53/26 erhält man 3 Bahnen je Rolle, also 36 : 3 = 12 Rollen, zur Sicherheit nimmt man am besten 1 Rolle zusätzlich mit.

8. Was bedeuten ‘ansatzfrei’ und ‘Rapport’ ?

Eine Tapete hat dann keinen technischen Ansatz, wenn im Nahtbereich kein Muster “angeschnitten” ist. Rapport bedeutet, dass im Nahtbereich ein Muster “getrennt” ist und mit der nächsten Bahn “zusammengefügt” wird und so ein einheitliches Bild entsteht.

9. Was sind ist Tapeten Vlies?

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Eine Vliestapete kann direkt auf die eingekleisterte Wand aufgetragen werden. Ihr Tapeziertisch gehört also der Vergangenheit an.

Vliestapeten gehören zu einer neuen Tapetengeneration, sie dehnen sich nicht, sie schrumpfen nicht und sie reißen nur bei äußerst starker Belastung. Die Vliestapete kann direkt auf die eingekleisterte (!) Wand geklebt werden (Wandklebeverfahren), ein Tapeziertisch ist damit nicht mehr unbedingt nötig.

Vor allem aber ist die Tapete auch nachher, wenn ein neues Muster gewünscht ist, von der Wand abziehbar. Sie brauchen also keinen Tapetenlöser oder wie bisher beispielsweise bei Raufaser, einen Spachtel. Eine absolut angenehme und saubere Sache.

10. Sind Tapeten gesundheits- oder umweltschädlich?

Nein – Die meisten Tapeten unterliegen dem RAL-Gütezeichen. In Zusammenarbeit mit dem RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. in Bonn) werden strenge Gütebestimmungen erarbeitet, deren Einhaltung laufend vom unabhängigen Fraunhofer Institut überwacht werden. Wenn Sie Tapeten kaufen, sollten Sie darauf achten, dass die Tapete das RAL-Gütezeichen hat.


Riccardo Düring

Riccardo Düring

Ausbildung im Metallbereich, ambitionierter Heimwerker mit einem Hang zu technisch verspielten Projekten. Blogger und Produkttester aus Leidenschaft.