Kaufberatung zum Warmwasserspeicher Test bzw. Vergleich 2019

  • Unter Warmwasserspeichern werden große Tanks verstanden, die einem Haushalt heißes Wasser zur Verfügung stellen. Der Speicher ist dauerhaft mit Warmwasser gefüllt, da er ständig durch eine Heizspirale im Innern beheizt wird.
  • Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Warmwasserspeicher, Boiler und Durchlauferhitzer oft für dasselbe Gerät verwendet. Doch tatsächlich haben die die drei Geräte unterschiedliche Funktionen und tragen daher auch verschiedene Bezeichnungen.
  • Warmwasserspeicher werden vermehrt in Ferienhäusern und Gartenhäusern installiert, da dort oft keine zentrale Warmwasserversorgung existiert und sich große Heizanlagen nicht lohnen. Beim Kauf eines Warmwasserspeichers sollten Sie besonders auf das Fassungsvermögen, die Energieeffizienz sowie auf die Montageart achten.

warmwasserspeicher-test
Den Hahn aufdrehen und heiß duschen! So sieht bei vielen Europäern der Start in den Tag aus. Doch damit das warme Nass erst aus der Leitung gesprudelt kommt, braucht es Vorarbeit. Diese übernehmen heutzutage die beliebten Warmwasserspeicher:

Im Jahr 2014 waren 44 Prozent der in Europa verbauten Warmwasseraufbereitungstechnik elektrische Warmwasserspeicher. Das ist das Ergebnis einer Studie der Building Services Research and Information Association, kurz BSRIA. Es lässt sich leicht erklären, warum die Apparate in vielen Mehr-Personen-Haushalten zu finden sind: Die Warmwasserspeicher von AEG, Siemens, Vaillant und Co können hunderte Liter an warmen Wasser zu jeder Tageszeit zum Baden und Duschen bereitstellen. Weiterhin erhält der Nutzer sofort Warmwasser, ohne erst auf die Wasser-Erwärmung warten zu müssen, wie z. B. bei einem Durchlauferhitzer.

In unserer Kaufberatung klären wir Sie über die unterschiedlichen Typen von Speichern auf und geben Ihnen Anhaltspunkte mit, auf die Sie unbedingt achten sollten, um ihren persönlichen Warmwasserspeicher-Testsieger zu finden.

1. Wie funktioniert ein Warmwasserspeicher?

warmwasserspeicher-schemaUnter einem Brauchwasserspeicher wird ein fest installierter Apparat verstanden, der wie ein großer Tank aussieht. Seine Aufgabe: Die Erzeugung und Speicherung von Warmwasser.

Der Warmwasserbereiter ist dauerhaft mit Wasser gefüllt und wird mit Hilfe von Heizwendeln oder Gas beheizt. Damit möglichst wenig Energie verloren geht, sind die Wasserspeicher wärmeisoliert.

Warmwasserspeicher für die Heizung werden dagegen häufig über eine Gastherme oder einen Heizöl-Brenner gespeist.

warmwasserspeicher-funktionsweiseDoch egal, ob Sie einen Gas-Warmwasserspeicher oder die elektronische Version bevorzugen, die Funktionsweise ist in beiden Fällen in etwa ähnlich: Wie im nebenstehenden Bild zu sehen, erhitzen bei einem Elektro-Speicher die durch elektrischen Strom betriebenen Heizwendeln das kalte Wasser. Das erwärmte Wasser steigt nach oben.

Drehen Sie jetzt den Hahn auf, wird das heiße Wasser von oben “abgesaugt”, während gleichzeitig unten Kaltwasser nachgefüllt und wieder erwärmt wird.

Vor- und Nachteile eines Warmwasserspeichers:

  • große Speicherkapazität bis zu etwa 400 Liter
  • Spül- und Waschmaschine können über den Wasserspeicher versorgt werden
  • können auch durch umweltfreundliche Quellen mit Energie versorgt werden (Solar, Photovoltaik, …)
  • hohe Temperaturen werden erreicht (bis 100°)
  • höherer Wasserverbrauch, da ungewolltes kaltes Wasser an der Zapfstelle ungenutzt abfließt
  • nehmen mehr Platz in Anspruch
  • wenn das Fassungsvolumen aufgebraucht wurde, braucht der Speicher einige Zeit zum Erwärmen

2. Warmwasserspeicher-Typen

Ganz grob lassen sich die Warmwasserspeicher der unterschiedlichen Hersteller und Marken in drei verschiedene Kategorien unterteilen: Gas-Warmwasserspeicher für Nutzwasser, Elektro-Warmwasserspeicher für Nutzwasser und Warmwasserspeicher für die Heizung.

Den letzte Typ haben wir in unserem Warmwasserspeicher-Vergleich 2019 ausgeklammert, da dieser sehr spezifisch ist und von einem Fachmann individuell auf die Begebenheiten abgestimmt werden muss.

 Typ  Beschreibung
Gas-Warmwasserspeicher für Nutzwasser Diese Modelle erwärmen das Kaltwasser per Gas. Junkers Warmwasserspeicher sind in diesem Bereich beispielsweise sehr bekannt. Die Speicher können mehrere Hähne bedienen und sind in der Größenordnung von 100 bis 300 Litern zu finden. Grundvoraussetzung ist natürlich ein Gas-Anschluss.
Elektro-Warmwasserspeicher für Nutzwasser Wasserspeicher, die mit glühenden Heizelementen arbeiten, stellen die häufigste Form dar. Diese gibt es in sehr vielen verschiedenen Ausführungen und Größen. Es lassen sich sowohl große Tanks von bis zu 400 Litern als auch kleine 15-Liter-Tanks erwerben. Insbesondere Warmwasserspeicher von Viessmann und Vaillant sind hier beliebt.
Warmwasserspeicher für die Heizung Gas- & Elektro-Warmwasserspeicher, die für das Erwärmen von Wasser zum täglichen Gebrauch verwendet werden, sind häufig einfacher aufgebaut als solche, die dem Heizen dienen.

Hier gibt es eine große Palette an verschiedenen Systemen, abhängig von der Methode, das Wasser zu erwärmen. Beispielsweise wird hier häufig mit Solarspeicher und Wärmetauschern gearbeitet.

Wenn Sie einen Warmwasserspeicher für die Heizung suchen, sollten Sie sich weiterhin mit den Begriffen Hygienespeicher, Kombispeicher, Schichtenspeicher oder Pufferspeicher auseinander setzten, die verschiedene Systeme diesen Typs bezeichnen.

Fazit: In erster Linie entscheidet der Anschluss über die Art von Gerät. Besitzen Sie also einen Gas-Anschluss, raten wir zu einem Gas-Wasserwärmespeicher.

3. Kaufkriterien für Warm: Darauf müssen Sie achten

3.1. Heizleistung

Egal, ob ein Warmwasserspeicher von Viessmann oder Buderus: Die Leistung eines Warmwasserbereiters wird in der Einheit Watt (W) angegeben. Der Großteil der Geräte, die für die in Haushalten übliche 230-Volt-Spannung ausgelegt sind, schafft eine Leistung zwischen 1,5 und 2 Kilowatt (kW). Besonders große Warmwasserspeicher, z. B. mit 300 Liter Fassungsvermögen, können mit 400 Volt betrieben werden und schaffen daher auch bis zu 6 kW.

Grundsätzlich gilt hier:
Je höher die Heizleistung, desto schneller wird das Wasser erwärmt.

3.2. Fassungsvermögen

Egal ob Sie sich für einen 300l- , 200l- oder 80l-Warmwasserspeicher entscheiden: Die Größe des Warmwasserspeichers sollten Sie danach kalkulieren, welchen Anforderungen der Speicher standhalten muss. Die folgende Eckdaten können Ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, welche Größe Ihr Warmwasserspeicher umfassen sollte:

  • Warmwasserspeicher mit 80l: Mit einem 80-Liter-Kleinspeicher können beispielsweise drei Personen duschen. Im Falle eines 2-Personen-Haushalts ist die Menge an Wasser auch fürs Duschen und Tätigkeiten am Waschbecken für einen Tag ausreichend.
  • Warmwasserspeicher mit 100l: Diese Größe von Speichern reichen für das Baden in einem Single-Haushalt sowie das Duschen eines 4-Kopf-Haushalts.
  • Warmwasserspeicher mit 200l: Dieser Typ ist häufig in Einfamilienhäusern eingebaut. Mit einem 200l-Warmwasserspeicher kann sich eine Familie mit 5 Personen Duschen und Waschen. Ein 4-Personen-Haushalt könnte damit Baden.
  • Warmwasserspeicher mit 300l: Mit 300 Litern Warmwasser ist auch ein 5-Kopf-Haushalt beim Baden gut versorgt. Gerne werden solche Warmwasserspeicher aus der hauseigenen Solar-Anlage gespeist.
  • Warmwasserspeicher mit 400l: Diese großen Speicher werden üblicherweise in das Heizsystem eingebunden. Weiterhin gibt es auch hier die Möglichkeit, den Warmwasserspeicher mit der hauseigenen Solar-Anlage zu versorgen.

3.3. Energieeffizienz

Geräte mit der Kennzeichnung A+++ sind am stromsparensten.
Geräte mit der Kennzeichnung A+++ sind am stromsparensten.

Gerade beim Thema Heizen sollten Sie vermehrt auf die Umwelt und Ihren Stromverbrauch achten. Daher empfehlen wir Ihnen, einen Warmwasserspeicher zu kaufen, der mit einer guten Energieeffizienzklasse gekennzeichnet ist.

Zwar sind die besten Warmwasserspeicher, wie z. B. von Stibel Eltron, in der Anschaffung meist teurer, doch lohnt sich diese nach ein paar Jahren, wenn Sie Strom und somit bares Geld einsparen. Doch leider kommen bisher nur wenige Modelle an die hohen Energielabels von A heran.

Je höher die Energieeffizienzklasse, desto geringer ist der Stromverbrauch und somit der Stromkosten pro Jahr.

3.4. Bauart & Montage

Noch kein Warmwasserspeicher-Test bei Stiftung Warentest

Einen Warmwasserspeicher-Test mit günstigen Discounter-Geräten und teuren Markengeräten hat das Prüfungsinstitut bisher noch nicht durchgeführt. Allerdings erschien in der Ausgabe 01/2015 ein Durchlauferhitzer-Test. Dort rät die Stiftung Warentest unter anderem: “Lassen Sie das Gerät nahe an der wichtigsten Zapf­stelle anbringen. So verlieren Sie weniger Wärme über Leitungs­wege und haben schneller warmes Wasser.”

Wasserspeicher können auf zwei unterschiedliche Arten aufgebaut sein:

offene/drucklose Bauart
Exemplare mit einer sogenannten offenen Bauweise werden häufig nur zur Einzelversorgung eines Hahns verwendet. Öffnen Sie den Warmwasserhahn, wird im Bodenbereich des Warmwasserspeichers kaltes Wasser eingeleitet. Das heiße Wasser wird nach oben aus dem Behälter zum offenen Auslauf herausgedrückt.

Dieser Vorgang geschieht drucklos über die physikalischen Eigenschaften des heißen Wassers. Diese Speicher müssen daher auch sehr nah am entsprechenden Wasserhahn platziert sein.

geschlossene/druckfeste Bauart
Bei solchen Modellen werden die Wasserhähne hinter dem Speicher installiert, sodass ständig ein Leitungsdruck anliegt. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass der Speicher auch weiter entfernt platziert sein kann. Beachten Sie bei der Installation, dass im Wasserkreislauf eine Sicherheitsgruppe und ein Rückschlagventil vorhanden sein müssen, damit der Wasserspeicher keinen Schaden nimmt.

Montage
warmwasserspeicher-wandmontageDa Warmwasserspeicher relativ groß sind, können Sie nicht, wie beispielsweise Boiler, in Unterbau-Schränken versteckt werden. Die Speicher werden daher häufig an die Wand montiert – bevorzugt im Keller oder Abstellräumen, wo sie nicht stören.

4. Warmwasserspeicher, Boiler und Durchlauferhitzer: Was ist der Unterschied?

Da alle Apparate dazu dienen, Warmwasser zu erzeugen, kommt beim Verbraucher schnell Verwirrung auf. Welche genauen Verfahren zur Warmwasseraufbereitung hinter den einzelnen Geräten stecken, haben wir in der folgenden Tabelle für Sie zusammengefasst:

Warmwasserspeicher Wasserboiler Durchlauferhitzer
Funktion & Definition
  • Großer Tank mit integrierten Heizelementen
  • Speicher ist ständig mit Warmwasser gefüllt, wird durchgehend beheizt und ist wärmegedämmt
  • werden oft eingesetzt in Einzelhäusern
  • werden an der zentralen Heizung mit angeschlossen
  • geeignet für große Mengen an Warmwasser, wie z. B. zum Baden
  • kleiner Tank (bis zu 50 Liter) mit integrierten Heizelementen
  • Wasser wird langsam in einem Vorratstank erwärmt und steht dann zur Verfügung
  • das ständige warmhalten des Wassers sorgt für einen hohen Stromverbrauch
  • jeweils über die normale 230 Volt Steckdose und an eine Wasserquelle angeschlossen
  • direkt an eine Wasserquelle angeschlossen
  • während das kalte Wasser durch das Gerät geschleust wird, wird dieses von einem integrierten Heizblock auf die eingestellte Temperatur erhitzt
  • geeignet für geringe Warmwassermengen, wie z.B. beim Wasserhahn im WC
  • spezifische Anforderungen bei Montage: Stromdurchlauferhitzer benötigen einen Drehstromanschluss, Gas-Durchlauferhitzer einen Gasanschluss
Vor- & Nachteile  sofort warmes Wasser verfügbar
 höhere Temperaturen können erreicht werden (bis 100 °C)
x  durch lange Leitungswege geht Wärme verloren
x  längere Aufwärmzeit bei verbrauchtem Warmwasser
 sofort warmes Wasser verfügbar
 kaum Wärmeverlust aufgrund kurzer Leitung
x  bei hohem Warmwasserverbrauch schafft es der Boiler nicht, zeitnah nachzuheizen
x  Elektroboiler und Gasboiler nicht wärmeisolierend
 erhitzt nur die benötigte Wassermenge
 geringer Stromverbrauch, da kein Wasser warmgehalten wird
 keine Probleme große Wassermengen zu erhitzen
x warmes Wasser ist nicht sofort verfügbar