Garteneinrichtung & Überdachung

Die richtige Markise wählen

  • Es gibt verschiedene Markisenarten für unterschiedliche Einbauvoraussetzungen und Anforderungen. Hier erhalten Sie einen Überblick, damit Sie die richtige Markise wählen können für Ihre Zwecke.
  • Die Vor- und Nachteile der diversen Markisenarten sind übersichtlich aufgelistet für einen schnellen Zugriff. Vor allem die Einbausituation gibt häufig vor, was möglich ist. Daneben sind persönliche Vorlieben zu berücksichtigen, wenn Sie eine Markise kaufen.
  • Markise ist nicht gleich Markise. Das gilt nicht nur für die Qualität, sondern auch für spezifische Komfortmerkmale. High-Tech-Materialien und -Motoren lassen keine Wünsche offen. Perfekt ist eine Markise nach Maß für Ihre individuellen Wünsche.

Markise – Gelenkarmmarkise mit rot-weißem Markisenstoff

Smarte Markise?

Selbstverständlich! Smart home macht auch vor Markisen nicht halt. Mit einer App können Markisen jederzeit ein- und ausgefahren werden – je nach Wetterlage. Ganz nebenbei erweckt das Haus dadurch einen bewohnten Eindruck – auch während des Urlaubs.

Der Wunsch nach Sonnenschutz wächst mit den immer heißer werdenden Sommern. Bei der Abwägung von Sonnensegel, Terrassendach oder Markise spricht regelmäßig vieles für eine Markise. Doch auch Markise ist nicht gleich Markise: Die Bandbreite der verschiedenen Techniken, Ausstattungs- und Komfortmerkmale ist riesig. Deshalb sollten Sie sich gut informieren, um die richtige Markise wählen zu können.

Neben Sonnenschutz spielen auch Windschutz, Sichtschutz und Schutz vor Regen eine Rolle bei der Wahl der richtigen Markise.

Wir geben einen Überblick, der Ihnen eine zutreffende Auswahl erleichtert, aber der Fachhandel  – auch der Online-Fachhandel (z. B. Rollo Rieper) – bieten zur Kaufentscheidung eine weitere, qualifizierte Kundenberatung an.

Tipp: Jeder Standort bringt gewisse Eigenschaften mit. Möglicherweise spielen in Ihrer Region Wind und Stürme eine größere Rolle als anderenorts? Vielleicht haben Sie das Glück am Meer zu leben, und ihre Markise muss in der salzhaltigen, feuchten Luft bestehen? Eventuell spielt Starkregen in Ihrer Gegend immer häufiger eine Rolle? Mit all diesen Faktoren lässt sich umgehen – auch bei der Auswahl einer Markise. Mit den richtigen Sensoren oder der passenden Beschichtung begegnen Profis solchen Belastungen.

Markisen-Typen im Überblick

Klemmmarkise (Balkon)

Wer auf dem Balkon Sonnenschutz braucht, landet schnell bei einer vermeintlich günstigen und montagefreien, kleinen Klemmmarkisen. Diese Markisenart wählen die meisten sicher nur einmal, da Qualität, Haltbarkeit und Funktionalität den Erwartungen selten längere Zeit entspricht. Wer also denkt, so eine Markise günstig erworben zu haben, kann schon in Kürze enttäuscht werden. Wenn Sie Markisen-Preise vergleichen, dann sollten Sie auch die Qualität im Auge behalten.

  • Montage ohne Bohren
  • geringe Kosten
  • keine verbleibenden Löcher bei Rückbau
  • geringe Haltbarkeit
  • sehr anfällig bei Wind
  • beschränkte Ausfallmaße möglich
  • oft geringe Durchgangshöhe
  • diese geringe Qualität ist beim Fachhandel in der Regel nicht erhältlich

Gelenkarmmarkise

Wenn es um eine größere Markise geht (Markise 4m, Markise 5m usw.), dann handelt es sich oft nicht mehr um eine Balkonmarkise, sondern eher um eine Terrassenmarkise. Spätestens bei solchen Ausmaßen ist eine Gelenkarmmarkise die Mindestanforderung. Wer mehr Haltbarkeit und Witterungsschutz sucht, der wird bei einer Halbkassetten- oder Vollkassettenmarkise landen.

  • stabiler und komfortabler als eine Klemm-Markise
  • viele Ausfallweiten und Markisenbreiten möglich
  • bequeme Durchgangshöhen möglich
  • geringere Anschaffungskosten als bei einer Kassetten-Markise
  • bei manchen Anbietern auch mit einem kleinen Regenschutzdach lieferbar
  • Teile des Tuchs und der Mechanik sind immer der Witterung ausgesetzt
  • verschmutzt schneller als beispielsweise eine Vollkassetten-Markise.
markise-halbkassettenmarkise ausgefahren

Große Halbkassettenmarkise ausgefahren

Halbkassettenmarkise

Die Halbkassettenmarkise bietet sich bei einer geschützten Anbringung (Deckenanbringung oder Sparrenmontage) durchaus an – für jeglichen Witterungsschutz – insbesondere aber für Sonnenschutz. Terrasse oder Balkon: Achten Sie auf stabile Qualität bei Gestänge und Markisenstoff, denn im ausgefahrenen Zustand muss auch die geschützt angebrachte Markise UV-Strahlung und Windlast standhalten.

  • eine Gelenkarmmarkise mit dem Schutz einer Halbkassette
  • viele Ausfallweiten und Markisenbreiten möglich
  • bequeme Durchgangshöhen möglich
  • vor Witterung besser geschützt durch eine Hülse um den Markisenstoff herum
  • etwas teurer als eine Gelenkarm Markise gleicher Qualität
  • nicht ganz so gut geschützt und elegant wie eine Vollkassetten-Markise
Kassettenmarkise an der Wand angebracht – im ausgefahrenen Zustand.

Kassettenmarkise an der Wand angebracht – im ausgefahrenen Zustand.

Vollkassettenmarkise

Alles unter Dach und Fach. In der Vollkassette ist die Markise auch im Winter gut untergebracht und jederzeit geschützt. Optisch tritt Sie angenehm zurück in den schlanken, dezenten Kassetten. So macht sich diese Art von Markise auf Balkon und Terrasse zu jeder Jahreszeit gut – über viele Jahre.

  • eine Vollkassette bietet vollen Schutz gegen Schmutz und Witterung im geschlossenen Zustand
  • lange Haltbarkeit
  • viele Ausfallweiten und Markisenbreiten möglich
  • bequeme Durchgangshöhen möglich
  • geschlossen bietet sich eine dezente, elegante Optik
  • teurer als eine Gelenkarm Markise gleicher Qualität

Seitenmarkise

Reicht eine einzelne horizontal angebrachte Markise? Terrasse als Bühne für Passanten? Nein, nicht immer: Eine Seitenmarkise bietet Sichtschutz und Windschutz alsauch Schutz vor dem blendenden Sonnenlicht der tiefstehenden Sonne am Morgen oder Abend.  Als Balkon-Markise ist die Seitenmarkise eine kleine Fallmarkise, die die schmaleren Seiten vor Einblicken, Wind und Sonne schützt.

  • eine Seitenmarkise gewährt Sicht-, Sonnen- und Windschutz an einer Seite
  • in verschiedenen Auszugslängen und -höhen erhältlich
  • bei Nichtgebrauch in einer dezenten Hülse geschützt
  • mobiler als Schutzzäune u. ä.
  • ist nur mit mechanischer Bedienung erhältlich
Markise – Fassadenmarkise Markisolette

Attrraktive Fassadenmarkisen gibt es in vielfältigen Ausführungen.

Fassadenmarkise

Fassadenmarkisen orientieren sich an der Fassade und ragen nicht oder nur wenig über diese Außenlinie hinaus. Ob als Senkrechtmarkise (Balkon innenliegend) für Sicht- und Sonnenschutz (über Balkon-Geländer senkrecht nach unten), als Fallarmmarkise an den Seiten oder vor den Fenstern in Form einer Markisolette, die eine Mischung aus Senkrecht- und Fallarmmarkise darstellt (s. Foto).

  • erhältlich als Senkrechtmarkise, Fallarmmarkise oder Markisolette
  • deckt Sonnenschutz- und Sichtschutz-Anforderungen verschiedenster Art ab
  • attraktives Gestaltungselement

Wintergartenbeschattung

Für die Beschattung eines Wintergartens oder einer Pergola gibt spezielle Markisen – sowohl innenliegende alsauch außenliegende. Außen angebrachte Markisen laufen in Schienen und sind speziell beim Hitzeschutz den innenliegenden Varianten überlegen. Eine innen angebrachte Beschattung ist natürlich sehr viel besser gegen Witterung und Verschmutzung geschützt und kann sowohl vertikal an den Fenstern alsauch oben unter der Verglasung angebracht werden – beispielsweise in der beliebten Pliseevariante.

Tipp: Je nach Lage Ihres Wintergartens ist mehr oder weniger Sonnen- und Hitzeschutz erforderlich. Bedenken Sie auch die Zugänglichkeit bei der Montage und Reinigung der Scheiben und eventuell auch der Markise. Auch auf die Nutzung kommt es an: Halten Sie Insekten zuverlässig fern? Dann sind Plisees eine wohnliche Ausstattung. Sind Insekten dagegen willkommen zur Befruchtung von beispielsweise Tomaten oder Obst im Wintergarten? Dann sollten Sie sich besser für einen außenliegenden Sonnenschutz entscheiden, denn Insekten verschmutzen innenliegende Plisees. So oder so: Im Zweifel hilft fachkundiger Rat bei der richtigen Entscheidung.

Einbausituationen und Möglichkeiten

Die baulichen Voraussetzungen sind von Haus zu Haus verschieden, dennoch gibt es im Grunde drei Möglichkeiten der Anbringung.

Am häufigsten wird eine Markise an der Hauswand angebracht. Großer Vorteil: Die Höhe kann den eigenen Wünschen entsprechen – besonders bei einer Markise die verschiedene Neigungswinkel anbietet.

Ist die Terrasse oder der Balkon teilweise oder ganz innenliegend, oder wird eine Senkrechtmarkise angebracht, dann kann sie manchmal an der Decke oder oben in der Leibung montiert werden. Vorteil ist in diesem Fall, der sich ergebende, bauliche Schutz der Markise.

Die dritte Variante wäre eine Anbringung an den Dachsparren mit speziellen Halterungen. Ähnlich wie bei der Anbringung an der Decke profiertiert die Markise dabei von dem Schutz der Überdachung.

Seitenmarkisen werden wie Senkrechtmarkisen oder Fallmarkisen (als Seiten-Balkon-Markise) befestigt.

Sonderfall: Freistehende Markisen
Für manche Terrassen bietet sich keine Anbringung an. Hier kommen freistehende Markisen zum Einsatz – beispielsweis in der Gastronomie, wo teilweise über 50 Quadratmeter mit solchen Markisen überdacht werden. Sie werden von einem Mittelholm aus zu beiden Seiten gleichzeitig ausgefahren.

Markise – Markisenstoffe

Markisenstoffe gibt es nicht nur gestreift, sondern in unzähligen Farben und Designs.

Qualitäts- und Komfortmerkmale

Markisenstoff

Für die Haltbarkeit ist die Qualität des Stoffes entscheidend. Besonders wichtig ist dafür die UV-Beständigkeit des Gewebes. Achten Sie auf eine Öko-Tex-Zertifizierun, durchgefärbte Fasern, Imprägnierung sowie Garantiezeiten, damit Sie lange Freude an Ihrer Markise haben. Wer das noch optimiert wissen möchte, entscheidet sich für eine zusätzliche Acrylharzbeschichtung des Markisenstoffs.

Technik und Komfort

Moderne Markisen können mit Sonnen-, Wind- und Regensensoren ausgestattet werden und somit quasi autonom auf wechselnde Witterungsverhältnisse reagieren. Wer es gern selbst im Griff hat, der braucht dazu nicht unbedingt zuhause zu sein. Mit einer App lassen sich die Markisen individuell steuern. Handkurbeln gibt es zwar noch, aber solche Markisen werden kaum noch verbaut. Elektromotoren mit einem Schalter an der Wand, einer Fernbedienung oder eben einer Steuerung über Smartphone oder Pad bieten einfach mehr Komfort.

Tipp: Je nach Himmelsrichtung und Lage kann ein verstellbarer Neigungswinkel oder ein ausfahrbarer Volant sehr sinnvoll sein. Gerade, wenn Ihre Terrasse oder Ihr Balkon in südwestlicher Richtung liegt, kann die Abendsonne störend blenden. Zudem bietet sich die Möglichkeit etwas mehr Sichtschutz durch eine stärkere Neigung oder einen herabgelassenen Volant zu bekommen.

Fazit:

    • Markisen online zu kaufen, bedeutet nicht ohne Beratung einzukaufen.
    • Alle Faktoren abzuwägen lohnt sich und eine Expertenmeinung einzuholen ebenfalls.
    • Eine Markise elektrisch zu betreiben ist kein Luxus. Die elektrische Markise – sei es eine Gelenkarmmarkise oder Kassettenmarkise – ist wohl eher Standard.
  • Wenn Sie eine Markise kaufen, achten Sie auf Qualität und prüfen Sie, welche Markise Ihre Anforderungen erfüllt. Machen Sie keine unnötigen Kompromisse: Sie sollten die passende Markise auf Maß bestellen, um viele Jahre Freude an Ihrer Terrassenbeschattung oder Balkonmarkise zu haben.

christiane baldwin

Christiane Baldwin

Als Onlineredakteurin verbinde ich für heimwerker.de meine DIY-Leidenschaft mit meinem Beruf – in Home Office und Werkstatt. Mein britischer Mann und unser kleiner spanischer Hund unterstützen mich bei meinen Bau- und Bastelprojekten mit Tatkraft und Humor.