Fenster & Türen

Fenster abdichten – in 6 Schritten undichte Fenster verdichten

  • Bei älteren oder schlecht eingestellten Fenstern kommt es leichter zu Undichtigkeiten, die Zugluft und Lärm in den Raum lassen. Sie sollten in diesem Fall entweder Ihr Fenster warten lassen oder Sie stellen sie selbst ein und ersetzen defekte Dichtungen.
  • Sind Fenster oder Rahmen so stark verzogen, dass sie durch die zuvor genannten Maßnahmen nicht dicht zu bekommen sind, hilft zumindest vorrübergehend zusätzliches Dichtmaterial.
  • Die Wahl der richtigen Fensterdichtung ist von großer Bedeutung, wenn Sie Ihr Fenster richtig abdichten möchten, denn falsche Dichtungen helfen nicht oder verschärfen das Problem sogar. Das gilt ebenso, wenn Sie eine Tür abdichten.

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Basis: Fenster einstellen

Beim Öffnen und Lüften hängt das Fenster mit seinem Gewicht in seinen Beschlägen. Dadurch verstellt sich die Einstellung der Beschläge und das Fenster wird undicht. Erfahren Sie in unserem separaten Beitrag wie Sie Ihre Fenster vor dem Abdichten wieder richtig einstellen.

Wer Fenster abdichten möchte, denkt häufig an eine Rolle selbstklebendes Schaumband, das irgendwo im Fensterfalz verklebt wird.

Dabei handelt es sich jedoch bestenfalls um eine temporäre Notlösung oder eine Ergänzung, wo Spalten sonst nicht geschlossen werden können.

Besser ist es, die Fensterdichtung zu erneuern. Dazu muss die passende Flügelfalzdichtung (so heißt die Dichtung fachsprachlich) gefunden werden.

Ob Sie eine Tür oder ein Dachfenster abdichten möchten, eine Terrassentür oder bodentiefe Fenster abdichten wollen: Das Prinzip ist immer dasselbe.

Hier finden Sie viele Tipps, zudem verraten wir Ihnen, welches Werkzeug Sie benötigen.

Material Werkzeug
  • neues Dichtungsprofil
  • Dichtungskleber
  • Pflegemittel (Talkum, Silikonspray)
  • Cutter
  • Schraubendreher

1. Prüfen, wo es zieht

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Eine gekrümmte Flamme zeigt eine Undichtigkeit am Fenster an.

Fensterdichtungen halten nicht so lange wie die Fenster selbst. Der Kunststoff wird je nach Belastung und Pflege nach 10 bis 15 Jahren porös und brüchig.

Besonders bei kaltem Wetter können undichte Stellen oft schon mit der Hand erfühlt werden.

Ansonsten hilft eine Kerze, die mit flackernder Flamme anzeigt, wo Zugluft herrscht.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, den gesamten Fensterrahmen entlang zu prüfen, da dabei oft auch auffällt, ob es nur an einer Stelle, auf einer Seite oder rund um den gesamten Rahmen Undichtigkeiten gibt.

Das lässt Rückschlüsse darauf zu, wo die Ursache des undichten Fensters zu finden ist. Zieht es auf einer Seite, ist das Fenster vielleicht nur nicht richtig eingestellt (Korrektur s. o.).

Zieht es an einer bestimmten Stelle, ist das Dichtband dort vermutlich defekt und an der Zeit das Fenster oder die Tür abzudichten.

Zieht es rundherum durch, ist das Dichtband vielleicht sehr alt, verhärtet und geschrumpft oder der Anpressdruck des Fensterflügels muss so nachgestellt werden, dass er wieder dichter am Rahmen anliegt. Das eine schließt das andere nicht aus.

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2. Fensterdichtung – welches Profil?

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Es gibt ungeheuer viele verschiedene Profile unter den Fensterdichtungen – ein Musterstück hilft.

Am einfachsten entfernen Sie ein Stück der alten Dichtung und suchen mit diesem Muster nach dem passenden Profil, wenn Sie Ihre Fensterdichtung kaufen (im Baumarkt oder online). Gerade, wenn Sie Kunststofffenster abdichten möchten, werden von den Herstellern sehr viele verschiedene Dichtungsprofile benutzt.

Bedenken Sie, dass die alte Dichtung eventuell etwas geschrumpft sein kann. Bestellen Sie sich im Zweifel zwei Musterstücke und probieren sie für die Fensterdichtung aus, welches Profil optimal passt.

Wenn Sie das Original vom Hersteller suchen, schauen Sie zunächst nach einer Angabe unten im Fenster zwischen den Scheiben.

Besonders wenn Sie alte Fenster abdichten möchten, kann es sein, dass Sie nicht dasselbe Profil finden.

Manchmal gibt es dennoch einen geeigneten Ersatz. Im Zweifel lassen Sie sich beraten – nehmen Sie ein Stückchen der alten Dichtung mit, wenn Sie neue Fensterdichtungen kaufen.

3. Fensterdichtung austauschen – Schritt für Schritt

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Der Ausschnitt für die Eckenausbildung darf den eigentlichen Dichtkörper nicht verletzen.

  1. entfernen Sie die alten Dichtungen komplett (ggf. aufschneiden und abziehen)
  2. beseitigen Sie Klebereste und Verschmutzungen (z. B. mit Spiritus)
  3. die Fensterdichtung erneuern, indem Sie oben mittig ansetzen und die neue Dichtung Stück für Stück einfügen
  4. Ecken anzeichnen, 90°-Ausschnitte mit Cutter anbringen (s. Grafik) und so die Dichtung um alle Ecken führen
  5. wenn sie wieder oben angekommen sind, schneiden Sie das Ende passend ab (+1 – 2 mm)
  6. abschließend können Sie die beiden Enden der Fensterdichtung kleben
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Die alte Dichtung wird aus der Falz herausgezogen – eventuell anfangs mit Cutter oder Schraubendreher nachhelfen.

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Die neue Dichtung wird rundum in die gesäuberte Falz gedrückt bzw. auf den vorhandenen Steg gezogen – je nach Profil.

Tipp: Wo die Fensterflügel nicht ausreichend zugänglich sind, müssen sie ausgebaut werden, um die Fensterdichtungen auszutauschen. Häufig notwendig, wenn Sie beispielsweise eine Terrassentür abdichten oder auch, wenn Sie bodentiefe Fenster abdichten.

4. Fensterdichtungen pflegen

Gut gepflegte Dichtungen halten sehr viel länger. Halten Sie deswegen die Fensterdichtungen sauber.

Wenn Sie die Fenster streichen, achten Sie unbedingt darauf, die Dichtungen nicht mit Lack zu verschmutzen. Das Risiko besteht meist bei Fensterdichtungen von Holzfenstern. Die im Lack enthaltenen Lösungsmittel können den Kunststoff der Dichtungen angreifen.

In der warmen Jahreszeit können Sie die Dichtungen nach dem Fensterputzen mit Talkum pflegen, in der kalten Jahreszeit mit Silikonöl oder -spray.

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5. Fenster zusätzlich abdichten – Fensterdichtungen (selbstklebend)

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Wo es immer noch nicht dicht ist, kann eine zusätzliche Dichtung vorrübergehend abhilfe schaffen.

Bleibt trotz der richtigen Fenstereinstellung und einer erneuterten Fensterdichtung Zugluft spürbar, ist das Fenster vermutlich verzogen. Diesem Problem begegnen Sie häufiger gegenüber, wenn Sie alte Holzfenster abdichten.

Um alte Fenster abzudichten ist manchmal eine zusätzliche selbstklebende Fensterdichtung hilfreich.

Ob Sie ein solches Fenster, Kellerfenster oder Balkontür abdichten möchten: Langfristig ist die zusätzlich eingeklebte Dichtung sicher keine Lösung.

Bei defekten Altbaufenstern nutzt abdichten auf Dauer wenig – hier ist langfristig eine fachgerechte Reparatur oder ein Austausch notwendig.

6. Sonstige Undichtigkeiten

6.1 Fensterrahmen abdichten

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Auch zwischen Wand und Rahmen können Undichtigkeiten entstehen, die mit Silikon abgedichtet werden.

Bei der Fensterabdichtung außen und innen sollten Sie den Rahmen nicht vergessen. Dort verwenden Sie Silikon.

Wenn Sie das Fensters außen abdichten, beachten Sie, dass die notwendigen Temperaturen herrschen.

6.2 Dachfenster abdichten

Wenn das Dachfenster undicht ist, tritt häufig auch Wasser durch die undichte Stelle ein.

Wenn Sie also Ihr Dachfenster abdichten bzw. die Fensterdichtung dort wechseln, ist es wichtig die Anschlussstellen wasserdicht zu verkleben.

Die Dichtungen der Lüftungsklappen sollten jährlich ausgetauscht werden (nebst Pollenfilter). Manche Hersteller bieten entsprechende Kombi-Pflegesets an.