Boden & Fliesen

Grundwissen Laminat Pflege: 10 Tipps zur Reinigung und mehr

  • Laminate haben sich weiterentwickelt. Heute gibt es bereits Laminatböden für Feuchträume. Ein moderner Laminatboden ist leicht zu reinigen und zu pflegen.
  • Weniger ist oft mehr. Reinigungsmittel werden meist nicht benötigt und wenn doch, dann nur in geringen Mengen, sonst bekommt der Boden oft Putzstreifen.
  • Ein Überblick über die Entwicklung der Laminatböden sowie über Strukturen und Design bis hin zu den neusten Entwicklungen hilft den eigenen Laminatboden einzuordnen und bei Neuanschaffungen gut informiert zu sein.

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Passendes Reinigungsgerät finden?

Das richtige Reinigunsgerät und Art der Reinigung erleichtert das Putzen oft sehr. Deswegen empfehlen wir unsere Anleitung zur Teppich-Pflege. Ganz speziell zum Thema Bodenreinigung ist vielleicht auch der spezielle Test & Vergleich zu Dampfbesen hilfreich.

Laminat gibt es in allen Preisklassen und Designs. Daher ist es eines der beliebtesten Bodenbeläge. Inzwischen hat es eine Qualität erreicht, welche es ermöglicht, Laminat auch in Feuchträumen und hoch frequentierten Bereichen zu verlegen. Dabei gestaltet sich die Reinigung und Pflege sehr einfach.

Werden bereits bei der täglichen Nutzung wichtige Grundregeln beachtet, sind keine großen Pflegearbeiten notwendig. Ein regelmäßiges Fegen oder Saugen stellt die Grundlage dar und ist in vielen Fällen absolut ausreichend. Ist das Laminat stärker verschmutzt, reicht nebelfeuchtes Wischen aus.

Tipp: Der wichtigste Grundsatz ist, das Laminat zu schonen. Dazu zählen vor allem unnötige Belastungen wie harte Schuhsohlen oder verunreinigte Schuhe. Möbel sollten generell mit Filzgleiter ausgestattet werden, um Beschädigungen, wie Kratzer, zu vermeiden.

1. Verunreinigungen vermeiden

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Zur Pflege eines Laminatbodens sollten Sie nur nebelfeucht durchwischen.

Laminat hat keine Deckschicht aus Echtholz. Die Oberflächengestaltung erfolgt durch eine bedruckte Papierschicht. Wird diese beschädigt, ist nur in seltenen Fällen eine nicht mehr sichtbare Reparatur möglich. Deshalb ist es wichtig, Beschädigungen zu vermeiden.

Sand und kleine Steine können bei jedem Schritt Abdrücke und Kratzer hinterlassen. Daher ist es wichtig, solche Verunreinigungen zu vermeiden. Das kann durch Angewohnheiten und praktische Ausrüstungen geschehen. Generell sollte es vermieden werden, Laminat mit Straßenschuhen oder harten Absätzen zu betreten.

Lässt sich das nicht immer vermeiden, müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Optimal sind eingearbeitete Abtreter mit Bürsten, aber auch Fußmatten können hilfreich sein.

2. Beschädigungen durch Möbel verhindern

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Filzgleiter schützen das Laminat vor Kratzer durch Stühle und andere Möbel.

Möbel, wie Schränke, Tische und Stühle, hinterlassen beim Verschieben schnell tiefe Kratzer im Laminat. Daher ist es besonders wichtig, diese durch Filzgleiter zu verhindern.

Viele Möbel sind bereits beim Kauf damit ausgestattet. Ist dieses nicht der Fall, sollten eigene angebracht werden. Dieses kann durch angeklebte Teppichreste oder gekaufte Filzgleiter erfolgen.

Filzgleiter gibt es in unterschiedlichen Formen zum Kleben, Schrauben oder Nageln. Ist eine komplette Grundausstattung aller Möbel in einem Wohnraum nötig, empfiehlt sich der Kauf einer größeren Menge im Internet. Das erspart einige Kosten.

Achtung: Ganz wichtig sind entsprechende Vorsorgemaßnahmen bei Stühlen und anderen Sitzgelegenheiten. Diese werden sehr oft über den Boden bewegt und die Kontaktflächen sollten daher besonders geschützt werden. Auch Bürostühle, welche gerollt werden, können mit weicheren Rollen ausgestattet werden.

3. Reinigung und Pflege von Laminat

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Greifen Sie beim Wischen von Laminat auch bei größerem Schmutz nie zu scharfen Reinigungs- oder Scheuermitteln.

Wichtig ist eine regelmäßige Grundreinigung und Schmutzbeseitigung. Dazu reicht es, je nach Raumnutzung zu fegen oder zu saugen. Dabei ist der Staubsauger zu bevorzugen, da dieser den Staub nicht aufwirbelt. Weist das Laminat keine Flecken auf, kann auf eine feuchte Reinigung verzichtet werden.

Lässt sich eine Nassreinigung nicht vermeiden, reicht es mit klarem Wasser nebelfeucht zu wischen. Auch milde Haushaltsmittel, wie Neutralseife, Shampoo oder Weichspüler, können dem Wischwasser in geringem Maß zugefügt werden.

Wer damit nicht experimentieren möchte, greift zum handelsüblichen Laminatreiniger. Dieser enthält Pflegemittel, welche die Fugen zu einem gewissen Maß versiegeln und für einen extra Glanz des Laminates sorgen können. Wichtig ist es, sich an die Herstellerangaben zu halten.

Gerade bei der Laminatreinigung ist das Motto “viel hilft viel” falsch. Wird dem Wischwasser mehr Reinigungsmittel als nötig zugesetzt, sind oft Schlieren das Ergebnis und der Boden muss aufwendig poliert werden, um diese wieder zu entfernen..

Tipp: Auch bei hartnäckigen Verschmutzungen darf nie zu scharfen Reinigungs- oder gar Scheuermitteln gegriffen werden. Diese beschädigen die Oberfläche und Nässe kann in das Laminat eindringen.

4. Entwicklung, Struktur und Design von Laminatböden

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Laminat erhalten Sie heute in allen möglichen Farben.

Der Begriff Laminat sowie seine Nutzung ist schon sehr alt. Bereits seit 1920 gibt es Laminatstoffe als Fensterbretter, Arbeitsplatten oder Wandpanele. Erst seit 1980, mit dem Hochdrucklaminat, gab es Laminat auch als Bodenbelag zu kaufen.

Dieses wurde damals generell verleimt und seit 1996 kann jeder sein Laminat mit Clickverbindung selber legen. Seit dem hat sich viel am Aussehen, Trend und der Struktur geändert.

Während anfangs nur versucht wurde Holz zu imitieren, was allerdings sehr künstlich wirkte, geht der Trend heute in alle Richtungen. Laminat erhält sein Dekor durch eine bedruckte Papierschicht und damit ist jedes Design möglich.

Laminat gibt es in Fliesenoptik, als rustikeler Holzboden und sogar bunt in allen Farben und Mustern. Grenzen gibt es nur durch die Phantasie der Designer – alles, was auf Bilder gedruckt werden kann, kann auch auf Laminat gedruckt werden.

5. Begriffserklärung: Schiffsboden, V-Fuge oder 3-Stab?

Gerne verwendete Begriffe beim Laminat sind Schiffsboden-Design, V-Fuge und 1-, 2- oder 3-Stab. Was bedeutet das? Auf Heimwerker.de fassen wir die Eigenschaften zusammen:

Laminat-Typ Eigenschaften
Schiffsbodendesign

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  • Dielen wurden fast ausschließlich in gleichen Längen nebeneinander gelegt, um auf einfachem Wege von Balken zu Balken zu gelangen
  • Beim Schiffsboden werden die einzelnen Holzelemente aber versetzt angeordnet
  • Wirkt aufwendiger und hebt sich damit ab
  • Namen hat das Schiffsbodendesign von den Schiffsböden, welche aus technischen Gründen so gestaltet wurden
  • wird oft das auch als “englischer Verband” bezeichnet
V-Fuge

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  • Damit Laminat aber natürlicher und wie Echtholz wirkt, gibt es Paneele mit Fasen an den Kanten
  • Werden Paneele zu einer Fläche ausgelegt, entsteht an allen Stößen eine kleine V-Fuge.
  • Bringt optisch Gewinn, bei der Reinigung allerdings Probleme mit sich
1-, 2- und 3-Stab

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  • Mit Stab werden die einzelnen dargestellten Elemente auf einem Laminat-Paneel bezeichnet
  • 2-Stab sagt also aus, dass auf einem Paneel nebeneinander zwei Holzelemente auf einem abgebildet sind
  • Je mehr Stäbe ein Laminat hat, umso kleiner werden sie
  • 3-Stab ist am häufigsten vertreten, ergibt immer einen harmonischen Gesamteindruck.

6. Die 1. Generation: schlicht und hell

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Laminat der 1. Generation zeichnet sich durch ein helles und schlechtes Design aus.

Wie alle Einrichtungen, unterliegt auch Laminat einem Trend und der Mode. Großen Einfluss haben aber auch die technischen Möglichkeiten. So ist das Laminat anfangs noch recht schlicht gestaltet und die Holzdarstellung wirkt eher künstlich.

Parkett wirkte damals eher schwer und massiv. Eventuell ging der Trend des “Laminats der 1. Generation” gerade deshalb zu hellen Holzmustern, wie Ahorn oder Buche über. Durch die helle Farbe und recht schlichte Struktur, brachte es ein neues Design auf den Boden.

Eine Lackschicht trennt die Oberfläche vom Design und das Aussehen des Bodenbelags, spielt bei der Reinigung keine Rolle mehr. Ein heller Fußboden, der nicht schwerer sauber zu halten war, als dunklere Alternativen. Beliebt war dabei die Verlegung im Schiffsboden-Muster, was bis heute beibehalten wurde.

7. Die 2. Generation: Landhausdiele und 2-Stab-Laminat

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Laminat der 2. Generation versuchte sich an anderen Hölzern und 2-Stab-Strukturen.

Die Drucktechniken verbessern sich und kräftigere Farben und Strukturen können einfacher dargestellt werden. Die Raumgestaltung wird experimentierfreudiger und vor allem farbiger. Es wird daher begonnen, edlere Hölzer, wie Eiche, Kirsche, Nussbaum aber auch exotische Hölzer, wie Teak und Palisander zu imitieren.

Veränderungen bringt auch das 2-Stab-Design, wodurch die Holzdarstellung größer und der Gesamteindruck ruhiger wird. Gerade bei Laminat mit kräftigen Farben und Strukturen ist 1- und 2-Stab zu bevorzugen. So wird auch die Landhausdiele mit einer durchgängigen Holzdarstellung wieder bevorzugt.

Zeitgleich entstehen die ersten Designs außerhalb der Holzdarstellung. Die ersten Fliesen und auch Steindarstellungen, wie Schiefer, Marmor oder Granit entstehen. Laminat erhält dadurch einen noch edleren Auftritt.

8. Die 3. Generation: Realistische Holzmuster

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Die 3. Generation des Laminats strebte eine möglichst realistische Optik an.

Synchronporendruck: ermöglicht Oberflächenstrukturen mit Tiefenwirkung

Embossed-in-Register: Reliefmuster, Strukturen und eingedrückte Muster machen die Nachbildung der Naturstoffe realistischer

Handscraped-Optik: natürliches von Hand bearbeitete Holzoptik

Das sind die Begriffe, die das Laminat Ende der 90er revolutionieren. Die Technik macht es möglich und jeder möchte es. Günstiges Laminat, welches echtem Holz weder im Aussehen noch in der Haptik nachsteht.

Jetzt sind markante Holzoptiken mit tiefen Strukturen und urgewachsenem Erscheinungsbild gewünscht. Die V-Fuge erhöht das Echtholzgefühl und Laminat erobert auch den rustikalen Einrichtungsstil. Warum auch in echtes Parkett investieren, wenn es mit Laminat deutlich günstiger möglich ist.

Bei den verschiedenen Holzsorten gibt es keine Grenzen mehr. Egal ob klassischer Ahorn, markanter Apfelbaum, abwechslungsreiche Buche oder rustikale Eiche, Laminat imitiert mittlerweile alles.. Dabei werden die Möglichkeiten immer besser und auch ausgefallene Designs, wie Hickory, Bambus oder Zebrano werden imitiert.

Auch Stein- und Fliesendekore werden deutlich besser dargestellt und viele Schiefer- oder Terrakotta-Böden werden als Laminat verlegt.

9. Die 4. Generation: Retro oder 3D-Look?

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Zur 4. Generation gehören ausgefallenere Optiken.

Holz in allen Arten und Formen mit realistischer Struktur – alles ist möglich und keine große Besonderheit mehr. Das Thema “realistisches Holz” ist so gut wie ausgereizt und etwas Neues muss her, um die Käufer zu beeindrucken.

Möglich machen es neue Drucktechniken. Laserdruck und indirekter Tiefendruck ermöglichen noch mehr Tiefe und brilliantere Farben. Es wird bunt, abwechslungsreich und neu-alt.

Mit neuen kräftigen Farben hält das Retro-Design der letzten Jahrzehnte auch im Bodenbelag Einzug.

Farben wie Grün, Gelb und Orange werden mit geometrischen Formen kombiniert und schaffen eine bisher unbekannte Tiefenwirkung. Jetzt kann jeder seinen eigenen Geschmack auch beim Bodenbelag ausleben.

Aber auch Holz wird nicht vergessen. Um damit aber neue Farben und neue Ideen umzusetzen, wird es gekalkt, gebleicht, geweißt, geölt…..

Jede Art der Holzbearbeitung wird dargestellt und setzt damit neue Kontraste zu einfacher Holznachbildung. Vor allem auch moderne Wohnraumgestaltungen können so gut mit Holz kombiniert werden.

10. Mehr Design mit Laminatböden

Laminat in der Optik von Fliesen
Laminat in Fliesenoptik
Laminat in Weinkistenoptik
Laminat in Weinkistenoptik

Wer keinen Gefallen an Holzoptik oder bunten Farben findet, aber dennoch seinen eigenen Stil möchte, findet inzwischen viele ausgefallene und individuelle Muster und Gestaltungen.

Ob Holz, Fliesen, Marmor, Granit, bunt, bedruckte Holzbretter oder sogar Jeans-Opktik, am Ende entscheidet nicht mehr der ausgefallene Wunsch, sondern nur der Preis. Wer gewillt ist in seinen Traum zu finanzieren, kann sich inzwischen fast jeden Wunsch erfüllen.

Wem dabei schlichtere Gestaltungen eher liegen, kann inzwischen sogar zum Industrylook greifen. Mit einer Metall-Optik, einer einfachen glatten schwarzen Fläche oder einer Kombination aus beidem, wird heute jeder Wunsch gestillt und ist jede Raumgestaltung möglich.