Abwasser & Trinkwasser

Vorwandinstallation: Alle Vor- und Nachteile sowie die wichtigsten Infos

vorwand wc

Ein Badezimmer zu modernisieren stellt ein arbeitsintensives, aufwendiges und kostspieliges Heimwerkerprojekt dar. Doch es ist nicht unlösbar: Vorwandinstallationssysteme sind eine hervorragende Möglichkeit, das Bad kreativ gestalten zu können und gleichzeitig einige Arbeitsschritte zu vereinfachen. Unser Artikel von heimwerker.de soll Einstiegsinformationen zu dieser Thematik vermitteln.

1. Die Vorwandinstallation im Bad: Alle Vor- und Nachteile

Handwerker hatten oft das Problem, dass sie einerseits zahlreiche Strom- und Wasserleitungen verlegen mussten, andererseits aber die strengen Regeln der DIN1053 keine Stemm- und Schlitzarbeiten im Mauerwerk mehr zulassen. Mit Vorwandsystemen für das Bad haben Hersteller etliche Installationsarbeiten revolutioniert. Alle Vor- und Nachteile entnehmen Sie der folgenden Übersicht:

  • Kürzere Montagezeiten und weniger Arbeitsaufwand
  • Korrekte, gerade Ausrichtung der Elemente durch variable Füße
  • Objektplatzierung fast überall in gewünschter Höhe im Raum möglich
  • Komfortabler und einfacher Anschluss von Sanitärobjekten
  • neue Gestaltungsmöglichkeiten
  • Installationswand bietet zusätzliche Ablagefläche
  • Alle Zu- und Ableitungen sind verdeckt hinter der Installationswand
  • Reinigungsaufwand geringer, da weniger »Schmutzecken«
  • Keine Beeinträchtigung der Mauerwerkstatik
  • Räumliches Vorstellungsvermögen vonnöten
  • Höhere Kosten
  • Fläche geht verloren

Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die Verbesserung der Schallschutzeigenschaften des Badezimmers. Werden Objekte direkt an einer Wand montiert, übertragen sich z.B. Wassereinlauf und -ablaufgeräusche auf das gesamte Gebäude. Fast jedem ist die akustische Begleitung einer Toilettenspülung in anderen Räumen bekannt. Vorwandinstallationssysteme verhindern diese Geräuschübertragung nicht, aber sie verringern sie unter Umständen erheblich. Denn die vor der Wand liegende Installation vermindert die Wandkontakte und der mit Dämmstoffen versehene Zwischenraum wirkt als Schall- und Wärme-Isolierung.

Ein Graus für jeden Heimwerker: Schiefe Böden und Wände! Vorwandinstallationssysteme bieten hier den hervorragenden Pluspunkt, dass sie variable Füße besitzen. Sollte der Boden also nicht ganz eben sein, kann mittels Wasserwaage jedes einzelne Modul richtig ausgerichtet werden.

2. Die richtige Planung: Wo soll eine Vorwandinstallation hin?

Planung eines Umbaues und der Renovierung eines Badezimmers

Planen Sie den Raum inkl. Vorwandinstallation vorher genau.

Jede Maßnahme ist erfolgversprechender, wenn sie vorher intensiv überlegt und möglichst genau aufgezeichnet wird. Vor dem Start der Baumaßnahme sollte auf jeden Fall mindestens der Grundriss des Badezimmers mit vorhandenen Hemmnissen (z. B. Kaminvorsprünge) und den beabsichtigten Sanitärobjekten aufgezeichnet werden. Achten Sie auf maßstabsgetreues Planen.

Um nicht ständig neuzeichnen oder radieren zu müssen, können die Objekte auch als Schablonen gebastelt werden. Einige Hersteller bieten bereits vorgefertigte Bögen zur Planung oder Badplanungssoftware (einfache CAD-Programme mit virtueller Ansicht des optischen Aufbaus) an.

Eine Vorwandinstallation für WC oder Waschbecken ist zwar ungemein praktisch, nimmt aber auch einiges an Fläche im Raum weg. Beachten Sie daher auch die Maße der Vorwandinstallation, um sich am Ende nicht über ein zu enges Badezimmer mit Vorwandinstallation zu ärgern.

In puncto Verkleidung sollten Sie außerdem folgendes beachten: Wollen Sie die Vorwandinstallation mit Fliesen verkleiden, am besten passend zum Rest des Raumes, sollte auch die Vorwandinstallation-Tiefe auf die Fliesengröße abgestimmt sein. Andernfalls müssen Sie teuer in maßgefertigte Fliesen investieren.

Selbiges gilt natürlich bei der Vorwandinstallation in der Küche.

3. Die 3 Arten der Vorwandinstallation für Bad und Küche im Überblick

Vorwandinstallation verkleiden

Behalten Sie die Maße für Armaturen oder die WC-Spülung im Blick, um entsprechende Aussparungen in Vorwand und Fliese zu integrieren. Zum Vorwandistallation verkleiden beim WC können Sie isch auch nach vorgefertigten Lösungen umschauen.

Eine Vorwandinstallation kann auf unterschiedliche Art vorgenommen werden.

  1. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Montage-Rahmen. Diese Gerüste werden an der Wand oder am Boden verschraubt; alle Leitungen, Anschlüsse und z. B. Spülkästen werden im Rahmen befestigt bzw. innerhalb des Rahmens verlegt. Verkleidet werden diese Gerüste dann mit feuchtebeständigen Gipskarton- oder Spanplatten. Auf dieser Platte werden dann die Ausstattungsobjekte wie Wasch-, Toilettenbecken, Urinal, Bidet, Dusch- und Badewanne mit den Anschlüssen verbunden.
  2. Einen Schritt weiter sind Installationsbausteine, die bereits ab Werk alle im Badezimmer benötigten Ver- und Entsorgungsleitungen, Befestigungen und Anschlüsse vorkonfektioniert enthalten. Teilweise werden die Sanitärgegenstände direkt mitgeliefert. Der Baustein braucht nur noch mit den Zu- und Abwasserleitungen verbunden werden.
  3. Die von der Technik einfachste Variante ist die Befestigung von Leitungen, Armaturen und Halterungen direkt auf der Wand. Davor wird eine zweite Wand befestigt, aus der dann wiederum nur die Anschlüsse hervorschauen. Diese Variante verzichtet auf einen Gerüstaufbau, was zwar unter Umständen die Maßnahme verbilligt, aber eventuell mehr Unwegbarkeiten mit sich bringt z.B. in puncto Genauigkeit und Flexibilität.

4. Eine einfache Verkleidung in Bad oder Küche

vorwandinstallation bad

Sauberes Arbeiten ist das A und O.

Wenn alle Einzelmodule (oder ein Komplettmodul) an Ort und Stelle ausgerichtet, befestigt und angeschlossen sind, beginnt die Verkleidung. Dies kann normalerweise mit Gipskarton- oder Spanplatten erfolgen. Wichtig ist hier jedoch, dass es sich entweder bereits um Feuchtraumplatten handelt oder aber dass die Platten sorgfältig und nach Vorgabe der Hersteller der Abdichtprodukte behandelt werden. Fehler werden hier im Nachhinein äußerst unangenehm:

  • Wände ziehen Feuchtigkeit und gehen auf,
  • angebrachte Fliesen platzen ab, S
  • chimmelpilze entstehen
  • und so manche Überraschung mehr.

Eine andere Möglichkeit der Vorwandinstallation ist die feste Verbindung direkt mit der Wand.

Da je nach Sanitärobjekt und Wandbelag die Platte eine gewisse Stabilität aufweisen sollte, sollte eine Platte mindestens 12,5 cm stark sein. Einige Hersteller geben in ihren Anleitungen hierzu eine Empfehlung ab. Besonders effektiv ist die Verwendung von Platten, die der Hersteller des Vorwandsystems ab Werk mitliefern kann.

Sie sind genau auf die Module abgestimmt und haben bereits alle Ausschnitte, die benötigt werden. Hier muss der Heimwerker für sich die Entscheidung treffen, ob er Arbeitsersparnis und Fehlerminderung mit einem Mehrpreis zur konventionellen Platte bezahlen will.

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Hornbach bietet Ihnen eine genaue Anleitung, wie Sie bei der Vorwandinstallation vorgehen.

Sind die Arbeiten soweit fortgeschritten, fehlt nur noch (vor der Anbringung z.B. von Wasch- und Toilettenbecken) die Anbringung des geeigneten Wandbelages. Hier können natürlich zahlreiche Oberflächen zum Einsatz kommen: Fliesen, Dekorputze, Tapeten oder auch geeignete Holzverkleidungen. Beachten Sie dabei die Hinterlüftungen.

Wie Sie Ihr Bad oder Ihre Küche fliesen, lesen Sie in unserem separaten Artikel. Fragen Sie sich außerdem wo Sie den richtigen Fliesenkleber günstig kaufen können? Werfen Sie einen Blick in unseren Fliesenkleber-Vergleich inklusive Kaufberatung und lassen Sie sich von den besten Produkten inspirieren.