Elektrotechnik

Was sind Energieeffizienzklassen?

Energieeffizienzklassen – Das ABC des Sparens

Wenn neue elektronische Haushaltsgeräte angeschafft werden, gibt uns das Energielabel Auskunft über die Energieeffizienz und in gewisser Weise über die Umweltfreundlichkeit eines Produktes. Seit einigen Jahren sind die Hersteller verpflichtet, Großgeräte mit dem entsprechenden Hinweis zu versehen. Aber auch Leuchtmittel, Heizungen oder ganze Häuser können anhand der verschiedenen Klassen besser eingeschätzt werden.

Das EU-Energielabel ist nur eines von vielen Hilfen, die uns zur Verfügung stehen, um bei einem Neukauf die Entscheidung zu erleichtern. Mit einem sparsamen Gerät kann nicht nur Strom, sondern bei Spül- und Waschmaschinen auch der Wasserverbrauch reduziert werden.

Das EU-Energielabel

Das EU-Energielabel ist derzeit in zehn verschiedene Klassen eingeteilt. Zu den zunächst vorhandenen sieben Stufen von A bis G sind nach und nach aufgrund der verbesserten technischen Möglichkeiten die Stufen A+, A++ und A+++ hinzugekommen. In einigen Kategorien waren zuvor nur noch Geräte mit Bestnoten auf dem Markt. Seit der Einführung des Labels konnten in den Jahren von 1996 bis 2011 rund 60 Prozent des Energieverbrauchs durch neue effizientere Geräte eingespart werden.

Je nach Gerät fließen dabei verschiedene Kriterien in die Beurteilung mit ein. Neben dem Stromverbrauch wird bei Spülmaschinen beispielsweise auch der Wasserverbrauch bewertet. Da sich hier in den letzten Jahren technisch viel verbessert hat, sind seit 2011 auch die drei zusätzlichen Stufen (A+ bis A+++) hinzugekommen.

Energieeffizienzklassen für Leuchtmittel

Wer sich einen neuen Geschirrspüler anschaffen möchte, kann mit einem A+++ Gerät im Vergleich zum Gerät mit der A-Kennzeichnung etwa 30 Prozent an Energie einsparen. Je nach Bauart sind die neuen Modelle mit einem Sparprogramm ausgerüstet. Das Geschirr wird zunächst nur leicht mit Wasser benetzt und wird nach einer Einwirkzeit auch bei niedrigen Spültemperaturen sauber. Lediglich die Dauer des Spülvorgangs verlängert sich dabei.

Seit 2011 gilt die Kennzeichnungspflicht mit dem überarbeiteten Label für folgende Gerätekategorien:

  • Staubsauger
  • Lampen und Leuchtmittel
  • Kühl- und Gefriergeräte, Weinlagerschränke
  • Elektrobacköfen und Dunstabzugshauben
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen und Wäschetrockner
  • Fernseher
  • Klimageräte

Auch für andere elektronische Geräte gibt es neben dem EU-Label verschiedene andere Richtlinien bezüglich der Energieverbrauchskennzeichnung. Diese sind jedoch hauptsächlich für die Hersteller relevant.

Aussagekraft des Labels

Da die Effizienz der verschiedenen Gerätekategorien nicht direkt miteinander vergleichbar ist, muss das Label immer separat pro Gerät betrachtet werden. Eine Waschmaschine unterliegt anderen Kriterien als beispielsweise eine Glühbirne. Zudem sind die Angaben der Kennzeichnung sehr vereinfacht dargestellt, um einen Vergleich der riesigen Zahl an Geräten überhaupt möglich zu machen. Für den tatsächlichen Verbrauch spielt jedoch auch die individuelle Handhabung eine große Rolle.

Innerhalb der einzelnen Klassen gibt es zudem einen gewissen Spielraum. Zwei Geräte in derselben Klasse müssen nicht zwangsläufig exakt denselben Energieverbrauch aufweisen.

Die Tatsache, dass bei einigen Geräten eine Zeitlang nur noch Bestnoten (A) vergeben werden konnten, machte es zudem notwendig, die Skala nach oben zu erweitern. Bereits 2003 wurden zunächst für Kühlschränke die zwei neuen Stufen eingeführt. 2011 folgten die drei heute höchsten Stufen für Fernseher, Spül- und Waschmaschinen. Auch Kühlschränke bekamen die Kategorie A+++ noch zugeteilt.

Für die übrigen Geräte gilt immer noch die siebenstufige Skala. Wer eine Maschine mit der Kennzeichnung A vor sich hat, weiß deshalb nicht automatisch ob dies nun die beste der möglichen Stufen darstellt.

Mindeststandards festgelegt

Bei einigen Kategorien sind inzwischen auch Mindeststandards festgelegt worden. Geräte, welche die Kriterien nicht erfüllen, dürfen nicht mehr verkauft werden. Beispielsweise müssen alle neuen Wäschetrockner seit November 2015 die Klasse B erfüllen. Zum Vergleich: Ein Trockner mit der Kennzeichnung A+++ verbraucht etwa 70 Prozent weniger Energie als Einer der Klasse B.

Das Label bei Leuchtmitteln

Besonders schwierig ist die Bewertung des Energielabels bei den verschiedenen Leuchtmitteln. Bei der Einteilung ist die Lichtausbeute in Verbindung mit der dafür verbrauchten Energie ausschlaggebend. Dies führt neben der Vielzahl an unterschiedlichen Lampentypen dazu, dass ein Vergleich nur schwer möglich ist.

Hinzu kommt, dass seit 2013 bei Lampen mit fest verbautem Leuchtmittel dieses nicht mehr in die Beurteilung des gesamten Produkts mit einfließt. Somit gibt das Etikett nur unzureichend Auskunft über den tatsächlichen Stromverbrauch, zumal viele Birnen auch die Möglichkeit zum Dimmen bieten.

Weitere Energieeffizienzklassen

Neben dem EU-Label gibt es noch in weiteren Lebensbereichen verschiedene Skalen, die einer objektiveren Beurteilung der Energieeffizienz dienen. Bei Immobilien sind die verschiedenen Klassen im Rahmen des Energieausweises individuell notiert. Dieser wurde 2007 eingeführt und ist seit 2013 auf Verlangen vorzuzeigen, wenn eine Wohnung oder ein Haus vermietet oder verkauft werden soll.

Sei der letzten Aktualisierung im Mai 2014 gibt es auch hier sieben verschiedene Stufen von A bis G, wobei A die Effizienteste darstellt. Die Skala gibt Auskunft über den Jahresverbrauch der Heizenergie und wird in Kilowattstunden angegeben. Auch hier ist die Einteilung mit Vorsicht zu genießen, da individuelle Gewohnheiten für den tatsächlichen Energiebedarf auch immer eine Rolle spielen und nur standardisierte Kriterien in die Bewertung mit einfließen.

Auch für PKW existiert für die effiziente Nutzung des Kraftstoffs eine Einteilung in derzeit acht Klassen von A+ bis G. Um eine gerechtere Bewertung zu ermöglichen, wurde zuletzt festgelegt, dass auch das Gewicht des Fahrzeugs zur Beurteilung miteinbezogen werden muss.

Fazit

Für einen groben Überblick und zum Vergleichen einzelnen Geräte ist das EU-Label ein erster, wichtiger Anhaltspunkt. Die Einführung hat hier eine große Informationslücke geschlossen. Allerdings lassen sich durch die Kennzeichnung keine Aussagen über den tatsächlichen individuellen Energieverbrauch ableiten.

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,7/5 aus 6 Bewertungen
 
Kommentare
Jetzt den ersten Kommentar schreiben Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Was sind Energieeffizienzklassen?.
Neuen Kommentar veröffentlichen