Auto

Anhängerkupplung montieren

Eine Anhängerkupplung ist vielfach gewünscht

Anhängerkupplungen sind das Bindeglied zwischen Anhängern und Zugfahrzeug. Eine Anhängerkupplung für Personenwagen ist üblicherweise ein nach oben gebogener Haken mit Dreiviertelkugel, der am hinteren Pralldämpfer des Fahrzeugs montiert wird.

Die Montage kostet bei einer Fachwerkstatt mehrere hundert Euro, jedoch kann die Montage auch leicht selbst durchgeführt werden.

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1. Anhängerkupplungen

1.1. Übersicht

Bei KFZ Anhängerkupplungen unterscheidet man zwischen zwei verschieden Typen, welche jedoch beide über einen genormten 50 mm Kugelkopf verfügen. Auf diesen Kugelkopf wird die Kugelpfanne aufgesetzt, welche sich an der Deichsel des Anhängers befindet. Somit ist der Anhänger in der Lage dem Zugfahrzeug gelenkig zu folgen.

Die starre Anhängerkupplung bei dieser Variante der Anhängerkupplung, ist es nicht möglich den Kugelkopf abzunehmen. Er ist fest mit der Quertraverse verbunden und somit immer sichtbar.

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abnehmbare Anhängerkupplung
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starre Anhängerkupplung

Die abnehmbare Anhängerkupplung die zweite Variante ist wesentlich flexibler, da man den Kugelkopf abnehmen kann, wenn die Anhängerkupplung nicht verwendet wird. Auch hier unterscheidet man zwischen zwei Systemen, welche zur Montage/Demontage des Kugelkopfs dienen.

  • Das Hand- und Hebelsystem: Der Kugelkopf wird abgenommen, indem man ihn mit einem Hebel entriegelt, oder die Befestigungsmuttern per Hand löst. Zur Montage setzt man den Kugelkopf wieder auf die Aufnahme und arretiert den Hebel bzw. schraubt die entsprechenden Muttern wieder an.
  • Das vollautomatische System: Das Entriegeln des Kugelkopfs erfolgt durch ein Drehrad oder einen Verriegelungshebel. Das Rad wird eingedrückt und in Richtung Fahrzeug gedreht bis es einrastet. Anschließend kann der Kugelkopf abgenommen werden. Zur Montage einfach den Kugelkopf wieder aufsetzen, bis dieser einrastet.
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Steckdose 7-Pin

1.2. Elektrische Anbindung

Damit die Lichtanlage des Anhängers und andere Verbraucher funktionieren, muss der Anhänger mit dem Bordnetz des Zugfahrzeugs gekoppelt werden.

Dies erfolgt über eine Steckdose nach Norm ISO 11446.

Standardmäßig gibt es 7-polige oder 13-polige Steckverbindungen, wobei letztere u.a. über Leitungen für eine Dauerplus Verbindung verfügt.Diese ist sinnvoll, wenn z.B. ein Wohnwagen angehängt wird.

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1.3. Steckerbelegung (ISO 11446)

Kontakt 7-polige Steckverbindung 13-polige Steckverbindung Kabelfarbe Klemmenbezeichung
1 Fahrtrichtungsanzeiger links Fahrtrichtungsanzeiger links gelb L
2 Nebelschlussleuchte Nebelschlussleuchte blau NS
3 Masse 1-7 Masse 1-8 weiß 31
4 Fahrtrichtungsanzeiger rechts Fahrtrichtungsanzeiger rechts grün R
5 Schlussleuchte rechts Schlussleuchte rechts braun 58R
6 Bremsleuchten Bremsleuchten rot 54
7 Schlussleuchte links Schlussleuchte links schwarz 58L
8 Rückfahrleuchte orange
9 Dauerspannung + braun-blau 30
10 Ladeleitung braun-rot 15
11 Masse für Pin 10 31
12 Masse für Pin 9
13 Masse für Pin 9 – 13 schwarz-weiß 31

2. Die Montage: Der Werkstatt überlassen oder selbst Hand anlegen?

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Anhängerkupplungen – nützlich beim Umzug oder im Urlaub mit Wohnwagen.

Dank Mietanhänger den Umzug mühelos stemmen, mit dem Wohnwagen in die Urlaubsreise starten oder den geliebten Drahtesel auf dem Fahrradträger mitnehmen – eine Anhängerkupplung (AHK) ist eine geniale Auto-Applikation mit vielerlei Verwendungsmöglichkeiten.

Jedoch wird sie nur selten beim Kauf eines Neuwagens als Option mitgebucht. Und ein Gebrauchter mitsamt AHK kostet auch immer etwas mehr. Zum Glück kann man fast jede Art Fahrzeug nachrüsten, mit Ausnahme mancher Sportwagen, Luxusmodelle oder Elektroautos.

Als geneigter Hobby-Handwerker steht man dabei vor der schwierigen Entscheidung, ob man lieber einen Fachmann ranlässt oder sich in gewohnter DIY-Manier selbst an die Montage wagt. Beides hat Vor- und Nachteile, die im folgenden Artikel beleuchtet werden.

2.1. Empfohlen: Montage beim Fachmann

wohnwagen

Ein Wohnwagen ohne Anhängerkupplung ist nichts als eine Immobilie.

Bequemlichkeit ist die Motivation, die einen direkt zum Profi führen sollte: Anbieter von Anhängerkupplungen wie etwa Bertelshofer sind mit ihren Einbaustationen bundesweit zu finden. Termine können telefonisch oder bequem online gemacht werden.

Vor Ort kann man sich dann persönlich von der kompetenten Arbeitsweise der Mitarbeiter überzeugen und eventuell gleich noch weitere Dienst- und Beratungsleistungen in Anspruch nehmen, wenn man schon einmal da ist. Ebenso kümmern sich die meisten örtlichen Kfz-Werkstätten um eine professionelle Montage.

Dort kann man auch Ratschläge einholen, ob eine abnehmbare, eine feste oder eine schwenkbare Kupplung den eigenen Bedürfnissen am ehesten entspricht, welches Modell man braucht und welcher Elektrosatz der richtige ist. So erspart man sich einiges an Recherchearbeit.

DIY-Enthusiasten könnten sich lediglich von den Extrakosten herausgefordert fühlen. Denn nach 200 bis 500 Euro Materialkosten (stärkere Kupplungen sind natürlich teurer), 100 Euro für den passenden Elektrosatz sowie den Preisen für Zubehör wie Adapter und abnehmbare Heckträger macht der Einbau-Service einen zusätzlichen Kostenpunkt aus – je nach Anbieter, Autotyp, AHK-Modell und Aufwand zwischen 150 und 500 Euro.

Eine Mehrinvestition, für die man unbedingt einen Kostenvoranschlag einholen sollte, bevor man einen Auftrag erteilt. Da die meisten Dienstleister einen Festpreis anbieten, fällt die Kalkulation jedoch sehr transparent aus.

2.2. Alternative: Anbau im Alleingang

Zwar wird im Internet an vielen Stellen ausdrücklich davon abgeraten, eine AHK beim ersten Mal allein zu montieren. Da handelsübliche Modelle aber mit einer ausführlichen und teils sogar bebilderten Anleitung geliefert werden, ist auch die Selbstmontage mit entsprechender Sorgfalt und ausreichend Geschick innerhalb von ein bis drei Stunden (je nach eigener Expertise) zu bewerkstelligen.

Dadurch spart man sich den externen Dienstleister und lernt gleichzeitig noch etwas dazu. Jedoch ist es dafür unabdingbar, sich ausführlich mit der Auswahl eines geeigneten Kupplungsmodells zu befassen.

Mit den Systemen, die der jeweilige Autohersteller selbst anbietet, fährt man grundsätzlich am besten, da diese in jedem Fall kompatibel und geprüft sind.


Wie man eine Anhängerkupplung montiert, am Beispiel eines FIAT Panda.

Das generelle Vorgehen beim Einbau einer AHK ist grundsätzlich gleich, wie das oben angefügte YouTube-Video anschaulich zeigt. Nach einer Inventur des Lieferumfangs muss das in der Anleitung erforderliche Werkzeug bereitgelegt werden.

Besonders wichtig sind eine Sprühflasche mit Unterbodenschutz zur vorherigen Reinigung der Montagestellen sowie ein Drehmomentschlüssel, der das korrekte Anzugsdrehmoment bei der Befestigung der Kupplung garantiert.

Im ersten Schritt entfernt man den Heckstoßfänger (die Stoßstange oder die Plastikheckblende) und hebt das Fahrzeug per Wagenheber auf die ideale Arbeitshöhe.

Daraufhin demontiert man den Grundträger und hängt den Vergaser ab. Die Anhängerkupplung ersetzt den Originalträger und wird rechts und links an den Bolzen verschraubt.

2.3. Verantwortungsbewusstsein vorausgesetzt

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Ein 13-poliger AHK-Elektrosatz mitsamt Zubehör.

Kritisch wird es beim Kabelsatz, an dem schon so mancher Hobbybastler gescheitert ist. Das Hauptproblem stellt die korrekte Steckerbelegung nach ISO-Norm dar.

In jedem Fall sollte man daran denken, den Minuspol der Autobatterie abzuklemmen, bevor man den Kabelbaum vom Kofferraum aus mit der Bordelektronik verbindet – Kurzschlussgefahr!

Wenn zuletzt der sperrige Stoßdämpfer wieder angebracht werden muss, offenbart sich, wie schnell es zu hässlichen Kratzern im Lack kommen kann.

Solche kosmetischen Makel sind aber nicht das einzige, was man als DIY-AHK-Monteur zu verantworten hat.

Wenn man sich bewusst macht, welch rohe Kräfte an einer im Einsatz befindlichen Kupplung walten, wird klar, dass Pfusch und Improvisation beim Einbau nichts verloren haben. Denn ein fehlerhaft angebrachter Anhänger stellt nicht nur ein finanzielles, sondern vor allem ein sicherheitstechnisches Risiko dar.

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Anhängerkupplungen müssen viel aushalten.

Der Teufel liegt dabei oft im Detail: So muss man ein entferntes Wärmeleitblech nach der Montage auch wieder an der ursprünglichen Position anbringen, weil es sonst zu starker Hitzeentwicklung kommt.

Man sollte sich also streng an die Anleitung halten und unter keinen Umständen kaputt gelieferte oder bei der Montage beschädigte Teile verbauen, sondern unbedingt Ersatz anfordern.

Zwar muss man sich die AHK nicht behördlich abnehmen lassen (es reicht aus, die EG-Typengenehmigung ständig im Fahrzeug mitzuführen), eine freiwillige Eintragung ist aber die ideale Gelegenheit, das Resultat seiner Arbeit von einer fachkundigen Person überprüfen zu lassen.

Was sonst noch im Umgang mit Anhängerkupplungen zu beachten ist, erfahrt ihr hier.

Für den Fall, dass Sie sich dafür entscheiden, die Montage selbst durchzuführen, haben wir Ihnen im nächsten Kapitel eine übersichtliche Schritt für Schritt-Anleitung zusammengestellt.

3. Die Montage: Schritt für Schritt-Anleitung

Vorbereitung: Bevor es an den Einbau der Anhängerkupplung geht, sollte man feststellen, ob man über das entsprechende Werkzeug zur Montage verfügt. Hierbei kann man sich an der Montageanleitung orientieren. Grundsätzlich sollte man jedoch über einen Satz Maulschlüssel, sowie Torxschlüssel verfügen, welche überwiegend im mechanischen Teil zum Einsatz kommen.

Sinnvoll ist es den Wagen hinten aufzubocken oder ihn auf eine Rampe zu stellen, um die Arbeiten am Heck leichter durchführen zu können. Zusätzlich sollte man den Bereich in dem gearbeitet wird säubern, vor allem um Kratzer im Lack zu vermeiden. Im Kofferraum werden außerdem das Reserverad, sowie die Bodenmatte entnommen, um die Demontage zu erleichtern.

3.1. Demontage der Stoßstange/Heckschürze

Sind alle Vorbereitungen durchgeführt geht es ans Wesentliche. Um die Heckstoßstange zu demontieren müssen bei vielen Fahrzeugen zunächst die Kunststoffverkleidungen im Kofferraum, sowie die Heckleuchten demontiert werden. Anschließend müssen alle Schrauben der Stoßstange gelöst werden, welche sich auch zum Teil in den Radhäusern verbergen.

3.2. Demontage des Grundträgers

Je nach Fahrzeugtyp wird der gesamte Grundträger entfernt, um dort die Anhängerkupplung zu platzieren. Prüfen sie dies in ihrer Anleitung. Zur Demontage einfach die entsprechenden Schrauben lösen und den Grundträger abnehmen.

3.3. Montage der Anhängerkupplung

Die Anhängerkupplung an Stelle des abgebauten Grundträgers, oder an den ab Werk vorbereiteten Montagepunkten anhalten und handfest verschrauben. Hierbei unbedingt darauf achten, dass die Auflagefläche von Unterbodenschutz oder sonstigen Verschmutzungen gereinigt wird! Anschließend die Schrauben mit Drehmomentschlüssel anziehen.

3.4. Anschluss der Stromversorgung:

ACHTUNG! Bei diesem Schritt unbedingt an die Montageanleitung halten!

Zunächst die für den Anhänger relevanten Stromleitungen ausfindig machen und mit der Anleitung vergleichen. Bevor an den elektrischen Leitungen gearbeitet wird jedoch unbedingt die Batterie abklemmen, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Der mitgelieferte Kabelbaum wird nun per Clips an der Originalverkabelung befestigt, wobei sich die Clipse durch die Isolierung bohren und den benötigten Strom abgreifen.

Als Nächstes müssen die neuen Leitungen nach außen zur Anhängerkupplung verlegt werden. Dies geschieht entweder durch eine ab Werk vorhandene Öffnung, oder man bohrt an entsprechender Stelle eine passende Öffnung (unbedingt entgraten und mit Rostschutz versehen!). Anschließend führt man die Leitungen hindurch und legt die Leitungsenden am Stecker der Anhängerkupplung auf. Bevor der nächste Schritt durchgeführt wird, sollte zunächst die Batterie wieder angeklemmt werden und die Verkabelung auf Funktion getestet werden.

3.5. Montage der Stoßstange/Heckschürze

Bevor das Heck wieder zusammengesetzt wird, muss bei manchen Modellen eine Aussparung in die Schürze gesägt werden, damit die Anhängerkupplung passt. Die Position entnehmen sie entweder der Markierung an der Innenseite der Schürze oder verwenden die mitgelieferte Schablone. Zum Aussägen zunächst ein Loch bohren und anschließend mit einer Stichsäge das entsprechende Stück heraustrennen. Abschließend kann die Heckschürze, sowie alle Verkleidungsteile wieder angeschraubt werden.

3.6. Abnahme durch Dekra/TÜV

Wie jede andere bautechnische Änderung am Fahrzeug muss auch die Anhängerkupplung überprüft und in den Fahrzeugschein eingetragen werden.

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