Wand & Decke

Asbest richtig entsorgen: Gefahren und Kosten

  • Es wird zwischen fest und schwach gebunden Asbestprodukten unterschieden. Letztere enthalten über 60% Asbest und ist nicht für die private Asbestentsorgung geeignet.
  • Die faserige Struktur von Asbest ist von außen nicht zu erkennen. Da Asbest auch häufig an nicht sichtbaren Stellen verbaut wurde, sollten Sie im Zweifel immer einen Fachmann zu Rate ziehen.
  • Beim Entsorgen von Asbest wird immer ein Mundschutz, Handschuhe und Overall getragen. Für den Transport gibt es eigens dafür vorgesehene Kunststofftaschen.

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Was Sie benötigen:
  • Big Bag für Asbest
  • FFP3 Atemschutzmaske
  • Schutzanzug
  • Arbeitshandschuhe
  • Wasserschlauch oder Gießkanne mit Wasser

1. Was ist Asbest?

Asbest ist eine Sammelbezeichnung für kristallisierte Silikatminerale. Die natürlich vorkommenden Fasern wurden seit den zwanziger Jahren für industrielle Zwecke in Asbestwerken abgebaut. Nach der Aufbereitung wurde das Material für Produkte der Schifffahrt, Bau- und Autoreifenindustrie sowie anderer Gewerke verwendet.

Im privaten Bereich findet man Asbest am häufigsten in Form von Isoliermaterial oder Asbestplatten. Wird die Struktur des Baustoffs beschädigt, lösen sich feine Fasern, die sich in der Luft verteilen. Es besteht die Gefahr, dass die bis zu 2 Mikrometer kleinen Teilchen, eingeatmet werden und sich in der Lunge festsetzen.

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Ältere Welleternitplatten in Hallen können asbesthaltig sein.

Durch seine krebserregenden Eigenschaften kann Asbest so zu Lungenkrebs und Asbestose führen. Der Ausbruch der Krankheit kann dabei bis zu dreißig Jahre dauern. Deshalb werden auch heute noch Neuerkrankungen der anerkannten Berufskrankheit gemeldet.

Asbesthaltige Erzeugnisse unterscheidet man in schwach und fest gebundene Faserprodukte. Bei schwach gebundenem Asbest, mit einem Anteil von meist über sechzig Prozent, ist eine Freisetzung der Fasern bereits durch Alterung und leichte Erschütterung möglich.

Die Entsorgung von schwach gebundenen Asbestprodukten darf daher ausschließlich von autorisierten Fachfirmen durchgeführt werden.

Der Asbestanteil bei fest gebundenen Faserprodukten liegt bei etwa 15 %. Asbestzement und andere fest gebundene Asbestprodukte stellen in unbeschädigtem Zustand keine unmittelbare Gefahr dar. Durch Beschädigung oder mechanische Bearbeitung der Oberfläche können sich jedoch Fasern vom Material lösen. Bohren, Schleifen, Sägen und Zerbrechen muss daher unbedingt vermieden werden.

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2. Wie erkenne ich asbesthaltige Materialien?

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Von außen sind Asbestplatten meist grau mit einer rauen Oberfläche.

Bereits in den zwanziger Jahren wurde Asbest wegen seiner feuerfesten Eigenschaften für Feuerwehrschutzanzüge verwendet. Eine der häufigsten Verarbeitungen war jedoch in Form von Baumaterial für den Hausbau. Leicht gebundene Asbestprodukte finden sich in Industriebauten häufig in Form von Spritzputz als Hitze- und Brandschutz.

In älteren Gebäuden müssen Dächer, Decken und Wände sowie Verkleidungen und Isolierungen von Heizkörpern und Rohren genauer betrachtet werden.

Der Cushion-Vinyl-Bodenbelag, mit einer auf der Unterseite versteckten Asbest-Trägerplatte aus schwach gebundenem Asbest, wird sogar von Fachleuten häufig mit herkömmlichem PVC-Boden verwechselt. Der Bodenbelag wurde in den sechziger Jahren häufig in privaten Eigenheimen verbaut.

In verarbeiteter, unbeschädigter Form geben sich asbesthaltige Produkte nicht eindeutig als diese zu erkennen. Kritisch zu betrachten sind Materialien, deren Baujahr, Verwendungszweck und Aussehen nachfolgenden Kriterien entsprechen:

  • Baujahr/Herstellungsjahr: 1900 bis 1993
  • Häufige Verwendungszwecke: Brandschutzabdeckungen, Wärmeisolierungen, Wandplatten, Bodenplatten und -beläge, Fensterbank, Rohrverkleidungen, PVC-/Linoleumkleber, Spritzputz, Dachplatten/Eternitplatten, elektrische Heizgeräte, Nachtspeicheröfen, Blumenkästen, Wandverkleidung außen, Balkonplatten
  • Aussehen: Asbest hat eine faserige Struktur, die nur an Bruchstücken oder Löchern im Inneren zu sehen ist. Von außen sind Asbestplatten meist grau mit rauer Oberfläche. Da Asbest auch häufig in nicht sichtbaren Bereichen verbaut wurde, sollten Sie bei einem Verdacht einen Fachmann zu Rate ziehen.

Hinweis: Fest gebundene Asbestprodukte sind in intaktem Zustand nicht unmittelbar gefährlich. Um ein versehentliches Beschädigen zu vermeiden, ist es als Heimwerker jedoch wichtig zu wissen, ob sich Asbest im eigenen Zuhause befindet.

3. Wie muss Asbest entsorgt werden und was kostet die Asbestentfernung?

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Zur Entsorgung von Asbest müssen Handschuhe, Mundschutz und Overall getragen werden.

Da es sich bei Asbest um gesundheitsschädlichen Sondermüll handelt, gibt es für den Umgang und die Entsorgung in Deutschland eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften.

Unter anderem schreibt die technische Regel für Gefahrstoffe vor, dass die Freisetzung von Asbestfasern durch Bohren, Sägen und Schleifen, Fräsen oder Flexen, sowie durch Hochdruckreiniger, unbedingt zu vermeiden ist. Die Materialien dürfen nicht beschädigt werden und müssen fachgerecht transportiert und entsorgt werden. Auch das Tragen von entsprechender Schutzkleidung ist Vorschrift.

Eternit- und Faserzementplatten sind genau wie Dacheindeckungen fest im Gebäude verbaut. Das gesetzlich vorgeschriebene Entfernen der schädlichen Abfälle ist einer Privatperson nicht möglich. Möchten Sie Asbest an Ihrem Haus wegen Sanierung oder Umbau entfernen ist dies nur von einer zugelassenen Fachfirma erlaubt. Die Kosten sind abhängig von Fläche und Ausführungsdetails, können jedoch als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden.

Einzelne asbesthaltige Gegenstände wie Blumenkästen, Platten oder Rohre, können Sie selbst unter Einhaltung der in Ihrer Kommune oder Stadt geltenden Vorschriften für Asbest entsorgen.

Wichtig: tragen Sie beim Umgang und Verpacken des Materials Atemschutzmaske, Schutzanzug und Handschuhe. Die Maske muss der Klassifizierung FFP3 entsprechen, da nur diese Kategorie eine ausreichende Filterleistung hat, um Sie vor den feinen Fasern zu schützen.

Fest gebundener Asbest muss befeuchtet werden, bevor Sie ihn verpacken, schwach gebundene Abfälle werden in Zement gegossen, so dass sich möglichst wenig Fasern lösen.

Der Sondermüll darf nur in so genannten Big Bags (Kosten zwischen 10 und 15 Euro) aus stabilem Kunststoff entsorgt werden. Diese erhalten Sie, genau wie die Schutzkleidung, online oder im Baumarkt.

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Kosten: Die Preise für die Asbestentsorgung betragen je nach Entsorgungsstelle zwischen 60 und 150 Euro pro Tonne.