Material- & Werkkunde

Stoßverbindung für Holzarbeiten

Holzverbindung-Stoßverbindung mit Holzdübeln

Eine Verbindung “auf Stoß” ist die einfachste Variante einer Holzverbindung. Die Holzteile werden kaum zusätzlich bearbeitet, sondern mehr oder weniger wie sie sind, miteinander verbunden.

Bei einer rechtwinkligen Eckverbindung, z. B. für eine Schublade, stößt das Hirnholz des einen Werkstücks an das Längsholz des anderen Holzteils. Bei Bedarf wird die Stirnseite, d. h. das Ende des aufliegenden Werkstücks im gewünschten Winkel abgesägt und mit seinem Gegenstück verbunden.

Als verstärkende Verbindungselemente werden in der Regel Schrauben eingesetzt. Man kann Stoßverbindungen auch nageln, allerdings ist eine verschraubte Verbindung deutlich belastbarer und zumeist auch einfacher herzustellen.

Eine weitere Variante ist die Verwendung von runden oder flachen Holzdübeln, wie sie bei der Nut-und-Feder-Verbindung eingesetzt werden.

Bei einer Stoßverbindung ist wichtig, dass man beim Zuschnitt des Holzes die Holzstärke beachtet.

Will man beispielsweise eine quadratische Box mit 19 Millimeter starkem Holz und einer Seitenlänge von 60 Zentimetern bauen, beträgt die Länge der beiden kürzen Seitenteile nur 56,2 cm.

Das Maß ermittelt man, indem man von der anvisierten Seitenlänge zwei Mal die Materialstärke abzieht.

Holzkasten geschraubt
Geschraubter Holzkasten
Streichmaß zum Anreißen
Streichmaß zum Anreißen von Maßen

Materialien und Werkzeuge

  • Schraub- oder Klemmzwingen
    Streichmaßriss und versenkte Schrauben
    Streichmaßriss und versenkte Schrauben
  • Maßband oder Zollstock
  • Streichmaß
  • Absetzsäge
  • Holzleim
  • Schleifklotz und Schleifpapier
    Bohrlöcher anzeichnen
    Anzeichnen der Bohrlöcher

Optional:

  • Holzschrauben, Holzbohrer, Handsenker
    Bohrspitze mit Tiefeneinstellung
    Bohrspitze mit Bohrtiefeneinstellung 
  • Nägel, Schlosser- oder Klauenhammer, Versenker
  • Holzdübel, Dübelspitze, Holzbohrer mit Bohrtiefeneinstellung

Anleitung Verbindung auf Stoß

Einspannen der Werkstücke

Markieren mit Dübelspitzen
Markierte Stellen bohren

Bringen sie die zu verbindenden Holzteile mit Schraub- oder Klemmzwingen in die richtige Position. Wenn nötig, sollte man Druckzulagen verwenden, sodass keine Oberflächenschäden auf dem Holz entstehen. Achten Sie darauf, dass die Zwingen so angebracht sind, dass man problemlos an der Verbindung arbeiten kann.

Verbinden mit Schrauben oder Nägeln

Dübelspitzen zum Markieren nutzen
Markierungen setzen mit Dübelspitzen

Mit einem Maßband oder Zollstock misst man die Holzstärke des Werkstückes, das an seiner Stirnseite mit seinem Gegenstück verbunden werden soll.

Gegenstück bohren
Bohren der Löcher im Gegenstück

Dann erfolgt das Anreißen des Maßes, indem man mit einem Streichmaß die Hälfte des ermittelten Maßes auf die Außenseite des Gegenstückes überträgt. So stellt man sicher, dass die Schrauben oder Nägel später nicht zu nah am Rand in das Werkstück eingebracht werden.

Werkstück mit Dübeln zusammensetzen
Zusammenfügen der Werkstücke

Bei der Verbindung mit Schrauben, aber auch mit dickeren Nägeln, sollte man die Löcher vorbohren, damit das Holz sich beim Verschrauben nicht spaltet.

Durch das Längsholz des einen Holzteils bohrt man in das Hirnholz des gegenüberliegenden Werkstücks.

Der Durchmesser des Bohrers muss einige Millimeter geringer sein als der des Schrauben- oder Nageldurchmessers.

Damit ist das sichere und stabile Eindrehen einer Schraube bzw. Einschlagen eines Nagels garantiert. Generell sollten zwei Drittel der Schraube oder des Nagels im tragenden Holzteil liegen.

Damit der Schraubenkopf nicht aus dem Werkstück übersteht, sollte man mit einem Handsenker so viel Material abtragen, dass der Schraubenkopf in das Holz versenkt werden kann.

Wer den Schraubenkopf verbergen will, kann vorher auch einen Span vom Werkstück abheben und nach dem Verschrauben wieder anleimen. Alternativ kann man auch eine Abdeckkappe verwenden, die auf den Schraubenkopf aufgesetzt wird.

Um einen Nagel möglichst tief und unauffällig in das Holz einzubringen und zwar ohne das Werkstück zu verletzen, sollte man einen Versenker verwenden. Später kann man das Loch zukitten, sodass die Einschlagstelle fast unsichtbar wird.

Verbinden mit Holzdübeln

Wenn man sich für Holzdübel (siehe auch Gehrungsverbindung und Nut und Feder) entscheidet, ist von außen gar nicht mehr erkennbar, welches Verbindungsmittel verwendet wurde.

Dazu werden an einem Werkstück Bohrlöcher entsprechend des Dübeldurchmessers und der halben Dübellänge gebohrt. Einfach gelingt dies, wenn man einen Bohrer mit einer Bohrtiefeneinstellung verwendet.

Um die Bohrlöcher im Gegenstück passgenau anzuzeichnen verwendet man am besten Dübelspitzen, die in die Löcher des ersten Werkstücks eingesetzt werden und mit ihrem Dorn Markierungen auf dem Gegenstück hinterlassen. Anschließend bohrt man die Löcher mit halber Dübellänge und fügt die Werkstücke mit einem Holzdübel zusammen.

Säubern, Verleimen und Verputzen

Die einfachste Variante ist die Verbindung mit Holzleim. Die Wahl der Leimsorte hängt vom verwendeten Holz ab. Wichtig ist nur, dass die zu verleimenden Flächen sauber und trocken sind.

Wesentlich stabiler wird die Verbindung allerdings mit dem Einsatz von Schrauben, Nägeln oder Dübeln, die auch in den meisten der Fälle zum Einsatz kommen.

Nur bei kleinen Holz- oder Bastelarbeiten für vorübergehende Dekozwecke, wird schon mal diese verzichtet.

Nachdem der Leim getrocknet und die Verbindungsmittel in das Holz eingebracht wurden, kann man den Rahmen aus den Schraub- oder Klemmzwingen lösen, die Rahmenkanten brechen und den Rahmen glatt schleifen.