Material- & Werkkunde

Gehrungsverbindung richtig machen

Holzleisten auf Gehrung geschnitten

Wenn man so will, ist die einfache Verbindung auf Gehrung eine Variante der Stoßverbindung. Allerdings gibt es auch deutliche Unterschiede. Hier treffen die Stirnseiten der beiden Werkstücke passgenau aufeinander. Das ist möglich, weil die Stirnseiten der Holzteile für die Verbindung abgeschrägt werden. Das vergrößert die Kontaktfläche zwischen den Werkstücken, was die Stabilität der Verbindung insgesamt erhöht.

Um das richtige Winkelmaß für die Eckverbindung zu ermitteln, bedarf es ein wenig geometrischen Wissens. In der Regel ist die Gehrung die Winkelhalbierende des Winkels, mit dem man die beiden gleich breiten Holzteile fixiert. Das bedeutet: Bei einer rechtwinkligen Verbindung, z. B. für einen Bilderrahmen, Decken- oder Fußleisten, werden die Enden der Holzteile in einem 45-Grad-Winkel abgesägt. Bei einer sogenannten falschen Gehrung werden zwei Werkstücke unterschiedlicher Breite miteinander verbunden. Die Berechnung der passenden Winkel muss daher mithilfe des Arkustangens erfolgen.

Materialien und Werkzeuge

  • Gehrungsmaß oder Schmiege
  • Spitzer Bleistift
  • Gehrungssäge, Kapp- und Gehrungssäge oder Gehrungslade und Feinsäge
  • Bandspanner oder vier Gehrungsklammern
  • Holzleim

Optional:

Anleitung Verbindung auf Gehrung

Holzverbindung auf Gehrung: Anzeichnen der Gehrung mittels Schmiege
Gehrung anzeichnen mittels einer Schmiege

Anzeichnen der Gehrung

Bei einem Rahmen mit vier rechtwinkligen Eckverbindungen zeichnet man zunächst mithilfe eines Gehrungsmaßes oder einer Schmiege einen 45-Grad-Winkel auf die Enden der vier Holzteile an. Eine Schmiege kann außerdem auch für andere Winkelmaße verwendet werden, weil sie sich verstellen lässt.

Im Gegensatz dazu kann man beim Gehrungsmaß keine anderen Winkel einstellen. Dafür besteht aber auch nicht die Gefahr von Ungenauigkeiten.

Holzverbindung auf Gehrung: Leisten sägen mittels Gehrungssäge
Gehrung sägen mit einer Gehrungssäge

Sägen der Gehrung

Anschließend erfolgt das Absägen der Holzleisten. Besonders einfach gelingt dies mit einer Gehrungssäge, mit der man Winkel zwischen 0 und 90 Grad schneiden kann. Noch bequemer gelingt es mit einer elektrischen Kapp- und Gehrungssäge, noch kostengünstiger mit einer einfachen Gehrungslade und einer Feinsäge, wie sie oft beim Sägen von Fußleisten auf Gehrung eingesetzt wird.

Wichtig ist nur, dass man ein Sägeblatt mit kleinen Zähnen verwendet, damit sehr präzise und splitterfreie Schnitte gelingen können.

gehrung rahmen 4zu3
Verbindung auf Gehrung

Verbinden mit Schrauben, Nägeln und Dübeln

Um die Stabilität der Verbindung auf Gehrung zu erhöhen, kann man Holzdübel verwenden, die unsichtbar im Rahmen verschwinden. Schrauben oder Nageln der Verbindung ist natürlich auch möglich. Aber man wählt selten eine optisch ansprechende Verbindung wie die Gehrung, um sie anschließend mit Schrauben oder Nägeln zu entstellen.

Für zylindrische Holzdübel muss man ein Loch in jedes der zu verbindenden Werkstücke bohren bzw. für ellipsenförmige Flachdübel jeweils eine Nut fräsen (siehe auch Nut und Feder).

Säubern, Verleimen und Verputzen

Nachdem man die Enden der Leisten im 45-Grad-Winkel abgesägt und die Holzdübel eingebracht hat, werden die Schnittflächen gesäubert und verleimt. Man kann die Rahmenteile mit einem Bandspanner oder vier Gehrungsklammern fixieren.

Die Spannbacken des Bandspanners sorgen dafür, dass die Verbindungen gerade und rechtwinklig aufeinander gepresst werden. Das gilt auch für die Gehrungsklammern, die mit einer Spreizzange auf die Rahmenecken gesetzt werden.

Tipp: Zum Abschluss die Rahmenkanten brechen und den Rahmen glattschleifen.