Kamin

Kachelofen oder Kamin selber bauen: 9 Tipps und Bauanleitungen

  • Einen offenen Kamin selber bauen, einen Kachelofen oder einen Kaminofen? Wenn es um effizientes Heizen geht, liegt der offene Kamin ganz abgeschlagen mit einer Effizienz von rund 20 % hinten. Ein Kaminofen kann dagegen mit einer Effizienz von rund 90 % punkten. Was aber die Romantik angeht, liegt er offene Kamin mutmaßlich vorne.
  • Der erste Ansprechpartner ist immer Ihr Schornsteinfeger, der über alle relavanten Verordnungen, Normen und Erfordernisse informiert. Er kann Ihnen auch Auskunft geben, ob Ihr Vorhaben mit einem vorhandenen Schornstein wie beabsichtigt umsetzbar ist.
  • Mit einem Kaminbausatz und Porenbeton zur Umbauung lässt sich genau nach Herstellerangaben ein Kamin selber bauen. Ohne einen solchen Bausatz braucht man sehr viel Sachverstand, um einerseits alle Normen und Bestimmungen einzuhalten und andererseits auch einen funktionierenden Kamin mit gutem Abzug und ausreichender Sauerstoffzufuhr richtig zu bauen.

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Nutzung offener Kamine

Die Erste Bundesimmissions-Schutzverordnung bestimmt, dass offene Kamine nur gelegentlich benutzt werden dürfen. Dem Urteil eines Oberverwaltungsgerichts zu Folge waren das im verhandelten Fall Kaminfeuer an bis zu 8 Tagen im Monate für jeweils bis zu 5 Stunden. Im Einzelfall kommt es sicher auf die Dichte der Bebauung und andere Faktoren an. Wird auch nach Beanstandung dieser Regelung zuwidergehandelt, können Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden.

Ein Kamin oder ein Kachelofen sind im Winter eine wahre Bereicherung für jedes Haus. Schließlich wärmt er die Wohnräume und sorgt gleichzeitig für eine gemütliche Atmosphäre. Deshalb wird ein offener Kamin häufig beim Hausbau direkt mit eingeplant. Mit einem Kaminbausatz ist das ganz einfach.

Aber auch Besitzer älterer Häuser können ihn nachträglich einbauen. Zuvor muss man jedoch den Schornsteinfeger fragen, ob die Voraussetzungen dafür gegeben sind oder welche Maßnahmen erforderlich sind, um diese Voraussetzungen zu schaffen.

Wer handwerklich geschickt ist, kann einen Kamin oder Kachelofenmithilfe eines Bausatzes sogar selber bauen.

Sollte kein freier Schornstein vorhanden sein, gibt es auch die Möglichkeit einen Edelstahl-Schornstein außen an der Fassade entlang hochzuführen. Auch dazu bekommen Sie von Ihrem Schornsteinfeger Auskunft und gute Tipps.

Auf Heimwerker.de erfahren Sie jetzt schon viele Tipps, wenn Sie Ihren Kamin selber bauen wollen.

1. Bestimmungen zum Bau offener Kamine und Kachelöfen

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Vor der Kaminabmauerung Spezialmörtel auftragen.

Für den Kamin- und Ofenbau gelten bauliche Bestimmungen hinsichtlich der Verkleidung. Gemäß Abschnitt 5.3.1 der DIN 18895-1 dürfen sich die Oberflächen der Kaminverkleidung und die der Nischen für die Brennstofflagerung nur auf maximal 85 °C erwärmen.

Porenbeton gehört zu den mineralischen Baustoffen, für die eine Höchsttemperatur von 120 °C vorgeschrieben ist. Ausgenommen sind hiervon Stellen, die zur Ablage von Gegenständen dienen. Ebensowenig gilt diese Grenze für Bauteile des Feuerraums.

Außerdem müssen die verwendeten Materialien aus nicht-brennbaren Baustoffen der Klasse 1 bestehen und einer enormen Wärmebeanspruchung standhalten. Der feuerbeständige Porenbeton erfüllt dieses Kriterium für die Kaminverkleidung und besitzt zugleich eine geringe Wärmeleitfähigkeit, sodass sich die Temperatur auf der dem Feuer abgewandten Seite nur gering erhöht.

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Gedämmtes Kaminrohr in Porenbeton-Formsteinen einsetzen.

Dennoch ist er nicht für Feuerraumwände sowie -böden zugelassen, für die nur feuerfeste Materialien in Frage kommen. Wegen des geringen Gewichts von Porenbeton führt ein nachträglicher Einbau eines offenen Kamins im Allgemeinen zu keinen kritischen Belastungen normal ausgelegter Decken.

Mit Ausnahme der Tragplatten und geplanten Öffnungen müssen offene Kamine allseitig verkleidet werden. Nach DIN 4165 und 4166 eignen sich hierzu Porenbeton-Plansteine oder -Planbauplatten. Die Verkleidung wird zu den Gebäudewänden als Vormauerung ausgeführt. Da Plansteine mit äußerst geringen Maßtoleranzen gefertigt werden, können sie mit Dünnbettmörtel vermauert werden (Abb. 1).

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Rauchanschlussrohr für den Kamin anpassen.

Bei Porenbetonsteinen mit Nut und Feder ist es dagegen ausreichend, sie im Lagerfugenbereich zu vermörteln. Im Stoßfugenbereich werden sie knirsch aneinandergestoßen, sog. Knirschfugen. Dasselbe gilt für die Planbauplatten, die lediglich geringere Wanddicken aufweisen. Um die Sockelstützen zu errichten, die das Eigengewicht des Kamins ableiten, ist Porenbeton ebenfalls geeignet.

Ist der Neubau eines Schornsteines notwendig, stehen darüber hinaus Formsteine aus Porenbeton für die Ummantelung zur Verfügung, die dann ein zusätzlich gedämmtes Rohr im Innern umkleiden (Abb. 2-3). Sie werden ebenfalls mit Dünnbettmörtel vermauert.

Die zum System gehörenden Rauchrohre und Abgasleitungen sind Stecksysteme, die bei der Montage wenig Zeit kosten.

Tipp: Alternativ dazu kann ein Edelstahl-Außenschornstein eine richtige Lösung sein. Um sich richtig zu entscheiden sollten Sie die Tipps Ihres Schornsteinfegers einholen

2. Empfehlungen für Baumaterialien aus Porenbeton für Kamine

In Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Sanitär-Heizung-Klima erarbeitete der Bundesverband der Porenbetonindustrie eine Empfehlung für den Einsatz von Porenbeton bei offenen Kaminen und Kachelöfen. Demnach eignen sich aus ihm bestehende Bauteile bis 150 °C für eine innere Dauertemperaturbelastung.

Der Porenbeton muss mindestens der Rohdichteklasse 0,5 nach DIN 4166 bzw. DIN V4165 entsprechen und zur Festigkeitsklasse 2 gehören.

Tipp: Heimwerker, die einen offenen Kamin selber bauen, sollten als Bindemittel Dünnbett- oder Füllmörtel verwenden. Auf diese Weise vermeidet man einen möglichen Abrieb des Baustoffs. Allerdings ist Porenbeton für eine bestimmungsgemäße Wärmeabgabe nicht geeignet.

3. Anleitung: Kamin und Kachelofen selber bauen

Im ersten Schritt wird der Untersims auf dem Fußboden aufgelegt und der Außenriss aufgezeichnet. Danach zieht man eine nach innen versetzte Linie, bei der ein Überstand mitberücksichtigt werden sollte. Diese Markierung legt die Stelle fest, an der der Porenbeton-Sockel aufgemauert wird. Anschließend baut man nach der Herstelleranleitung den inneren Bereich des Kamins auf. Je nach Modell wird er danach mit Porenbeston verkleidet, um- oder vorgemauert.

Soll der Kamin über Eck gebaut werden, sind einige Schrägschnitte notwendig. Hier liegt der Vorteil von Porenbeton, denn die Steine und Platten sind einfach zu bearbeiten und lassen sich auf die erforderliche Größe zurecht sägen. Ebenfalls kann man mit ihnen halbrunde Elemente und Bögen selber bauen, die den Kaminofen optisch aufwerten.

Im letzten Schritt wird die Oberfläche des Porenbetons mithilfe eines Putzgewebes vollflächig verputzt. Wer stattdessen Fliesen verlegen möchte, befestigt diese mit einem speziellen Zementkleber direkt auf dem Porenbeton.

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Selbst gebauter Kamin mit halbrunden Elementen | Kachelofen mit abgemauertem Sockel und Verkleidung

4. Hinweise zur Bauanleitung für Kachelöfen und Kamine

Die aufgeführten Arbeitsschritte stellen ein vereinfachtes Muster dar. Daher sollten Heimwerker unbedingt die zum Bausatz gehörende Herstelleranleitung genau befolgen, damit der offene Kamin den Anforderungen der DIN 18895-1 entspricht und die Bestimmungen für die Registrierung erfüllt. Außerdem ist die Beratung eines Fachmannes erforderlich, um das Zusammenwirken von Schornstein, dem offenen Kamin und der Zugluft korrekt zu berechnen.

5. Bauanleitungen für Kamine, Kaminöfen, Kaminsimse und Zubehör

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Bevor Sie einen Kamin in Eigenleistung bauen, sollten Sie unbedingt auch einen Fachmann konsultieren.

Jahrhunderte übernahm der Kamin eine rein praktische Aufgabe: er war eine haustechnische Einrichtung zur Heizung eines Raumes. Heutzutage liegt der Wunsch nach einem Kamin woanders. Er verbreitet Gemütlichkeit, sieht klasse aus und sorgt für einen romantischen Flair.

Leider sind moderne Kaminöfen in der Anschaffung recht teuer, weshalb es sich für einen Heimwerker lohnt, den Kamin selber zu bauen, wenn es vor allem um gelegentliche, gemütliche Abende vor dem Feuer geht.

Bei einem Kachelofen geht es schon viel mehr um die Funktion einer zusätzlichen Heizung, die sogar warmes Wasser für das Bad liefern kann. Auch ein Kaminofen kann in das Heizsystem integriert werden, wenn er die entsprechenden Möglichkeiten mitbringt.

Die folgenden Anleitungen zeigen ausführlich den Bau verschiedener Kamine, Kaminöfen, Kaminsimse und des benötigten Zubehörs. Selbstverständlich sind alle Pläne kostenlos und wurden von uns ausführlich geprüft.

6. Kamine, Kaminöfen und offene Kamine selber bauen

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7. Scheinkamin, Kaminsims und Zubehör

8. Häufige Fragen und Ihre Antworten (FAQ) zum Kaminbau

8.1. Wie baue ich einen Außenkamin selbst?

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Ein Outdoor-Kamin lässt sich selbstverständlich auch selber bauen. Hier müssen die Materialien aber witterungsbeständig sein.

Ein Außenkamin lässt sich genauso bauen wie ein Innenkamin. Achten Sie allerdings darauf, dass der von Ihnen gekaufte Bausatz und sonstige Materialien auch für den Außeneinsatz geeignet sind. Ansonsten nimmt Ihr Kamin bei starker Witterung zu schnell Schaden.

8.2. Welche Steine sollte ich zum mauern des Kamins verwenden?

Wie schon in der obigen Anleitung beschrieben, sind Porenbetonsteine besonders gut geeignet, da sie einfach zu verarbeiten und leicht sind. Allerdings sind auch andere Steine oder Riemchen zur Verkleidung möglich. Lassen Sie sich beim Baustoffhändler beraten.

8.3. Kann ich einen Ofen selber bauen?

Ein Ofen selber zu bauen ist für einen Heimwerker ohne Sachkenntnisse nicht zu empfehlen.

8.4. Kann ich einen Kamin auch bauen lassen?

Selbstverständlich können Sie sich einen Kamin auch bauen lassen. Am besten holen Sie sich verschiedene Angebote ein. Das Unterfangen kann aber schnell mehrere Tausend Euro kosten.

8.5. Wie viel kostet es einen Kamin selber zu bauen?

Die Kosten hängen in erster Linie vom Bausatz und den verwendeten Materialien ab. Die Spanne ist groß, von etwa 1.000 Euro bis zu fünfstelligen Beträgen.

8.6. Kann ich einen Kamin mit Kamineinsatz bauen?

Der Kamineinsatz ist Bestandteil eines Kaminbausatzes. Wer lediglich einen Kamineinsatz kauft und die restlichen Materialien im Baustoffhandel, kann etwas sparen.

9. Anleitung Kachelofen abreißen – weitere häufige Fragen zum Entfernen, Entsorgen und Abriss-Kosten

Öfen spenden gemütliche Wärme und können eine Wohnung deutlich aufwerten – doch manchmal gefällt ein alter Kachelofen einfach nicht mehr, er soll entfernt werden. Damit Sie beim Rückbau nichts falsch machen, wenn Sie Ihren Kachelofen selbst abreißen, beantworten wir auf Heimwerker.de Ihnen die am häufigsten gestellten Fragen zum vollständigen Entfernen.

9.1. Kachelofen abreißen: Was muss ich vorher beachten?

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Beim Abriss des Kachelofens sollten Sie aufgrund des anfallenden Staubes sowohl Augen als auch Nase und Mund bedeckt halten und schützen.

Vor einer Kachelofen-Demontage sollten Sie sich zunächst überlegen, ob Sie den alten Kachelofen entsorgen oder noch anders weiterverwenden wollen – etwa modernisiert an einer anderen Stelle oder als Verkaufsobjekt.

Denn einen Kachelofen vollständig zu entfernen, ohne ihn zu beschädigen bzw. komplett abzureißen, ist besonders für Laien sehr schwierig. Wenn Sie Ihren Ofen aber nicht mehr benötigen und einfach entsorgen möchten, können Sie den Kachelofen-Abriss getrost selbst vornehmen.

9.2. Kachelofen entfernen, wie sollte ich vorgehen?

Beim Abriss von Kachelöfen müssen Sie grundsätzlich zwei Schritte vornehmen: Zuerst muss der Ofen vollständig entfernt werden, danach muss der Rauchabzug bzw. das Ofenrohr verschlossen werden.

Die Demontage können Sie mit einem Hammer oder anderen Schlagwerkzeugen vornehmen. Möchten Sie den Kachelofen z. B. im Wohnzimmer abreißen, legen Sie am besten eine Plane oder Malervlies aus, um die gröbsten Verschmutzungen vom Boden fernzuhalten und diesen nicht zu beschädigen. Vergessen Sie außerdem nicht, eine Schutzbrille zu tragen.

Hinweis: Das entstehende Loch für den Rauchabzug bzw. Schornstein können Sie in der Regel einfach zumauern und verputzen. Wenn Sie ganz sichergehen möchten, verwenden Sie idealerweise Kamin- oder Ofenmörtel, um das Loch zu verschließen. Auch bietet sich die Benutzung von Isolierfarbe an.

9.3. Kachelofen: Rückbau des Schornsteins?

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Ungenutzte Schornsteine müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Wenn Ihr Schornstein nun nicht mehr benutzt wird, beispielsweise von anderen Feuerstellen im Haus oder in Nachbarwohnungen, sollte er unbedingt vor Regen geschützt werden. Denn besonders gemauerte Schornsteinköpfe neigen dazu, Wasser aufzunehmen, sodass das Mauerwerk sich vollsaugt.

Ursache hierfür ist, dass der Schornstein von innen keine Wärme mehr erhält und durch vermauerte Anschlüsse keine natürliche Luftzirkulation mehr eine Austrocknung ermöglicht.

Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, einer solchen Durchfeuchtung vorzubeugen, etwa die Installation einer Abdeckung gegen Regen und/oder eines Lüftungsgitters innerhalb des Hauses. Auch ein Abtragen des Schornsteines bis unter das Dach ist denkbar. Hier sollten Sie sich allerdings von Ihrem Schornsteinfeger beraten lassen.

9.4. Abriss-Kosten beim Kachelofen – was kommt auf mich zu?

Wenn Sie Ihren Kachelofen selber abreißen, lassen sich die Kosten beim Entfernen recht gut beschränken. Ist das nötige Werkzeug bereits vorhanden, kostet Sie die eigentliche Demontage bis auf einige Stunden Zeit und Anstrengung gar nichts. Lediglich für das Verschließen des Ofenrohres fallen Materialkosten an. Diese fallen jedoch relativ günstig und höchstens mit einigen hundert Euro ins Gewicht, je nachdem welche Materialien Sie im konkreten Fall benutzen.

Wenn der Schornstein wegen ausbleibender Benutzung abgetragen bzw. zurückgebaut werden oder anderweitig vor Regen geschützt werden soll, wird es etwas teurer. Hier variieren die Kosten aber signifikant je nach Maßnahme und Schornstein. Auch hier hilft Ihnen ein Schornsteinfeger jedoch weiter.

Tipp: Beim Schornsteinfeger sollten Sie als letztes auch Ihre Feuerstelle wieder abmelden. So vermeiden Sie es, zukünftig eventuell anfallende Kosten für einen Kachelofen zu vermeiden, der gar nicht mehr benutzt wird. Viel Erfolg beim Kachelofen-Abriss!

10. FAQ: Kamintür verstecken – wie verdecke ich Kamintüren am besten?

ZweiTassen vor gemütlich prasselndem Kaminfeuer

Ein Kamin ist eine feine Sache. Für Frust hingegen kann die dazugehörige Kamintür sorgen, wenn Sie an einer ungünstigen Stelle verbaut ist und die Optik stört.

Öfen und Kamine sind in vielen Fällen eine wahre Erweiterung fürs eigene Haus oder auch für die Wohnung – sie spenden wohlige Wärme und sorgen für eine gemütliche und entspannte Atmosphäre. Doch ein Ofen kommt selten allein – für die Installation sind einige Schritte notwendig, um ausreichende Sicherheit und Möglichkeiten zur Wartung sicherzustellen.

Eine dieser Voraussetzungen sind Kamintüren. Gemeint sind damit nicht Ofentüren oder Abdeckungen für einen Kamin selbst, sondern in die Wand eingelassene, kleine Türen, die als Zugang zum Schornstein für einfachere Wartung oder auch als Anschlussmöglichkeit für einen Ofen fungieren. Gerade in Mehrparteienhäusern finden sich oft mehrere dieser Kamintüren, häufig im Keller, aber hin und wieder auch in Wohnungen.

Das führt nicht selten zu Frust bei Mietern, wenn die Kamintür etwa an einer ungünstigen und sehr auffälligen Stelle verbaut ist. Je nachdem, wie der Schornstein innerhalb des Hauses verläuft, kann eine Kamintür auch schon einmal mitten an der Wohnzimmerwand prangen und dabei unschön ins Auge fallen. Denn Kamintüren sind häufig aus verzinktem Stahlblech gefertigt und erfüllen dadurch zwar ihren Zweck, sehen aber weder besonders edel noch ansatzweise dekorativ aus.

Heimwerker.de möchte Ihnen heute daher einige Tipps geben, wie Sie eine unansehnliche Kamintür am besten verstecken und beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Thema Kamintür verdecken.

10.1. Kamintür an einer Wand verstecken – Verschluss oder Kaschierung?

Bevor Sie sich Gedanken um eine mögliche Verkleidung Ihrer Kamintür machen, sollten Sie sich eine wichtige Frage gleich zu Beginn stellen. Soll die Kamintür noch benutzt werden, also weiterhin zugänglich sein, oder kann Sie ganz verschlossen werden? In der Regel müssen Kamintüren in regelmäßigen Intervallen geöffnet werden, und zwar hauptsächlich bei einer Wartung oder Inspektion des Schornsteins durch einen Schornsteinfeger. In solchen Fällen wäre es ziemlich unpraktisch, wenn die Kamintür so verdeckt wurde, dass sie nicht mehr zugänglich ist.

Häufig werden Schornsteine aber auch nicht mehr benutzt, etwa wenn eine modernere Heizanlage in ein Mehrfamilienhaus eingebaut wurde oder wenn der Schornstein nur für einen einzigen Ofen nötig war und dieser nicht mehr betrieben wird. In solchen Fällen kann die Kamintür meist getrost auch so versteckt werden, dass sie nicht mehr geöffnet werden kann. Das besprechen Sie jedoch am besten mit dem für Sie zuständigen Schornsteinfeger. Dieser sollte ohnehin zu Rate gezogen werden, wenn es um die Stilllegung eines Schornsteines geht.

10.2. Kamintür verstecken: Was ist die beste Möglichkeit?

Wenn es nun darum geht, die eine Kamintür aus Edelstahl zu verdecken, gibt es nicht eine einzige, am besten geeignete Möglichkeit. Je nach Umständen können für verschiedene Kamintüren ganz unterschiedliche Varianten in Frage kommen. Daher wollen wir Ihnen einige verschiedene Anregungen bieten, von denen sicherlich eine passende für Ihre persönliche Kamintür dabei ist.

10.3. Variante 1: Schnell und simpel

Eine der einfachsten Methoden, eine Kamintür effektiv zu verdecken, ist zugleich wohl auch die einfachste: Wie wäre es beispielsweise, wenn Sie einfach ein schönes Bild über die Kamintür hängen? Das ist bereits mit einem kleinen Nagel in der Wand – und natürlich einem passenden Bild – getan, sodass Sie eine schönere Optik genießen können als die einer blanken Metalltür in der Wand.

Zusätzlicher Vorteil: Für Wartungen oder Reinigungen lässt sich das Bild einfach abnehmen; der Zugang zur Kamintür ist in keiner Weise beschränkt.

10.4. Variante 2: Gründlich und anhaltend

Die zweite Alternative, die wir ihnen darbieten wollen, ist fast das Gegenteil von Variante 1. Eher aufwändig, aber dafür sehr gründlich – so gründlich, dass die Kamintür danach nicht mehr zu sehen ist.

Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Kamintür nicht mehr gebraucht wird. Soll die Kamintür zugänglich bleiben, ist diese Variante nicht für Sie geeignet. Falls die Tür jedoch getrost für immer überdeckt werden kann, bietet es sich an, die Kamintür einfach zu überputzen. Besonders einfach ist das, wenn die Kamintür in die Wand eingelassen ist, anstatt auf der Oberfläche montiert worden zu sein. Dann kann die Kamintür mit einer kleinen Menge Putz einfach bündig mit der Wand verputzt werden. Für den nötigen Halt auf der Metalloberfläche kann dabei ein Innenputzgewebe dienen, welches zuvor auf die Kamintür geklebt wird.

Tipp: Wenn die Kamintür über die Oberfläche der Wand hinausragt, können Sie sie natürlich trotzdem verputzen. Hier muss aber entweder die ganze Wand mit einer Schicht putz versehen werden oder aber es entsteht eine „Beule“ an der Wand, wo die Kamintür verputzt wurde.

In jedem Fall sollten Sie sich aber merken, wo die Kamintür unter dem Putz angebracht wurde, damit Sie nicht aus versehen einen Nagel durch den Putz in die Abdeckung des Schornsteines hämmern.

10.5. Variante 3: Kreativität ist gefragt

Neben den ersten beiden Möglichkeiten können Sie natürlich auch Ihre Kreativität werkeln lassen, um die Kamintür vielleicht nicht zu verdecken, aber ihr auf innovative Art und Weise eine neue Optik zu verleihen. Wie wäre es beispielsweise mit ein paar aufgeklebten Holzlatten, um die ganze Kamintür in einen Bilderrahmen umzuwandeln? Eine bemalte Kamintür ist bestimmt ebenfalls ansehnlicher als blankes Metall in der Wand. Auch ein aufgeklebter Spiegel ist nicht nur dekorativ, sondern auch nützlich. Ebenfalls nützlich: Die Kamintür kann so gestaltet werden, dass sie noch immer funktional ist.

10.6. Variante 4: Verschlichtern statt verstecken

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Die meisten Revisionstüren sind aus schlichtem weißem Kunststoff gefertigt, sodass sich auf einer weißen Wand lediglich ein schlichtes, unauffälliges Rechteck abzeichnet, vergleichbar mit einem in die Wand eingelassenen Sicherungskasten.

Wenn alle dieser Optionen nicht in Frage kommen, bleibt noch immer die Möglichkeit, die Existenz der Kamintür zwar zu akzeptieren, aber dennoch eine schlichtere Optik zu kreieren.

Hierfür gibt es sogenannte Revisionsklappen und Revisionstüren. Deren Prinzip sieht eine zusätzliche Klappe vor, die einfach über die Kamintür geklebt oder geschraubt wird. Erst das Öffnen der Revisionstür bzw. -klappe offenbart die dahinter liegende Kamintür.

Revisionstüren werden meist einfach an ihrem Rahmen aufgeklebt oder geschraubt, es gibt jedoch auch Modelle, die mit der Wand verputzt werden können und so ein besonders minimalistisches Bild ermöglichen. Auch sind viele Revisionstüren in verschiedenen Farben erhältlich, sodass auch bei farbig gestrichenen Wänden ein einheitliches Bild erzeugt werden kann. Die meisten Modelle lassen sich natürlich auch einfach mit der Wandfarbe bestreichen.

Nun haben Sie viele verschiedene Möglichkeiten, eine störende Kamintür zu verstecken, die wegen einem Ofenrohr oder Kaminofen an der Wand verblieben ist. Egal, für welche Option Sie sich entscheiden – wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung!

Bildnachweise: adobe.stock/Arpad Nagy-Bagoly, adobe.stock/dimetradim, legacy/vgl, legacy/vgl, legacy/vgl, legacy/vgl, legacy/vgl, adobe.stock/Rasulov, amazon.com/Upmann (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)