Boden & Fliesen

Linoleumboden Grundlagen

  • Linoleum gehört zu den natürlichsten Bodenbelägen. Dabei ist es sehr robust und gegen viele Umwelteinflüsse resistent. Dazu gehören Zigaretten, Öle und Fette. Ebenso ist es leicht zu reinigen, wirkt antibakteriell und ist somit eines der besten Bodenbeläge in Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen.
  • Die Geschichte des Linoleums reicht bis ins Jahr 1860 zurück und nach einer aufstrebenden und einem fast völligen Zusammenbruch, erkennen heute wieder viele die Vorteile dieses einzigartigen Bodenbelags.

Linoleum Bodenbelag

Linoleum als Bodenbelag

Geschichte des Linoleumbodens

Linoleum Design
Dem Design von Linoleum sind keine Grenzen gesetzt.

Linoleum ist ein sehr alter, damals sehr beliebter, fast vergessener und inzwischen wiederentdeckter Bodenbelag. Bereits 1860 entwickelte Frederick Walton ein Material, welches mit Korkmehl versetzt, das spätere Linoleum bilden sollte. Eher per Zufall entdeckte er, dass oxidierendes Leinöl eine feste gummiartige Schicht bildet. Dieses neuartige Linoxin ließ er sich patentieren und nach etlichen Versuchen, gelang es ihm auch 1963 damit Jutestoff zu beschichten. Das erste Linoleum war geboren.

Aufgrund der guten Eigenschaften, wie Dämmwirkung, Elastizität, Haltbarkeit und leichter Reinigung, setze sich Linoleum schnell durch und diente hauptsächlich als Bodenbelag. 1977, als der Patentschutz auslief, konnten auch andere Firmen Linoleum herstellen und der Konkurrenzkampf begann. Der Begriff Linoleum durfte dabei von allen verwendet werden, da sich Walton ihn nie hat patentieren lassen.

Im selben Jahr entwickelte er dafür ein Verfahren um Linoxin als Tapete zu nutzen. Lincrusta bestand aus beschichtetem Papier, auf das erstmalig auch Muster gewalzt wurde. Die ersten großen Unternehmen entstanden in England Frankreich und Deutschland.

Herstellung von Linoleum
Qualitätsprüfung bei der Linoleum-Herstellung

Mit der neuen Einlegetechnik Straigt-Line-Inlaid, gelang es 1890 nun auch endlich, Linoleum brauchbar farblich zu gestalten und ein Jahr später entstanden die ersten großen nahtlosen Linoleumbahnen. Damit war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Linoleum verbreitete sich weltweit und auch die beiden Weltkriege wurden überstanden. Erst 1960, mit der Durchsetzung von synthetischen Bodenbelägen wie PVC, brach der Markt endgültig zusammen und Linoleum stand fast überall vor dem aus. Weltweit hielten sich nicht mal ein Hand voll Unternehmen, die weiterhin produzierten.

Erst 1980 erholte sich die Linoleumproduktion und einige Firmen konnten ihren Stand wieder festigen. Linoleum ist zu 80% ein natürlicher Stoff und daher gerade in der heutigen Zeit wieder sehr beliebt. Nach wie vor findet es gerade in öffentlichen Gebäuden seine Verwendung. Mit der Herstellung von Klick-Linoleum wird es sicher auch wieder mehr Verwendung in privaten Bereichen finden.

Linoleum besteht aus:
  • 40% organischen Füllstoffen
  • 32% Leinöl
  • 20% anorganischen Füllstoffen
  •   8% Naturharzen

Linoleumproduktion

Gegenüber PVC und anderen Bodenbelägen hat Linoleum einen großen Vorteil. Es besteht zu 80% aus natürlichen Stoffen und ist biologisch abbaubar. Kaum ein Bodenbelag kann das von sich behaupten.

Den Grundstoff bilden Leinöl, Naturharze, organische Füllstoffe wie Kork- oder Holzmehl, Kalksteinpulver und Titan(IV)-oxid. Als Trägermaterial dient Jutegewebe, welches die unterste Schicht bildet.

Hergestellt wird Linoleum aus Leinöl, welches durch Einkochen mit Trockenstoffen in Leinölfirnes umgewandelt wird. Durch Trocknung und ständigem Rühren, oxidiert Leinölfirnes und wird, nach weiterer Zugabe von Harzen, zu einer zähen Masse verarbeitet. Diese nennt man Linoliumzement. Nach Zugabe von Kork- und Holzmehl, Kalksteinpulver sowie Bindemittel und Farbstoffen, kann der Linoleumzement mittels großen Walzen auf das Trägermaterial gepresst werden und das fertige Linoleum in Trockenkammern weiter reifen.

Vor- und Nachteile von Linoleum

  • Linoleum ist, sofern es nicht mit Acrylat beschichtet ist, antistatisch und resistent gegen Öl und Fett
  • Hygienisch: Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze können sich auf Linoleum nicht halten
  • Vielseitig: Linoleum wird “von der Rolle” verlegt oder auch in Form von Platten, genauso wie Fertigparkett.
  • Wird der Linoleumboden mit Wachs behandelt, gestaltet sich die Pflege aufwändiger.
  • Nicht für Feuchträume: Unter stehender Nässe quillt Linoleum auf und wellt sich.
  • Die Verarbeitung von Linoleumböden gehört in Expertenhände, denn die Fugen müssen mit einem Handschweißgerät sorgfältig gegen eindringende Feuchtigkeit verschlossen werden.

Linoleum verlegen
Linoleum verlegenLinoleum zu verlegen ist nicht leicht. Neben Grundwissen und Geschick ist vor allem das richtige Werkzeug nötig. Dennoch ist es keine Zauberei und unter Einhaltung wichtiger Punkte, ist es auch für einen Heimwerker möglich.

Linoleum verlegen »

Click-Linoleum
Klick-Linoleum verlegenWie Parkett und Laminat, gibt es auch Linoleum im Clicksystem. So kann jeder Heimwerker bei sich seinen Bodenbelag selbst verlegen und unterschiedliche Farben zu kombinieren. Wie erklären, was dabei zu beachten ist.

Click-Linoleum »

Reinigung und Pflege von Linoleum

Linoleum reinigen und pflegen

Linoleum ist ein ökologisch nachhaltiger Bodenbelag, nicht nur durch seine natürliche Zusammensetzung, sondern auch durch seine Langlebigkeit – bei der richtigen Pflege und Reinigung hält Linoleum bis zu 40 Jahre, bevor es erneuert werden muss. Wichtig dafür sind regelmäßige Reinigung und Pflege.

Die Nutzung eines ungepflegten Belags führt zu höherem Verschleiß, vor allem körniger Schmutz verstärkt die Scheuerwirkung. Die von Herstellern werksseitig aufgebrachten Oberflächenversiegelungen schützen die Oberfläche bereits bestens gegen Verschmutzungen und bilden die Basis der laufenden Reinigung und Pflege.

Tipp: Wird diese Schutzschicht regelmäßig mit entsprechenden Pflegemitteln aufgearbeitet, ist Linoleum lange haltbar und eine Grundreinigung und Aufarbeitung selten nötig.

Unterhaltsreinigung

Wie jeder andere Bodenbelag, muss auch Linoleum regelmäßig gereinigt werden. In erster Linie geschieht das mit einem Besen oder Staubsauger um Sand und andere Verunreinigungen zu beseitigen. Dieses sollte regelmäßig durchgeführt werden, um die Oberfläche nicht unnötig zu belasten. Generell sollte es vermieden werden, schleifende Partikel auf Linoleum zu bringen. Hilfreich sind dabei Schmutzmatten und ein Verzicht auf Benutzung mit Straßenschuhen.

Je nach Bedarf muss Linoleum feucht gewischt werden. Hierfür gibt es spezielle Reiniger, welche die Oberfläche reinigen, pflegen und die Schutzschicht verbessern. Außerdem sollte das Wasser nicht zu heiß sein, da eine hohe Wassertemperatur dem Belag ebenso schadet wie stehende Pfützen. Ist Linoleum durch eindringendes Wasser einmal verquollen, kann es nur noch durch neues ersetzt werden.

Grundreinigung

Ist Linoleum stark oder großflächig verschmutzt, empfiehlt sich eine Grundreinigung, bei der die oberste Schutzschicht abgetragen und neu aufgebracht wird. Im einfachen Maß lässt sich das mit entsprechenden Reinigungsmitteln alleine bewerkstelligen. Bei großen und intensiv genutzten Flächen, sollte diese Arbeit an eine Fachfirma übergeben werden.

Nach dem Auftrag des Reinigungsmittels, muss dieses einwirken und danach gründlich abgewaschen werden. Dabei wird die oberste Schutzschicht teilweise angelöst oder gar abgeschliffen. Nach einer intensiven Trocknung, kann der Belag poliert und mit einer neuen Schutzschicht gepflegt werden. Hierzu immer die Herstellerangaben beachten.

Tipps zur Linoleumpflege

  • Linoleum nie zu heiß wischen
  • Dauerhafte Nässe vermeiden
  • Milch bringt Linoleum zum glänzen
  • Reinigungsmittel mit einem niedrigen PH-Wert verwenden
Linoleum im Kinderzimmer
Linoleum lässt sich leicht reinigen und ist daher gut im Kinderzimmer geeignet.

Linoleum reparieren

Bei guter Pflege hat Linoleum durchaus eine Haltbarkeit von über 40 Jahren. Daher lohnt es sich fast immer, kleine Schadstellen zu reparieren. Wichtig ist, Beschädigungen schnell zu beseitigen, da Wasser eindringen und das Linoleum dauerhaft schädigen kann.

Tipp: Bei kleinen Kratzern, welche nicht tiefer als die Schutzschicht sind, kann Oberfläche leicht angeschliffen und mit den entsprechenden Pflegeprodukten wieder geschützt werden.

Sind die Beschädigungen etwas größer und tiefer, ist eine intensivere aber nicht unmögliche Reparatur nötig. Dazu wird als erstes die betroffene Stelle mit einem Messer etwas ausgeschabt und nachfolgend mit Spiritus gereinigt. Mit einer Fräse oder ähnlichem Werkzeug werden nun kleine Späne aus der Oberfläche eines Reststückes gewonnen

Wichtig – es darf nur die oberste Schicht genutzt werden.

Linoleum bietet einen hohen Komfort und ein modernes Design.
Linoleum bietet einen hohen Komfort und ein modernes Design.

Mit Sekundenkleber können diese kleinen Späne in das Lock gedrückt und verklebt werden. Den Vorgang so oft wiederholen, bis das Loch vollständig gefüllt ist. Dabei ruhig großzügig arbeiten, um sicher zu stellen, dass alles ordentlich verklebt und gefüllt ist.

Nach der Trocknung kann die Stelle mit feinem Nass-Schleifpapier geglättet und wieder mit Pflegemittel geschützt werden. So ist das Loch beseitigt und die Oberfläche wieder gegen eindringendes Wasser geschützt.