
Nach Angaben des Umweltbundesamts verbringen Menschen 80 bis 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Umso wichtiger ist eine funktionierende Lüftung mit sauberen Filtern. Bei richtiger Einstellung und regelmäßiger Wartung kann eine Lüftungsanlage das Raumklima verbessern, für einen ausreichenden Luftaustausch sorgen und Feuchtigkeit abführen. Der Filterwechsel an Lüftungsanlage und Dunstabzugshaube dauert oft nur 10 bis 15 Minuten und ist in den meisten Fällen ohne Spezialwerkzeug möglich. Trotzdem wird er oft vernachlässigt, was Luftqualität, Stromverbrauch und Gerätelebensdauer verschlechtern kann.
Diese Anleitung zeigt, wo die Filter sitzen, welche Filterklasse wohin gehört, wie oft gewechselt werden sollte und wie der Wechsel Schritt für Schritt funktioniert. So können Sie wieder saubere Luft in Ihren eigenen vier Wänden genießen.
1. Lüftungsfilter wechseln: Intervalle und ihre Bedeutung
Moderne Lüftungsanlagen können die Luftqualität in Ihrem Zuhause spürbar verbessern – allerdings nur so lange, wie der Filter sauber ist. Setzt sich der Filter zu stark mit Staubpartikeln oder Pollen zu, steigt sein Strömungswiderstand. Die Folge: Die Luftleistung Ihrer Anlage kann dadurch sinken. Ein regelmäßiger Wechsel der Filter ist daher essenziell.
Als grobe Orientierung sollten die Filter der kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL) alle 3 bis 6 Monate gewechselt werden. Maßgeblich sind dabei stets die Herstellerangaben. Doch auch die Filterfläche, die Luftverschmutzung an Ihrem Wohnort sowie die Pollenbelastung und das Halten von Haustieren können die Intervalle, in denen ein Wechsel der Lüftungsfilter notwendig ist, beeinflussen.
Je höher die Verschmutzung ist, desto höher fällt der Strömungswiderstand des Filters. Dadurch läuft er ggf. lauter, verbraucht mehr Strom und fördert trotzdem weniger Luft. Je nach Modell berücksichtigt die Filteranzeige am Gerät nur die Betriebsstunden oder Druckverhältnisse. Daher sollten Sie zusätzlich den tatsächlichen Verschmutzungsgrad prüfen.
Tipp: Wer den Wechsel an feste Termine koppelt, etwa an die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst, vergisst ihn weniger schnell.
2. Wo sitzen die Filter?
Wo genau die Filter sitzen, hängt von der Art Ihrer Wohnraumlüftung ab. Dabei unterscheidet man zwischen
- zentralen Wohnraumlüftungsanlagen
- und dezentralen Wandgeräten.

Zentrale Lüftungsanlagen sind häufiger in Neubauten verbaut. Sie sind leise und benötigen keine Technikelemente in den Wohnräumen. Dezentrale Systeme hingegen eignen sich gut für die Nachrüstung.
Bei der zentralen KWL liegen in der Regel hinter der Frontklappe zwei Schächte, ein feiner Filter für die Zuluft und ein gröberer Filter für die Abluft. Bei dezentralen Wandgeräten hingegen befindet sich häufig eine Filtermatte hinter der Innenblende. Je nach Gerät können sich jedoch die Anzahl, Position und Filterklasse unterscheiden.
Bei der Dunstabzugshaube sitzt der Metallfettfilter sichtbar unten und wird gereinigt; im Umluftbetrieb steckt dahinter ein Aktivkohlefilter, der getauscht werden muss. Im Abluftbetrieb entfällt der Aktivkohlefilter.
3. Die richtige Filterklasse wählen
Die Filterklasse beschreibt, wie fein gefiltert wird. Seit der DIN EN ISO 16890 gilt die Einstufung nach Abscheideleistung für verschiedene Feinstaubfraktionen, die alten Kürzel der EN 779 werden häufig zusätzlich weiterhin auf den Filtern genannt. Die früher gültige Norm EN 779 nutzte Bezeichnungen wie G3, G4, M5, M6 oder F7 und F9. Diese Filterklassen hatten verschiedene Bedeutungen:
- G3 und G4: Grobfilter für groben Staub, Insekten oder Haare
- M5 und M6: Filter für feineren Staub wie Blütenpollen oder Sand
- F7 und F9: Feinfilter für sehr kleinen Staub, Ruß oder Bakterien
Die Einteilungen der alten Norm EN 779 können nicht 1:1 auf die neuen Einteilungen der ISO 16890 übertragen werden. Entsprechende Übersetzungstabellen liefern jedoch eine etwaige Orientierung, welchen früheren Klasse die neuen Klassen entsprechen.
Für welche Filterwirkung und Bereiche die jeweiligen Filter nach der ISO 16890 eingesetzt werden, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:
| Kennzeichnung | Filterwirkung | Einsatzbereich | Wechsel |
|---|---|---|---|
| ISO Coarse mit Prozentwert | gröbere Partikel wie Sand, Flusen, Flugsamen, feine Haare |
| alle 3 bis 6 Monate |
| ISO ePM10, mit Prozentwert | Schwebstoffe wie Pollen, Gesteinsstaub, Staub von Feldbewirtschaftung |
| alle 3 bis 6 Monate |
| ISO ePM2,5, mit Prozentwert | Schwebstoffe und Feinstaub wie Bakterien, Pilz- und Schimmelsporen, Pollen, Tonerstaub |
| alle 3 bis 12 Monate |
| ISO ePM1, mit Prozentwert | Viren, Bakterien, Nanopartikel, Ruß aus Verbrennungsprozessen, Seesalz, Ölnebel |
| alle 3 bis 6 Monate |
| EN 1822 | Sehr hohe Abscheidung im Bereich der kritischsten Partikelgröße |
| alle 6 bis 12 Monate |
HEPA-Filter der Klasse H13 erreichen eine Abscheidung von mindestens 99,95 Prozent der Partikel in der kritischsten Partikelgröße. Sie werden daher unter anderem in Luftreinigern eingesetzt. In einer üblichen KWL sind sie nicht gebräuchlich.
Hinweis: Bauen Sie nie eine deutlich feinere Filterklasse ein, als das Gerät vorsieht, da ansonsten der Luftvolumenstrom einbrechen kann.
4. Schritt für Schritt: Lüftungsfilter wechseln
Damit die Filteranlage zuverlässig funktioniert, muss der Filter stets richtig eingesetzt werden. Wird der Filter nicht korrekt eingesetzt, kann dies dazu führen, dass Luft am Filter vorbeiströmt, ohne dass die Partikel aus ihr herausgefiltert werden können.
Um den Lüftungsfilter zu wechseln, gehen Sie folgendermaßen vor:
- Anlage am Bedienteil ausschalten und ggf. von der Stromversorgung trennen.
- Wartungsklappe öffnen, bei den meisten Geräten per Schnellverschluss.
- Alte Filter herausziehen und direkt in einen Müllbeutel stecken.
- Einbaurichtung merken; der Pfeil auf dem Rahmen zeigt die Luftrichtung.
- Filterschacht aussaugen und trocken auswischen. Feuchtigkeit könnte elektrische Bauteile beschädigen.
- Neue Ersatzfilter dicht und ohne Spalt einsetzen, aber nicht quetschen.
- Klappe schließen, Anlage starten, Filteranzeige zurücksetzen.

Tragen Sie beim Wechseln des Filters Handschuhe und schütteln Sie ihn nicht, um nicht unnötig Staub- oder Schmutzpartikel aufzuwirbeln. Insbesondere Allergiker können zusätzlich eine Atemschutzmaske tragen, um sich vor austretenden Partikeln zu schützen.
Haben Sie den Filter gewechselt, sollten Sie sich das Datum des Filterwechsels notieren, um den Überblick darüber zu behalten, wann Sie das nächste Mal den Filter wechseln sollten. Prüfen Sie zudem, ob Sie die Klappe wieder gut verschlossen haben, keine Fehlermeldung vorliegt und Sie die Anzeige zurückgesetzt haben, sofern Ihr Gerät über eine Anzeige verfügt.
Der gebrauchte Filter kann anschließend fest verschlossen im Restmüll entsorgt werden. Beachten Sie jedoch auch hier, ob der Hersteller andere Angaben macht oder ob es abweichende örtliche Entsorgungsvorgaben gibt.
5. Passenden Ersatzfilter finden: Original, Nachbau oder nach Maß
Um einen passenden Ersatzfilter zu finden, notieren Sie sich die Maße des Filters (Länge x Breite x Tiefe), die Filterklasse und das spezielle Modell vom Typenschild. Anschließend können Sie zwischen drei Optionen wählen:
- Originalfilter (etwa von Pluggit, Zehnder, Systemair oder Viessmann),
- kompatible Nachbaufilter (etwa passend für Modelle von Maico, Helios oder Vaillant, oft günstiger als das Originalteil)
- und Filter nach Maß für Sondergrößen.
Der auf Lüftungsfilter spezialisierte Händler filter-caps.de z. B. führt passende Ersatzfilter für Lüftungsanlagen nach Gerät sortiert. Nach eigenen Angaben hat der 2007 gegründete Spezialist über 100.000 Haushalte beliefert, das Sortiment deckt Ersatzfilter passend für mehr als 70 Hersteller ab und bietet den Zuschnitt nach Maß.

Der Filter muss exakt in Ihre Lüftungsanlage passen, um effektiv zu arbeiten.
6. Dunstabzug: Aktivkohlefilter tauschen
Auch die Filter in Dunstabzugshauben sollten regelmäßig gepflegt werden, damit die Dunstabzugshaube zuverlässig funktioniert. Der Metallfettfilter sollte etwa alle vier bis acht Wochen in der Spülmaschine gereinigt werden, um Fettablagerungen und Schmutz zu entfernen. Bei Bedarf ist auch eine häufigere Reinigung möglich, sofern die Herstellerangaben dies erlauben. Prüfen Sie zuvor, ob der Metallfilter für die Spülmaschine geeignet ist, um ihn nicht versehentlich zu beschädigen.
Der Aktivkohlefilter wird je nach Modell und Herstellerangaben alle drei bis zwölf Monate ersetzt. Herkömmliche Einweg-Filter können dabei nicht gereinigt werden, sondern müssen ausgetauscht werden.
Passende Aktivkohlefilter für die Dunstabzugshaube, auch kompatibel mit Geräten von Bosch, Siemens, AEG oder Elica, können Sie am einfachsten über die Modellnummer der Haube zuordnen.

Regenerierbare Long-Life-Filter können entsprechend den Herstellerangaben gereinigt und wiederverwendet werden.
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