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Ostern in Deutschland

Ostern: Bedeutung, Geschichte und Bräuche

Was ist Ostern eigentlich genau genommen? Irgendwas mit Eiern, einem Hasen und leider häufig auch schlechtem Wetter – viel mehr fällt den Menschen heutzutage zum Thema Ostern nicht mehr ein.

Schade eigentlich: Denn Ostern verkündet wie als christliches Fest die Hoffnung und Wiederauferstehung – und läutet den Frühling ein.

In diesem Artikel informieren wir über die Herkunft des Osterfestes, über Bräuche und wie Ostern in anderen Ländern gefeiert wird.

Ostern: Bedeutung, Herkunft und Ursprung

Ostern ist, anders als Weihnachten, ein Fest, das sich fast ausschließlich außerchristlicher Traditionen bedient und seinen Ursprung im jüdischen Pessachfest hat.

Der enge Bezug des Osterfestes zu Pessach hängt mit den biblisch überlieferten Todes- und Auferstehungsdaten Jesu zusammen: Christus wurde am Hochtag des Pessachs gekreuzigt, die Auferstehung fand drei Tage später statt.

Mit dem Osterfest verbinden sich, anders als bei Weihnachten, welches lediglich Christi Geburt feiert, zahlreiche christliche Glaubensrituale und Grundfesten:

  • Die Eucharistiefeier (Abendmahl)
  • Der Verrat des Judas
  • Die Kreuzigung
  • Das "Lamm Gottes"
  • Die Auferstehung

Auf diese Rituale und Grundfesten gehen wir später noch ausführlich ein.

Da das Pessachfest im Kalender beweglich ist, musste sich das Osterfest dem anpassen. Wie genau das Osterdatum festgelegt wird, zeigen wir im nächsten Abschnitt.

Wann ist Ostern? Der Osterkalender

Ostern fällt immer auf den ersten Frühjahrsvollmond, der nach dem gregorianischen Kalender frühestens am 22. März und spätestens am 25. April am Himmel steht.

Berechnen lässt sich dieses Datum nach einer komplizierten Formel von Carl-Friedrich Gauss: Die sogenannte "Gaussche Osterregel" findet auch auf Websites praktische Anwendung: Mit einem Online-Osterkalender kann das Datum des Festes schnell und einfach berechnet werden.

Mit dem Hochtag des Osterfestes, dem Ostersonntag, wird auch Pfingsten zeitlich definiert: Der Pfingstsonntag, griech. pentecoste = fünfzig, liegt exakt 50 Tage nach dem Ostersonntag im christlichen Kalender. In der Zwischenzeit liegt die sogenannte österliche Freudenzeit.

Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung

Was ist Ostern eigentlich passiert und warum ist es zu einem großen, christlichen Fest geworden? Die Antwort ist ganz einfach: Das Osterfest gliedert sich hauptsächlich in die drei Teile Abendmahl, Kreuzigung und Wiederauferstehung. Die drei Ereignisse finden an den aufeinanderfolgenden Ostertagen statt:

Das Abendmahl findet traditionell am Abend des Gründonnerstages vor dem Karfreitag statt: An diesem Tag versammelte Jesus das letzte mal seine Jünger um sich und bot ihnen Brot und Wein an. Dies ist in die katholische Eucharistiefeier eingegangen.

Die Kreuzigung markiert der Karfreitag: Er ist in Deutschland ein sogenannter "Stiller Feiertag", Tanzveranstaltungen und Volksfeste dürfen an diesem Tag nicht stattfinden.

Der folgende Karsamstag ist der Tag der Totenruhe Jesu, auch dieser ist ein stiller Feiertag.

Die Auferstehung findet am Ostersonntag statt: Hier wurde das leere Grab gefunden und Christus erschien seinen Jüngern, wurde unsterblich und fuhr zum Himmel empor. Der Ostersonntag markiert den Höhepunkt des Osterfestes und ist Orientierungsdatum für ganze Reihe christlicher Frühjahrsfeste, hierzu gehört auch der Karneval mit dem Aschermittwoch.

 

 

 

Herkunft des Wortes Ostern

In den meisten außergermanischen Sprachen findet der Name des "Ostern" keine Verwendung. So wird im französischen Wort Pâques, insbesondere aber im italienisches pasqua der Bezug zum jüdischen Pessach (Passah)-Fest deutlich.

Was ist Ostern als Begriff also von seiner deutschen Wortherkunft her? Das deutsche Wort "Ostern" leitet sich vermutlich von der altgermanischen Bezeichnung für die Morgenröte (austro) ab. Die Namensgebung bezieht sich nach Expertenmeinung auf die Morgenröte des Tages der Auferstehung; zu dieser Zeit wurde das offene Grab Jesu gefunden.

Bis ins Mittelalter hatte sich die Bezeichnung "Ostern" allerdings noch nicht auf deutschem Gebiet durchgesetzt: So bezeichnete man in Köln das Fest noch als pasche während es in Mainz bereits das Wort ostarun verwendet wurde. 

Osterbräuche in Deutschland

Zu Ostern werden in Deutschland Eier versteckt, Osterlämmer gebacken und dem Osterhasen kommt eine zentrale Bedeutung zu. All diese Rituale haben mit dem christlichen Ursprung nahezu nichts zu tun.

Der Osterhase hat erst ab etwa 1950 flächendeckend Verbreitung als "Eierlieferant" zum Osterfest gefunden. Andere Ostertiere wie der Osterfuchs (Westfalen) oder Vögel wie der Storch (Thüringen) und Kuckuck (Schweiz) gerieten in Vergessenheit.

Den Osterhasen gibt es jedoch bereits seit dem Mittelalter. Generell sind Hasen ein Fruchtbarkeitssymbol, auch in vielen christlichen Darstellungen werden sie verwendet.

Die Bedeutung der Ostereier liegt ebenfalls im Dunkel des Mittelalters verborgen: Erwähnt werden sie erstmals um 1600, der Brauch des Eierverschenkens zum Osterfest ist aber vermutlich älter.

Was ist Ostern in seiner farblichen Codierung? Die Farben der Ostereier haben liturgische Bedeutung:

  • Rot symbolisiert den Opfertod Christi
  • Gelb steht für den Wunsch nach Erleuchtung
  • Weiß ist die Farbe der Reinheit
  • Grün symbolisiert Jugend, Unschuld und Hoffnung
  • Orange steht für Kraft, Ausdauer und Ehrgeiz.

Osterfeuer gehen vermutlich auf vorchristliche Feuerrituale im Frühjahr zurück. Im Christentum sind die eigentlichen Osterfeuer wesentlich kleiner als die bekannten, riesigen "Scheiterhaufen" in ländlichen Gebieten.

An einem kleinen Osterfeuer entzündet der Priester die Osterkerze, welche anschließend in die dunkle Kirche getragen wird. Das Licht der Kerze symbolisiert dabei Christus als das Licht der Welt.

Die Osterfeuer auf den Äckern und Wiesen Deutschlands und Österreichs sind in der Regel äußerst große Holzhaufen die meist am Samstag vor Ostern, insbesondere in Westfalen aber auch erst am Ostersonntag entzündet werden.

In vielen Orten sind Osterfeuer heute genehmigungspflichtig: So müssen Kleintiere aus den zuvor aufgeschichteten Stapeln vertrieben und eine Wachmannschaft aus Feuerwehrleuten für die Brandaufsicht aufgestellt werden.

Osterlämmer sind besonders im orthodoxen Christentum verbreitet: Dort stellen sie einen Bezug zu den Ereignissen der Kreuzigungsnacht dar. In dieser Nacht wurden im Rahmen des Pessachfestes Lämmer im Tempel von Jerusalem geopfert – gleichzeitig verstarb Jesus, das "Lamm Gottes".

Osterküken sind noch eine relativ neue Tradition – der Bezug zum Ei und zum Wunder der Geburt sind hier jedoch ganz offensichtlich. Abgesehen vom hohen Niedlichkeitsfaktor werden Osterküken heute gleichberechtigt mit Osterhasen in der österlichen Symbolik eingesetzt.

Ostern international

Was ist Ostern eigentlich im Ausland für ein Fest? In Mitteleuropa laufen die österlichen Traditionen mit kleinen Abweichungen relativ gleich ab – auch wenn der Osterhase und das Eierverstecken ein eher deutsches Phänomen ist.

Bunte Eier werden in ganz Europa gegessen: In der griechisch-orthodoxen Kirche sind die Eier rot bemalt. Griechische Ostern sind auch erst dann komplett, wenn ein am Spieß gebratenes, gesegnetes Osterlamm im Kreis der Gemeinde verzehrt wird.

In Osteuropa werden die Eier besonders kunstvoll bemalt und mit Ornamenten aus Wachs verziert. Auch wird dort, ähnlich wie in Finnland, ein aus unserer Sicht eher seltsamer Brauch betrieben: Zu Ostern werden Frauen mit Wasser besprengt und anschließend – andeutungsweise – mit einer durch bunte Bänder geschmückten Rute geschlagen. Dies soll die Schönheit im folgenden Jahr erhalten.

In Schweden gibt es sogenanntes Osterwasser: Dort gehen Frauen in der Osternacht heimlich nachts und schweigend an eine Quelle um dort das Osterwasser zu holen. Wenn sie mit diesem Wasser ihren Angebeteten benetzen, verliebt er sich in sie – soweit der Glaube.

 

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