Boden & Fliesen

Parkettaufbereitung: Parkett schleifen, ölen und versiegeln

  • Entscheiden Sie sich für Öl und Wachs, sollten diese Schritte immer in Kombination miteinander passieren, um einen optimalen wasserabweisenden Schutz zu haben. Das Parkett behält seine natürliche Optik.
  • Die Lackversieglung bietet sich bei häufig genutzten Räumen an, in welchen Dinge oft auf den Boden fallen könnten. Die Versiegelung bietet zwar einen kompletten Schutz gegen Schmutz, allerdings ist sie nicht wasserabweisend und kleinere Schäden können nicht leicht behoben werden.
  • Für beide Arten gibt es spezielle Reinigungs- und Pflegemittel, welche Sie unbedingt beachten sollen, wenn Sie lange Freude an Ihrem Parkettboden haben wollen.

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Holz ist ein warmer und sehr ansprechender natürlicher Rohstoff. Je nach Holzart, Farbgebung oder weiterer Behandlung, passt er zu jeder Einrichtung und kann das Flair anderer Länder in den eigenen Wohnraum zaubern. Leider ist Holz auch ein empfindlicher Rohstoff, der vor Nässe und Verschmutzungen geschützt werden muss.

Für Parkett wird in drei unterschiedliche Beschichtungen unterschieden. Für eine sehr warme Optik und ein natürliches Wohnklima sorgt geöltes oder gewachstes Holz. Lack hingegen verschließt die Holzporen, macht Parkett widerstandsfähiger, nimmt aber auch etwas das natürliche Gefühl. Worauf letztendlich die Entscheidung fällt, hängt vom persönlichen Geschmack, wie von der späteren Nutzung ab. Wir von der heimwerker.de-Redaktion erklären Ihnen die Vor- und Nachteile und zeigen, was zu beachten ist.

1. Vorbereitung: Das Parkett muss abgeschliffen werden

Egal mit welchem Verfahren das Parkett später geschützt wird, die Vorbereitungen gleichen sich und sollten sauber ausgeführt werden. Grundsatz ist ein sauberer Anschliff, der entscheidend für das spätere Aussehen ist. Wie dabei vorgegangen wird, erklärt unsere Anleitung zum Parkett abschleifen.

Nach dem Schleifen ist eine gründliche Reinigung nötig und dabei sollte der gesamte Schleifstaub entfernt werden. Optimale Ergebnisse werden mit einem Staubsauger erreicht, doch sollte darauf geachtet werden, dass dieser keine Kratzspuren hinterlässt.

Mit einem abgeschliffenen und sauberen Boden haben Sie schon die Hälfte der Vorbereitungen erledigt. Die nächste Aufgabe im Vorfeld zum Auftragen ist das Kaufen von Öl oder Wachs, speziell für die Versiegelung von Parkettböden.

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Ein gleichmäßiger Auftrag des Öls ist sehr wichtig.

2. Öl, Wachs und Lack: Die Vor- und Nachteile

Ein „besser“ gibt es nicht. Je nach Anwendungsbereich und eigenen Geschmack, haben alle Varianten ihre Vor- und Nachteile. Um Ihnen einen Überblick über die drei Varianten zu geben, haben wir hier eine kleine Auflistung erstellt:

2.1. Öl und Wachs für ein positives Raumklima

    Vorteile
  • Holz bleibt atmungsaktiv, positiveres Raumklima
  • kleine Beschädigungen können leicht mit Öl oder Wachs ausgebessert werden
  • Parkett ist wasserabweisend
    Nachteile
  • verschließen die Poren des Holzes nicht, kann schneller zu Beschädigungen kommen
  • offene Poren sind empfindlicher für Verunreinigungen, welche schwer entfernbar sind
  • muss regelmäßig gepflegt und nachbereitet werden, um ansehnlich zu bleiben

Ein Tipp der heimwerker.de-Redaktion: Besonders geeignet ist geöltes und gewachstes Parkett in Räumen, in denen öfter etwas herunter fällt und die Oberfläche beschädigen kann. Auch für Feuchträume, wie im Badezimmer, ist geöltes Parkett gut geeignet. Kleine Schadstellen lassen sich schnell reparieren und das Holz bleibt wasserabweisend.

2.2. Die Versiegelung mit Lack

    Vorteile
  • komplette Schutzschicht für das Holz, lässt keinen Schmutz an das Holz
  • Parkett mit Lackversiegelung ist sehr widerstandsfähig
    Nachteile
  • kleine Beschädigungen lassen sich nicht reparieren
  • Holz nicht wasserabweisend
  • Optik des Holzes nicht mehr natürlich

Ein Tipp der heimwerker.de-Redaktion: Eine Versiegelung ist daher gut für stark beanspruchte Räume geeignet und muss nur im Abstand von einigen Jahren wiederholt werden.

3. Nach der Vorbereitung: Das Parkett ölen und wachsen

Achtung: Öllappen können sich selber entzünden!

Das Öl bzw. die mit Öl getränkten Lappen sind selbstentzündlich. Daher sollten sie sofort mit Wasser getränkt oder in einem verschließbaren Metallbehälter aufbewahrt werden. Bevor sie entsorgt werden können, müssen sie richtig ausgespült und getrocknet werden.

3.1. Wie öle ich das Parkett richtig?

Bevor das Öl aufgetragen werden kann, sollte nochmal das Umfeld geprüft werden. Stellen Sie sich vor Beginn diese einfachen Fragen:

  • Ist für ausreichende Lüftung gesorgt?
  • Gibt es keine direkte Sonneneinstrahlung?
  • Haben das Parkett und das Öl Zimmertemperatur?
  • Stehen Möglichkeiten zur Verfügung, ölige Lappen zu entsorgen?
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Ein gleichmäßiger Auftrag des Öls ist sehr wichtig.

Ist alles abgesichert, kann mit der Arbeit begonnen werden. Dazu wird etwas Öl auf das Parkett gegossen und gleichmäßig mit einem Gummiabstreifer oder einer speziellen Rolle über die Fläche verteilt. Dabei sollten Pfützen und trockene Stellen vermieden werden. Bei stark saugenden Stellen, kann erneut Öl aufgetragen werden. Ist dieser Schritt getan, sollten Sie etwa 15 Minuten warten.

Öl, welches nach 15 Minuten nicht eingezogen ist, wird mit einem fusselfreien Lappen eingerieben bzw. aufgewischt und danach sollte das Parkett in Ruhe trocknen können. Nach 24 Stunden ist das Parkett begeh- und nach 48 Stunden belastbar. Richtig ausgehärtet ist ein geöltes Parkett allerdings erst nach 1-2 Wochen. So lange sollte gut gelüftet und eine intensive Nutzung vermieden werden.

Bei Bedarf kann der Parkettboden zusätzlich mit einer Tellerschleifmaschine poliert werden.

3.2. Sollte ich mein Parkett danach noch wachsen?

Öl und Wachs werden oft kombiniert, da nur geöltes Parkett empfindlicher ist und das Wachs zusätzlich schützt.

Dabei unterscheidet man zwischen Warm- und Kaltwachs. Während Kaltwachs mit einem Schwamm über und in das Holz gerieben wird, benötigt Warmwachs eine Wachsmaschine, welche das Wachs mit gleichbleibender Temperatur auf dem Parkett verteilt.

Ein Hinweis der heimwerker.de-Redaktion: Die Wahl zwischen Kalt- oder Warmwachs ist lediglich eine Frage des persönlichen Geschmacks bzw. der persönlichen Motivation. Kaltwachs benötigt weitaus weniger Aufwand, während für Warmwachs eine spezielle Maschine gebraucht wird. Das Endergebnis des Bodens mit Warmwachs ist nur minimal besser.

4. Das Parkett versiegeln mit Lack

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Ein versiegelter Parkettboden bietet Schutz vor jeglicher Verschmutzung.

Neben Öl und Wachs, gibt es ebenfalls die Möglichkeit den Parkettboden mit Lack zu versiegeln. Die Vor- und Nachteile dieser Technik wurden im obigen Kapitel besprochen.

Der Boden sollte, wie beim Ölen und Wachsen, vorher geschliffen und gereinigt werden. Ebenfalls ist auf ausreichende Lüftung und die Verwendung zueinander passender Arbeitsmittel zu achten. Bitte dazu die Herstellerangaben lesen und befolgen. Das betrifft auch die angegebenen Trocknungszeiten der Lackschicht.

Die Grundierung wird über Kreuz aufgetragen. Das bedeutet, der Auftrag erfolgt quer zum Lichteinfall und abschließend wird die Grundierung nochmals mit dem Lichteinfall verteilt.

Nach angegebener Trocknungszeit kann die erste Lackschicht gerollt oder gestrichen werden. Ist diese Schicht getrocknet, erfolgt ein feiner Anschliff, um kleine aufgerichtete Holzfasern zu entfernen. Hierbei sollte sehr sorgfältig gearbeitet werden, da diese Fasern nachher eine glatte Oberfläche ruinieren können.

Nach diesem Schliff und einer erneuten Reinigung erfolgt der letzte Lackauftrag. Dieser sollte je nach Herstellerangaben mindestens 12 Stunden trocknen. Eine endgültige Aushärtung dauert mitunter mehrere Tage.

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5. Das Parkett richtig reinigen und pflegen

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Eine regelmäßige Reinigung erhält die Farbe und die Qualität des Parkettbodens.

Wie bei der Aufarbeitung, wird auch bei der Pflege geöltes oder versiegeltes Parkett unterschiedlich behandelt. Eine gute und richtige Pflege lässt Parkett lange frisch strahlen und kann die Haltbarkeit deutlich erhöhen. Gerade versiegeltes Parkett wird bei falscher Pflege schnell stumpf, unansehnlich und muss teuer und aufwendig neu versiegelt werden.

5.1. Geöltes und gewachstes Parkett mit Holzbodenseife reinigen

Alle drei bis vier Wochen sollte geöltes bzw. gewachstes Parkett gründlicher gereinigt werden. Dafür empfiehlt sich Holzbodenseife. Diese reinigt den Boden und ihre rückfettenden Eigenschaften schützen zusätzlich vor weiteren Einflüssen.

Wichtig ist es, dabei nicht zu nass zu arbeiten und den Mob regelmäßig vom Schmutz zu befreien. Auch sollte nie mit klarem Wasser oder anderen Reinigern gewischt werden, da diese die Oberfläche entfetten und somit die Schutzschicht entfernen. Wird hingegen mit zu viel Holzbodenseife gearbeitet, wird das durch Streifen und Schlieren sichtbar.

5.2. Versiegeltes Parkett reinigen und pflegen

Auch versiegeltes Parkett benötigt nicht nur eine regelmäßige Reinigung, sondern auch Pflege. Mit entsprechenden Spezialreinigern kann beides kombiniert werden. Dazu bitte immer die Herstellerangaben beachten und mit der angegeben Menge Reinigungsmittel arbeiten.

Keinesfalls sollten Universalreiniger oder ähnliche scharfe Reinigungsmittel zum Einsatz kommen. Diese beschädigen die Oberfläche und entfernen die Schutzschicht. Weitere Tipps und Hinweise zur Parkett-Reinigung erfahren Sie hier.

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