Wand & Decke

Spachteltechnik: Effekt-Spachtelmasse

Spachteltechnik – Anleitung Effekt-Spachtelmasse

Spachteltechnik – Anleitung Effekt-Spachtelmasse

Wie funktioniert Spachteltechnik? In der Perfektion eines Stucco Veneziano, Stucco lustro oder Tadelakt ist Spachteltechnik eine handwerkliche Meisterleistung und gehört in der Regel in die Hände eines Fachmanns. Wer sich die Technik im Rahmen eines Kurses aneignet und viel übt, kann es sicher auch wagen.

Diese Anleitung hier ist für Heimwerker gedacht, die mit einer der Effekt-Spachtelmassen der Farbenhersteller zu einem attraktiven Ergebnis gelangen können. Die Auswahl ist inzwischen groß und sehr unterschiedlich in Art und Preis. Ob Marmoroptik oder eher Beton, metallischer Glanz oder gar eine Wand ganz in Gold – das ist Geschmackssache.

Bei den meisten Spachtelmassen wird zunächst eine Basis aufgetragen und anschließend eine Effektspachtelmasse. Es wird Spachteltechnik in Acryl oder Dispersion angeboten sowie mit verschiedenen Beimischungen.

Inhaltsübersicht: Spachteltechnik

 

Spachteltechnik mit Komplett-Set

Tipp: Sie sollten für die Komplettsets oder Spachtelmassen für Spachteltechnik die Preise recherchieren, hier gibt es große Unterschiede.

Wer sich keine solchen Spezialprodukte zulegen möchte, kann mit Dispersionsfarbe und einer geeigneten Glättkelle und Pigmenten ganz ähnliche Effekte erzeugen. Auch dazu finden Sie am Ende der Anleitung ein paar Tipps.

Schritt 1: Untergrund vorbereiten

Für ein gutes Ergebnis muss der Untergrund gut vorbereitet werden. Eventuell vorhandene Tapete muss zuvor runter. Löcher und Risse spachteln und einmal grundieren (z. B. mit weißer Wandfarbe), um einen gleichmäßigen Farbton als Untergrund zu erhalten.

Schritt 2: Abkleben und Abdecken

Die Wand oder Fläche muss rundum gut abgeklebt werden. Wer einen speziellen Bereich einer Wand mit der Spachteltechnik versehen möchte, der klebt diesen Rand am besten mit einem sehr gut abgrenzenden Klebeband ab, unter das keine Farbe oder Masse eindringt (z. B. Frogtape). Alternativ dazu kann der Rand des Klebebands mit weißem Acryl bestrichen werden, dann dringt ebenfalls nichts unter das Klebeband.

Der Boden und eventuell in der direkten Umgebung stehende Einrichtungsgegenstände sollten mit Abdeckplane oder Malervlies abgedeckt werden.

Sorgfältiges abkleben ist bei jeder Malerarbeit sehr wichtig.
Sorgfältiges abkleben ist bei jeder Malerarbeit sehr wichtig.
Um den Boden zu schützen, ausreichend Malervlies auslegen.
Um den Boden zu schützen, ausreichend Malervlies auslegen.

Schritt 3: Materialien vorbereiten

Das hier verwendete Set besteht aus einer CD, einer sogenannten »Basis«, einem »Finish« und einer Kelle. Es gibt diese Spachteltechnik in gold (3 verschiedene Goldtöne) und dem hier verwendeten Königsblau. Es heißt zwar Komplettset, aber die Rolle und das Material zum Abkleben und Abdecken sind zusätzlich nötig, wenn man sich an die Vorgaben des Herstellers halten möchte. Die Rolle sollte – wie immer, wenn man eine Farbrolle benutzt – vorher mit Wasser angefeuchtet und gut ausgedrückt, bzw. ausgeschlagen werden.

Die Basis anschließend gut aufrühren und in den Eimer füllen. Die Rolle mit dem Material gut tränken, indem Sie sie in dem Eimer mehrfach in der Masse rollen.

Ein Komplettset beinhaltet alle nötigen Materialien.
Ein Komplettset beinhaltet alle nötigen Materialien.
CD, Basis, Finish und eine abgerundete Glättkelle sind enthalten.
CD, Basis, Finish und eine abgerundete Glättkelle sind enthalten.

Schritt 4: Basis aufbringen

Die Basis-Spachtelmasse soll nun ungefähr (in Streifen von einem Meter Breite) mit der Rolle auf die Wand aufgebracht werden. Direkt danach mit der Kelle in kurzen Bögen strukturieren. Da der Auftrag mit der Rolle relativ dünn ist, ist das Ergebnis eher dezent. Wer den Effekt stärker haben möchte, kann die Masse direkt mit einem Japanspachtel etwas dicker auftragen. Dazu werden mit der Spachtel viele Flecken dicht aneinander aufgetragen und dann mit der Glättkelle verteilt (wie im Beispiel mit dem Finish s. Foto). Überschüssige Masse immer wieder an der Kante des Eimers abstreichen.

Letztlich hängt es auch davon ab, wie groß die Fläche ist, die bearbeitet werden soll. Das Set reicht laut Hersteller für 7 bis 10 Quadratmeter. Das kommt bei dem Aufbringen mit der Rolle gut hin. Wer es dicker aufspachteln möchte, muss sicher mit entsprechend mehr Materialverbrauch rechnen.

Mit Rolle wird die Basismasse nach Anleitung aufgebracht.
Mit Rolle wird die Basismasse nach Anleitung aufgebracht.
Mit der Glättkelle in kurzen Bögen glätten und strukturieren.
Mit der Glättkelle in kurzen Bögen glätten und strukturieren.

Schritt 5: Klebeband, Werkzeug und Trocknen

Das Klebeband muss, damit am Rand nichts abplatzt, direkt abgezogen werden, solange das Material noch feucht ist. Danach heißt es das Werkzeug mit viel Wasser gründlich reinigen. Erst, wenn nur noch klares Wasser aus der Rolle kommt, ist sie wirklich sauber genug für einen weiteren Einsatz. Nun muss die Wand mindestens 12 Stunden trocknen, bevor der nächste Schritt erfolgen kann.

Das Klebeband rundum unmittelbar nach dem Glätten abziehen.
Das Klebeband rundum unmittelbar nach dem Glätten abziehen.
Es braucht viel Wasser und Geduld, bis die Rolle wirklich sauber ist.
Es braucht viel Wasser und Geduld, bis die Rolle sauber ist.

Schritt 6: Erneut abkleben und vorbereiten

Genau wie zu Beginn, vor dem Auftrag der Basismasse, muss nun wieder rundum sauber abgeklebt und der Boden abgedeckt werden. Anschließend wird die nächste Spachtelmasse, das »Finish« gründlich aufgerührt.

Schritt 7: Finish aufbringen und glätten

Das Finish wird nun – abweichend von der Anleitung des Herstellers – nicht ebenfalls mit der Rolle aufgetragen, sondern direkt mit einer Spachtel in vielen dichten Flecken, um diese Methode hier auch zu zeigen. Das ergibt eine stärke Strukturierung. Wer durch die Glättetechnik lieber einen sehr ebenen Auftrag erreichen möchte, sollte mit der Rolle arbeiten, die eine dünnere Schicht erzeugt.

Beim Arbeiten mit der Glättkelle entstehende Farbüberschüsse immer wieder abstreifen.

Kleine Portionen des Finish dicht mit dem Spachtel auftragen.
Kleine Portionen des Finish dicht mit dem Spachtel auftragen.
Eine interessante Struktur und ein intensives, metallisches Blau.
Eine interessante Struktur und ein intensives, metallisches Blau.

Schritt 8: Baustelle auflösen

Im letzten Schritt wird wieder das Klebeband entfernt, solange die Masse noch feucht ist. Das Werkzeug aus- und abwaschen, das Abdeckmaterial entfernen und alles gut trocknen lassen. Nach weiteren 12 Stunden ist die Wand so trocken, dass wieder ganz normal mit ihr umgegangen werden kann. In unserem Fall wird das Möbel wieder an die Schrankrückwand geschoben.

Tipps zur verarbeitung

  • Bei größeren Flächen am besten zu zweit arbeiten. Einer rollt das Material auf, der andere arbeitet mit der Glättkelle.
  • Immer nass in nass arbeiten, damit es keine Ansätze auf der Fläche gibt.
  • Wer noch mehr Glanz möchte, der kann mit Klarlack, Glanzwachs oder Wachsdispersion nacharbeiten.
  • Beim Abkleben einer Wand ruhig einen Rahmen rundherum freilassen, das wirkt wie ein Passepartout bei einem Bild.
  • Spachteltechnik im Bad verträgt sehr gut noch eine wasserabweisende Lackierung oder ein Wachs.
  • Mit Inkagold (gibt es auch in vielen anderen Farben) kann man zusätzlich schöne metallische Glanzeffekte aufbringen.
  • Ein Abstreifgitter oder eine Farbschale sind hilfreich.
  • Wer unsicher ist, nimmt erstmal eine Holzplatte und übt darauf, bevor es an die Wand geht.

Spachteltechnik Marmor-Optik

Bei Marmoroptik wird mehrmals in dichten und in den weiteren Schichten überlappenden Flecken gespachtelt. Dazwischen immer gut antrocknen lassen, mit der trockenen, sauberen Kelle glattschleifen und eine neue, überlappende Farbschicht aufspachteln. Da Struktur in dem Fall nicht erwünscht ist, wird der Farbauftrag immer direkt möglichst glatt abgezogen. Dabei wird mit der Glättkelle oder rostfreien Japanspachteln mit abgerundeten Ecken gearbeitet.

Am Ende wird mit dem sauberen Kelle oder Spachtel und Druck Glanz durch Reibung erzeugt. Dazu die Kelle oder Spachtel in einem flachen Winkel zur Farbfläche führen und mit kreisförmigen Bewegungen reiben.

Ganzflächig Wachsemulsion aufspachteln und nach dem Antrocknen ein weiteres mal mit der trockenen, sauberen Kelle auf Glanz bringen. Bei den Trockenzeiten auf die Angaben des Herstellers achten.

Spachteltechnik Betonoptik

Das Aufbringen von der Betonoptik unterscheidet sich praktisch nicht von der oben beschriebenen Anleitung. Doch geht es hier auch weniger um eine Spachtelstruktur. Vielmehr geht es hier beim abziehen der Effektfarbe darum immer wieder so stark abzuziehen, dass die darunter aufgetragene Basismasse durchscheint. Der Auftrag beider Schichten soll laut Anweisungen des Herstellers mit der Rolle erfolgen.

 

Alternative Spachteltechnik mit einfacher Dispersionsfarbe

Wer mit einer Dispersionsfarbe ohne spezielle Spachtelmasse eine Fläche in ähnlicher Optik gestalten möchte, erreicht je nach Geschmack einen metallischen Effekt durch die Beimischung von Pigmenten. Gleichzeitig wird die Dispersion durch diese Beimischung etwas pastöser und lässt sich dadurch besser spachteln. Gehen Sie wie oben beim Finish beschrieben vor und verteilen Sie dicht an dicht Flecken mit der Dispersionsfarbe.

Mit der Glättkelle wird diese dann in kurzen Bögen auf de Fläche verteilt und abgezogen. Überschüssige Farbe wird dabei immer wieder am Eimer von der Kelle abgestrichen. Sobald die Farbe anzieht, wird mit der flachen Glättkelle und möglichst viel Druck glatt über die Farbe gerieben. Dabei verdichtet diese und entwickelt stellenweise Glanz.

Wer mehr Glanz haben möchte, kann mit hochglänzendem Klarlack den Effekt verstärken. Alternativ zum Lack können sie diese Spachteltechnik polieren – beispielsweise mit einem Politurwachs.

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,7/5 aus 6 Bewertungen
 
Kommentare
Noch keine Kommentare vorhanden Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Spachteltechnik: Effekt-Spachtelmasse.
Neuen Kommentar veröffentlichen