Boden & Fliesen

Der Aufbau einer Bodenplatte

Der Aufbau einer Bodenplatte

Materialien für Bodenplatten
  • Schotter, Kies oder Magerbeton
  • PVC- oder PE-Folien
  • Polystyrol oder PU für Dämmung
  • Abstandhalter und Bewehrung
  • Beton
  • Trockenschüttung
  • Estrich
  • Bodenbelag

»Auf Sand gebaut« zu haben, ist sprichwörtlich existenzgefährdend. Wobei das in der Realität durchaus zu bewältigen ist. Dennoch muss der Aufbau einer Bodenplatte die Gegebenheiten vor Ort so gut als möglich berücksichtigen und notfalls kompensieren.

Das Fundament trägt das ganze Haus nebst allem, was darin ist sowie auftretende Wind- und Schneelasten.

Diese Lasten müssen ins Erdreich abgetragen werden, gleichzeitig soll weder Feuchtigkeit noch Kälte aus dem Boden in das Gebäude dringen können.

Darum kommt der Planung und dem sorgfältigen Aufbau der Bodenplatte große Bedeutung beim Hausbau zu. Anders als beispielsweise an der Fassade kann an der Bodenplatte im Nachhinein kaum etwas nachgerüstet werden.

Das Erdreich ist die Basis

Bagger steht bereit
Die Kosten für ein Bodengutachten und einen Statiker sind gut investiert.

Wissen Sie genau, wie das Erdreich auf Ihrem Bauplatz in der Tiefe aussieht? Weder Sie noch Ihr Architekt können das wirklich beurteilen.

Nur ein Bodengutachten verschafft gesicherte Erkenntnisse für den Statiker, der dann berechnet, wie der optimale Aufbau der Bodenplatte aussieht, um langfristig Schäden zu vermeiden.

Wer sich diese Schritte sparen möchte, der spielt im Grunde eine Art Russisches Roulette. Mit etwas Glück geht es gut. Wenn nicht, dann wird auf jeden Fall deutlich aufwendiger und weniger effektiv, was als Rettungsmaßnahmen in Betracht kommt.

Der Aufbau einer Bodenplatte beim Neubau

Dämmplatten
Dämmstoffplatten die eine hohe Drucklast vertragen werden benötigt.

Für einen Neubau kommt vernünftigerweise nur ein Aufbau der Bodenplatte mit Dämmung nach dem Passivhausstandard infrage – nur, um unerwünschten Energieverlust über die Bodenplatte relativ sicher zu vermeiden.

Es ist kein Widerspruch, wenn Sie dann eine Version nehmen, bei der die Fußbodenheizung direkt eingebaut wird. Solche Thermobodenplatten  ersparen die Estrichschicht.

Bei der Grafik handelt es sich um den Aufbau einer Bodenplatte ohne Keller. Sie berücksichtigt keine zusätzlichen Maßnahmen, wie beispielsweise eine Frostschürze und stellt auch nur einen möglichen Aufbau dar. Varianten mit mehr oder weniger gleicher Effektivität gibt es selbstverständlich und sie ist auch von den konkret eingesetzten Materialien abhängig.

Aufbau der Bodenplatte
Aufbau einer Bodenplatte inkl. Estrich und Bodenbelag

Achtung: Die Baustahlbewehrung kann bei dem Aufbau, wie er in der Grafik beschrieben ist, nur mit Kunststoffabstandhaltern auf der Dämmung und der Folie angebracht werden, da andere Abstandhalter sonst beim Betonieren die Folie verletzen könnten.

Frostschürze

Jede Bodenplatte muss gegen Bodenfrost geschützt sein. Bis auf wenige Lagen ist dies in unseren Breitengraden üblich. Eine Frostschürze ist ein umlaufendes Streifenfundament, dass die Bodenplatte vor Bodenfrösten bis 80 cm Tiefe schützt.

Aufbau einer Bodenplatte mit Schaumglassschotter als Dämmung

Bodenplatte
Was immer auch an Dämmung zum Einsatz kommt, sollte dem Passivhaus-Standard genügen.

Schotter und Dämmung in einem, das verspricht die Verwendung von Schaumglasschotter.

Ob das bei Ihrem Haus tatsächlich eine Option ist und sich darstellen lässt, muss letztlich der Fachmann berechnen und beurteilen.

Schaumglas ist auf jeden Fall ein interessantes Recyclingmaterial mit guten Eigenschaften, wie einer hohen Druckfestigkeit und kann durchaus in Erwägung gezogen werden.

Oft werden solche Innovationen aus Gewohnheit heraus überhaupt nicht angeboten. Einfach nachfragen.

Aufbau der Bodenplatte beim Altbau

Beim Altbau ist die Bodenplatte-Dicke fast immer geringer, als sie nach heutigem Standard notwendig wäre. Vor allem, weil die außenliegende Dämmung fehlt – manchmal sogar die Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit.

Meist kennen Sie den Aufbau der Bodenplatte im Detail gar nicht und können es auch nicht mehr einfach in Erfahrung bringen. Es bleibt meist nichts anderes übrig, als die alte Bodenplatte nachträglich auf der Innenseite abzudichten und zu dämmen, wenn Sie weitere Schäden sowie den Energieverlust zu begrenzen.

Benötigt jedes Haus eine Bodenplatte?

Abstandhalter und Folie
Folien aus PE oder PVC sorgen für Dichtigkeit.

Jedes Haus benötigt ein Fundament! Dieses kann als Streifenfundament, Bodenplatte oder als Kombination aus beidem ausgeführt werden. Letzteres ist die am häufigsten angewandte Methode, wobei das Streifenfundament in vielen Fällen nur die äußere Umrandung des Hauses bildet. Es dient in diesem Fall der Stabilität und zusätzlich als Frostschürze, um einen Frostschutz bis in das Erdreich zu gewährleisten.

Bewährt hat sich diese Methode, da sie meist die kostengünstigste und dabei dennoch leicht herzustellende Variante darstellt. Gegenüber einem reinem Streifenfundament, bei dem unter jedem Mauerwerk das Fundament eingeschalt werden muss, ist dies bei einem umlaufenden Streifenfundament nur unter den Außenwänden nötig. Diese kann anschließend gleichzeitig zur Einschalung der Bodenplatte genutzt werden.

Der Vollständigkeit halber: Es gibt Holzhäuser, die auf Stützen auf einem hinter lüfteten Bodenaufbau stehen, wie sie in den USA verbreitet sind.  Dabei handelt es sich im Grunde um eine Art Pfahlbau.

Bodenplatte Kosten im Überblick

versorgungsleitungen
Die Versorgungsleitungen werden durch die Bodenplatte geführt.

Eine normale Bodenplatte mit einer Stärke von etwa 20 cm kostet zwischen 70 und 100 Euro pro Quadratmeter. Für eine Thermobodenplatte mit integrierter Fußbodenheizung werden 130 bis 150 Euro pro Quadratmeter veranschlagt.

Dem steht die Ersparnis an Estricharbeiten gegenüber, da dieser dabei nicht gebraucht wird. Noch teurer sind Streifenfundamente mit der Schalung pro Quadratmeter, wobei da weniger Volumen zusammenkommen kann, aber nicht muss, wenn man die dünnere Betonplatte darauf noch berücksichtigt.

Für einen Keller müssen überschlägig je Quadratmeter noch einmal etwa 300 Euro/Quadratmeter zusätzlich (eine Bodenplatte wird trotzdem gebraucht) gerechnet werden.


christiane baldwin

Christiane Baldwin

Als Onlineredakteurin verbinde ich für heimwerker.de meine DIY-Leidenschaft mit meinem Beruf – in Home Office und Werkstatt. Mein britischer Mann und unser kleiner spanischer Hund unterstützen mich bei meinen Bau- und Bastelprojekten mit Tatkraft und Humor.