Dämmen & Dichten

Bituminöse Abdichtungsmassen – Abdichten mit Bitumen

mit bitumen abgedichteter sockel

Abdichtungen auf Bitumenbasis haben sich seit Jahrhunderten bewährt. Bitumen (aus dem Lateinischen: Erdpech) wird aus Erdöl gewonnen, ist schwarz, klebrig bis hart mit einer temperaturabhängigen Elastizität (durch Erwärmung wird es weicher und flüssiger) und von großer chemischer Beständigkeit.

Durch ihre Wasserunlöslichkeit eignen sich Bitumendichtstoffe, um Bauwerke gegen Wasser zu schützen und Bauteile abzudichten. Neben den Bitumenanstrichen (z. B. Außenabdichtungen mit Bitumendickbeschichtung) verwendet man bei der Abdichtung von Flachdächern Bitumenbahnen.

Nachteilig ist die manchmal unzureichende Festigkeit und die Sprödigkeit des Bitumens nach Erstarren. Zur Überwindung dieser Nachteile werden Kautschukkomponenten und Fasern zulegiert. Damit erreicht man eine Elastifizierung und eine Verbesserung der Versprödungsneigung des Bitumens. Um speziell die Zug- und Scherfestigkeit zu erhöhen und die Bitumenschicht vor mechanischen Beschädigungen zu schützen, kann man Geotextilien einarbeiten.

Kaltbitumen – Heißbitumen

Es wird zwischen Kaltbitumen und Heißbitumen unterschieden. Kaltbitumen wird anhand spezieller Zusätze in ein verarbeitbares flüssiges Material verarbeitet und ist somit für den Heimwerker verwendbar. Heißbitumen hingegen muss auf eine hohe Temperatur gebracht werden (140 Grad Celsius) um z. B. Bitumen-Dachbahnen zu verkleben und ist somit als Material nur für Handwerker geeignet.

Schutz vor Witterung

Bitumenbeschichtungen sind witterungsanfällig, so sollte ein Dach mit Bitumenbahnen etwas abschüssig sein, damit Regenwasser abfließen kann. Zudem sollte zum Schutz vor Oxidation (macht das Material rissig und spröde) Kunststoffe beigemischt werden oder Oberflächenschutzsysteme aufgetragen werden.

Schematische Darstellung von korrekture Abdichtung mit Bitumen
In dieser Darstellung ist die korrekte Abdichtung mit Bitumen gut zu erkennen.

 Mit Bitumen Bauwerke abdichten

Wirkung und Dauerhaftigkeit der Abdichtung mit Bitumendickbeschichtungen hängen ab von der Beachtung dreier Grundregeln: Vorbereitung des Untergrunds, die Verarbeitung und die anzuwendenden Schutzmaßnamen.

Eine dauerhafte Abdichtung wird man nur erreichen, wenn die unten aufgeführten Detailpunkte beachtet werden.

(Aktuelle und weitergehende Informationen finden sich in der DIN 18533 – Abdichtung für erdberührte Bauteile.)

Untergrund vorbereiten

Bitumen auf Dichtschlämme aufbringen
Sicher ist sicher: Bei dieser Variante wird auf eine Dichtschlämme eine erste Schicht Bitumen aufgebracht.

Genauso wichtig wie die Sorgfalt bei der Verarbeitung der bituminösen Beschichtungsmasse ist die Vorbereitung des Untergrunds. Als Untergrund eignen sich Mauerwerk, gefügedichter Beton, Putz und Altanstriche (Bitumen) auf mineralischem Untergrund.

Der Untergrund muss fest, feinporig und frei von Trennmitteln, Staub und Schmutz sein. Vorhandene Grate sind zu beseitigen. Grobporiges Mauerwerk kann mit einem Kunstharzanstrich verfestigt werden.

Risse, Ausbrüche, Hohlstellen usw. müssen mit Zementmörtel oder mit Dichtschlämmen verschlossen werden. Außerdem sind an allen Mauerwerksvorsprüngen, z. B. im Fundamentbereich, Dichthohlkehlen mit 4 bis 6 cm Schenkellänge anzulegen.

Bei drückendem Wasser ist zusätzlich die Kelleraußenwand bis etwa 50 cm über den Grundwasserstand mit flexiblen Dichtschlämmen abzuisolieren.

Bei nichtdrückendem Wasser ist nach DIN 4095 eine Drainage im Bodenbereich erforderlich. Erst nach Erledigung dieser Vorarbeiten kann mit der eigentlichen Abdichtungsarbeit begonnen werden.

panzervlies auf bitumen aufbringen
Auf der nur leicht angetrockneten ersten Schicht wird anschließend ein Panzervlies fixiert.

Bitumendichtstoff verarbeiten

Vor Auftrag der Bitumensperrmasse ist zur Bindung von Staub auf dem Untergrund eine Grundierung vorzunehmen.

Gut eignen sich dafür z. B. lösemittelfreie Haftgrundierungen.

Erst danach wird in einem zweiten Arbeitsgang die Bitumendickbeschichtung mit Kelle oder Spachtel vollflächig aufgetragen.

Nach dem Auftrag der ersten Lage kann man in vorteilhafter Weise ein aus verrottungsbeständigem Material bestehendes Vlies andrücken und danach die Bitumensperrschicht abtrocknen lassen.

Anschließend wird die zweite Schicht von 4 bis 6 mm Dicke aufgetragen (siehe Tabelle).

Der Auftrag muss fehlerstellenfrei und gleichmäßig erfolgen. Die vorgeschriebene Schichtdicke muss an jeder Stelle sicher eingehalten werden. Zudem sollte die Ausformung einer Hohlkehle beachtet werden.

Schutzmaßnahmen der Bitumendickbeschichtung

Zweite Bitumenschicht auf das Panzervlies
Dann wird die zweite Schicht aufgetragen. Nach dem endgültigen Trocknen hat man eine elastische und stabile Sperre. (Fotos MEM)

Vor Verfüllen der Baugrube muss die Dickbeschichtung geschützt werden. Das kann geschehen durch eine doppelte Baufolie, die über der Dickbeschichtung hängend angebracht wird.

Schutzschichten können aber auch bestehen aus Wärmedämmplatten oder Filtermatten.

Günstig sind Platten aus Polystyrolschaum, die mit Bitumenbeschichtungsmasse angeklebt werden.

Auf diese Weise erreicht man gleichzeitig eine Wärmedämmung nach außen.

Erst nach Abschluss dieser Arbeiten und vollständiger Durchtrocknung der kautschukvergüteten Bitumensperrschicht kann die Baugrube verfüllt werden.

Die Durchtrocknung bei 20° C und 50 % relativer Luftfeuchte kann bis zu fünf Tagen dauern bei ungünstigerer Witterung sogar noch länger.  Planen Sie also genug Zeit für die Trocknung ein.

Bauschutt, Steine und Geröll sind für die Verfüllung ungeeignet, weil sie die Abdichtung leicht beschädigen können.

Erforderliche Lagen und deren Stärke

Lastfall (Problemursache Lagenabdichtung Nassschichtstärke je Lage
nicht drückendes Wasser zweilagig* ca. 4 mm
drückendes Wasser zweilagig* ca. 6 mm
* Eintauchtiefe 2,5 m (bis maximale Kellertiefe 2,5 m)
Nassschichtstärke ca. 4,5 mm = Trockenschichtstärke ca. 3 mm
Nassschichtstärke ca. 6 mm = Trockenschichtstärke ca. 4 mm.