Kaufberatung zum Biwaksack Test bzw. Vergleich 2020

Das Wichtigste in Kürze
  • Biwaksäcke sind Schutzsäcke, die Outdoor-Fans und Wanderer beim Schlafen im Schlafsack vor Regen und Wind schützen. Auch bei eisigen Temperaturen kann man mit den Biwaksäcken eine gute Nacht verbringen. Aber Achtung: Sie ersetzten den Schlafsack nicht!
  • Für die langjährige Nutzung eignen sich Biwaksäcke mit einem Außenmaterial aus Gore-Tex oder Nylon. Diese sind atmungsaktiv und halten gleichzeitig den Regen fern.
  • Für den Notfall gibt es Biwaksäcke aus Polyethylen. Diese haben ein besonders geringes Packmaß, sind aber auch nur für die einmalige Nutzung ausgelegt.

biwaksack-test

Ob im Zeltlager oder bei einer Wandertour im Gebirge: Warm und trocken Schlafen ist ein Muss, um am nächsten Tag wieder fit aufstehen zu können. Laut dem Institut für Demoskopie Allensbach gehen rund 37 % der deutschen Bevölkerung ab und zu wandern. Ein Biwaksack kann dabei sehr hilfreich sein, da er als Schutzhülle für den Schlafsack sowie Ihr Equipment dient und wasser- und winddicht ist.

In unserem Biwaksack-Vergleich 2020 erfahren Sie durch unsere Kaufberatung, auf welche Kategorien Sie neben dem Packmaß und dem Material beim Biwaksack-Kaufen achten sollten.

1. Wozu benötigt man einen Biwaksack?

Der sogenannte Biwaksack kommt hauptsächlich dann zum Einsatz, wenn jemand im Freien übernachten möchte. Der Sack ist eine Schutzhülle gegen Regen und Wind und wird über den Schlafsack und Ihre Ausrüstung gezogen. Viele Modelle isolieren auch bei sehr niedrigen Temperaturen unter null Grad gut.

Der Begriff “Biwak” stammt von dem französischen Wort „bivouac“ ab, welches übersetzt “Nachtlager” bedeutet.

Im ursprünglichen Sinne bezeichnete das Biwak ein Nachtlager der Soldaten oder Bergsteiger im Freien. Heute werden auch notdürftige, kleine Hütten im Gebirge als solche bezeichnet.

Achtung: Kondenswasser-Bildung

Nicht alle Biwaksäcke sind für eine große Berg- oder Campingtour geeignet, denn je nach Kombination mit dem Schlafsack kann sich schnell Kondenswasser bilden.

Kondenswasser entsteht immer, wenn im Inneren des Biwaks warme Luft an die kalte Biwak-Außenwand gelangt. Das Kondenswasser kann dann den Schlafsack durchnässen. Aber genau vor Nässe sollte der Biwak eigentlich schützen.

Daher raten wir: Achten Sie auf ein atmungsaktives Material der Schutzhülle und sorgen Sie für eine gute Luftzufuhr.

Natürlich bietet sich ein Zelt nach wie vor auch an, um im Freien zu schlafen, doch manchmal passt dieses einfach nicht mehr ins Gepäck oder das Gewicht ist zu schwer zu tragen. Dann kann ein Biwaksack unter Umständen schon ausreichen.

Vor- und Nachteile eines Biwaksacks gegenüber einem Zelt:

    Vorteile
  • hält im Schlaf warm
  • kleineres Packmaß
  • leichter
  • wasser- & winddicht
    Nachteile
  • nicht für wochenlange Übernachtungen geeignet
  • nur wenig Luftzirkulation
  • kaum Raum für Gepäck

2. Biwaksack-Typen im Überblick

Biwaks gibt es in unterschiedlichen Komfort-Klassen. Wollen Sie einen Biwak nur für alle Fälle im Rucksack haben, reicht ein Notfall-Biwaksack aus. Gehen Sie auf mehrtägige Wanderschaft, empfehlen wir eher ein Biwakzelt. Worin die Unterschiede der Biwak-Arten liegen, sehen Sie hier:

Biwaksack Biwakzelt Notfall-Biwaksack
Der normale Biwaksack ist, einfach gesagt, nur eine wasserdichte, winddichte Hülle, die Sie über Ihren Schlafsack stülpen. Die Kapuze kann mit einer Kordel zugezogen werden, sodass auch der Kopf etwas geschützt ist.

kleineres Packmaß als Biwak-Zelt
keine Stangen zu transportieren
x weniger Platz wie im Biwak-Zelt
x keine Überdachung

Diese Modelle sind eine Kombination aus Einmann-Zelt und Biwak. Das Kopfteil wird durch Stangen ausgebaut. Naturfotografen nutzen dieses Biwak gerne, weil sie darin bei jedem Wetter mit ihrer Kamera geschützt sind.

Kopf ist überdacht
x großes Packmaß
x Stangen müssen mitgenommen werden

Diese Art von Biwak ist für den Notfall gedacht. Sie ähneln einer Rettungsdecke, weswegen sie auch oft in Autos griffbereit liegen. Zusammengerollt sind sie nicht größer als ein Kaffeebecher, allerdings sind Sie auch nicht sehr widerstandsfähig.

besonders kleines Packmaß
x nicht sehr robust, oft nur einmal verwendbar

3. Kaufkriterien: Die Anwendung entscheidet

3.1. Biwaks als Reserve oder für eine Nacht

bikwaksack im freien

Mit einem guten Biwaksack können Sie bei schönem Wetter die Nacht auch im Freien verbringen.

Wer nur auf Nummer sicher gehen möchte und einen Biwak als zweite Wärmesicherung oder potentiellen Regenschutz einplant, für den reicht ein einfacher Biwaksack aus.

Machen Sie beispielsweise eine Hüttentour im Gebirge, eignet sich ein leichter Biwak mit geringem Packmaß, falls Sie von einem Unwetter überrascht werden oder sich verletzten und eine Weile im Schlafsack ausharren müssen. Dann ist ein Hüttenschlafsack allein meist zu kalt.

Eine weitere Option wäre in diesen Fällen auch ein Notfall- bzw. Einweg-Biwaksack, der zwar nur ein oder zwei Mal zum Einsatz kommen kann – da er nicht sehr robust ist – aber kaum Platz im Rucksack einnimmt.

Ein aluminiumbeschichteter Notfall-Biwaksack wirkt wie eine Rettungsdecke: Diese Biwaksäcke reflektieren 90% Ihrer Körperwärme zurück und halten Sie somit in Ausnahmesituationen warm. Wenn Sie die Innenseite nach außen drehen, bewirken Sie genau das Gegenteil – Sie verhindern einen Hitzeschlag.

3.2. Biwak für Bergtouren und Backpacker

Verstärkter Boden

Manche Modelle sind an der Unterseite mit Silikon oder laminiertem Kunststoff versehen. So haben Sie einen größeren Komfort beim Schlafen, da Sie spitze Gegenstände oder Steinchen weniger stark spüren.

Wenn Sie einen Biwaksack für die dauerhafte Nutzung und den Einsatz im Gebirge sowie bei eisigen Temperaturen suchen, sollten sie ganz besonders darauf schauen, dass dieser wind- und wasserdicht ist.

Gleichzeitig sollte die Außenhaut atmungsaktiv sein, damit die entstehende Feuchtigkeit entweichen kann und Sie nicht anfangen zu frieren. Vor allem bei niedrigen Temperaturen kann im Biwak schnell Feuchtigkeit entstehen, die dann den Schlafsack und die Ausrüstung feucht werden lassen.

Die Textilien Gore-Tex und Nylon sind daher als Außenmaterial zu empfehlen, weil sie atmungsaktiv und trotzdem wasserdicht sind.

Werden Sie auf abschüssigem Gelände die Nacht verbringen, sind Schlaufen am Biwak ratsam. An denen können Sie sich per Seil an Bäumen festbinden, um nicht ungewollt abzurutschen.

3.3. Biwak als Einmann-Zelt-Ersatz

Möchten Sie auf flachem Feld oder im Wald Ihr Nachlager aufschlagen, beispielsweise um zu fotografieren, empfiehlt sich anstatt eines Zelts ein Biwakzelt. Dieses hat ein geringeres Gewicht sowie Packmaß und Sie bleiben unauffälliger. Ihr weniges Equipment kann im Fußraum Platz finden und der Aufbau geht schneller als beim Zelt.

Gerade Naturfotografen und Wanderer bevorzugen diese Art von Biwak, da sie einen guten Kompromiss zwischen Zelt und freiem Himmel bietet. Als Einzelperson sind Sie mit diesem Biwak gut gegen Wind und Feuchtigkeit gewappnet und müssen nicht frieren.

4. 5 Tipps fürs Biwak: So sind Sie optimal vorbereitet

draussen im biwak

Für das Camping im Freien sollten Sie sich eine Isomatte unter den Biwak legen.

Wenn Sie das erste Mal draußen in der Natur übernachten und bestmöglich vorbereitet sein möchten, haben wir folgend ein paar Hinweise für Sie zusammengestellt:

  • Legen Sie Ihre Isomatte außerhalb des Biwaksacks unter. So bleibt die Unterseite des Biwaksacks länger trocken und warm und es bildet sich weniger Kondenswasser.
  • Lassen Sie das Kopfteil des Biwaksacks in der Nacht einen Spalt offen, damit die warme Atemluft abziehen kann. Weiterhin bildet sich in der Nacht im Innern des Biwaksacks Kondenswasser. Dieses soll Ihren Schlafsack nicht durchnässen, daher sollten Sie für ein wenig Luftzirkulation sorgen.
  • Besonders beim Notfall-Biwaksack sollten Sie für genügend Luftzufuhr sorgen, da dieser nicht atmungsaktiv ist und Sie somit im geschlossenen Zustand zu wenig Sauerstoff abbekommen. Außerdem würde Ihr Equipment ohne Luftzirkulation schnell feucht werden.
  • Nicht jeder Schlafsack ist für einen Biwaksack geeignet! Um in Kombination mit dem Biwaksack den bestmöglichen Komfort zu bieten, sollte der Schlafsack atmungsaktiv und nicht zu dick sein. Manchmal können Winterschlafsäcke selbst im Winter-Biwak unnötig warm sein. Wir empfehlen daher Hüttenschlafsäcke.
  • Fixieren Sie den Biwaksack bei abschüssigen Gelände! Mit Hilfe von Seilen oder Zeltheringen können Sie ein Wegrutschen verhindern. Binden Sie den Sack an einen Baum fest oder befestigen Sie diesen wie ein Zelt durch Heringe. Gerade wenn Sie die Isomatte untergelegt haben, können Sie in der Nacht leicht auf den Boden rutschen, wo es schnell kalt wird.

5. Fragen und Antworten rund um das Thema Biwaksack

camping im winter

Für das Camping im Winter ist ein Biwaksack nicht geeignet.

5.1. Wann ist ein Outdoor-Schlafsack besser geeignet als ein Biwaksack?

Ein Outdoor-Schlafsack zeichnet sich dadurch aus, dass er insbesondere für extreme Witterungsverhältnisse ausgelegt ist – beispielsweise für enorme Minusgrade. Diese Schlafsäcke sind dann sehr dick und schwer. Ein Biwaksack wäre für solch eisige Wetterbedingungen nur als Zusatz zum Schlafsack zu empfehlen.

5.2. Aus welchem Material sollte mein Biwaksack sein?

Der beste Biwaksack sollte aus einem atmungsaktiven Stoff bestehen, wie beispielsweise Gore-Tex oder Nylon. Wenn die Luftzirkulation in dem Sack gut von statten gehen kann, laufen Sie nicht Gefahr, unnötig zu schwitzen oder auszukühlen.

5.3. Hat die Stiftung Warentest schon einen Biwaksack-Test durchgeführt?

Bisher hat das Prüfinstitut noch keinen Biwaksack-Test gemacht und somit wurde auch noch kein Biwaksack-Testsieger gekürt.
Allerdings warnt die Stiftung Warentest vor umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien in Outdoor-Kleidung und Schlafsäcken. Bei den Untersuchungen der Organisation Greenpeace waren lediglich 4 Produkte PFC-frei. Alle übrigen waren mit giftigen Fluorverbindungen versetzt.

“Bei der Herstellung und durchs Waschen gelangen die Schadstoffe in die Umwelt und die Nahrungskette. Sie bauen sich kaum ab. Einige Anbieter verwenden PFC-freie Alternativen, um Textilien wetterfest zu machen. Diese Stoffe sind aber zum Teil weniger schmutzabweisend.” – Ausgabe 03/2016

5.4. Welche Marken und Hersteller gibt es?

Biwaksäcke werden vor allem von Outdoor-Ausrüstern vertrieben. Besonders hochwertige Modelle von Outdoor Research oder Carinthia beginnen ab 350 Euro. Biwaksäcke von Lestra oder RAB erhalten Sie für 100-200 Euro. Wer einen etwas günstigeren Bickwaksack für unter 100 Euro kaufen möchte, kann bei Salewa, Mountain Equipment oder Geertop fündig werden. Im Folgenden haben wir die renommiertesten Hersteller für Sie aufgelistet:

  • Mammut
  • Outdoor Research
  • Salewa
  • Mountain Equipment
  • Semptec Urban Survival
  • Carinthia
  • Geertop
  • Exped
  • Lestra
  • RAB
  • Vaude
  • LACD
  • Snugpak

Bildnachweise: Amazon.com/Mammut-Store, stock.adobe.com/Bikej Barakus, stock.adobe.com/EVERST, stock.adobe.com/AYAimages (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)