Dach

Eternit entsorgen

Eternitfassade

Welche Dinge sind aus Eternit*?

*Der Begriff Eternit wird umgangssprachlich für Faserzementplatten benutzt.

  • Dachplatten
  • Dachwellplatten
  • Fassadenplatten
  • Kunstschiefer/Kunststeine
  • Beetumrandungen
  • Blumenkästen
  • Pflanzkübel
  • in unterschiedlichen Formen und Farbe

Seit 1993 hergestelltes Eternit können Sie als ganz normalen Baumüll entsorgen, so wie es Ihre örtlichen Vorschriften zur Abfallentsorgung vorsehen. Eternit zu entsorgen wird erst dann schwierig, wenn der Verdacht auf asbesthaltiges Material besteht.

Grundsätzlich ist erstmal alles Eternit, das vor 1993 verbaut wurde verdächtig, da erst 1993 ein bundesweites Asbestverbot griff. Das gilt auch für Platten anderen Namens von anderen Herstellern, die in der Zeit vor dem Asbestverbot quasi alle Asbest einsetzten. Eternit ist im Grunde nur ein Markenname, der häufig synonym für alle Faserzementplatten benutzt wird.

Die Faser galt schließlich bis in die 80er Jahre als Wunderfaser, obwohl Asbestose als Berufskrankheit bereits seit 1943 anerkannt wurde.

Wer tatsächlich noch eine Rechnung mit genauer Produktbezeichnung besitzt, kann oft beim Hersteller herausfinden, ob das Produkt damals noch mit Asbestfasern hergestellt wurde. Ansonsten gibt nur ein Labor Gewissheit, denn Unwissenheit schützt weder vor Strafe noch vor Gesundheitsschäden.

Aufgrund der erheblichen Haftungsrisiken sowie der Bußgelder, die bei nicht sachgerechter Entsorgung drohen, vor allem aber wegen der extremen Gefährdung der eigenen Gesundheit wie auch der anderer Personen aus der Umgebung, muss beim geringsten Zweifel zwingend für eine sichere Bestimmung des Materials gesorgt werden.

Auf Asbest testen lassen

Mülldeponie mit Gefährdungszeichen
Asbesthaltiges Eternit darf keinesfalls im Hausmüll landen.

Sie können mit dem Nachweis ein Spezialentsorgungsunternehmen beauftragen. Es gibt aber auch Tests im Handel oder bei Apotheken, die nach der dort genau beschriebenen Probenentnahme und Verpackung in ein Labor geschickt werden.

Vom Labor bekommen Sie das Ergebnis. Sollte es nachweisen, dass kein Asbest in Ihrem Faserzement enthalten ist, so behalten Sie das Laborergebnis.

Wenn Sie Ihre asbestfreien Faserzementplatten als normalen Baumüll entsorgen möchten, kann das beim Wertstoffhof hilfreich sein.

Fest- und schwach gebundenes Asbest

Wellplatten aus Faserzement
In Faserzementplatten ist Asbest fest gebunden.

Bei den Vorschriften und technischen Regeln zur Asbestentsorgung wird zwischen fest und schwach gebundenen Asbestfasern unterschieden.

Platten aus Zement die Asbestfasern enthalten, werden landläufig als Eternit bezeichnet. Es handelt sich dabei um fest gebundenes Asbest. Asbest in Dämmmaterial und Isolierpappen ist schwach gebunden und muss bei der Entsorgung noch wesentlich anders behandelt werden.

Beispielsweise wird das Material zur Bindung der Fasern teilweise in Zement gegossen. Schwach gebundenes Asbest kann nicht ohne weiteres privat entsorgt werden.

Wenn Sie bei Ihrem Gebäude asbesthaltiges Eternit feststellen, bedenken Sie, dass vermutlich auch andere Baumaterialien und Geräte aus dieser Zeit mit Asbest belastet sind, wie beispielsweise: Isolierpappen, Dichtschnüre bei Öfen, Dämmmaterialien, Estrichen, Fliesenklebern, Spachtelmassen, Dichtungen, Leichtbauplatten, Bodenbelägen, Kunststeinen, Füllungen von Brandschutztüren, Asbestbitumen, in Nachtspeicheröfen, Klimaanlagen und zahllosen elektrischen Kleingeräten (Bügeleisen, Toastern, Staubsaugern, Föhnen, Heizdecken usw.).

Was ist verboten im Umgang mit dem Material?

Bei Eternit handelt es sich um sogenanntes, festgebundenes Asbest. Davon geht erstmal keine akute Gefahr aus, solange es nicht bearbeitet wird. Bearbeiten ist verboten und bedeutet beispielsweise:

  • Reinigen mit dem Hochdruckreiniger
  • Abbürsten
  • Bohren
  • Brechen
  • Abbau von Dach- oder Fassadenplatten

Schlicht alles, was zur Freisetzung von Asbestfasern führen kann. Bei Zuwiderhandlungen drohen Strafverfahren wegen des verbotenen Umgangs mit asbesthaltigen Bauteilen sowie Sanierungsmaßnahmen im ganzen Umfeld und Schadenersatzleistungen.

Asbesthaltiges Eternit entsorgen – Vorschriften

Garage mit Eternitdach
Auf keinen Fall sollten Sie ein solches Dach mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten.

Es gibt auf allen Verwaltungsebenen Vorschriften zur Entsorgung von asbesthaltigen Faserbetonplatten. Europaweit gilt die EU-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006.

Der Umgang mit dem Material ist in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRSG 519) genau festgeschrieben. Zusätzlich gibt es landesspezifische sowie kommunale Abfallrechtliche Bestimmungen. So ist Eternit entsorgen im Saarland möglicherweise im Detail anders geregelt als Eternit entsorgen in Schleswig-Holstein.

Eternit entsorgen privat? Nicht überall ist Privatpersonen erlaubt, selbst asbesthaltige Stoffe zu entsorgen. Bevor Sie also irgendwelche Maßnahmen ergreifen, sollten Sie sich bei Ihrer Kommune oder Ihrem örtlichen Entsorgungsunternehmen genau erkundigen. Sehr häufig halten diese Merkblätter bereit – teilweise sogar die notwendigen Big Bags, Aufkleber, Schutzanzüge und Atemmasken zum Selbstkostenpreis.

Beispiel: Informationen zum Thema Eternit entsorgen in Berlin (asbesthaltig)

»Entsorgung und Kosten: 20 kg entgeltfrei für private Haushalte, darüber 1,50 €/kg 
Keine Annahme von Fußboden-Flexplatten! Die Berliner Stadtreinigung (BSR) entsorgt ausschließlich Asbestzement (‘Eternit’) bis zu einer maximalen Kantenlänge von 80 cm. (Zerkleinern verboten!). Abfälle müssen vor der Anlieferung staubdicht in eine stabile Kunststofffolie verpackt werden. Abmaße über 80 cm Kantenlänge bitte über geeignete Privatfirmen entsorgen.

Informieren Sie sich vor anstehenden Abriss- oder Umbaumaßnahmen über einen gesundheitsverträglichen und umweltgerechten Umgang mit Asbest.«

Vorsichtig: Auch wenn diese Hinweise im Beispiel sehr viel knapper sind, als die Maßnahmen, die in der TRSG 519 beschrieben sind, sind Sie bei der Entsorgung rechtlich an alle Details dieser Technischen Regel gebunden. Anzeigen wegen des Verdachts auf irreguläre Entsorgung von asbesthaltigen Baustoffen sind sehr häufig und werden bundesweit sofort und sehr konsequent verfolgt. Sollten Sie in irgendeiner Art und Weise gegen die Vorschriften verstoßen, drohen Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erhebliche gesundheitliche Gefahren. Darüber hinaus kommen Bußgelder und Schadenersatzansprüche auf Sie zu.

Der Abbau von Asbestfaserbeton nur von Sachverständigen

Fassade mit Eternitplatten
Der Abbau einer solchen Fassade ist ein Fall für ein Spezialunternehmen.

Die Entsorgung von Asbest ist nicht gleichbedeutend mit dem Abbau von Asbestprodukten.

Der Abbau dieser Produkte ist laut der TRSG 519 von sachkundigem Personal mit den erforderlichen Qualifikationen (staatlich geprüft) durchzuführen. Diese müssen regelmäßig erneuert und bescheinigt werden.

Theoretisch können Sie diese Sachkunde auch privat erwerben und per staatlicher Prüfung nachweisen. Allerdings sind auch Geräte, wie beispielsweise ein zugelassener Asbest-Staubsauger für den Abbau erforderlich, sodass die Kosten bei Beauftragung eines Fachbetriebs unter dem Strich durchaus unter den Eigenkosten liegen können.

Asbesthaltige Eternitplatten entsorgen – richtig!

Maßnahmen:

  • Schutzkleidung anlegen (Schutzkleidung, Schutzbrille und Maske der Klasse FFP3)
  • unbeschichtete Asbestzementprodukte mit faserbindendem Mittel einsprühen und mit Wasser feucht halten
  • jede Staubbildung unbedingt vermeiden
  • während des ganzen Prozesses das Material auf keinen Fall werfen oder zwischenlagern
  • alles in passenden Plattensäcken oder Big Bags verpacken und staubdicht verschließen
  • alle Behältnisse mit Asbestaufklebern kennzeichnen
  • Schutzkleidung ebenfalls gut verpackt entsorgen

Laut Umwelt Bundesamt erfolgt die Annahme (unbedingt vorher vor Ort erkundigen):

  • an Wertstoffhöfen
  • an anderen Einrichtungen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger oder deren beauftragten Dritten
  • an Deponien
  • in Lägern von Asbestentsorgungsbetriebe

Eternit entsorgen – Kosten

Eternitdach sanierungsbedürftiges Haus
Bei einer auch energetischen Sanierung kommen auch Fördermittel zur Asbestsanierung in Frage.

Die Entsorgungskosten für Eternitplatten sind regional sehr unterschiedlich. In der Regel wird nach Gewicht berechnet. Vielerorts ist eine private, sachgerechte Anlieferung bis zu 2 Tonnen möglich.

Eternit entsorgen – Preis pro Tonne: ca. 100 bis 300 Euro (Kleinmengen andere Preise)

Das Eternit-Gewicht bei Platten lässt sich überschlägig mit 20 kg/qm veranschlagen.

Der Abbau von Eternitplatten durch einen zugelassenen Fachbetrieb kostet etwa 30 bis 37 Euro/qm. Dazu kommen Kosten für ein eventuell notwendiges Gerüst, Transport, Big Bags usw.

Allerdings gibt es zur Asbestentsorgung im Rahmen einer Sanierung (mit zusätzlich energetischen Maßnahmen) verschiedene Förderprogramme.

Eternitplatten entsorgen lassen

Eternit an Mehrfamilienhaus
Eternitsanierung bei Mehrfamilienhäusern ist Sache eines zugelassenen Fachbetriebes.

Es wird generell empfohlen, die Eternitplatten-Entsorgung von Fachbetrieben durchführen zu lassen.

Oft ist das auch gar nicht anders möglich, da der Abbau von asbesthaltigen Materialien (z. B. Welleternitplatten) ohnehin nur mit Sachkundenachweis erlaubt ist.

Spezialfirmen finden Sie beispielsweise über den TÜV, die Dekra oder die Handwerkerinnung.

Lassen Sie sich auf jeden Fall die staatliche Zulassung schriftlich z. B. im Angebot schriftlich bestätigen.

Entsorgungsnachweis unbedingt behalten
Ob privat oder durch ein Spezialentsorgungsunternehmen entsorgt: Lassen Sie sich in jedem Fall einen Entsorgungsnachweis geben und behalten Sie diesen dauerhaft.

Welche Gesundheitsschäden verursacht Asbest?

Wellplattendach Gewerbe
Auch in Gewerbegebieten finden sich noch zahlreiche Eternitdächer aus der Zeit vor 1993.

Durch das Einatmen von mikroskopischen feinen Asbestfasern können Asbestose (eine durch Asbest bedinge Staublungenkrankheit) und Krebs (Bronchialkarzinom, Malignes Mesotheliom) entstehen. Während die Asbestose eine stärkere Belastung mit asbesthaltigen Stäuben voraussetzt, kann Krebs schon bei geringster Belastung entstehen. Es soll schon eine einzelne Faser ausreichen können, um langfristig eine Erkrankung auszulösen. Dennoch potenziert sich das Risiko mit jeder weiteren Asbestbelastung natürlich.

Die Wirkung kann Jahrzehnte nach dem eigentlichen Vorfall bei dem Asbestfasern eingeatmet wurden eintreten. Besonders in den 70er- und 80er-Jahren wurde Asbest in großen Mengen verbaut. Bis heute wird Asbest in vielen Ländern (z. B. China, Indien, Russland, Kasachstan, Brasilien u. v. a. m.) nach wie vor industriell genutzt. Europaweit wurde Asbest 2005 verboten – in Deutschland 1993. Es wird noch sehr lange dauern, bis die Asbestsanierung als abgeschlossen betrachtet werden kann. Bis heute sterben auch bei uns jährlich über 1.000 Menschen an den Folgen von Asbestbelastung, weltweit sollen es über 100.000 sein.

Fazit: Asbestsanierung ist eine äußerst gefährliche Tätigkeit, wenn nicht in allen Phasen genauestens auf die Einhaltung aller Schutzmaßnahmen geachtet wird.

Autor: Christiane Baldwin – Onlineredakteurin und Heimwerkerin

Bildnachweise:

  • Titelbild: Christiane Baldwin
  • Müll/Gefahrenzeichen: Pixabay/Prylarer; Composing C. Baldwin
  • Wellplatte: Pixabay/anaterat
  • Garage: Christiane Baldwin
  • brauner Giebel: Christiane Baldwin
  • Holzhaus: Pixabay/arcaion
  • Mehrfamilienhaus: Pixabay/HPGruesen
  • Gewerbehalle: Christiane Baldwin
  • Beitragsbild: Pixabay/MetsikGarden