Heizkörper & -systeme

Heizkörpertypen: Die 3 häufigsten Heizkörperarten in der Übersicht

  • Die heute verbauten Flachheizkörper funktionieren mit dem Prinzip der Konvektion. Warme Luft steigt im Heizkörper auf, während von unten kalte Luft angezogen wird.
  • Im Badezimmer sind beheizte Handtuchhalter besonders praktisch. Die großflächigen Heizkörper sind für besonders kleine Badezimmer aber leider oft zu groß.
  • Gussheizkörper finden sich noch häufig in Altbauwohnungen. Da Wärmeverluste bei ihnen aber enorm sind, sind sie aus heutiger nicht mehr zu empfehlen.

heizkoerpertypen

Für den Austausch der vorhandenen Heizkörper muss man nicht immer auf Standardtypen zurückgreifen. Im Fachhandel oder im Baumarkt findet sich eine Vielzahl von Heizkörper-Typen, die sich an die individuellen Wohnverhältnisse anpassen können.

Allseits beliebt und bekannt sind mittlerweile die praktischen Badheizkörper, die auch als Handtuchtrockner fungieren.

Doch auch für die anderen Wohnräume gibt es mittlerweile spezialisierte Radiatoren, die sogar Einrichtungsakzente setzen können. Auch wer keine Designer-Heizkörper braucht, findet in diesem Artikel auf Heimwerker.de eine Übersicht über Heizkörpertypen sowie Tipps zur Reinigung und mehr.

1. Funktionsprinzip von Heizkörpern: Luft in der Umgebung wird erwärmt

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Warme Luft steigt im Heizkörper auf, kalte Luft wird unten eingesogen.

Heizkörper werden oft auch Radiatoren genannt, diese Bezeichnung ist allerdings nur zum Teil richtig. Das Wort „Radiator“ bezieht sich nur auf die reine Wärmestrahlung eines Objektes.

Diese basiert auf Infrarotstrahlung und verhält sich wie Licht, sie kann daher nicht durch Objekte hindurchdringen. Anders ausgedrückt: Wenn die Couch vor einem reinen Radiator stünde, würde man frieren.

Durch Heizkörper wird daher nicht nur direkte Wärmestrahlung abgegeben, sondern auch die Luft wird erwärmt. Dies geschieht nach dem physikalischen Prinzip der Konvektion: Warme Luft steigt auf, kalte Luft senkt sich ab. Aus diesem Grund sollten Heizkörper also Konvektoren genannt werden.

Im Heizkörper funktioniert dies folgendermaßen: Zwischen den Platten eines Heizkörpers wird die Luft erwärmt und steigt nach oben. Da diese Luft ersetzt werden muss, „zieht“ der Heizkörper von unten kalte Luft nach und erwärmt diese erneut.

Dies geschieht in einem ständigen Kreislauf – nach einiger Zeit ist so der gesamt Raum erwärmt. Der Luftzug im Heizkörper ist kaum spürbar, aber durchaus sichtbar: Wer sich im Winter immer gewundert hat, warum sich an einer Stelle im Raum Staub ansammelt, hat Spuren des Konvektionskreislaufs in der eigenen Wohnung entdeckt.

Hinweis: Somit wäre die physikalisch richtige Bezeichnung für einen Heizkörper also eher Konvektor oder Konvektionsradiator – man muss es aber auch nicht immer so genau nehmen.

2. Die 3 häufigsten Heizkörpertypen in der Übersicht

2.1. Flachheizkörper: Der Standard-Heizkörper

Der Flachheizkörper, auch Plattenheizkörper genannt, ist heute die meistverbaute Standardform, besonders der Heizkörper Typ 33. Im Regelfall hat ein Flachheizkörper eine, zwei oder drei Platten die mit Metallstreben verbunden sind. Besondere Bauformen haben mitunter auch mehr Platten und werden dann als Kompaktheizkörper bezeichnet.

Der flache Heizkörper arbeiten, wie alle Heizkörper, nach dem kombinierten Strahlungs- und Konvektionsprinzip. Im Vergleich zu alten Gussheizkörpern stehen hier vor allem die geringere Bautiefe und die kleineren Ausmaße im Vordergrund.

Auch passt sich ein moderner Flachheizkörper schneller Temperaturunterschieden im Heizkreislauf, er kann schnell aufheizen und schnell abkühlen. Letzteres ist allerdings nicht immer von Vorteil.

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Flache Heizkörper mit mehreren Platten sorgen für eine schnellere Lufterwärmung. Von oben nach unten: Heizkörper Typ 11, Heizkörper Typ 22, Heizkörper Typ 33 und der Kompaktheizkörper.

2.2. Badheizkörper: Der praktische Handtuchtrockner

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Dank Badheizkörper können Sie sich nach dem Duschen mit vorgewärmten Handtüchern abtrocknen.

Speziell für das Bad geeignete Heizkörper werden seit einigen Jahren im Fachhandel angeboten und sind heute schon fast Standard bei Badsanierungen. Sie vereinen viele Vorteile, die im Bad wichtig sind: Zum einen sind die Rohrenheizkörper ein praktischer Handtuchtrockner, zum anderen haben sie eine große Abstrahlfläche.

Badheizkörper gibt es vielen verschiedenen Größen und Bauformen. Von der großen Handtuchheizung bis zum leistungsfähigen Kompaktheizkörper sind viele Bauformen möglich.

Wer sich nach der Berechnung seines Heizbedarfs vor Ort im Fachhandel mit einer Kaufberatung informiert, findet unter den vielen Angeboten eigentlich immer etwas passendes.

Hier noch einmal die Vor- und Nachteile eines Badheizkörpers im Überblick:

    Vorteile
  • gleichzeitig praktischer Handtuchtrockner
  • besonders große Abstrahlfläche
  • kann auch nachträglich eingebaut werden
    Nachteile
  • eignet sich nicht für besonders kleine Badezimmer
  • hohe Vorlauftemperatur notwendig
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2.3. Gussheizkörper: Für moderne Wohnungen ungeeignet

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Gussheizkörper finden Sie besonders häufig in Altbauwohnungen.

Gussheizkörper sind nicht nur oft sehr alte Heizkörper, sie sind auch ungeheuer schwer: Die aus Grauguss gefertigten, sehr schweren Gliederheizkörper sind heute eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Dennoch gibt es in Altbauten oder im Denkmalschutz oft Gründe, neue oder reparierte Gussheizkörper einzubauen.

Ein klarer Vorteil ist die hohe Wärmespeicherfähigkeit: Nach Abschaltung der Wärmezufuhr hält der schwere Eisenkörper die Wärme vergleichsweise sehr lang. Auch Korrosionsprobleme sind durch das dicke Material eher zu vernachlässigen.

Ganz anders sieht es allerdings bei den Thermostatventilen aus: Oft sind diese nicht mehr gangbar oder sogar undicht: Hier muss sofort repariert werden.

Sehr alte Heizkörpertypen bzw. Gussheizkörper sind sogar noch für pumpenlose Heizsysteme geeignet: In diesen verteilt sich auch das Wasser im Heizsystem nach dem Konvektionsprinzip. Ein Nachteil ist in diesem Fall die sehr hohe Temperatur des Heizwassers, erst bei minimal 90 °C kommt die Konvektion in Gang.

Die Wärmeverluste solcher Systeme sind erheblich, daher sind sie heute praktisch nicht mehr zu finden. Gussheizkörper lassen sich aber auch an heute üblichen Niedertemperaturheizungen betreiben. Allerdings werden sie durch das dicke Material langsamer warm.

Hinweis: Insgesamt kann heutzutage aus energetischer Sicht eigentlich nicht mehr zu Gussheizkörpern geraten werden. Ein Austausch der Heizkörper gegen moderne Systeme ist im Sanierungsfall vorzuziehen – wenn keine Denkmalschutzbestimmungen dagegen sprechen.

3. Heizkörper-FAQ: Was Sie noch über Heizkörper wissen sollten

Nachdem wir Ihnen die drei häufigsten Heizkörperarten vorgestellt haben, wollen wir Ihnen auf Heimwerker.de noch einige wichtige Fragen rund um das Thema beantworten.

3.1. Welche Alternative gibt es zu den üblichen Heizkörpern?

Als eine Alternative bieten sich Infrarotheizungen an. Diese werden elektrisch betrieben und erhitzen durch Strahlung die Fläche, auf die sie zeigen.

Infrarotheizungen bieten sich also an, wenn Sie punktuell eine Stelle beheizen wollen, es aber keine Möglichkeit gibt, einen weiteren Heizkörper anzuschließen. Ein Beispiel hierfür wäre eine Werkbank im Schuppen.

Ein großer Nachteil der Infrarotheizung ist allerdings der enorme Stromverbrauch. Ein konventionelles Heizsystem können Infrarotheizungen also nicht ersetzen.

3.2. Wie kann man Heizkörper reinigen?

Hausstauballergiker aufgepasst

Durch das Konvektionsprinzip von Heizkörpern wird dauerhaft Luft und damit Staub aufgewirbelt. Hausstauballergiker sollten bei der Reinigung Ihrer Heizkörper deswegen besonders gründlich vorgehen.

Abgesehen davon, dass eine staubige Heizung nicht schön aussieht, sollten Sie auch wegen der Heizleistung Ihre Heizkörper regelmäßig reinigen. Denn bereits eine kleine Staubschicht kann diese Leistung mindern und Ihre Heiz-Kosten in die Höhe schießen lassen. Mit einer Reinigung sparen Sie also bares Geld.

Von Außen lässt sich die Reinigung selbstverständlich jederzeit durchführen. Hier reicht meist ein einfacher, feuchter Lappen und etwas Spülmittel. Eine gründliche innere Reinigung sollten Sie hingegen vor oder nach der Heizperiode durchführen.

Die Standard-Flachheizkörper sind oben meist mit einem Gitter abgedeckt, das sich entweder einfach abnehmen oder abschrauben lässt. Das Gitter können Sie ebenfalls mit einem Lappen und Spüli reinigen, für das Innere eignet sich entweder ein dünner Staubwedel oder eine spezielle Heizkörperbürste, die Sie im Fachhandel kaufen können.

Tipp: Sie können losen Staub auch einfach mit einem Föhn aus der Heizung hinauspusten. Legen Sie ein feuchtes Tuch unter den Heizkörper und pusten Sie nur von oben, damit sich der Staub nicht im ganzen Zimmer verteilt.

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3.3. Wie kann man Heizkörper streichen?

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Heizkörperlack sorgt nicht nur für die passende Ästhetik, sondern schützt vor Feuchtigkeit und Korrosion.

Wer seinen Heizkörpern günstig einen neuen Look verpassen möchte, ohne diese gleich komplett auszutauschen, kann auf Heizkörperlack zurückgreifen.

Wenn der Lack an einigen Stellen bereits abblättert lohnt sich das nicht nur für die Ästhetik, sondern schützt den Heizkörper auch noch vor eindringender Feuchtigkeit.

Bevor Sie den Heizkörper streichen, sollte das Thermostat heruntergedreht und der Heizkörper gründlich von außen gereinigt werden. Danach rauen Sie die Oberfläche mithilfe von Schleifpapier an, damit der Lack besser halten kann. Anschließend können Sie den Heizkörperlack einfach mit einem Pinsel auftragen und nach der Anleitung der Hersteller trocknen lassen.

Bildnachweise: adobe.stock/Andrey Popov, adobe.stock/joserpizarro, adobe.stock/hanohiki, adobe.stock/ucius (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)