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Milben bekämpfen – Tipps gegen Hausstaubmilben, Grasmilben und Spinnmilben

Milben bekämpfen - Tipps gegen Hausstaubmilben, Grasmilben und Spinnmilben

Wie ein Tier aus längst vergangener Zeit erscheint die Hausstaubmilbe, wenn man sie unter einem Mikroskop betrachtet. Sie gehört zu den Spinnentieren und die kleinste Gattung der Milben misst nur etwa 0,1 Millimeter. Im Alltag macht der Gliederfüßer vor allem Allergikern das Leben schwer. Im Freien verbreitet die größte Milbenart, die Zecke, nicht weniger Schrecken. Der Blutsauger beisst mit Vorliebe Hunde, Katzen und Pferde gibt sich aber auch mit Menschen zufrieden. Hier schafft eine Zeckenzange und Desinfektionsmittel umgehend Abhilfe. Entzündet sich die Bissstelle, sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Doch wie beseitigt man die winzigen Milben, die in Ihrer Wohnung in Bett, auf Pflanzen oder im Fell Ihres Haustiers leben? Wir verraten Ihnen welche Maßnahmen und Mittel wirklich helfen.

Hausstaubmilben bekämpfen

Eine der bekanntesten Milbenarten ist die Hausstaubmilbe. Da sie so klein ist, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann, lebt sie oft unbemerkt in Matratzen, Kissen und anderen staubanfälligen Plätzen. Solange Sie nicht allergisch auf den Milbenkot reagieren, ist das auch nicht weiter schlimm. Haben Sie jedoch eine Hausstauballergie, können die Tierchen Hautreaktionen und Atembeschwerden auslösen. Wer Husten und Ausschlag entgegen wirken will, sollte daher neben einer medikamentösen Behandlung versuchen, eine möglichst milbenfreie Umgebung zu schaffen. Berücksichtigen Sie nachfolgende Tipps, können Sie die Allergene in Ihrer Wohnung deutlich reduzieren.

Milben leben gerne in Matratzen, Kissen und anderen Wohntextilien.
Milben leben gerne in Matratzen, Kissen und anderen Wohntextilien.

Tipp 1: Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit möglichst gering halten. Dafür täglich mindestens eine Stunde lüften und besonders das Schlafzimmer kühl halten.

Tipp 2: Bettwäsche einmal wöchentlich wechseln und bei 60 Grad waschen. Auch die Matratze inklusive Bezüge regelmäßig reinigen. Für Bettdecke, Kissen und Matratze gibt es zudem spezielle Anti-Milben-Überzüge. (Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach einer Kostenerstattung.)

Tipp 3: Staubfänger entweder komplett entfernen oder mit folgenden Tricks die Milben darin dezimieren. Kissen, Kuscheltiere und andere textile Gegenstände, in denen sich Staubmilben wohlfühlen, entweder für etwa 24 Stunden in die Gefriertruhe geben oder in einem Wäschetrockner erhitzen. Ein Trockenprogramm mit hohen Temperaturen, tötet die Milben ab. Achten Sie jedoch darauf, dass das Material die Hitze verträgt.

Ein Staubsauger mit Wasserfilter eignet sich für Allergiker.
Ein Staubsauger mit Wasserfilter eignet sich für Allergiker.

Tipp 4: Glatte Böden sollten alle zwei Tage gewischt werden. Auch Teppiche müssen regelmäßig gereinigt werden, da sie im wahrsten Sinne des Wortes Brutstätten für Milben sind, weshalb viele Allergiker auf sie verzichten.

Beim Staubsaugen ist es zudem ratsam ein Gerät mit einer speziellen Filterfunktion zu verwenden, damit der Staub nicht in der Raumluft verteilt wird. Besonders an Stellen, die anfällig für Staubansammlungen sind, wie unter dem Bett, ist eine gründliche und regelmäßige Reinigung wichtig.

Möbel und andere Gegenstände einmal wöchentlich mit einem feuchten Tuch abstauben.

Grasmilben bekämpfen

Die winzigen Grasmilben sind orangrot und nur etwa 0,3 Millimeter klein.
Die winzigen Grasmilben sind orangrot und nur etwa 0,3 Millimeter klein.

Grasmilben, auch genannt Herbstmilben oder Erntemilben warten auf der Suche nach eiweißreicher Nahrung an der Spitze von Grashalmen auf geeignete Beute. Dazu gehört neben Tieren, wie Hunde, Katzen und Pferde, auch der Mensch. Der Biss der etwa 0,3 Millimeter kleinen Milbe kann starken Juckreiz verursachen. Die winzigen Plagegeister bevorzugen dünne und feuchtwarme Hautstellen. Bemerken Sie bei Ihrem Tier vermehrtes Kratzen oder Lecken, könnte das ein Hinweis auf einen Milbenbefall sein. Menschen bemerken den Biss erst nach einigen Stunden, wenn die betroffene Stelle auf das von der Grasmilbe abgesonderte Sekret reagiert. Es bilden sich rote Schwellungen, die oft mit dem Stich einer Mücke verwechselt werden.

Was können Sie gegen Grasmilbenbisse beim Menschen tun?

In der Regel ist der Biss einer Grasmilbe harmlos, da sie im Gegensatz zu Ihrer Verwandten, der Zecke, keine Krankheiten überträgt. Die Reaktion auf das Sekret ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei schwerem Ausschlag und Juckreiz, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann Ihnen cortisonhaltige Salbe oder Antihistaminika verschreiben, die für Linderung sorgen.

Wichtig um Entzündungen zu vermeiden ist, dass die roten Pusteln nicht aufgekratzt und schnellst möglich desinfiziert werden. Hilfreiche Hausmittel gegen Juckreiz sind Zitronen- und Zwiebelsaft.

Maßnahmen gegen einen Grasmilbenbefall im Garten:

Tipp 1: Auf den Halmen selbst sind die winzigen Tiere, trotz Ihrer auffälligen Farbe, mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Es gibt jedoch einen einfachen Trick um herauszufinden, ob Ihr Rasen von Grasmilben besiedelt wird. Legen Sie ein weißes Blatt Papier an eine sonnige Stelle auf das Gras. Die Spinnentiere werden vom Licht angezogen, das das Blatt reflektiert und krabbeln darauf. Nach einiger Zeit, können Sie kleine rote Punkte auf dem weißen Hintergrund erkennen.

Tipp 2: Im Sommer freuen sich Füße zwar über frische Luft, möchten Sie jedoch Grasmilbenbisse vorbeugen, ist hohes Schuhwerk die bessere Wahl. Wenn sie im Gras gesessen oder gelegen haben, hilft eine anschließende Dusche, die Milben abzuspülen, bevor sie beissen können.

Tipp 3: Mähen, vertikutieren und bewässern Sie den Rasen regelmäßig. Grasmilben ziehen sich bei Feuchtigkeit in den Boden zurück. Bei Trockenheit sitzen sie meist auf der Spitze von Grashalmen. Durch regelmäßiges kürzen können Sie eine Ausbreitung der Tiere eindämmen.

Tipp 4: Entsorgen Sie den Grünschnitt umgehend, am Besten in der Biotonne. Im Kompost leben häufig Mäuse, die ein bevorzugter Wirt der Grasmilbe sind und für deren Verbreitung sorgen.

Maßnahmen gegen Grasmilben bei Katzen und Hunden:

Die winzigen orangeroten Plagegeister lösen auch bei Haustieren einen starken Juckreiz aus. Bemerken Sie einen Befall direkt nach einem Spaziergang an der frischen Luft, können die Tierchen mit lauwarmem Wasser aus dem Fell gewaschen werden. Hat der Winzling jedoch bereits zugebissen, reicht eine Fellwäsche nicht mehr aus.

Juckreiz kann ein Anzeichen für Milbenbefall sein.
Juckreiz kann ein Anzeichen für Milbenbefall sein.

Ohren, Nase, Augen und Pfotenzwischenräume sind besonders gefährdet für einen Grasmilbenbefall bei Hunden und Katzen. Doch auch an der Schwanzspitze und anderen dünnhäutigen Stellen sind die Bedingungen für die kleinen Tiere günstig. Sind auf der Haut verschorfte, rötliche Stellen zu sehen und Ihr Haustier kratzt und leckt sich besonders oft, kann die Ursache ein Grasmilbenbefall sein.

Da ähnliche Symptome jedoch auch von anderen Milbenarten, wie Raubmilbe, Räudemilbe und Ohrmilbe ausgelöst werden, sollten sie bei Unsicherheit unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Ist der Befund eindeutig, helfen folgende Maßnahmen gegen Grasmilben.

Tipp 1: Den Juckreiz lindern. Die Reinigung des Fells ist die erste Maßnahme gegen einen Grasmilbenbefall. Bürsten Sie das Fell gründlich und verwenden Sie ein antiparasitäres Puder oder gönnen Sie Ihrem Vierbeiner eine Dusche mit Anti-Parasiten-Shampoo. Als Hausmittel wird Apfelessig und Neemöl empfohlen. Beide Mittel werden auf die betroffenen Stellen getupft. Sie töten die Milben ab und helfen gegen den Juckreiz.

Tipp 2: Verhindern Sie die Ausbreitung der Grasmilbe. Waschen Sie alle Decken und textilen Spielzeuge in der Waschmaschine und reinigen sie die Liegeplätze. Da sich ihr Haustier auch im Rest der Wohnung bewegt, auch die übrigen Zimmer gründlich saugen.

Tipp 3: Entzünden sich aufgekratzte Stellen, hilft eine entzündungshemmende Salbe vom Tierarzt. Auch wenn die Beschwerden nach einiger Zeit nicht abklingen, ist ein weiterer Tierarztbesuch begründet.

Tipp 4: Als vorbeugende Maßnahmen gegen Grasmittel gibt es verschiedene Spot-On-Präparate, Milbensprays und auch ein Ungezieferhalband kann schützen. Als bewährtes Hausmittel gegen Parasiten gilt Kokosöl. Die darin enthaltene Laurinsäure gibt einen für die Milbe unangenehmen Duft ab und soll auch Zecken und Flöhe fernhalten.

Spinnmilben bekämpfen

Ein feines Gespinnst um Blätter lässt auf Spinnmilbenbefall schließen.
Ein feines Gespinnst um Blätter lässt auf Spinnmilbenbefall schließen.

Spinnmilben ernähren sich im Gegensatz zu Grasmilben von Pflanzen. Zimmerpflanzen leiden am häufigsten unter einem Befall der Gemeinen Spinnmilbe. Sie ist eine von über 1200 Arten der Spinnmilben, zu denen auch die Obstbaum- und Nadelholzspinnmilbe zählen. Die Schädlinge sind als kleine, helle Pünktchen auf den Blättern zu erkennen, von denen sie sich ernähren. Die bereits beschädigten Blattstellen, erscheinen als verkrustete Flecken auf der Blattoberfläche und deuten ebenfalls auf einen Milbenbefall hin. Charakteristisch für die Gemeine und die Nadelholzspinnmilbe sind zudem feine Gespinste an Stielen und Blättern. Die Milbe saugt die Zellen der Blätter aus und sondert dabei einen für die Pflanze schädlichen Speichel ab. Breitet sich der Parasit ungehindert aus, führen die Saugschäden und das Sekret zu einem absterben der Blätter. Zudem kann die Spinnmilbe Überträger für pflanzenschädliche Viren sein.

Maßnahmen gegen Spinnmilben auf Zimmerpflanzen:

Aufgrund der geringen Temperaturschwankungen können Zimmerpflanzen ganzjährig von Spinnmilben befallen werden. Jedoch fühlen sie sich besonders im Winter, bei feuchtwarmer Heizungsluft, in Innenräumen wohl.

Tipp 1: Stellen Sie Ihre Pflanzen unter die Dusche! Eine Woche regelmäßiges Abbrausen hilft die Plagegeister von den Blättern zu spülen. Den Topf dabei am Besten mit einer Plastiktüte schützen, damit die Erde nicht ausgespült wird.

Tipp 2: Bringt das Abspülen der Tierchen keinen Erfolg, entfernen Sie die befallenen Blätter oder schneiden Sie bei schnittverträglichen Pflanzen die befallenen Triebe. Auch ein Umtopfen in frische Erde kann helfen. Entsorgen Sie den Grünschnitt und die Erde anschließend umgehend.

Tipp 3: Helfen alle Bemühungen nicht die Pflanze zu retten, versuchen Sie es mit einem biologischen Schädlichbekämpfungsmittel.

Spinnmilben im Garten und Gewächshaus bekämpfen:

Milben im Garten sind eher die Regel als die Ausnahme, da sie ein wichtiger Teil des Ökosystems darstellen. Witterungsbedingt und durch andere Nützlinge eingedämmt, richten sie bei gesunden Pflanzen in den meisten Fällen wenig Schaden an. Nur die Obstbaumspinnmilbe befällt, wie der Name vermuten lässt, vorzugsweise Obstbäume und Beerenobst und wird daher auf dem heimischen Apfelbaum nicht gerne gesehen. Im Gewächshaus oder Frühbeet sind die klimatischen Bedingungen für eine Ausbreitung besser und die Pflanze kann durch einen starken Befall gefährdet werden. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, empfehlen sich folgende Maßnahmen.

Marienkäfer sind ein natürlicher Feind der Spinnmilben.
Marienkäfer sind ein natürlicher Feind der Spinnmilben.

Tipp 1: Bewässern Sie regelmäßig und regulieren Sie in Frühbeet und Gewächshaus die Luftfeuchtigkeit. Eine Feuchte Umgebung schränkt die Aktivität der Milben ein.

Tipp 2: Pflegen und düngen Sie ihre Pflanzen. Eine starke Pflanze ist weniger anfällig für einen Parasitenbefall.

Tipp 3: Liegt bereits ein starker Milbenbefall vor, können Sie durch gezielten Einsatz von anderen Nützlingen Gegenmaßnahmen ergreifen. Raubmilben, Spinnen, Florfliegen und Marienkäfer sind die natürlichen Feinde der Spinnmilben. Raubmilben zum Ausbringen in Garten und Gewächshaus sind im Handel erhältlich. Der Erfolg ist jedoch stark abhängig vom richtigen Klima. Nur Temperaturen um 25 Grad und eine 75 prozentige Luftfeuchtigkeit sind ideale Bedingungen für die Raubmilbe.

Raubmilbe, Räudemilbe und Futtermilben

Wie bereits erwähnt, umfasst die Gattung der Milbe eine Vielzahl verschiedener Arten. Neben Zecken und Grasmilben können Haustiere auch unter einem Befall von Raubmilbe, Räudemilbe oder einer Allergie auf Futtermilben leiden. Die Räude- und Raubmilbe ist auch für den Menschen nicht ganz ungefährlich. Sind Sie sich unsicher, ob und um welchen Milbenbefall es sich handelt, suchen Sie Rat bei einem Spezialisten, bevor Sie die Milbe bekämpfen.

Autor: Yvonne Baldwin

Bildnachweise:

  • Milbe unterm Mikroskop frontal: Pixabay/skeeze
  • Milbe unterm Mikroskop seitlich: Pixabay/WikiImages
  • Grasmilbe: Pixabay/ekamelev
  • Hund Juckreiz: Pixabay/3dman_eu
  • Wasserstaubsauger: Pixabay/stevebp
  • Teddy auf Bett: Pixabay/congerdesign
  • Blätter mit Gespinnst: Yvonne Bräunig
  • Marienkäfer: Pixabay/von PollyDot