Tapete & Tapezieren

Papiertapete tapezieren und streichen: Anleitung und Tipps

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Rapport und Verschnitt

Achten Sie beim Kauf einer Mustertapete auf Rapport und Verschnitt. Je größer das jeweilige Muster ist, desto mehr Verschnitt muss eingeplant werden. Der jeweilige Musterversatz ist dabei auf der Tapetenrolle angegeben.

Die Papiertapete stellt mit allen ihren Varianten den größten Anteil unter den verschiedenen Tapetensorten dar. Die Bahn (oft aus Recycling-Papier) ist auf der Vorderseite üblicherweise in mehreren Farbdurchläufen bedruckt.

Fond-Tapeten erhalten vorher einen durchgehenden, lichtbeständigen Farbauftrag, der das Vergilben verhindert.

Die meisten Papiertapeten werden mit einer sogenannten Gaufrage-Walze unter hohem Druck zwischen Negativ- und Positivwalze reliefartig geprägt. Für hochwertige Prägungen werden zwei Papierbahnen aufeinanderkaschiert.

Diese standfeste, sogenannte Duplex-Präge bleibt bei sachgerechter Tapezierung an der Wand erhalten.

Im Folgenden präsentieren wir Ihnen auf Heimwerker.de eine Anleitung, wie Sie mit Papiertapeten richtig tapezieren. Außerdem erhalten Sie Tipps und Tricks zum Überstreichen von Papiertapeten.

1. Herstellung und Eigenschaften der Papiertapete

Die Tapetenbahn kann aus einer oder zwei Papierbahnen bestehen, d.h. dann werden zwei Bahnen vor dem Musterdruck miteinander verklebt. Das vordere Papier ist neu, das rückseitige, aufkaschierte ist oft Recyclingpapier.

Das Gewicht bestimmt die Qualität: Leichte Papiertapeten wiegen zwischen 90 und 120 g, mittelschwere Papiertapeten zwischen 120 und 150 g und schwere Papiertapeten über 150 g pro m²- Rohpapier.

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Das Gewicht einer Tapete mag marginal erscheinen, sagt aber etwas über die Qualität.

Tapetenpapiere sind teilweise gut lichtbeständig und werden in Flexodruck, Tiefdruck oder auch noch mit Leimdruck bedruckt. Bei einer Fondtapete erhält das Papier einen durchgehenden Farbauftrag, auf dem anschließend das Tapetenmuster aufgedruckt wird.

Die Qualität und die Lichtbeständigkeit werden so besser. Außerdem können Papiertapeten glatt oder leicht geprägt sein, bei doppelschichtigem Papier bleibt die Prägung (Gaufrage) wesentlich besser erhalten.

Die Bahn (oft aus Recycling-Papier) ist auf der Vorderseite in mehreren Farbdurchläufen bedruckt. Fond-Tapeten erhalten vorher einen durchgehenden, lichtbeständigen Farbauftrag, der das Vergilben verhindert. Die meisten Papiertapeten werden außerdem mit einer Gaufrage-Walze leicht geprägt.

Prägetapten werden unter hohem Druck zwischen Negativ- und Positivwalze reliefartig geprägt. Für hochwertige Prägungen werden zwei Papierbahnen aufeinanderkaschiert. Diese standfeste, sogenannte Duplex-Präge bleibt bei sachgerechter Tapezierung an der Wand erhalten.

Hier noch einmal die Vor- und Nachteile der Papiertapete:

  • einfach zu überstreichen
  • kostengünstig
  • in vielen Formen und Farben erhältlich
  • muss umständlich entfernt werden
  • Anbringung zeitaufwändiger als bei Vliestapeten

2. Schritt 1: Wände vorbereiten und grundieren

Um das eigentliche Tapezieren zu erleichtern und ein gutes Tapezier-Ergebnis zu erzielen, trägt man im ersten Schritt eine Grundierung auf. Denn schöne Tapeten sind vor allem das Ergebnis einer sorgfältigen Vorbereitung.

Damit beim Tapezieren alles glatt geht und dauerhaft sicher hält, spielen optimal aufeinander abgestimmte Grundierungen und Kleister eine wichtige Rolle.

Welche Grundierung für welchen Untergrund die beste ist und welcher Kleister zu welcher Tapete passt, erfährt man durch die Beratung eines Fachmanns im nächstgelegenen Baumarkt. Die Wand muss vor der ersten Behandlung glatt, trocken und sauber sein.

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Die Auswahl des richtigen Kleisters und der Grundierung spielt beim Tapezieren eine entscheidende Rolle.

Tipp: Bei stark saugenden Untergründen wird unverdünnt aufgetragen, bei schwach saugenden Flächen werden zwei Teile Grundierung mit einem Teil Wasser verdünnt. Ein Liter der Grundierung reicht für max. 10 qm Fläche.

Die Grundierung trägt man mit einer Kleisterbürste direkt auf die Wand auf. Die Fläche muss glatt, trocken und staubfrei sein. Damit nichts in die Augen gerät, sollte eine Schutzbrille getragen werden.

Bereits nach zwei bis drei Stunden – jeweils abhängig von den Untergrund- und Umgebungsbedingungen – kann die Wand übertapeziert werden.

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Die Grundierung für die Tapete wird direkt auf die Wand aufgetragen.

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3. Schritt 2: Papiertapete anbringen

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Nach der Vorbereitung des Untergrundes wird der Raum ausgemessen und die Bahnen dementsprechend zugeschnitten.

Bevor Sie die Papiertapete kleben, werden zunächst die Wände ausgemessen, um den Zuschnitt der Tapetenbahnen zu bestimmen.

Die Tapete wird auf dem Tapeziertisch ausgerollt – mit der Rückseite nach oben. Die Maße der Wand werden auf die Bahn übertragen und angezeichnet.

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Mit einer Kleisterbürste wird der Kleister gleichmäßig aufgetragen.

Die Tapete wird mithilfe einer Schneidehilfe und eines scharfen Cuttermessers zugeschnitten. Dann kann man die Rückseite mit einer Kleisterbürste gleichmäßig einkleistern. Anschließend wird die Tapete von beiden Seiten zusammengelegt.

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Tapeten werden mit Überstand an der Wandoberseite angebracht.

Die Weichzeit bei Papiertapeten liegt zwichen 5 und 10 Minuten. Dann wird die Bahn mit etwas Überstand an der Wandoberseite angesetzt und nach und nach an der Wand angebracht.

Mit einer Tapezierbürste wird die Tapete sauber glatt gestrichen. Anschließend kann man mit einer Moosgummirolle die Tapete luftblasenfrei andrücken. Sollte eine kleine Luftblase vorhanden sein, lässt sich die Tapete jetzt noch leicht schieben und ziehen.

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Eine Moosgummirolle eignet sich dazu, Luftbläschen unter der Tapete zu entfernen.

Bei Mustertapeten muss genau auf den passenden Ansatz der Bahnen geachtet werden. Diese werden immer auf Stoß geklebt.

4. Papierprägetapete tapezieren

Papierprägetapeten sind in vielen verschiedenen Mustern erhältlich, daher ist beim Tapezieren der Rapport, d. h. Musterversatz, zu beachten, damit die einzelnen Bahnen an der Wand ein durchgehendes Muster ergeben.

Das folgende Video erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Prägetapeten mit Rapport schnell und einfach tapezieren und die Muster der einzelnen Bahnen perfekt zueinander passen.

5. Nach dem Tapezieren: Papiertapeten streichen

Nach dem Tapezieren folgte das Streichen. Es sollte eine qualitativ hochwertige Farbe sein, die sich vor allem schnell verarbeiten lässt.

Die cremige Innenwandfarbe mit extrem hoher Deckfähigkeit dient dem Schlussanstrich für Wände und Decken im Innenbereich, besonders geeignet auch zum Überstreichen von stark verschmutzten oder farbig gestrichenen Untergründen.

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Beginnen Sie beim Streichen am besten am Fenster. Für enge Stellen eignen sich Pinsel.

Zunächst werden die Ecken gestrichen – dabei startet man am besten vom Fenster aus. Für kleine Flächen in den Ecken, über den Fußleisten und rund um die Heizkörper empfehlen wir einen Pinsel.

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Große Flächen werden am besten mit einer großen Rolle mit Teleskopstiel gestrichen.

Es folgt die Decke: Für große Flächen eignet sich eine Rolle mit Stil. So geht die Arbeit schnell und effektiv von der Hand.

Die Rolle nie am Rand ansetzen, sondern eher mittig. Erst wenn die Decke fertig gestrichen ist, sollte man sich an die Wände begeben.