Hochwasser

Sandsack – Sandsäcke als Hochwasserschutz

  • Überschwemmungen muss man sich nicht wehrlos ergeben. Sandsäcke sind ein gutes Mittel sich bei Hochwasser zu schützen.
  • Je Quadratmeter sind 8 bis 10 Säcke nötig, die jeweils zu 2/3 mit Sand gefüllt werden.
  • Es gibt Jute- und Polyprophylensandsäcke. Die Jutesäcke sind griffiger und für kurze Einsätze geeignet, die PP-Säcke länger lagerfähig.

Sandsacke als Hochwasserschutz

Hochwasser, Überschemmung – was tun?

Ob es jetzt nur ein Starkregen mit überschwemmten Keller ist oder ob wirklich ein Fluss über die Ufer tritt und das Haus zu überschwemmen droht: Es gibt auf jeden Fall etwas zu tun und wer gut vorbereitet ist, kann einiges an Schaden verhindern. Besonders wichtig ist vorzubeugen, mehr dazu finden Sie unter Hochwasser Test & Vergleich oder Sicherheit & Einbruchschutz Test & Vergleich.

Sie müssen sich dem Hochwasser keinesfalls einfach ergeben, auf Ihre Versicherung hoffen und darauf, dass der entstandene Schaden übernommen wird. Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen.

Es gibt genügend Möglichkeiten und Systeme, um Ihr Haus vor Hochwasser zu schützen, Schäden zu vermeiden oder zumindest so gering wie nur möglich zu halten.

Wir stellen Ihnen verschiedene Systeme vor und erklären Ihnen, wie Hochwasser-Schutztüren, Hochwasserwände, Hochwasser-Schutzfenster und Sandsäcke als Hochwasserschutz am wirkungsvollsten eingesetzt werden.

Sandsäcke richtig einsetzen

Sandsack ist nicht gleich Sandsack. Es gibt Sandsäcke, die für eine längere Lagerung gedacht sind, und diejenigen, die eher kurzfristig zum Einsatz kommen sollten. Die mögliche Lagerungsdauer ist abhängig vom Material des Sandsackes und den Lagerungsbedingungen.

Die klassischen Sandsack-Varianten werden weiter unten vorgestellt. In diesem Zusammenhang ist unser Beitrag Schutz vor Hochwasser – Maßnahmen gegen und Verhalten bei Hochwasser hilfreich.

Sandsackbedarf berechnen

Um den Bedarf an Sandsäcken grob berechnen zu können gibt es einige Faustformeln.: Der Bedarf pro Quadratmeter liegt bei etwa 8 bis 10 Sandsäcken. Eine Lage ist ungefähr 10 Zentimeter hoch, für einen Kubikmeter werden also 80 bis 100 gefüllte Sandsäcke benötigt. Werden die Säcke in einfacher Reihe verlegt benötigt man 3 bis 4 Säcke pro Meter Sandsackwall.

Sandsäcke richtig befüllen

Sandsäcke gestapelt
Sandsäcke gestapelt

Sandsäcke werden nur zu etwa zwei Dritteln mit Sand befüllt. Das entspricht etwa 13 Litern Sand und einem durchschnittlichen Gewicht von 20 Kilogramm. Am besten eignet sich Sand in einer Korngröße von 0 bis 8 Millimetern.

Zum Befüllen der Säcke sind zwei Einsatzkräfte notwendig. Pro Stunde kann ein zweiköpfiges Team ohne Füll-Pylone oder Trichter etwa 80 bis 100 unverschlossene Sandsäcke füllen. Müssen die Säcke verschlossen werden halbiert sich die Kapazität. Elektronische Sandsackfüllgeräte sind störanfällig und häufig nicht verfügbar.

Sandsäcke richtig verlegen

Je nach Einsatzzweck werden Sandsäcke anders verlegt. Gilt es einen möglichst wasserdichten Notdamm oder Ringwall zu errichten, werden die Säcke unverschlossen verbaut. Dazu wird der überstehende Rand des Sacks lediglich umgeschlagen und mit dem umgeschlagenen Teil nach unten auf dem Damm festgedrückt oder -getreten. Die umgeschlagene Seite zeigt dabei immer zur Wasserseite.

Wird der Sandsack für den Unterwassereinbau, das Ausbessern von Deichen oder das Beschweren anderer Verbaumaterialien verwendet, wird er zuvor mit der angebrachten Kordel oder einem Stück Draht verschlossen.

Jute Sandsack – der Favorit der Bundeswehr

Jute-Sandsack für Hochwasserschutz
Jute-Sandsack für Hochwasserschutz

Jute-Sandsäcke sind rutschfest auch an abschüssigen Stellen, wie zum Beispiel Deichen, und lassen sich optimal stapeln. Zugleich sind sie sehr flexibel und dichten gut ab. Jute-Säcke sind geringfügig teuerer als PP-Sandsäcke und werden zum Beispiel von der Bundeswehr eingesetzt. Allerdings sind sie nicht für eine längere Lagerung geeignet. Werden die Sandsäcke sofort eingesetzt, sind Jute-Sandsäcke den PP-Sandsäcken vorzuziehen.

PP-Sandsäcke / Polyprophylen-Sandsack

PP-Sandsäcke
PP-Sandsäcke

Die preiswerte Alternative zum Jute-Sandsack besteht aus Polyprophylen und wird kurz "PP-Sandsack" genannt. PP-Sandsäcke haben eine lange Haltbarkeitsdauer und gleichzeitig ein kleines Packmaß. Man kann sie über verschiedene Anbieter auch im Internet beziehen. Der Stückpreis schwankt je nach Abnahmemenge zwischen 80 und 10 Cent. Die erhältlichen Standardgrößen sind 30x60 cm und 40x60 cm.

PP-Sandsäcke sind normalerweise weiß und werden aufgrund ihrer Lagereigenschaften häufig von Städten und Gemeinden verwendet. Polypropylen ist ein Kunststoff und dadurch Feuchtigkeits- und UV-beständiger als Jute.

Noch bessere UV-Stabilität bieten schwarze PP-Sandsäcke, die sich auch für eine Lagerung unter freiem Himmel eignen. Gefüllt lassen sich schwarze PP-Sandsäcke bis zu 5 Jahre lagern. Durch die höhere Qualität kosten sie allerdings auch etwas mehr.

Achten Sie bei PP-Sandsäcken besonders auf deren Verschluss. Billigere Varianten sind gerne mit einem sogenannten "Heißcut" ausgestattet, der bei hoher Belastung allerdings schnell reißen kann. Wählen Sie deshalb eher Varianten mit stabilem Kopfsaum und Verschlussbändchen.
 

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