Hochwasser

Hochwasserschutz beim Hausbau einplanen

Hochwasserschutz beim Bau

Ein Hausbau sollte in allen Belangen gut geplant sein. Dazu gehört in hochwassergefährdeten Regionen das Einplanen von Möglichkeiten, das Hochwasserrisiko so gering wie nur möglich zu halten.

Wer diese kennt, kann schon vor der Grundsteinlegung durch richtige Planung dafür Sorge tragen, dass das Hochwasser später nur schwer eindringen kann.

Räume vorausschauend planen

Wer in einer hochwassergefährdeten Region lebt, sollte immer bedenken, dass man sich vor den Wassermassen nie ganz schützen kann. Man kann aber durch richtige Planung zumindest den finanziellen Schaden begrenzen.

Zum Beispiel empfiehlt es sich, die unteren Geschosse, vor allem die Kellerräume, nicht hochwertig auszustatten. Sie sollten daher lieber keine Sauna, einen Hobbykeller, einen EDV-Raum oder gar eine Küche im Untergeschoss haben. Die Gefahr, dass diese Räume nach einer Flut vollständig saniert werden müssen ist sehr hoch.

Planen Sie zudem von Anfang an wasserbeständige Baustoffe ein. Ebenso ist die Position der Heizungsanlage entscheidend. Denken Sie darüber nach, diese vielleicht nicht im Untergeschoss, sondern lieber im Obergeschoss zu installieren.

Zumindest sollten Sie die Zentralen für Heizung, Elektro- und Telefoninstallation in den oberen Geschossen anbringen. Und grundsätzlich sollte von der Installation einer ölbetriebenen Heizungsanlage in hochwassergefährdeten Gebieten eher abgesehen werden.

Hochwasserschutz bei Altbauten

Nicht nur Neubauten können vor Hochwasser geschützt. Wie bei einer Wärmedämmung ist es nachträglich noch möglich, Maßnahmen zu ergreifen, um das Haus sicherer zu machen und Wassereintrittswege zu schließen. In der Regel gibt es sechs Wege, über die Wasser am häufigsten in ein Haus eindringen kann. Im Folgenden listen wir diese Wege auf und informieren Sie zugleich darüber, was Sie sowohl bei einem Neubau als auch bei einem bereits gebauten Haus tun können, um diese Wassereintrittswege zu schließen.

Wassereintrittswege bei Häusern

Grundwasser durch Kellerwände oder Kellersohle

Gegenmaßnahmen beim Neubau:

  • Wasserundurchlässiger Beton und Fugenband
  • Außendichtung

Gegenmaßnahmen bei Altbestand:

  • Nachträglicher Pumpensumpf
  • Innendichtung

Rückstauwasser durch Kanalisation

Gegenmaßnahmen beim Neubau:

  • Kein offener Kanalauslass
  • Abwasserhebeanlage
  • Rückstausicherung

Gegenmaßnahmen bei Altbestand:

  • Rückstausicherung
  • Abwasserhebeanlage

Grundwasser durch Umläufigkeit bei Hausanschlüssen

Gegenmaßnahmen beim Neubau:

  • Vorgefertigte Kabel-/Rohrdurchführungen beim Betonieren einlegen
  • Wasserdichte Fugenausbildung

Gegenmaßnahmen bei Altbestand:

  • Nachträgliche, wasserdichte Hohlraum- bzw. Fugenausbildung

Oberflächenwasser durch Lichtschächte und Kellerfenster

Gegenmaßnahmen beim Neubau:

  • Anheben der Baufläche
  • Höherlegen und dichte Ausbildung der Schächte und Fenster

Gegenmaßnahmen bei Altbestand:

  • Wassersperren (Erddämme, Mauern, kleine Sandsäcke etc.)

Oberflächenwasser infolge Durchsickerung der Außenwand

Gegenmaßnahmen beim Neubau:

  • Abdichtung (durch Sperrputz, Steinzeugfliesen, Kunststoffmaterialien etc.)

Gegenmaßnahmen bei Altbestand:

  • Nachträgliche Abdichtung (durch Sperrputz, Steinzeugfliesen etc.)

Oberflächenwasser durch Tür- und Fensteröffnungen

Gegenmaßnahmen beim Neubau:

  • Höherlegen
  • druckwasserdichte Ausbildung

Gegenmaßnahmen bei Altbestand:

  • Druckwasserdichte Ausbildung
  • Wassersperren

Rückstausysteme gegen Überschwemmung im Haus

Kann das Wasser aufgrund von Starkregen, Verstopfungen im Kanalsystem oder Ausfälle der Pumpen gar nicht oder nur deutlich langsamer abfließen, staut sich das Abwasser an den Ablaufstellen im Haus, z. B. Abflüsse von Badewannen und Duschen, Spülmaschine oder Toilette, und es kann zu Überschwemmungen kommen. Um einen solchen Rückstau zu vermeiden, wird ein Rückstausystem installiert. Diese Systeme unterscheiden sich in aktiven und passiven Lösungen: Einen aktiven Rückstauschutz geben Abwasserhebeanlagen, während Rückstauverschlüsse zu den passiven Rückstausystemen gehören. Diese lassen sich nachrüsten oder sind meist in modernen Bodenabläufen integriert.

Aktive Rückstausysteme müssen den Normen DIN EN 12056 sowie DIN 1986-100 entsprechen, die die Entwässerung bis zur Grundstücksgrenze regeln.

Passive Systeme müssen – gemäß der DIN EN 13564 – temperaturbeständig und sicher vor Verschleiß sein. Im Falle eines Rückstaus müssen sie sich selbstständig schließen und später den ungehinderten Ablauf freigeben. Darüber hinaus ist eine zweimal jährliche Wartung durch Fachpersonal vorgeschrieben, in deren Rahmen die Anlage gereinigt und die Abdichtmechanik kontrolliert wird.

Bei der Wahl des Rückstausystems ist zu beachten, ob sich der Keller unterhalb der Rückstauebene befindet und ob in den Rohren fäkalienfreies oder -haltiges Abwasser durchläuft. Ebenso ist es wichtig, ob es ein Gefälle zum Kanal gibt. Abhängig von der Art des Abwassers kommen unterschiedliche Hebeanladen und Rückstausicherungen zum Einsatz.

Überschwemmung durch RückstauÜberschwemmung des Kellers durch rückgestautes AbwasserHaus mit RückstauschutzEin Rückstauschutz schützt den Keller vor Hochwasser

 

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Kommentare
  • Vielen Dank für den Artikel! Wir haben uns nach der Recherche für ein Schutzsystem aus einzelnen Lamellen entschieden. Die Beratung erfolgte direkt über den Hersteller, gekauft haben wir es aber bei einer Baumarktkette. Die Abstimmung (Maße für Angebot und Fertigung) war prima - die Montage selbst in knapp 40 Minuten erledigt.
    Nur mal so als Information für andere Starkregen-geplagte. :)
    Michael Stracke 01.07.2013 16:20:10 antworten
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