Schimmel & Ungeziefer

Schimmel an der Wand: Schimmelflecken an Wand & Decke entfernen

hand zeigt auf schimmel

Schimmelpilzflecken in Haus und Wohnung sehen nicht nur hässlich aus, sondern bergen für empfindliche Menschen auch gesundheitliche Risiken. Häufig befinden sie sich auch an Orten, an denen sie mit dem bloßen Auge gar nicht zu erkennen sind, z. B. hinter Tapeten oder Möbeln.

Schimmelpilze wachsen überall, wo es feucht ist. Deshalb siedeln sie sich besonders gerne in Badezimmern oder Küchen an, da der hier entstehende Wasserdampf sich an den Wänden absetzt und so die Schimmelbildung begünstigt. Ursache für vermehrten Schimmel an der Decke und an Wänden können jedoch auch Defekte an Bausubstanz oder Dächern sowie Wasserschäden oder unsachgemäßes Lüften sein.

Unabhängig von der Ursache ist es wichtig, den Schimmel sofort zu entfernen und vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Welche Sofortmaßnahmen Mieter und Hausbesitzer ergreifen können und wie sie eine erneute Schimmelbildung verhindern, erklären wir im Folgenden. Außerdem gehen wir auf das Mietrecht bei Schimmel und Feuchtigkeit gesondert ein.

1. Schimmelflecken erkennen

profi entfernt schimmel

Großflächigen Schimmel lasen Sie am besten von Fachpersonal entfernen.

Wer schwarze oder braune Flecken an Decke, Wänden, Silikon-Fugen oder Einrichtungsgegenständen entdeckt, sollte schnell Gegenmaßnahmen ergreifen, damit sich der Schimmel nicht ausbreitet oder festsetzt. Kleinere Schimmelstellen, z. B. an Duschabtrennungen, lassen sich selbst entfernen. Hierzu wird die befallene Stelle mit einer Bürste oder einem feuchten Tuch gründlich gesäubert und anschließend mit einem im Handel erhältlichen Schimmelentferner behandelt, der die Sporen abtötet. Alternativ lässt sich auch hochprozentiger Alkohol verwenden. Staubmaske tragen! Das verwendete Tuch oder die Bürste muss anschließend entsorgt werden.

  • Schimmelentferner auf Amazon.de ansehen »

Größere Schäden müssen durch eine sachkundige Firma fachgerecht saniert werden. Anschließend gilt es, die eigentliche Ursache für das vermehrte Schimmelpilzwachstum zu beseitigen, da es ansonsten zu einem neuen Befall kommt.

2. Den Schimmelbefall mit diesen Tipps vorbeugen

Durch Kochen, Duschen, Baden, Wäsche trocknen, Blumen gießen, Schwitzen usw. wird in der Wohnung Feuchtigkeit produziert, die in der Form von Wasserdampf an die Raumluft wieder abgegeben wird. Die Luft selbst kann nur eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen. Je wärmer und trockener die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie speichern. Kann die Raumluft keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen, schlägt sich die Feuchtigkeit an den kältesten Stellen im Zimmer nieder. Das können Fenster, Nischen oder Außenwände sein. Wichtig ist es deshalb, auch im Winter regelmäßig zu lüften.

2.1. Anleitung zum richtigen Lüften und Heizen

frau öffnet fenster

Regelmäßiges Lüften beugt Schimmel in der Wohnung vor.

Um der Entstehung vom Schimmel durch den Mieter vorzubeugen, lesen Sie unsere Anleitung von heimwerker.de zum richtigen Lüften und Heizen:

  • Die Fenster müssen kurzzeitig ganz geöffnet werden (Stoßlüftung). Kippstellung ist wirkungslos und verschwendet Heizenergie.
  • Morgens muss in der Wohnung ein kompletter Luftwechsel durchgeführt werden. Am besten sorgen Sie für einen Durchzug.
  • Je kälter es draußen ist, desto kürzer muss gelüftet werden.
  • Einmal täglich lüften genügt nicht. Vor allem dann, wenn die Wohnung „rund um die Uhr“ genutzt wird, muss mehrfach am Tag gelüftet werden.

Bildet sich wiederholt Schimmel, empfiehlt sich die Anschaffung eines Hygrometers, auch Feuchtigkeitsmessgerät genannt, das die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen ermittelt. Diese sollte auf Dauer 65 bis 70 % nicht überschreiten. Damit die Luft auch hinter den Möbeln zirkulieren kann, sollte die Einrichtung einige Zentimeter von den Wänden entfernt aufgestellt werden.

Möchten Sie ein gutes Hygrometer günstig online kaufen lohnt sich ein Blick in unseren Hygrometer-Vergleich mit anschließender Kaufberatung.

Weitere Informationen zu Feuchtigkeitsschäden, Schimmelpilzbildung und zum richtigen Heizen und Lüften finden Sie ab sofort in der Mieterbund-Broschüre „Wohnungsmängel und Mietminderung“, die zum Preis von 5 Euro bei allen örtlichen Mietervereinen erhältlich ist. Die Broschüre kann auch bestellt werden beim Deutschen Mieterbund, 10169 Berlin oder unter www.mieterbund.de.

2.2. Schimmel in Küche und Bad vorbeugen: Mit Feuchtraumfarbe streichen

Wer wegen des Schimmelsbefalls die Wände streichen muss, sollte in Küche und Bad hochwertige Feuchtraumfarbe auf Basis einer Reinacrylatdispersion verwenden. Diese eignet sich speziell für Räume mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Feuchtraumfarben enthalten Zusätze, durch die sie resistenter gegenüber Schimmel werden und so der erneuten Bildung vorbeugen. Ebenso eignen sich Lehmfarben und Kalkfarben durch ihre antibakterielle sowie fungizide Wirkung. Aber vorher müssen die Schimmelflecken unbedingt entfernt werden, da sie in der Wand schnell wieder durchschlagen.

  • Kalkfarbe auf Amazon.de ansehen

3. Im Verdachtsfall: Den Feuchtgehalt der Wände kontrollieren

Ein spezielles Messgerät misst die Feuchtigkeit in den Wänden

Zur rechtzeitigen Erkennung von Feuchtigkeit in Wänden und demnach zur Vorbeugung von Schimmelbefall in Wohnräumen, gib es spezielle Messgeräte, mit denen Bewohner die Raumfeuchtigkeit ermitteln.

Solche Geräte sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Für Heimwerker sind praktische kleine Geräte empfehlenswert, die – je nach Modell – den Feuchtigkeitsgehalt sowohl in Holz als auch in Beton und Estrich messen. Zwar sind sie nur innerhalb eines bestimmten Feuchtigkeitsbereiches einsetzbar, z. B. 0 bis 60 %, doch genügt dieser für den privaten Gebrauch.

Für die Messung drücken Sie die Kontakte auf die Wand oder das Holz, wählen die entsprechende Einstellung für den Baustoff und starten den Vorgang. Nach wenigen Sekunden zeigt es bereits das Ergebnis an.

3.1. Schimmel durch feuchte Wände

Hat die Messung eine hohe Feuchtigkeit in der Wand ergeben, ist eine gründliche Schadensanalyse wichtig. Diese sollte durch einen Fachmann durchgeführt werden, der gleichzeitig feststellt, wie tief die Feuchtigkeit bereits in die Wand und den Boden gedrungen ist.

Schimmel an feuchten Wänden lässt sich auf unterschiedliche Faktoren zurückführen: Zum Beispiel sind die Außenwände wegen einer mangelnden Außendämmung zu kalt. Stehen die Möbel dort zu dicht an der Wand, wird dieser Bereich unzureichend belüftet und es bilden sich Schimmelflecken.

In diesem Fall reicht es nicht aus, den Schimmel zu entfernen, denn die Wand bleibt weiterhin schlecht gedämmt, sodass sich neue Stellen bilden. Daher ist unter Umständen eine neue Außendämmung sowie eine Erneuerung des Putzes notwendig. Außerdem sollten die Möbel mindestens fünf Zentimeter Abstand zur Wand haben.

In anderen Fällen sammelt sich Kondenswasser an Übergängen zwischen Decke und Wand oder Boden und Wand, sodass sich Schimmel an der Decke oder in den Ecken bildet. Je nach Sachlage ist ebenfalls eine Sanierung und eine verbesserte Dämmung erforderlich, um ihn dauerhaft zu entfernen.

Allerdings sollten Bewohnern unbedingt einen Sachverständigen zu Rate ziehen, da durch eine nachträgliche Dämmung Folgeschäden entstehen können.

4. Schimmelbefall in der Mietwohnung

Schimmel an der Wand

Mietern bleibt schon mal der Atem stocken, wenn Sie plötzlich Schimmel entdecken.

Wenn es zu Schimmelbefall in der Wohnung kommt, ist die rechtliche Lage oft unklar. Welche Rechte und Pflichten haben Mieter und Vermieter, wenn es um die Vorbeugung und Beseitigung von Schimmel in der Mietwohnung geht? Und welches Recht gilt bei Eigentumswohnungen?

Die Rechtsprechung ist nicht immer einheitlich, aber einzelne Urteile sind sehr aufschlussreich.

4.1. Schimmelpilz: Kein Grund zur sofortigen fristlosen Kündigung

Bei Schimmel in der Wohnung kann der Mieter nicht sofort fristlos kündigen. Gesundheitsgefährdender Schimmelpilzbefall in der Wohnung kann den Mieter zwar berechtigen, die Wohnung fristlos zu kündigen, allerdings muss er dem Vermieter zunächst eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung setzen, bevor er die Kündigung ausspricht. Dies entschied nach Angaben des Immobilienportals Immowelt.de der Bundesgerichtshof.

Im verhandelten Fall schloss eine Mieterin mit einem Vermieter einen befristeten Mietvertrag über eine kleine Wohnung in einem Anbau des Vermieter-Hauses ab. Der Vermieter begründete die Befristung damit, dass er den Anbau später abreißen und durch einen Neubau ersetzen lassen wolle. Die Mieterin kündigte das Mietverhältnis zunächst ordentlich: Sie wollte rund ein Jahr vor Ablauf des Vertrags ausziehen. Der Vermieter widersprach mit Hinweis auf den Zeitmietvertrag. Kurz darauf sprach die Mieterin dann eine außerordentliche fristlose Kündigung aus, denn sie hatte inzwischen Schimmelpilzbefall an der Tapete hinter dem Schrank und hinter dem Bett festgestellt.

Letztinstanzlich verlor die Mieterin vor Gericht, berichtet Immowelt.de. Trotz der vermeintlichen Gesundheitsgefährdung durch den Schimmelpilzbefall war die fristlose Kündigung nicht rechtens. Denn auch in einem solchen Fall müsse dem Vermieter eine angemessene Frist gesetzt werden, innerhalb derer er die Möglichkeit hat, den Mangel zu beseitigen. Erst wenn der Vermieter den Mangel trotz Fristsetzung nicht beseitigt, darf der Mieter kündigen.

4.2. Schimmel hinter Möbeln – Schimmelpilz durch falsche Möblierung?

Mietminderung wegen Schimmel?

Grundlegend sieht das Mietrecht bei Schimmel und Feuchtigkeit keine Mietkürzung vor. Unter Umständen haben Sie jedoch Recht auf eine Mietminderung wegen des Schimmels in Ihrer Wohnung. Überschreitet die Beseitigung die gesetzte Frist oder ist die Wohnung aufgrund der langwierigen Sanierung gar nicht oder nur teilweise bewohnbar, können Sie eine Kürzung der Miete erwirken. Wenden Sie sich dazu am besten an den Mietverein in Ihrer Nähe.

Oft wird es erst beim Umzug festgestellt: Schimmel hinter dem Schrank! Viele Mieter bangen, Sie müssen laut Mietrecht sich an den entstehenden Kosten für den Schimmel selbst beteiligen. Doch Sie müssen sich nicht direkt von Ihrer Kaution verabschieden! Mieter haben das Recht, ihre Möbel grundsätzlich an jedem beliebigen Platz in der Wohnung aufzustellen, entschied das Arbeitsgericht Osnabrück.Werden durch eine direkt an den Wänden aufgestellte Möblierung Feuchtigkeitsschäden oder gar Schimmelpilzbildung mit verursacht, trifft den Mieter kein Verschulden. Es liegt ein Wohnungsmangel vor.

Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) gehört zur Gebrauchstauglichkeit eines Wohnraumes, dass er mit jeder Art mit Möbeln eingerichtet werden kann. Es ist für den Mieter unzumutbar, große Möbelstücke 10 cm von der Wand abzurücken oder an bestimmten Wänden überhaupt keine Möbelstücke aufzustellen, um drohende Feuchtigkeitsschäden zu verhindern, erklärte das Arbeitsgericht Osnabrück.

Nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes sind Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilz insbesondere in den Wintermonaten häufig anzutreffende Wohnungsmängel. Grundsätzlich müssen diese Mängel dem Vermieter sofort gemeldet werden. Der ist zur Beseitigung der Schäden verantwortlich. Der Mieter ist berechtigt, bis zur endgültigen Schadensbeseitigung, die Miete zu kürzen.

Dies gilt nicht, wenn als Ursache eine Schuld des Mieters festgestellt wird. Ein unabhängiger Gutachter prüft in der Regel, ob auch falsches Lüften oder Heizen als Schimmelursache in Frage kommt. Wird dies bestätigt, hat der Mieter die Kosten zur Schadensbeseitigung zu tragen.

4.3. Eigentümergemeinschaft kann Sanierung wegen Schimmel in einer Wohnung ablehnen

nasses fenster

Manchmal liegt die Schuld auch leider bei einem selbst.

Kommt es in einer Eigentumswohnung wegen des Einbaus dichter Isolierglasfenster zu einem Schimmelproblem, so kann der betroffene Eigentümer keine zwangsweise Fassadensanierung von der Eigentümergemeinschaft erzwingen.

Das Immobilienportal immowelt.de berichtete folgende Situation: Durch den Einbau moderner Isolierglasfenster wollte ein Wohnungseigentümer den Wert seiner Wohnung steigern. Doch schon kurze Zeit nach der Renovierung kam es zu einem ernsthaften Schimmelproblem in der Wohnung. Die in der warmen Innenluft enthaltene Feuchtigkeit kondensierte an einer kühlen Außenwand. Der einst durch die alten Einfachfenster gewährleistete Luftaustausch konnte wegen der modernen Isolierglasfenster nicht mehr stattfinden. Ein idealer Nährboden für Schimmel.

Um das Problem zu beseitigen, forderte der Wohnungseigentümer nach Angaben des Immobilienportals von der Eigentümergemeinschaft, dass sie einer Fassadendämmung zustimmen solle. Doch diese weigerte sich: zu teuer. Das wollte der schimmelgeplagte Eigentümer nicht hinnehmen und zog vor Gericht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied: Der Wohnungsbesitzer kann wegen des selbst verursachten Schimmelschadens keine aufwendigen Sanierungen von der Eigentümergemeinschaft einfordern. Laut Gutachten schieden Baumängel am Gemeinschaftseigentum aus. Vielmehr weise die betroffene Außenwand des 1972 errichteten Hauses keinerlei Schäden auf. Auch sei der Dämmwert der Wand besser, als dies die damaligen Normen vorsahen.

Ein Anspruch darauf, dass ein einzelner Eigentümer eine Fassadensanierung erzwingen kann, um heute gültige Dämmnormen zu erreichen, bestehe nicht, zumal die anderen Wohnungen nicht betroffen seien. Auch der Voreigentümer der Schimmelwohnung berichtete glaubhaft, dass er 20 Jahre lang keinerlei Probleme mit Schimmel in der Wohnung gehabt habe. Wenn ein Wohnungsbesitzer also durch den Einbau moderner Isolierglasfenster ein Schimmelproblem heraufbeschwört, muss er nach Ansicht des Gerichts besser lüften und mehr heizen. Oder aber den Raum anders nutzen, wenn sich nur so der Schimmelbefall vermeiden lässt, mahnt Immowelt.de.