Farben & Tapeten

Schlafzimmer streichen: Ideen für einen erholsamen Schlaf

  • Die Farbgestaltung ist eine sehr persönliche Sache, jedoch ist es wissenschaftlich bewiesen, dass Farben unterschiedliche Wirkungen auf den Menschen haben. Blau wirkt beruhigend, Orange regt eher an.
  • Möchten Sie Ihr Schlafzimmer lieber in einem neutralen Grau streichen, können Sie mit Accessoires und Blumen immer noch Farbakzente setzen. Auch eine Kombination aus Farbe und Tapete ist möglich.
  • Beim Streichen sollten Sie immer mit den Ecken und Kanten des Raumes beginnen. Erst danach beginnen Sie mit den Flächen, die Sie nass in nass streichen, um für einen gleichmäßigen Anstrich zu sorgen.

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Wichtig

Sie wohnen nicht nur in Ihrem Schlafzimmer, machen Sie aus dem Raum deswegen einen Ort der Erholung und Entspannung. Das beginnt mit einem neuen Anstrich in den richtigen Farben für das persönliche Wohlbehagen. Das sieht für jeden verschieden aus. Hier bekommen Sie Anregungen, wie Sie Ihr Schlafzimmer streichen können.

Was für den einen ein Hort der Behaglichkeit ist, erdrückt den nächsten und wird von ihm als viel zu überladen empfunden. Es geht dabei um persönlichen Geschmack und individuelles Empfinden. Allgemein gültige Ideallösungen gibt es also nicht, wenn Sie Ihr Schlafzimmer streichen möchten.

Gerade beim Schlafzimmer ist das ganz individuelle Empfinden viel wichtiger als Geschmack oder Zeitgeist. Ein und dasselbe Blau kann von einer Person als sehr beruhigend und angenehm und von einer anderen eher dunkel und kühl empfunden werden, selbst, wenn beide Personen den Farbton sehr ästhetisch und schön finden.

Für einen entspannten Schlaf und eine behagliche Atmosphäre lohnt es sich, ein wenig Zeit zu investieren, um die richtige Farbwahl zu treffen und ein harmonisches Farbkonzept zu entwickeln, das auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Auf Heimwerker.de präsentieren wir Ihnen unterschiedliche Tipps und Ideen für das Streichen Ihres Schlafzimmers. Anschließend erhalten Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das eigentliche Streichen.

1. Wie wirken Farben?

Dunkle Wände lassen einen Raum kleiner aber auch gemütlicher wirken.

Dunkle Wände lassen einen Raum kleiner aber auch gemütlicher wirken.

Sie könnten denken, dass die Farben bei geschlossenen Augen wirklich nicht wichtig sind. Doch das ist ein Irrtum, denn Farben wirken selbst auf blinde Menschen nachweislich. Das ist keine esoterische Ansicht, sondern wurde bereits von dem Physiker und Nobelpreisträger Prof. Nils Finsen (1860 – 1904) entdeckt, der unter anderem die Auswirkung von Farben auf die Körpertemperatur bei Blinden bewies.

Wurden sie in einen roten Raum geführt, stieg die Körpertemperatur, in einem blauen fiel sie, obwohl die Raumtemperatur identisch war. Professor Finsen ging davon aus, dass Farbstrahlung nicht nur über die Netzhaut im Auge, sondern auch über die Haut wahrgenommen werden.

Von daher liegt es nahe, dass jemand der schnell fröstelt, in warmen Farben besser untergebracht ist als in kalten und natürlich umgekehrt. Besonders schwierig wird es, wenn zwei Menschen mit sehr unterschiedlichen Farbempfindungen im selben Raum schlafen.

Helle Töne wirken dagegen freundlich und munter.

Helle Töne wirken dagegen freundlich und munter.

In einem solchen Fall gilt beides abzuwägen und möglicherweise sind neutrale Töne mit farbigen Akzenten eine Lösung.

Daneben gilt es auch die Proportionen des Raums zu berücksichtigen, wenn Sie ein Schlafzimmer streichen. Mit Dachschräge wirkt ein Raum, dessen Decke dunkel gestrichen ist ganz anders als bei einem sehr hohen Raum. In dem einen Fall drückt es, im anderen Fall bringt es vielleicht etwas mehr Gemütlichkeit.

Generell gilt: dunkle Farben lassen einen Raum kleiner erscheinen, helle Farben vermitteln einen Eindruck von mehr Weite.

2. Schlafzimmer streichen – welche Farbe passt?

Dezenter Anstrich kombiniert mit Accessoires in Blau für kühle Wirkung im Sommer.

Streichen Sie Ihr Schlafzimmer in Grau und sorgen Sie mit Accessoires für Farbakzente.

Für jeden Menschen stehen andere Gegebenheiten im Vordergrund. Wer Unterstützung für eine positive Stimmung braucht, fühlt sich vielleicht in Pastelltönen oder in sonnigen Gelb- und Goldtönen sehr wohl. Wer ruhebedürftg ist und gestresst empfindet sanfte, dunkle Töne oder Blau– und Grüntöne möglicherweise als überaus angenehm.

Stellen Sie sich einfach im Bett liegend verschiedene Farben und Farbkombinationen vor und registrieren Sie, bei welcher Vorstellung Ihnen am wohlsten ist.

Welche Farben mögen sie generell? Welche Farben stehen Ihnen und welche nicht? Wissen Sie, welcher Farbtyp Sie sind? Wenn nicht: Finden Sie es heraus. Wenn Grün sie leichenblass aussehen lässt, dann steht Ihnen auch kein Grün als Wandfarbe in Ihrem Schlafzimmer.

Mit verschiedenen Farben werden bestimmte Eigenschaften verbunden. So wirken Rosatöne wissenschaftlich bewiesener Weise beruhigend, weshalb sogar einige Ausnüchterungszellen rosa gestrichen wurden. Wenn Sie Rosa aber einfach nicht ausstehen können, sollten Sie die lieber nicht Ihrer Schlafzimmer-Wände nicht Rosa streichen.

Deshalb finden Sie die Antwort auf die Frage, in welcher Farbe Sie Ihr Schlafzimmer streichen sollten, nicht in diversen Farblehren, sondern bei sich selbst. Sie müssen dabei die generellen Zuordnungen natürlich nicht völlig außer Acht lassen.

Auf Heimwerker.de haben wir einzelne Farben und ihre Wirkungen übersichtlich für Sie aufgelistet:

Farbe Wirkung
Gelb
  • fördert Konzentration und Kreativität
  • wirkt anregend
Orange
  • stimmungsaufhellend und warm
  • im Überfluss eher aufdringlich
Rot
  • anregend und warm
  • zu viel Rot bringt Unruhe und Hitze
Pink/Rosa
  • besänftigt
  • gibt Sicherheit
Violett
  • beruhigt (die Sinne)
Blau
  • beruhigt und fördert den Schlaf
  • im Extrem wirkt es melancholisch
Türkis/Hellblau
  • kühl aber persönlich
Grün
  • harmonisiert
  • vermittelt Ruhe und Sicherheit
Braun
  • beruhigend und ausgleichend
  • im Übermaß eher drückend
Grau
  • neutral
  • gut in Kombination mit anderen Farben
Weiß
  • hellt auf
  • wirkt kühl und distanziert
  • auch gut mit anderen Farben kombinierbar

Tipp: Von allen Farben gibt es wärmere und kühlere Varianten sowie zarte und grelle Versionen.

3. Schlafzimmer streichen – Ideen

Für viele ist es angenehm, wenn das Bett am Kopfende eine Art Rahmen oder eine Fläche hat, die dem Bett einen Hintergrund gibt. Auch ein Längs- oder Querstreifen auf Höhe des Kopfteils kann diese Funktion erfüllen.

Frisch und fröhlich oder lieber dunkel und gemütlich? Helle beruhigende Naturtöne? Eine sinnliche Höhle? Eine Alternative zum farbigen Anstrich: Schlafzimmer streichen in Grau und nur mit Textilien, Bildern und Pflanzen farbige Akzente setzen.

Möglichkeiten gibt es viele, Hauptsache, es entspricht Ihren persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen. Bilder helfen, sich zu orientieren. Wo möchten Sie einschlafen und aufwachen?

4. Muster und Maltechniken an der Wand

Es gibt viele Techniken mit denen Sie einzelne Flächen oder Wände gestalten können.
Eine eher kühle Farbe kann mit Maltechniken mehr Leben eingehaucht werden.

Natürlich müssen Sie sich nicht nur für eine Farbe für Ihr Schlafzimmer entscheiden.Mit Mustern bekommt der Raum eine völlig andere Wirkung.

Es macht Spaß, dass Schlafzimmer mit Streifen zu streichen, oder farbliche Akzente mit Ornamenten, partieller Tapete oder mit Maltechniken, bzw. einer Spachteltechnik auf den gestrichenen Wänden zu setzen. Nutzen Sie Effektfarben in Betonoptik oder mit Marmoreffekt. Für einen Metallikeffekt gibt es Pigmente in Silber und Gold oder Pasten wie Inka Gold in vielen Tönen.

Vergessen Sie auch frei stehende Schrankrückwände und Türen als mögliche Gestaltungsflächen nicht. Die Kombination von Anstrich und Tapeten ist ebenfalls eine wirkungsvolle Möglichkeit der Wandgestaltung.

5. Das Streichen selbst: Anleitung

Materialien
  • Abklebeband (z. B. Frogtape)
  • Abdeckplane und/oder Malervlies
  • Farbe
  • Pinsel, Rolle
  • Abstreifgitter
  • Farbschale
  1. Räumen Sie den Raum aus, große Möbel können eventuell auch in den Raum gerückt werden.
  2. Bevor gestrichen wird, muss der Untergrund staub- und fettfrei sein. Wenn es nur um Staub geht, können die Wände abgesaugt werden. Flecken, insbesondere Nikotin- oder Stockflecken sollten Sie vorher beseitigen, da diese sonst wieder durchschlagen.
  3. Steckdosen und Schalterabdeckungen abschrauben genau wie die Abdeckungen von Rollandenbändern. Ruhig den Strom abschalten. Fußleisten soweit sie abnehmbar sind abnehmen.
  4. Fenster- und Türrahmen (und gegebenenfalls auch die Fußleisten) vor dem Streichen gut abkleben – auch das Innenleben von Schaltern und Steckdosen. Den Boden mit Folie und Malervlies auslegen. Eventuell noch im Raum befindliche Möbel mit Folie abdecken.
  5. Die Farbe gründlich aufrühren. Bei einem kleinen Gebinde reicht ein Stock oder ähnliches. Bei einem großen Farbeimer und wenn eventuell noch Farbe gemischt wird, ist ein Rührquirl am Akkubohrer oder der Bohrmaschine zu empfehlen.
  6. Zuerst werden die Ecken und Kanten mit einem Pinsel gestrichen. Anschließend mit der Rolle Fläche für Fläche, nass in nass, gleichmäßig und deckend rollen. Lesen Sie die Angaben des Herstellers. Viele Farben sollen im Kreuzgang, also einmal horizontal und einmal vertikal gestrichen werden. Vermeiden Sie, dass Ansätze trocknen. Also immer mindestens eine Wand fertig streichen, bevor unterbrochen wird, sonst sind die Ansätze später möglicherweise zu sehen.
  7. Manche Farben decken in einem Anstrich, wenn sorgfältig gearbeitet wird. Sollte ein zweiter Anstrich notwendig sein, die erste Farbschicht vorher vollkommen trocknen lassen, bevor der zweite Anstrich in der gleichen Weise aufgebracht wird.
  8. Entfernen Sie die Klebebänder solange die Farbe noch feucht ist. Abdeckfolien und Malervlies mit der Farbseite nach innen zusammenlegen, damit keine Verschmutzung auf den Boden oder andere Flächen kommt. Eventuelle Farbflecken am besten sofort entfernen.
  9. Den Raum gut gelüftet trocknen lassen, bevor er wieder eingeräumt und bewohnt wird.