Tapete & Tapezieren

Tapeten wechseln und Tapezieren

So gelingt der Tapetenwechsel

Wenn die Ferientage als Tapetenwechsel nicht reichen, ist auch in den eigenen vier Wänden fröhliche Sommer-Sonnen-Laune gefragt. Warmes Orange-Gelb, provenzalische Muster und dekorative Bordüren verzaubern mit einem Hauch mediterranen Flairs. Das Erfolgsrezept gegen regengraue Tiefausläufer ist auch für wenig geübte Heimwerker heute kein Problem mehr: Mit bewährten Produkten, gutem Handwerkszeug und natürlich frischen Tapeten geht’s von Wand zu Wand – das garantiert Urlaubsstimmung für 365 Tage im Jahr.

Tapeten kaufen

Der Tapetenkauf ist natürlich in erster Linie Geschmacksache: Die vielschichtigen Angebote an Papier-, Präge-, Struktur-, Vlies- und Textil-Tapeten ermöglichen individuelles Design für jeden Anspruch. Wichtig für den Do-it-yourself-Handwerker: Wer Unebenheiten kaschieren möchte, ist mit einer Präge-Tapete gut beraten; als wasch- bis scheuerbeständig empfehlen sich Struktur- und einige Papier-Tapeten; Vlies-Tapeten lassen sich sogar ohne Weichzeit verarbeiten und bei der nächsten Renovierung wieder restlos trocken abziehen.

Trotz einer Riesenauswahl heißer Muster sind coole Überlegungen nötig, um mit der neuen Tapete auch die gewünschte Raumwirkung zu erzielen. “Kleider machen Leute, Tapeten machen Räume”, lautet das Motto. Mit senkrecht gestreiften Tapeten wirkt ein Raum höher, mit waagerecht gestreiften niedriger. Eine Dekorwand mit großem Muster vergrößert einen Raum optisch. Und wenn ein Zimmer in der Tiefe gewinnen soll, hilft eine Wand, die im Farbton optisch zurücktritt. 

Und noch ein wichtiger Tipp: Es sollten nur Tapetenrollen einer Anfertigung ausgewählt werden. Also unbedingt auf die Seriennummern achten, die im Rolleneinleger eingedruckt sind.

 Tapetenwechsel vorbereiten

Wer Zeit, Geld und Nerven sparen möchte, sollte schon beim Raumausmessen ganz genau vorgehen. Von der Wandhöhe und -länge hängt ab, wie viele Tapeten- oder Raufaserrollen benötigt werden. Mit diesen Maßen kann anhand spezieller Tapezierbroschüren (zum Beispiel “Tapezieren leicht gemacht” von Metylan) der exakte Verbrauch ermittelt werden. Trotzdem sollten kluge Heimwerker zur Sicherheit ein oder zwei zusätzliche Rollen kaufen.

Ein kritischer Blick auf die Symbole der Banderolen schützt außerdem vor enttäuschenden Überraschungen. So geben die Merkmale sichere Auskunft über Waschbarkeit, Verarbeitung, Musteransatz und Farbbeständigkeit. Was nützt schließlich die schönste Tapete, wenn sie im hellen Sonnenlicht verblasst?

Alte Tapete entfernen

Bevor die neue Tapete draufkommt, muss die Alte ab. Statt mühseliger Kleinarbeit ziehen heute moderne Tapetenlösemittel (z. B. von Metylan) die Zimmerwände aus. Gerade wasserundurchlässige oder mehrfach überstrichene Raufaser-Tapeten sollten aber vorher mit einem “Tapetentiger” oder mit einer Nadelwalze perforiert werden. 

Schon unter der neuen Tapete fängt die Schönheitskur an. Schadhafter Putz, kleine Risse oder ausgebrochene Mauerecken müssen sorgsam ausgespachtelt werden. Der clevere Heimwerker ist hier besonders gründlich: Mit glatten Wänden ist das Tapezieren einfacher, und es sieht halt viel schöner aus.

Wand vorbereiten mit Tapetengrund

Für optimale Haftung sorgt anschließend ein geeigneter Tapetengrund. Gutes Handwerkszeug von der Tapezierschere über das Senklot und den Cutter bis hin zu Spachtel und Tapeziertisch machen den Hobbyhandwerker zum Profi. Entscheidend ist natürlich die Wahl des richtigen Kleisters. Er entscheidet über Erfolg oder Misserfolg beim Tapezieren. Wesentliche Voraussetzung, die ein Kleister erfüllen muss: einfach zu verarbeiten und besonderes hohe Klebkraft für dauerhafte Sicherheit. Als optimal für Struktur-, Papier-, Rauhfaser- und Spezialtapeten hat sich “Metylan spezial” von Henkel bewährt. 

So vorbereitet ist das eigentliche Tapezieren mit Zuschneiden, Einkleistern und Kleben kein Problem mehr. Zusätzliche Hilfen bieten Nahtroller, die auch die kleinsten Wellen glätten, und Spezialprodukte, die auch in “Problembereichen” gute Hilfe bieten. “Gewusst wie...”, ist eben auch beim Tapetenwechsel die Devise. 

Tapezieranleitung: Fünf Schritte zum perfekten Tapezier-Ergebnis 

Zuschneiden.

Faustregel für den Zuschnitt der Tapetenbahnen: Höhe des Raumes plus 5 bis 10 Zentimeter Zugabe für Verschnitt. 

Einkleistern/Weichzeit.

Empfohlene Weichzeit einhalten (alle Bahnen müssen die gleiche Weichzeit haben). Bahnen zusammenlegen: 2/3 oben, 1/3 unten. Nur so viel Bahnen einkleistern, wie man in 10 bis 15 Minuten verarbeiten kann. Gleichmäßig einkleistern. Die Kanten besonders gut. 

Ausloten.

Erste Bahn an jeder Wand senkrecht ausloten, damit alle Bahnen gerade verlaufen. Immer mit dem Licht tapezieren (von der Fensterseite her). 

Kleben.

Erste Bahn an der Wand ansetzen, mit leichtem Überstand zur Decke (gleicht eventuelle Unebenheiten aus). Von der Mitte aus blasenfrei andrücken. 

Nähte.

Wenn Nähte noch Wellen werfen: mit einem konischen, glatten Nahtroller andrücken (gilt nicht bei Prägetapeten). Zum richtigen Trocknen zu große Wärme und Zugluft vermeiden. Optimal ist eine Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad Celsius.

 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,8/5 aus 9 Bewertungen
 
Kommentare
Jetzt den ersten Kommentar schreiben Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Tapeten wechseln und Tapezieren.
Neuen Kommentar veröffentlichen