Jalousien & Rollladen

Einbruchschutz durch Rollläden: 5 Tipps für einbruchhemmende Rollläden

  • Einbruchsichere Rollläden werden in die Widerstandsklassen RC1 – RC6 eingeteilt. Um Einbrecher aufzuhalten, ist mindestens ein Rollladen mit der KLasse RC2 zu empfehlen.
  • Kaufen Sie nur geprüfte und zertifizierte Produkte, die einen Einbruchschutz wirklich gewährleisten können. Lassen Sie einbruchhemmende Rollläden ebenfalls nur von Fachpersonal einbauen.
  • Automatische Rollläden mit Zeitschaltuhr können als weiterer Einbruchschutz dienen. Während Sie im Urlaub sind, spielen diese der Außenwelt Ihre Anwesenheit vor.

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Nichts trägt so sehr zum Schutz gegen Einbrecher bei wie stabile Rolläden. Leider bieten die meisten handelsüblichen Kunststoff-Modelle keinen allzu guten Schutz, da sie sich mit dem entsprechenden Werkzeug in kurzer Zeit aufhebeln oder aus der Führungsschiene brechen lassen.

Zudem zeigen am Tag heruntergelassene Rollläden, dass die Bewohner nicht zuhause sind, was wiederum Einbrecher veranlasst, eine Schwachstelle am Haus zu finden, um einzubrechen.

Einbruchhemmende Rollläden leisten den Tätern mehr Widerstand als herkömmliche Modelle, da sie mehr Zeit und stärkere Werkzeuge benötigen, um diesen Einbruchschutz zu überwinden. – Falls sie es überhaupt schaffen. Dauert der Einbruchsversuch zu lange, sind die Chanchen größer, dass die Täter von ihrem Vorhaben absehen.

Doch bei der Auswahl einbruchhemmener Rollläden sollten Haubesitzer auf die Widerstandsklasse achten. Außerdem können Rollläden auch nachträglich einbruchsicher gemacht werden.

Erfahren Sie in dieser Kaufberatung auf Heimwerker.de alles zu einbruchhemmenden Rollläden und wie Sie Einbrechern das Handwerk legen.

1. Widerstandsklassen für einbruchhemmende Rollläden

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Für erfolgreichen Einbruchschutz sollten Sie auf einen Rollladen mit einer Widerstandsklasse von mindestens RC 2 setzen.

Sind Rollläden eibruchsicher? Nicht immer. Standardrollläden dienen vorwiegend als Sicht- oder Sonnenschutz und stellen für erfahrene Einbrecher kein großes Hindernis dar. Wer die Täter nicht erst an Fenster und Türen, sondern schon früher aufhalten möchte, lässt einbruchhemmende Rollläden einbauen.

Abhängig von dem verwendeten Material halten sie selbst mechanischen Einbruchsversuchen stand. Wie hoch der Einbruchschutz der Rollläden ist, gibt die Widerstandsklasse (Resistance class, abgekürzt: RC) an.

Diese Modelle wurden nach der DIN EN 1627 geprüft und in die sechs Klassen RC1 bis 6 eingeteilt. Hierbei stellt RC1 nur einen schwachen Schutz dar, während RC6 den bestmöglichen Einbruchschutz bietet. Für Häuser und Wohnungen sollten Rollläden mindestens der RC2 eingebaut werden.

Auf Heimwerker.de haben wir die Widerstandsklassen und Ihre Eigenschaften noch einmal für Sie aufgelistet:

Widerstandsklasse Widerstandszeit Merkmale
RC1 3 Minuten Nur geringer Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeug.
RC2 3 Minuten Kann auch von Gelegenheitstätern mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher oder Zange aufgebrochen werden.
RC3 5 Minuten Zusätzliches Bohrwerkzeug wird benötigt, um Bauteile aufzubrechen.
RC4 10 Minuten Meist nur von erfahrenen Tätern passierbar. Zusätzliches Säge- und Schlagwerkzeug wie Stemmeisen und Meißel werden benötigt.
RC5 15 Minuten Erfahrene Täter benötigen zusätzliches elektronisches Werkzeug wie Stichsäge oder Winkelschleifer.
RC6 20 Minuten Leistungsfähige Elektrowerkzeuge werden zum Aufbruch benötigt.

Hinweis: Wurden sie vor September 2011 installiert, gilt für sie die alte Bezeichnung der Klassen nach der DIN V ENV 1627. Dabei entspricht WK2 der neuen RC2, WK3 der RC3 und so weiter.

2. Anforderungen für einbruchsichere Rollläden

Merkmale von Rollläden mit Einbruchschutz
  • Verstärkte Führungsschiene
  • Geschützter Rollkasten
  • Robuste Rollladen-Elemente aus Metall
  • Verstärkter Schlussstab gegen Herausreißen der Rolllade
  • Sperre gegen Hochschieben

Trotzdem nutzt eine hohe Widerstandsklasse wenig, wenn die Rollläden nicht fachgerecht eingebaut werden. Daher sollten Verbraucher den Einbruchschutz nur vom Fachmann installieren lassen.

Geprüfte und zertifizierte Modelle sind erkennbar an folgenden Prüfzeichen: VdS, ift, PfB cert, PIV cert, ECBS oder DIN geprüft.

3. Einbruchschutz an Rollläden nachrüsten

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Eine Klemmsicherung verhindert, dass heruntergelassene Rollläden nach oben geschoben werden können.

Wer die Rollläden nachträglich einbruchsicher machen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Rollladen-Stäbe biegfest sind und aus einem stabilen Material, zum Beispiel Metall, hergestellt wurden.

Klemmsicherungen verhindern das Hochschieben heruntergelassener Rollläden und lassen sich oftmals ohne Bohren montieren. Je nach Hersteller und Modell bringt man die Klemmsicherung an beiden Seiten zwischen der Rolllade und der Führungsschiene an und stellt sie mit einer Schraube fest.

Um den Einbruchschutz deutlich zu erhöhen, sind größere Umbaumaßnahmen erforderlich: So lässt sich der Rollkasten verstärken und gegen ein Aufbrechen von außen sichern oder eine stabile Hochschiebesperre integrieren. Für noch mehr Sicherheit sorgt ein verstärkter Schlussstab, der gegen ein Herausreißen der Rollläden gesichert ist, sowie eine neue, verstärkte Führungsschiene.

Hinweis: Natürlich müssen auch die größeren Austauschmaßnahmen von einem Fachmann durchgeführt werden, um den Einbruchschutz zu gewährleisten.

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4. Automatisch betriebene Rollläden als Einbruchschutz

Als zusätzliche Abschreckung bietet sich ein Elektroantrieb mit automatischer Steuerung an. Hier legen die Bewohner die Uhrzeit oder den Helligkeitswert fest, bei dem die Rollläden automatisch hoch und wieder hinuntergefahren werden.

Auf diese Weise sieht das Haus in Abwesenheit bewohnt aus. Diese Methode ist ebenso im Falle eines Urlaubs ratsam. Alternativ sollte man Nachbarn oder eine Person des Vertrauens bitten, die Rollläden morgens hochzuziehen und abends wieder herunterzulassen.

5. Rollgitter als Einbruchschutz für Glastüren

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Rollgitter sind eher aus der Einkaufsstraße bekannt, eignen sich aber auch für den Schutz von Glasfronten im Eigenheim.

Eine gute Alternative zu einbruchhemmenden Rollläden sind sogenannte einbruchhemmende Rollgitter. Diese eignen sich zur Sicherung mehrerer Fenster und Glastüren, zum Beispiel für die Fensterseite mit Terrassentür. Häufiger kommen sie jedoch bei Schaufenstern zum Einsatz. Zur Sicherung wird das Rollgitter entweder manuell oder über eine Fernbedienung heruntergelassen und abgeschlossen.

Hochwertigere Ausführungen sind mit einem Panzerriegelschloss ausgestattet, sodass beim Abschließen ein massiver Querriegel auf beiden Seiten ausfährt und verankert wird. Dadurch kann das Rollgitter nicht hochgeschoben werden. Zudem wird in den Räumen ein Notfallschalter angebracht, mit dem sich das heruntergelassene Gitter jederzeit ohne Schalter von innen öffnen lässt.

Während die klassischen Rollgitter von oben nach unten gelassen werden, werden Scherengitter horizontal ausgefahren. Diese bestehen aus einem Gitter aus massiven Stahlstäben und werden zum Einbruchschutz ebenfalls abgeschlossen.

Tipp: Dieser Einbruchschutz hat den Vorteil, dass weiterhin Licht durch die Fenster in die Wohnräume fällt und Zimmerpflanzen mit Licht versorgt werden. Außerdem können Fenster zum Lüften geöffnet bleiben, wenn das Gitter ausgerollt wurde. Solche Gitter lassen sich ebenfalls nachträglich einbauen.