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Keramikmesser schärfen: Beachten Sie diese Tipps und Tricks

Keramikmesser schaerfen

Keramikmesser bleiben sehr viel länger scharf als Messer aus Edelstahl, weil sie deutlich härter sind. Dennoch wird eine Keramikklinge nach längerer Zeit stumpf und es wird Zeit, das Keramikmesser zu schärfen.

Stellen Sie sich die Frage: Wo kann ich Keramikmesser schärfen lassen? Wenn Sie beispielsweise ein Böker- oder Kycera-Keramikmesser schleifen lassen wollen, ist der Hersteller die beste Serviceadresse.

Praktisch alle Hersteller von hochwertigen Messern bieten diesen Service an – teilweise sogar kostenlos im Rahmen einer lebenslangen Garantie. Gerade die hoch qualitativen Messer sind sehr hart und in der Hand eines Fachmannes besser aufgehoben.

Bei günstigen Keramikmessern kann es sich jedoch durchaus lohnen, die Keramikmesser selber zu schärfen – besonders, wenn Sie vielleicht schon über die notwendigen Werkzeuge verfügen. Auf Heimwerker.de zeigen wir Ihnen, womit und wie Sie Ihr Keramikmesser selber schneiden können.

1. Womit Keramikmesser schleifen: Eine Diamant-Körnung ist Pflicht

Keramikmesser sind sehr viel härter als Messer aus Stahl. Selbst Damast, ein Material, wie es bei den hochpreisigen japanischen Messern bekannt sind, werden teilweise von guten Keramikmessern in ihrer Härte und Schnittfestigkeit übertroffen.

Entsprechend ungeeignet sind viele Schleifmittel für Keramikmesser. Einzig Diamantschleifmittel können zum Schleifen und damit Schärfen von Keramikmessern benutzt werden.

Wir stellen Ihnen die einzigen Möglichkeiten genauer vor:

Schleifgerät Eigenschaften
Schleifstein

keramikmesser-schleifen-schleifstein

  • nur möglich, wenn Schleifstein Diamantauflage besitzt
  • Körnung von 400 bis 100 nötig
  • auch für gelegentliches Nachschärfen verwendbar
Keramikmesser-Schärfer

keramikmesser-schleifer

  • Schleifmaschine für Keramikmesser
  • verwenden wie Schleifstein eine Diamant-Körnung
  • elektrische Modelle mit oder ohne Akku erhältlich
Diamantschleifscheibe für Schleifbock

keramikmesser-schleifen-diamantschleifscheibe

  • Methode eher für erfahrene Schleifer geeignet
  • wegen des Staubes sollte Mundschutz getragen werden
  • Nassschleifer besonders gut nutzbar

Sind Sie sich nicht sicher, welche Methode sich für Ihr Keramikmesser eignet, können Sie im Fachmarkt nach einer Kaufberatung fragen und in diesem Rahmen den richtigen Schleifstein kaufen.

Wenn Sie noch nie Messer geschliffen haben, sollten Sie nicht gleich Keramikmesser schärfen, fangen Sie also mit einer einfachen Metallklinge als Übungsobjekt an. Eine solche ist in der Regel sehr viel biegsamer und dank des weicheren Materials auch leichter zu bearbeiten.

Wenn Ihnen das Schärfen von Metallklingen irgendwann leicht fällt, versuchen Sie es mal mit einem günstigen Discounter-Keramikmesser. Die Klinge dabei nicht unter Druck biegen und die Winkel einhalten (s. u. Anleitung). Erst, wenn das alles zuverlässig gelingt, können Sie sich an die etwas teureren und dementsprechend auch etwas härteren Keramikmesser begeben.

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2. Anleitung: Mit einem Diamant-Schleifstein Keramikmesser in 8 Schritten selber schärfen

Zitrone schneiden keramik

Sie sollten auf keinen Fall mit einem Keramikmessern auf harten Unterlagen schneiden, sonst ist es schnell wieder stumpf.

Was Sie brauchen:

  • rutschfeste Unterlage
  • Diamantschleifstein
  • Wasser
  • Tuch/Tücher

Liegt das stumpfe Keramikmesser bereit und haben Sie alle Material beisammen, fahren Sie wie folgt fort:

  1. Legen Sie den Diamant-Schleifstein mit der gröberen Seite auf die rutschfeste Unterlage, wenn Sie nur nachschleifen möchten. Muss ein gröberer Schliff erfolgen (z. B. bei kleinen Kerben), legen Sie die feinere Seite nach unten.
  2. Machen Sie den Schleifstein auf der Oberseite nass.
  3. Halten Sie das Messer horizontal mit einer Hand am Griff fest, die scharfe Seite der Klinge von Ihnen abgewandt. Die Finder der anderen Hand legen Sie nebeneinander auf die Klingenseite, den Daumen auf den Messerrücken.
  4. Beginnen Sie mit der Klingenspitze. Halten Sie dazu die Klinge in einem gleichbleibenden Winkel von 10 bis 15 Grad zum Schleifstein. Biegen Sie die Klinge keinesfalls. Üben Sie nur sehr dezenten Druck aus.
  5. Führen Sie den vorderen Teil Klinge in sichelförmigen Bewegungen über den Schleifstein immer in Richtung Messerspitze.
  6. Zählen Sie die Anzahl Ihrer Züge und führen Sie die gleiche Anzahl auf der gegenüberliegenden Klingenseite aus. Fahren Sie mit dem Schleifen des Rests der Klinge in gleicher Weise fort, jedoch in einem Winkel von etwa 60 Grad.
  7. Wischen Sie zwischendurch sowohl den Schleifstein als auch die Klinge ab und nässen Sie den Stein erneut.
  8. Prüfen Sie immer wieder, ob die Klinge die gewünschte Schärfe erreicht hat – beispielsweise durch den Versuch, Papier damit zu schneiden.

Vorsicht beim Umgang mit den Keramikmessern: Sie sind ausgesprochen scharf, wenn Sie frisch geschliffen sind. Versuchen Sie auf keinen Fall die Schärfe mit einem Finger zu prüfen, wie das gelegentlich bei normalen Messern zu sehen ist. Auch Tipps das gleiche auf dem Fingernagel zu testen können zu Verletzungen führen.

3. Keramikmesser-FAQ: Was Sie noch über Keramikmesser wissen sollten

3.1. Wie bleiben Keramikmesser länger scharf?

keramikmesser-schleifen-geschirrspueler

Schneiden Sie mit einem Keramikmesser keine gefrorenen Lebensmittel, um es länger scharf zu halten.

Grundsätzlich gilt, wie übrigens bei allen scharfen Messern, dass Sie Keramikmesser nicht in die Spülmaschine tun sollten, sondern Sie mit der Hand abwaschen. Der Wasserdruck in der Geschirrspülmaschine führt dazu, dass die Messer schneller stumpf werden.

Damit Sie Ihr Keramikmesser nicht bereits kurz nach dem Kauf schleifen müssen, empfehlen wir außerdem folgende Tipps für die Küche:

  • weder Gefrorenes noch Knochen schneiden
  • harte Schneidebretter (Glas, Stein, Porzellan) vermeiden
  • möglichst nicht fallen lassen
  • nicht ohne Schutzhülle in Schublade stecken
  • Klinge nicht biegen

3.2. Wie oft müssen Keramikmesser geschliffen werden?

Tatsächlich wird jedes Messer mit jeder Benutzung stumpfer, allerdings kaum merklich. Halten Sie sich an unsere Tipps, werden Sie auch länger Freude an Ihren Messern haben.

Experten sagen, dass Sie bei herkömmlichen Messern aus Stahl bereits nach einem Monat einen deutlichen Unterschied in der Schärfe spüren. Noch einmal zur Erinnerung, Keramikmesser sind etwa 10 Mal so stark, wie Messer aus Stahl, eine genaue Angabe hängt aber natürlich vom jeweiligen Gebrauch ab. Fakt ist: Sie können ein Keramikmesser dann schleifen, wenn es Ihnen zu stumpf erscheint.

3.3. Welche Schneidebretter eignen sich für Keramikmesser?

Auch wenn Schneidebretter aus Glas oder Edelstahl auf den ersten Blick praktisch erscheinen – schließlich können Sie einfach im Geschirrspüler gereinigt werden – gleichem Sie beinahe einem Todesurteil für Keramikmesser. Auf Ihnen werden Keramikmesser nämlich deutlich schneller stumpf als auf Holz- oder Kunststoffbrettern.

Tipp: Holzbretter sind übrigens ebenso – wenn nicht sogar hygienischer – als Bretter aus Glas. Die Gerbstoffe in Holz wirken antibakteriell.

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