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Keramikmesser schärfen

Keramikmesser auf Brettcjem

Nichts für Keramikmesser!
  • Gefrorenes
  • Knochen
  • harte Schneidebretter (Glas, Stein, Porzellan)
  • fallen lassen
  • ohne Schutzhülle in Schubladen
  • Klinge biegen

Keramikmesser bleiben sehr viel länger scharf als Messer aus Edelstahl, weil sie deutlich härter sind. Dennoch wird eine Keramikklinge nach längerer Zeit stumpf und es wird Zeit, das Keramikmesser zu schärfen.

Stellen Sie sich die Frage: Wo kann ich Keramikmesser schärfen lassen? Wenn Sie beispielsweise ein Böker- oder Kycera-Keramikmesser schleifen lassen wollen, ist der Hersteller die beste Serviceadresse.

Praktisch alle Hersteller von hochwertigen Messern bieten diesen Service an – teilweise sogar kostenlos im Rahmen einer lebenslangen Garantie. Gerade die hoch qualitativen Messer sind sehr hart und in der Hand eines Fachmannes besser aufgehoben.

Bei den etwas günstigeren Exemplaren, kann es sich jedoch durchaus lohnen, die Keramikmesser selber zu schärfen – besonders, wenn Sie vielleicht schon über die notwendigen Werkzeuge verfügen.

Nicht für Keramikmesser, aber interessant: Wetzstahl-Test, Damaszenermesser-Test, Schärfstation.

Womit Keramikmesser schleifen?

drei Keramikmesser
Keramikmesser sind heute in vielen verschiedenen Qualitäten auf dem Markt.

Keramikmesser sind sehr viel härter als Messer aus Stahl. Selbst Damaszener- oder Pulverstahlmesser, also Materialien, wie sie bei den hochpreisigen japanischen Messern bekannt sind, werden teilweise von guten Keramikmessern in ihrer Härte und Schnittfestigkeit übertroffen.

Entsprechend ungeeignet sind viele Schleifmittel für Keramikmesser. Einzig Diamantschleifmittel können zum Schleifen und damit Schärfen von Keramikmessern benutzt werden.

1. Schleifstein

Wer versiert ist im Umgang mit einem Schleifstein, kann seine Keramikmesser mit einem Schleifstein mit Diamantauflage schärfen. Einen solchen Diamant-Schleifstein mit einer Körnung von 400 und 1000 bekommen Sie schon für zirka 30 Euro. Ein Diamant-Schleifstein mit 1000er Körnung reicht schon für gelegentliches Nachschärfen aus, falls Sie Grundschliffe (wenn kleine Macken in der Klinge sind u. ä.) vom Fachmann durchführen lassen.

2. Keramikmesser-Schleifgerät

Es gibt verschiedene Schleifgeräte für Keramikmesser. Doch vorsichtig: Lesen Sie genau nach, denn häufig finden sich bei der Suchanfrage von Keramik im Zusammenhang mit Messerschärfer Geräte, die mittels keramischen Schleifscheiben Stahlmesser schärfen können, jedoch keine Keramikmesser. Suchen Sie konkret unter Keramikmesser schärfen (z. B. Amazon) oder Diamantschleifer für Keramikmesser. Dann finden sich sowohl Geräte zum manuellen Schleifen als auch batterie- oder strombetriebene Messerschleifer speziell auch für Keramikmesser.

Schleifbock
Vielleicht haben Sie schon Ihre Stahlmesser mit dem Schleifbock geschliffen.

3. Diamantschleifscheibe für Schleifbock

Wenn Sie einen Schleifbock haben, können Sie auch entsprechend feine Diamantschleifscheiben dafür kaufen und Ihre Keramikmesser damit schärfen. Allerdings sollten Sie dabei sehr vorsichtig sein. Auch, wenn Keramikmesser durchaus hitzebeständig sind, ist allein wegen des Keramikstaubes (Mundschutz tragen) ein Nassschleifer besser nutzbar. Wenn Sie bereits einen Aufsatz zum Messerschärfen haben, können Sie damit den gewünschten Winkel sehr gut einhalten.

Mit einer Investition zwischen 10 und 80 Euro können Sie selbst einordnen, mit welchem Messerschärfer für Keramikmesser Ihr individueller Bedarf gedeckt ist.

Tipp: Wenn Sie noch nie Messer geschliffen haben, sollten Sie nicht gleich Keramikmesser schärfen. Youtube zeigt einige Anleitungen für Anfänger zum Thema Messer schärfen – fangen Sie also mit einer einfachen Metallklinge als Übungsobjekt an. Eine solche ist in der Regel sehr viel biegsamer und dank des weicheren Materials auch leichter zu bearbeiten. Wenn Ihnen das Schärfen von Metallklingen irgendwann leicht fällt, versuchen Sie es mal mit einem günstigen Discounter-Keramikmesser. Die Klinge dabei nicht unter Druck biegen und die Winkel einhalten (s. u. Anleitung). Erst, wenn das alles zuverlässig gelingt, können Sie sich an die etwas teureren und dementsprechend auch etwas härteren Keramikmesser begeben.

Anleitung: Mit Diamantschleifstein Keramikmesser schärfen

Zitrone schneiden
Gut geschliffen gelingen auch hauchfeine Zitronenscheiben wieder.
Tisch mit Keramikmesser
Sie sollten auf keinen Fall mit einem Keramikmessern auf harten Unterlagen schneiden, sonst ist es schnell wieder stumpf.

Was Sie brauchen:

  • rutschfeste Unterlage
  • Diamantschleifstein
  • Wasser
  • Tuch/Tücher
  1. Legen Sie den Diamant-Schleifstein mit der gröberen Seite auf die rutschfeste Unterlage, wenn Sie nur nachschleifen möchten.
  2. Muss ein gröberer Schliff erfolgen (z. B. bei kleinen Kerben), legen Sie die feinere Seite nach unten.
  3. Machen Sie den Schleifstein auf der Oberseite nass.
  4. Halten Sie das Messer horizontal mit einer Hand am Griff fest, die scharfe Seite der Klinge von Ihnen abgewandt.
  5. Die Finder der anderen Hand legen Sie nebeneinander auf die Klingenseite, den Daumen auf den Messerrücken.
  6. Beginnen Sie mit der Klingenspitze.
  7. Halten Sie dazu die Klinge in einem gleichbleibenden Winkel von 10 bis 15 Grad zum Schleifstein.
  8. Biegen Sie die Klinge keinesfalls. Üben Sie nur sehr dezenten Druck aus.
  9. Führen Sie den vorderen Teil Klinge in sichelförmigen Bewegungen über den Schleifstein immer in Richtung Messerspitze.
  10. Zählen Sie die Anzahl Ihrer Züge und führen Sie die gleiche Anzahl auf der gegenüberliegenden Klingenseite aus.
  11. Fahren Sie mit dem Schleifen des Rests der Klinge in gleicher Weise fort, jedoch in einem Winkel von etwa 60 Grad.
  12. Wischen Sie zwischendurch sowohl den Schleifstein als auch die Klinge ab und nässen Sie den Stein erneut.
  13. Prüfen Sie immer wieder, ob die Klinge die gewünschte Schärfe erreicht hat – beispielsweise durch den Versuch, Papier damit zu schneiden.
Vorsicht beim Umgang mit den Keramikmessern. Sie sind ausgesprochen scharf, wenn Sie frisch geschliffen sind. Versuchen Sie auf keinen Fall die Schärfe mit einem Finger zu prüfen, wie das gelegentlich bei normalen Messern zu sehen ist. Auch Tipps das gleiche auf dem Fingernagel zu testen können zu Verletzungen führen.
 

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