Pflege- & Reinigungsmittel

Matratze reinigen – Pflegeroutine und 9 Tipps gegen Flecken

  • Obwohl wir Nacht für Nacht zwischen 500 und 1800 ml Flüssigkeit ausschwitzen, landen diese keinesfalls als Flüssigkeit in der Matratze, wie es manche Matratzenhersteller gerne Glauben machen möchten. Dennoch herrscht im Bett ein feuchtwarmes Klima, weshalb das Lüften sehr wichtig ist.
  • Ähnlich verhält es sich mit Hautschuppen, die sich fortlaufend lösen, aber zu großen Teilen in der Waschmaschine aus der Schlaf- und Bettwäsche gewaschen werden und nie bis in die Matratze gelangen.
  • Was Flecken angeht, so sind waschbare Matratzenbezüge und -auflagen die besten Voraussetzungen. Geht doch mal was daneben, finden Sie im letzten Teil viele Tipps und Hausmittel wie etwa Natron und Zitronensäure.

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Matratzen reinigen lassen – Kosten

Eine professionelle Matratzenreinigung kostet für eine Matratze in Standardgröße (80 – 90 x 200 cm) zwischen 30 (Trockenreingung) und 140 Euro (Nassreinigung). Allerdings ist eine solche Reinigung nur in seltenen Fällen (spezielle Verschmutzung relativ neuer, teurer Matratzen) sinnvoll und notwendig.

Wenn Sie Ihre Matratzen regelmäßig reinigen und richtig mit ihr umgehen, wird sie Ihnen bis zu 10 Jahre lang gute Dienste leisten.

Selbst Hausstaub-Allergiker können viel erreichen, wenn sie es den Hausstaubmilben etwas ungemütlicher machen.

Dazu gehört in erster Linie viel frische Luft, Trockenheit, Kälte und auch Sonnenlicht vertragen die unangenehmen Zeitgenossen schlecht.

1. Wie oft soll die Matratze gereinigt werden?

Nachfolgend stellen wir Ihnen die Pflege- und Reinigungsintervalle dar, in denen Ihre Matratze und alle Textilien im Bett richtig zu reinigen sind:

Zeitraum Reinigung und Pflege
immer sofort Flecken aus Matratze entfernen – s. Tabelle unten
alle 14 Tage Bettwäsche waschen; bei Krankheit, starkem Schwitzen, mit im Bett schlafenden Tieren oder schlafen ohne Nachtwäsche der Verschmutzung entsprechend häufiger
einmal im Monat Auflagen/Matratzenschoner waschen; bei Krankheit, starkem Schwitzen häufiger
einmal im Monat Topper/Matratze absaugen, drehen und wenden – Matratze zum Lüften aufstellen
alle 3 Monate Topper/Matratze ganztägig lüften; bei trockenem Wetter am besten draußen, im Winter nach Möglichkeit bei Minusgraden; aber: nur Futons und Naturmatratzen vertragen direkte Sonneneinstrahlung, Feder-, Schaum- oder Latexkernmatratzen dagegen vor Sonne schützen
alle 3 – 6 Monate Kissen/Bettdecke waschen; Allergiker häufiger
alle 6 – 12 Monate Matratzenbezug waschen; Allergiker häufiger

Tipps: Milben, Keime und Bakterien werden am besten bei Waschtemperaturen ab 60 Grad abgetötet. Um Milben zuverlässig loszuwerden sollte der Waschgang mindestens 2 Stunden dauern. Wenn im Trockner 60 Grad erreicht werden, hilft auch der anschließende heiße Trockner. Beachten Sie aber das Pflegeetikett an Ihren Betttextilien.

2. Bett täglich lüften

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Bei geöffnetem Fenster wird die Matratze gelüftet – die Decke bleibt zurückgeschlagen.

Alle Tipps, wie Sie speziell die Matratze sauber machen können, nutzen wenig, wenn das Bett nicht täglich gelüftet wird.

Das Lüften ist tatsächlich ein Aspekt der Hygiene, da ansonsten sogar Schimmel droht.

Dazu werden die Bettdecke aufgeschlagen und die Fenster weit geöffnet.

Auch, wenn die Fenster wieder geschlossen werden, sollten Sie die Decke am besten den ganzen Tag aufgeschlagen lassen.

Abends vor dem Schlafengehen sollte Sie auch noch einmal kurz lüften.

Tipp: So gut ein ordentlich gemachtes Bett mit tollem Überwurf und vielen Kissen auch aussieht, für die Hygiene im Bett und die Haltbarkeit der Matratze ist weniger mehr.

3. Matratze absaugen, drehen und wenden

Einmal im Monat sollten Sie die Matratzen gründlich absaugen und drehen oder wenden (wenn die Matratze symmetrisch aufgebaut ist und auf beiden Seiten die gleiche Härte hat).

Wenn Sie die Matratze säubern, sollten Sie am besten den Polsteraufsatz vom Staubsauger verwenden und einen Feinstaubfilter benutzen.

Dadurch werden Liegekuhlen vermieden und jede Seite der Matratze immer wieder besser belüftet. Außerdem fällt es Ihnen so leichter die Matratze rundum zu säubern.

Tipp: Bei Boxspringbetten alle Schichten, also die Box unten, die Matratze darüber und den Topper absaugen und lüften. Der Topper wird gedreht und gewendet wie zuvor beschrieben.

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Gegen Liegekuhlen in der Matratze hilft regelmäßiges Drehen und Wenden bei symmetrischen Matratzen.

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Die Matratze einmal im Monat aufstellen und ein bis zweimal im Jahr an trockenen Tagen nach draußen.

4. Matratze reinigen durch Kälte oder Sonne

Naturmatratzen und Futons können sehr vom Lüften in der Sonne profitieren, da UV-Strahlung desinfizierend wirkt und diese Materialien UV-Licht vertragen.

Alle Arten von Matratzen sollten nach Möglichkeit an einem trockenen, frostigen Tag für mehrere Stunden auf Balkon oder Terrasse gelüftet und quasi gefrostet werden. Dabei trocknet die Matratze nicht nur richtig durch, sondern der Frost macht auch Hausstaubmilben den Garaus.

Besteht diese Möglichkeit nicht, dann sollten Sie häufiger die Matratze aufstellen und über mehrere Stunden bei geöffnetem Fenster gründlich durchlüften.

5. Matratzenbezüge waschen

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Ein Matratzenschoner schützt den Matratzenbezug, der am besten auch waschbar sein sollte.

Glücklicherweise haben inzwischen die meisten Matratzen einen waschbaren Bezug, der durch einen Reißverschluss abnehmbar ist, da man eine Matratze ja nicht komplett waschen kann, jedoch könne Matratzenschoner gewaschen werden.

Lässt sich der Bezug mit dem Reißverschluss komplett in zwei Teile trennen, sollten Sie jedes Teil in ein Wäschenetz (alternativ Kissenbezug) stecken und einzeln mit Vorwaschgang und mit möglichst viel Wasser in der Waschmaschine waschen.

Wenn Sie den Bezug Ihrer Matratze waschen, achten Sie bei der Waschtemperatur unbedingt auf das Etikett des Herstellers und wählen Sie die dort angegebene Höchsttemperatur.

Sollte der Bezug Flecken aufweisen, behandeln Sie am besten vorher jeden Fleck individuell (z. B. mit Natron, s. Tabelle unten). Reicht das nicht aus, können Sie den Matratzenbezug oder die Matratze auch reinigen lassen.

6. Matratze vakuumiern gegen Milben

Milben und Ihre Eier platzen in einem Vakuum.

Dazu können Hausstaub-Allergiker Ihre Matratze (auch Kissen und Decken) in einen Plastiksack bzw. Vakuumierbeutel stecken und mit dem Staubsauger ein Vakuum erzeugen, um die Milben immer wieder stark zu minimieren. Anschließend wird die Matratze noch gründlich abgesaugt, dazu den Polsteraufsatz des Staubsaugers benutzen.

Tipp: Generell empfiehlt sich für Hausstaub-Allergiker ein Staubsauger mit einem speziellen Feinstaub- oder Wasserfilter, damit die die aufgesaugten Allergene nicht gleich wieder als Feinstaub in die Wohnung geblasen werden.

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7. Matratze desinfizieren

Übernimmt man ein gebrauchtes Bett mit Matratze kann es sinnvoll sein, die gebrauchte Matratze zu desinfizieren. Das gilt auch nach einer ansteckenden Krankheit oder bei starkem Schwitzen.

Keine Sorge: Es ist keinesfalls immer eine Chemiekeule nötig, desinfizierende Hausmittel reichen in der Regel völlig aus.

Zur trockenen Desinfektion beim Matratze reinigen wird Natron auf dieselbe gestreut und etwas eingebürstet. Einige Stunden einwirken lassen und alles wieder absaugen – fertig.

Mit Zitronensäure, Essigessenz oder Alkohol (z. B. Spiritus, Ethanol oder Isopropanol) ist eine feuchte Desinfektion möglich. Dazu das natürliche Desinfektionsmittel in einer Sprühflasche 1:1 mit Wasser verdünnen und großflächig dünn auf die Matratze sprühen und einwirken lassen. Die Matratzen sollten vollkommen trocken sein, bevor Sie wieder in Gebrauch genommen werden.

Auch ätherische Öle wie Neemöl, Teebaum- oder Minzöl haben desinfizierende Eigenschaften. Einige Tropfen davon können mit Alkohol verdünnt auf die Matratze gesprüht werden. Einwirken und trocknen lassen – fertig.

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8. Flecken aus der Matratze entfernen

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Flecken auf der Matratze können mit Hausmitteln effektiv vorbehandelt werden.

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Mit einer 1:1-Mischung aus Zitronensäure und Wasser verschwinden viele Flecken zuverlässig.

Um aus einer Matratze Flecken zu entfernen, sollten diese mit geeigneten Fleckentfernern oder Hausmitteln behandelt werden, bevor Sie den Matratzenbezug in der Waschmaschine reinigen. Generell sollten Sie, wenn Sie Ihre Matratze reinigen, Hausmittel vorziehen.

Beachten Sie immer den Waschzettel des Herstellers und probieren Sie die Fleckentferner im Zweifel an einer unauffälligen Stelle aus.

8.1. Urinflecken entfernen

Essig oder Zitronensäure helfen dabei Urinflecken zu entfernen. Zu gleichen Teilen mit Wasser vermischt auf den Fleck auftragen einwirken lassen, mit einem Tuch etwas auswaschen und danach in die Waschmaschine.

8.2. Blutflecken aus der Matratze entfernen

Um frisches Blut aus der Matratze zu entfernen, brauchen Sie nur klares Wasser (Sprühflasche) und Küchenkrepp oder trockene Lappen. Fleck immer wieder anfeuchten und Feuchtigkeit trocken abtupfen, bis die Blutflecken aus der Matratze entfernt sind.

Bei eingetrocknetem Blut wird der Fleck mit einem Gemisch aus Natron oder Zitronensäure und Wasser eingeweicht und anschließend genau wie zuvor mit Küchenkrepp und klarem Wasser bearbeitet.

8.3. Topper reinigen

Mit einem Topper verfahren Sie genauso wie einer Matratze.

Im Grunde schont er Ihre Matratze, die dadurch nicht so stark verschmutzt und länger hält. Allerdings muss mit einem Topper noch akribischer auf Lüften geachtet werden, damit es keine Feuchtigkeitsschäden zwischen Topper und Matratze gibt.

8.4. Matratze reinigen, um Milben zu entfernen

Hausstaub-Allergiker können zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen zur Reinigung einer Matratze entweder spezielle Matratzenbezüge verwenden, die von Milben nicht durchdrungen werden können oder Milbenstaubsauger mit UV-Licht verwenden.

8.5. (Kleine) Schaumstoffmatratze reinigen

Ganz kleine Matratzen aus dem Säuglingsbett waschen Sie im Wollwaschgang in der Waschmaschine.

Eine Kindermatratze aus Schaumstoff können Sie in der Badewanne waschen. Geben Sie etwas Flüssigwaschmittel zum handwarmen Wasser und kneten Sie die Matratze gut durch. Spülen Sie die Matratze mit klarem Wasser gut aus und geben Sie in den vorletzten Spülgang etwas Essig.

Drücken Sie soviel Wasser wie möglich heraus und legen Sie die kleine Schaumstoffmatratze anschließend gerade auf einen Wäscheständer zum Trocknen – am besten im Freien – bis sie vollständig durchgetrocknet ist.

8.6. Gelbe Flecken auf der Matratze

Viele Flecken (u. a. Speichel, Sperma, Urin) nehmen eine gelbliche Färbung an. Sie lassen sich in den meisten Fällen problemlos mit Essig oder Zitronensäure wie oben (Urinflecken) beschrieben entfernen.

8.7. Schweißflecken auf der Matratze

Besonders bei Krankheit, Hormonschwankungen usw. kann es schon mal vorkommen, dass Schweißflecken auf die Matratze kommen.

Um einen solchen Fleck zu beseitigen, wird er am besten mit Gallseife oder einer Natronpaste (Natron mit Wasser zu einer Paste anrühren) vorbehandelt und der Bezug nach etwa einer Stunde direkt in die Waschmaschine gegeben.

8.8. Wie wird bei der Matratze Erbrochenes gereinigt?

Wie Sie Ihre Matratze reinigen, wenn diese mit Erbrochenem verschmutzt ist, hängt davon ab, ob es ganz frisch ist oder schon einwirken konnte.

Bei ganz frischen Flecken das Bett und die Matratze so schnell wie möglich abziehen, um ein Einsickern durch den Matratzenbezug zu verhindern.

Dann alles grob auswaschen und anschließend in der Waschmaschine bei der höchstmöglichen Temperatur waschen (s. Etikett).

Bei bereits eingewirkten Flecken ebenfalls alles abziehen, grob auswaschen und mit Waschmittel kalt einweichen, anschließend waschen. Eventuell eingedrungene Flüssigkeit mit Essigessenz- oder Zitronensäurelösung behandeln, wie oben bei Blutflecken beschrieben.

8.9. Geruch in Matratzen entfernen

Gehen Sie wie unter Punkt 6 beschrieben vor. Alternativ können Sie auch einige Tropfen ätherisches, farbloses Öl mit Wasser mischen und die Matratze damit dünn einsprühen. Ausgiebig trocknen lassen und frisch beziehen.

Vorsicht: Anders als vielleicht gedacht, ist ein Dampfreiniger für Matratzen ungeeignet. Sie werden dabei zu sehr durchnässt und es entsteht gleichzeitig ein feuchtwarmes Klima im Inneren der Matratze, das zu einer starken Vermehrung von Milben führen würde.