Boden & Fliesen

Parkett abschleifen: Anleitung in 4 Schritten

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Benötigte Werkzeuge/Materialien
  • Walz- oder Tellerschleifmaschine
  • Staubsauger
  • Meißel
  • Hammer
  • Schleifpapier
  • Mundschutz
  • Holzöl, -lack, oder -wachs

Parkett gehört zu den dauerhaften Bodenbelägen und hat eine erfreulich hohe Lebensdauer. Doch nach jahrelangem – oder sogar jahrzehntelangem – Gebraucht wird die Oberfläche von Parkett stumpf und bekommt kleinere Kratzer. Doch keine Sorge, je nach Dicke der Echtholz-Laufschicht können Sie Parkett mehrmals renovieren.

Mehrschichtparkett besitzt eine Schicht von etwa 2,5 bis 6 mm, während Massivholzparkett sogar mit 22 mm aufwartet. Durch eine Renovierung verliert die Nutzschicht ca. 0,5 mm, so lässt sich sogar Parkett mit einer 4 mm dicken Schicht zweimal Abschleifen und bietet danach noch eine ausreichende Laufschicht.

Noch besser: Mit etwas Erfahrung können Heimwerker können beim Parkett abschleifen Kosten sparen und legen einfach selber Hand an. Danach wird die Oberfläche mit Lack, Öl oder Wachs behandelt und verhilft dem Parkett so zu neuem Glanz und macht es widerstandfähiger.

Auf Heimwerker.de zeigen wir Ihnen, wie Sie Parkett abschleifen und im Anschluss versiegeln.

1. Vorbereitungen vor dem Abschleifen

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Vor dem Schleifen muss der Parkettboden gründlich gereinigt werden.

Bevor Heimwerker das Parkett abschleifen, müssen alle Möbel aus dem Raum geräumt und die Sockelleisten mithilfe von Holzkeil und Meißel entfernt werden. Danach prüft man den Boden auf hervorstehende Nägel, die vollständig versenkt oder herausgezogen werden.

Beschädigte Stellen bessert man mit einem Reparaturholzleim aus und reinigt das Parkett von Verschmutzungen. Am Ende der Vorarbeiten wird der Holzboden gründlich abgesaugt.

Durch die Staubentwicklung während der Schleifarbeiten sollte man eine Atemschutzmaske der Filterklasse P3 tragen und die Räume lüften. Außerdem ist zu beachten, dass sich der im Beutel gesammelte Schleifstaub schnell entzündet, weshalb er nach dem Schleifen des Parketts in einem Metallbehälter zu entsorgen ist.

2. Anleitung: Parkett abschleifen

Damit das Parkett wieder in seinem alten Glanz erstrahlt, wird die mit Lack, Wachs oder Öl behandelte Oberfläche in mehreren Arbeitsgängen abgeschliffen. Idealerweise übernimmt ein Fachmann diese Arbeit, jedoch können auch erfahrene Heimwerker das Parkett schleifen und anschließend versiegeln. Die dafür erforderliche Parkettschleifmaschine kann man im Fachhandel ausleihen.

Tipp: Für das Abschleifen des Bodens kommt ein Parkettbandschleifer zum Einsatz, während für Ränder und Ecken ein Winkelschleifer besser geeignet ist.

Im Durchschnitt sollten Sie mit drei bis vier Schleifgängen rechnen: Der Vor- bzw. Grobschliff, der Zwischen- und Endschliff.

Beim schleifen von Parkett hängt die Körnung des Schleifpapiers von der Beschaffenheit des Bodens ab. Je unebener der Holzboden ist, desto gröber sollte die Körnung sein. Übliche Körnungen für Parkett sind 24, 36, 60 und 100. Dabei wird z. B. für den Vorschliff 36er Schleifpapier, 60er für den Zwischenschliff sowie 100er für den abschließenden Feinschliff verwendet.

3. Der Grobschliff

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Beim Grobschliff arbeiten Sie sich von einer Wand in die Mitte des Raumes vor.

Der Grobschliff wird mit Schleifpapier der Körnungen 24 und 36 durchgeführt und entfernt die alte Lackschicht. Grundsätzlich sollte die Schleifmaschine erst auf das Parkett gesetzt werden, wenn die Walzen die volle Drehzahl erreicht haben, sonst entstehen Rillen im Boden.

Aus demselben Grund darf sie im Stand nicht abgesenkt werden, stattdessen wird das Gerät am Ende des Schleifgangs in einer Vorwärtsbewegung angehoben.

Wenn Sie das Parkett abschleifen, sollten Sie an der Wand beginnen und den Boden von dort aus bis zur Mitte des Raumes bearbeiten. Dabei bearbeitet man jede Bahn sowohl in einem Vorwärts- als auch in einem Rückwärtsgang.

Die meisten Parkettarten werden beim Grobschliff in Diagonalen abgeschliffen. Nach diesem Arbeitsgang entfernt man den Schleifstaub.

4. Der Zwischenschliff und Feinschliff

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Beim Zwischenschliff gilt es, nach dem Muster des Parketts zu schleifen.

Beim Zwischenschliff ist es wichtig, auf das Verlegemuster des Parketts zu achten, um die Schleifspuren des Grobschliffs zu entfernen. So erfolgt das Schleifen von Fischgrätparkett in diagonalen Bahnen mit der Holzrichtung, damit alle Elemente längst zur Maserung bearbeitet werden. Dagegen werden Mosaikparkett quer zum Lichteinfall und Stabparkett in Längs- sowie Querbahnen mit der Holzrichtung geschliffen.

Durch die 60er Körnung entfernt der Zwischenschliff Schleifspuren aus dem vorherigen Arbeitsschritt und Unebenheiten im Boden.

Außerdem folgt nun die Bearbeitung der Ränder und Ecken. Sind anschließend Fugen oder Risse sichtbar, bessert man diese mit Holzreparaturleim und feinem Schleifstaub aus. Danach den Boden gründlich absaugen.

Hinweis: Je nach Zustand des Bodens ist mehr als ein Zwischenschliff erforderlich.

Im nächsten Schritt folgt der Feinschliff mit 100 oder 120er Körnung und schafft auf diese Weise eine glatte Oberfläche. Abschließend reinigt man den Parkettboden gründlich von dem Schleifstaub.

4. Parkett-Oberfläche richtig behandeln

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Öle und Lacke für Parkettböden haben eine Trockendauer von etwa 24 Stunden.

Nach der Aufbereitung des Parketts beginnt die Oberflächenbehandlung. Da beim Abschleifen alte Versiegelungen entfernt wurden, können Heimwerker jetzt eine andere Behandlung wählen. Ob man den Holzboden ölt, wachst oder lackiert, hängt von den persönlichen Ansprüchen ab.

Öl hat eine Trocknungszeit von mindestens einem Tag und härtet erst danach vollständig aus. Zudem bildet es einen wasserbeständigen, festen Film.

Dagegen zeichnet sich Lack auf Wasserbasis durch seine Schadstoffarmut sowie Geruchlosigkeit aus und besitzt einen sehr niedrigen Anteil an Lösemitteln. Er hat ebenfalls eine Trocknungszeit von durchschnittlich 24 Stunden.

4.1. Parkett mit Lack versiegeln

Für eine Versiegelung mit Lack ist in der Regel eine Grundierung mit einem Grundsiegel erforderlich. Dieses schließt die Poren und hebt die Maserung des Holzbodens hervor. Während der Versiegelung ist direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, da sich sonst Blasen bilden.

Nach dem Trocknen folgt ein Zwischenschliff mit 120er Schmirgelpapier. Anschließend säubern Sie das Parkett und tragen den richtigen Siegellack auf. Grundierung und Lack sollten aus dem gleichen System des Herstellers stammen. Soll der Parkettboden möglichst widerstandsfähig sein, sind drei Lackschichten ratsam.

4.2. Parkett ölen oder wachsen

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Nach der Oberflächenbehandlung erstrahlt Ihr Parkett in neuem Glanz.

Wer den Bodenbelag lieber mit Öl behandelt, hat die Wahl zwischen aushärtenden und nicht aushärtenden Produkten. Im Gegensatz zum Lackieren entsteht beim Ölen keine versiegelte Schicht sondern ein offenporiger Schutzfilm.

Bei nicht aushärtenden Ölen ist eine zusätzliche Behandlung mit Parkett-Wachs sinnvoll, um das Holz vor Verschmutzungen zu schützen. Wie Lack sollte auch Öl mindestens zweimal aufgetragen werden und aushärten.

Wachse sind sowohl in fester als auch in Lösemittel gelöster Form erhältlich. Sie schützen den Parkettboden vor Abrieb, Wasser sowie Verschmutzungen. Daneben gibt es Öl-Wachs-Kombi-Produkte, bei denen das Parkett zuerst geölt und anschließend gewachst wird.

Bildnachweise: adobe.stock/VRD, adobe.stock/Budimir Jevtic, adobe.stock/ba11istic, adobe.stock/jovkovski1969, adobe.stock/mariesacha, adobe.stock/jovkovski1969 (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)