Kaufberatung zum Regenmesser Test bzw. Vergleich 2019

  • Ein Regen- oder auch Niederschlagsmesser dient dazu, die gefallene Menge an Niederschlag in einem bestimmten Zeitraum zu ermitteln und ist ein wichtiges Hilfsmittel für Meteorologen, Landwirte und Gärtner.
  • Je komplexer der Aufbau des Regenmengenmessers ist, desto genauer ist in der Regel auch die Messung. Während professionelle Meteorologen meist auf digitale Messgeräte zurückgreifen, reichen für Hobbygärtner auch einfache analoge Regenmesser aus.
  • Neben der Menge an Regenwasser können viele Niederschlagsmesser auch die gefallene Menge an Schnee, Hagel oder Graupel ermitteln.

regenmesser test

Deutschland ist nicht gerade bekannt für gutes Wetter mit viel Sonnenschein. Laut einer Statistik der Eurostat über die europäischen Städte mit den meisten Regentagen gab es im Jahr 2004 in der Stadt Halle an der Saale ganze 266 Regentage. Mit dieser Anzahl lag sie noch vor englischen und irischen Städten, die allgemein bekannt für ihr regnerisches Wetter sind. Doch auch wenn sich das ungemütliche Wetter nicht beeinflussen lässt: es zu analysieren und vorherzusagen ist enorm wichtig. Nicht nur Wissenschaftler und Klimaforscher interessiert der Niederschlag, sondern ebenso (Hobby-)Gärtner und Landwirte.

Regenmesser – auch Ombrometer genannt – geben dazu erstaunlich genau Auskunft, denn sie zeigen an, wie viel Menge an Regenwasser in einem bestimmten Zeitraum gefallen ist. So lassen sich Rückschlüsse auf Trocken- und Feuchtperioden ziehen. In unserem Regenmesser-Vergleich 2019 haben wir verschiedene Arten und Modelle von Niederschlagsmessern unter die Lupe genommen und verraten Ihnen u.a. wo Sie Ihr Messgerät am besten aufstellen, welche Materialien besonders geeignet sind und für wen sich die Anschaffung von analogen und digitalen Regenmessern lohnt.

1. Regenmesser bieten wertvolle Informationen für Garten und Landwirtschaft

niederschlag messer
Mit einem analogen oder elektrischen Regenmesser lässt sich der gefallene Niederschlag messen.

Geräte zur Messung der Niederschlagsmenge gibt es bereits seit mehreren Jahrhunderten. Der heute von Wetterforschern am meisten verwendete Regenmesser geht auf eine Entwicklung des preußischen Meteorologen Gustav Hellmann aus dem Jahr 1886 zurück. Dieser Bestand aus einer Auffangvorrichtung aus Blech bzw. Stahl mit einem integrierten Sammelbehälter, in dem das gefallene Regenwasser aufgefangen und die Menge anhand einer Skala abgelesen wird. Dieser simple Aufbau liegt auch noch unseren modernen Niederschlagsmessern zugrunde.

Moderne Regenmessungregenschirm wetter

Einige hochmoderne Niederschlagsmessgeräte können heutzutage die Wassermenge mittels Ultraschall ermitteln. Hierbei wird die Niederschlagsmenge anhand der Größe und Anzahl der Regentropfen gemessen. Darüber hinaus gibt es auch Geräte, die die Regentropfen mit sensibler Technik wiegen.

Im Gegensatz zu einem Regensensor, der lediglich die Wahrscheinlichkeit von Niederschlag anzeigt und somit eine Wettervorhersage liefert, lässt sich mit einem Regenmesser die Menge an gefallenem Niederschlag messen, um dadurch wertvolle Rückschlüsse zu ziehen. Haben Sie beispielsweise einen Garten, so wissen Sie mit einem Niederschlagsmesser jederzeit, wann Sie Ihren Garten bewässern müssen.

Gleiches gilt für die Landwirtschaft. Auch hier helfen die Informationen eines Regenmessers dabei, genaue Aussaat- und Erntepläne zu erstellen. Darüber hinaus lassen sich mit einem Regenmesser auch umfangreiche Beobachtungen bzgl. der Niederschlagsentwicklung in unseren Breitengraden feststellen, auf Grundlage derer sich wiederum langfristige Trends in der Klimaentwicklung ausmachen lassen.

Zu guter Letzt gibt es heutzutage auch Regenmesser in einem schicken Design, die so manchen Garten verschönern und aufwerten können. Damit liefert dieses technische Hilfsmittel also nicht nur interessante Wetterinformationen, sondern bietet sich obendrein noch als Accessoire für das heimische Grün an.

2. Unterschiedliche Kategorien von Regenmessern

Vom Prinzip funktioniert jede Art von Regenmesser ähnlich. Sie alle sammeln für einen bestimmten Zeitraum Wasser und ermitteln anschließend die genaue Wassermenge. In ihrem Aufbau gibt es jedoch einige wesentliche Unterschiede, die wir Ihnen im Folgenden kurz präsentieren möchten:

Typ Beschreibung
Analoger Regenmesseranaloger regenmesser Dieser Regenmesser befindet sich in einer Haltevorrichtung mit einem Auffanggefäß und einem Sammelbehälter, der mit einer Messskala versehen ist. Die besten Regenmesser sind trichterförmig. Hier ist das aufgefangene Regenwasser gut vor dem Verdunsten geschützt, während es bei offenen und zylinderförmigen Gefäßen leicht entweichen kann. Nach dem Regenguss kann direkt abgelesen werden, wie viel Niederschlag gefallen ist.
Digitaler Regenmesserdigitaler regenmesser Ein digitaler Regenmesser besteht aus einem Außensensor und einer digitalen Station, die per Funk Signale des Sensors empfangen kann.

 

Der Sensor enthält eine Schale, in der sich Wasser sammelt und die ähnlich wie eine Wippe funktioniert. Hat sich eine bestimmte Menge Regenwasser gesammelt, kippt die Schale und entleert sich in einem Auffangbehälter. Anhand der Anzahl der Kippvorgänge wird im Anschluss die Wassermenge errechnet. Diese Daten werden dann per Funk an die Empfängerstation gesendet und können bequem vom Display abgelesen werden.

Der Funk-Regenmesser entleert sich selbstständig und kann – je nach Gerätetyp – anhand der Niederschlagsdaten sogar Wetterstatistiken erstellen.

Wetterstationwetterstation mit regenmesser Eine professionelle Wetterstation mit Regenmesser funktioniert im Prinzip wie ein Funk-Regenmesser. Hier gibt es jedoch den Unterschied, dass sich noch etliche weitere Messungen vornehmen lassen. So kann man mit einer Wetterstation neben der gefallenen Regenmenge in Millimetern auch die Temperatur, den Luftdruck, die Regenwahrscheinlichkeit und die Windstärke messen.

Welches Niederschlagsmessgerät für Sie in Frage kommt, hängt davon ab, wofür Sie es in erster Linie benutzen möchten. Brauchen Sie beispielsweise eine ganz genaue Angabe über die heruntergekommene Niederschlagsmenge, so lohnt sich die Anschaffung eines meist teureren digitalen Regenmessers. Genügt Ihnen jedoch die Angabe einer ungefähren Menge und betrachten Sie den Regenmesser im Garten mehr als nettes optisches und informatives Extra, so sollte Ihre Wahl auf einen analogen Regenmesser fallen.

Hier noch einmal zusammengefasst die Vor- und Nachteile eines analogen Regenmessers gegenüber einem digitalen Regenmesser:

  • sehr einfache Bedienung
  • in vielen Designs erhältlich
  • deutlich preiswerter
  • verbraucht keinen Strom
  • liefert weniger genaue Messwerte
  • leert sich nicht selbstständig
  • kann keine Wetterstatistiken erstellen

3. Unsere Kaufberatung: So finden Sie Ihren Regenmesser-Testsieger

3.1. Robustes Material

regebmessgeraet
Mit einem Gerät wie der Regenmesser von Neatmo oder von TFA Dostmann können Sie in Ihrem Garten die gefallene Niederschlagsmenge messen.

Die meisten analogen Regenwassermesser sind aus Edelstahl, Glas, Zink oder aus Kunststoff gefertigt. Letzteres Material wird meist bei sehr günstigen Regenmessern eingesetzt und ist weniger widerstandsfähig als andere Materialien. So kann ein Regenmesser aus Plastik bei sehr kalten Temperaturen und starken Wettereinwirkungen (wie bei intensiver Sonneneinstrahlung) leicht rissig werden. Darüber hinaus sind Regenmesser aus Glas und Kunststoff auch nicht für den Einsatz im Winter geeignet, da sie schnell zerspringen können. Daher raten wir Ihnen, im Zweifelsfall eher auf Regenmesser aus Edelstahl oder Zink zurückzugreifen, damit Ihnen das Messgerät möglichst lange Freude bereiten kann.

3.2. Genauigkeit der Messwerte

regenmessung
Regenmesser haben oft ein auffälliges Design. Hier tarnt sich ein Regenmessgerät als Blumentopf mit Figur.

Bei der Messgenauigkeit sind die digitalen Geräte klar im Vorteil. Dies liegt zum einen daran, dass ein Computer statt des menschlichen Auges die Messung vornimmt. Zum anderen geht bei der digitalen Messung meist nur eine geringere Menge an Wasser durch Verdunstung verloren. Doch auch gute analoge Geräte können dies gewährleisten. Dafür sollten Sie besonders auf die Form und die Konstruktion des Regenmessgerätes achten. Das Gerät sollte trichterförmig sein und das gesammelte Wasser möglichst gut vor Verdunstung und Wind schützen. Obwohl eine hundertprozentig genaue Messung mit keinem Gerät möglich ist, kann nur so gewährleistet werden, dass Sie möglichst korrekte Messergebnisse erhalten.

3.3. Messgröße

Je größer der Regenmesser, desto mehr Wasser lässt sich in ihm auffangen. Die Standard-Auffangfläche liegt bei 200 cm², jedoch gibt es auch kleinere Varianten mit 100 cm² und größere mit 500 cm². Letztere kommen jedoch vorwiegend im Gebirge zum Einsatz, wo es häufig stark regnet und die Regenmesser überdurchschnittlich groß sein müssen, um große Mengen an Regenwasser auffangen zu können. Kleinere analoge Regenmesser haben den Nachteil, dass Sie meist auch einen ebenso kleinen Sammelbehälter besitzen, der gerade in der regnerischen Jahreszeit ständig manuell entleert werden muss.

3.4. Design

funkwetterstation
Wetterstation mit Wind- und Regenmesser: Funkwetterstationen gibt es auch inklusive Gartenthermometer, Windmesser und Regenmesser-App.

Wenn Sie einen Regenmesser kaufen möchten, den Sie vorwiegend als originelles Schmuckstück für Ihren Garten verwenden wollen, so haben Sie bei der Auswahl des passenden Designs die Qual der Wahl. Hersteller verschiedener Marken bieten das praktische Messgerät in Kombination mit dekorativen Figuren für den Garten an. Häufig müssen Sie hier aber bei der Funktionalität Abstriche machen, da im Zweifelsfall ein hübsches Design vor einem gut funktionierenden Regenmesser Vorrang hat.

4. Fragen & Antworten rund um den Regenmesser

4.1. Wo stelle ich den Regenmesser auf?

Ein Regenmesser sollte in einer Höhe von ungefähr einem Meter aufgestellt werden. Sie sollten darauf achten, dass das Messgerät möglichst frei steht. Daher eignet sich das Aufstellen auf Balkon oder Terrasse eher weniger, da hier das Messergebnis durch die Hauswand verfälscht wird und kein seitlich einfallender Regen aufgefangen werden kann.

Ganz ungeschützt sollte der Niederschlagmesser jedoch auch nicht stehen. Ansonsten kann das Gerät bei starkem Wind Schaden nehmen.

Tipp: Stellen Sie den Regenmesser, sofern möglich, in der Nähe einer Hecke auf. So ist er optimal geschützt. Um das Messergebnis aber möglichst nicht zu verfälschen, sollten Sie einen Abstand von mindesten einem Meter zur Hecke halten.

4.2. Kann ich einen Regenmesser selber bauen?

Einen sehr einfachen Regenmesser kann man problemlos selbst herstellen. Alles, was dazu benötigt wird, ist eine Plastikflasche, ein Trichter und eine Vorrichtung zum Aufstellen. Die Flasche wird skaliert und der Trichter anschließend in den Flaschenhals gesteckt und fixiert. So können Sie nach einem Regenguss die Menge an aufgefangenem Regenwasser  einfach und schnell ablesen.

4.3. Wie genau sind Regenmesser?

So simpel das Prinzip eines Regenmessers auch sein mag, so schwierig ist es, möglichst genaue Messergebnisse mit ihm zu erzielen. Dies liegt darin begründet, dass das Gerät durch Verdunstungen, Wind und meist ungeeignete und nicht-repräsentative Standorte für Fehler sehr anfällig ist.

Je nach Regenmesser und Ort müssen Sie mit Abweichungen von 10 bis 20 % rechnen.

4.4. Wie messe ich mit einem Regenmesser die Schneemenge?

Manche Regenmesser besitzen einen frostsicheren Auffangbehälter und eine integrierte Heizung, die den Schnee direkt zum Schmelzen bringt. Wieder andere Modelle haben eine Vorrichtung für Schnee-Einfall, die vor Schneeverwirbelungen schützt. Ist die Messskala fein genug, lässt sich mit solchen Geräten auch die Schneemenge im Regenmesser ablesen.

4.5. Gibt es einen Regenmesser-Test von der Stiftung Warentest?

Nein, leider hatte das Prüfungsinstitut bislang weder Wetterstationen noch Regenmesser im Test. Allerdings testete sie in der Ausgabe 06/2013 unterschiedliche Wetter-Apps. Während viele aufgrund von Ungenauigkeiten in der Vorhersage eher schlecht abschnitten, empfiehlt die Stiftung Warentest jedoch Apps mit Niederschlagsradar. Diese können ziemlich genau anzeigen, wo es in einem näheren Zeitraum regnen wird und können Sie so z.B. auf Wanderungen vor unliebsamen Schauern warnen.