Hausbau

Türmaße - Die richtigen Rohbaumaße für Türen

rohbau mit einfacher Türöffnung für Zimmertür mit Zarge

Na, ein wenig überfordert? Es geht doch nur um ganz normale Zimmertüren, die häufig auch noch einem Standardmaß unterliegen. Laut vielen Anleitungen im Netz soll jeder versierte Heimwerker in der Lage sein, diese selbst einzubauen. Ist er auch - sofern er sich mit ein paar grundlegenden Sachen auseinandersetzt.

Die dabei fallenden Fachbegriffe muss man keinesfalls auswendig lernen und sich auch nicht intensiv mit irgendwelchen DIN-Normen beschäftigen.

Wer in seiner Wohnung keine Extrawünsche umgesetzt hat oder umsetzen will, der kommt mit Standardtürmaßen und Zargen aus, die in jedem Baumarkt erhältlich sind. Bevor man sich jedoch ins Auto setzt oder die neue Tür online bestellt, sollten einige wichtige Fragen geklärt werden.

  1. Welche Türgröße (Türblattmaß) hätte ich gerne - sofern nicht vorgegeben.
  2. Wie bestimme ich die Türeinbaumaße?
  3. Ist die Tür links oder rechts angeschlagen?
  4. Ist die Wandstärke wichtig?
  5. Wie bestimme ich die richtige Türzarge?

1. Welche Türgröße ist die richtige?

Handelt es sich um einen Neubau oder stehen intensive Renovierungsarbeiten an, bei denen auch die Türmaße den eigenen Wünschen angepasst werden können, stellt sich die Frage:

Was brauche ich wirklich?

Türzarge selber einbauen
Gut geplant und umgesetzt wird es ein erfolgreiches Heimwerkerprojekt.

Entscheidend hierfür ist die geplante Nutzung und auch der gewünschte Komfort. Natürlich hätte jeder gerne einen großen Durchgang, damit später auch die große Couch ins Wohnzimmer befördert werden kann. Jedoch ist es nicht immer angebracht, die maximale Größe völlig auszureizen. Man sollte schließlich ebenfalls bedenken, dass die geöffnete Tür ihren Platz benötigt. Und nicht zuletzt schlägt sich die Größe auch auf den Preis nieder. Ein Kompromiss und eine zweckentsprechende Entscheidung ist gefragt.

Ausgehend von einem typischen Türblatt mit einer Höhe von 2 m (Durchgangshöhe etwa 198 cm) nach DIN 18100 stehen Durchgangsbreiten von 59 cm bis 134 cm zur Verfügung, wobei Breiten über 100 cm nur in sehr großen Räumlichkeiten angebracht sind. Im Baumarkt haben sich Türblätter in den Breiten von 61 cm, 73,5 cm und 86 cm etabliert. Ohne Sonderwünsche sind diese Größen in den meisten Fällen auch ausreichend.

Für Speisekammer, Gäste-WC oder Abstellraum: Steht sehr wenig Platz zur Verfügung oder handelt es sich um wenig frequentierte Räume, kann durchaus eine sehr schmale Türzarge mit einer Durchgangsbreite von etwa 57 cm genutzt werden. Empfehlenswert sind diese jedoch nur bei kleinen Nebenräumen oder Abstellkammern. Bereits der Transport einer Waschmaschine kann hier schon zu einem Problem werden.

Für Wohn- und Nutzräume: Wer bequem von Raum zu Raum gelangen möchte und hierbei eventuell auch das eine oder andere Möbelstück durch den Türrahmen transportieren muss, der sollte sich mindestens für ein 73er Türblatt und damit für eine lichte Weite von 70 cm entscheiden. Selbst Waschmaschinen lassen sich so leicht ins Badezimmer transportieren.

Steht ausreichend Raum zur Verfügung, darf es dann auch gerne gleich die 86er Tür (Durchgang etwa 82 cm breit) sein. Für neu gebaute Häuser sollte sie generell die erste Wahl sein.

Altersgerecht und barrierefrei: Laut DIN 18040-2 müssen barrierefreie Türen eine lichte Breite von mindestens 90 cm und eine lichte Höhe von 205 cm besitzen. Wer diese Vorgaben nicht erfüllen muss aber auf mögliche Eventualitäten vorbereitet sein möchte, plant zumindest für Das Wohn-, Schlaf- und Badezimmer die entsprechende Breite ein. Die geforderte Höhe ist eher optional zu sehen.

2. Wie bestimme ich die Türeinbaumaße?

Man muss nicht alles wissen – man muss nur wissen, wo es steht!

Hierbei helfen Tabellen und Übersichten, in denen die verschiedenen Rohbaumaße für Türen aufgelistet sind. Diese können sehr umfangreich und dadurch auch unübersichtlich sein. Daher beschränken wir uns auf die vorrangig benötigten Angaben der gebräuchlichsten Türen.

Mit der gewünschten Türgröße (meist gefalzt) lässt sich so leicht das benötigte Maueröffnungsmaß bestimmen.

Maße: Breite in mm Höhe in mm
Türblatt gefalzt 610 735 860 985 1110 1235 1860 1985 2110
Türblatt stumpf einschlagend 584 709 834 959 1084 1209 1847 1972 2097
Baurichtmaß nach DIN 18100 625 750 875 1000 1125 1250 1875 2000 2125
Maueröffnungsmaß 635 760 885 1010 1135 1260 1885 2010 2135

Das Baurichtmaß ist hierbei nur ein theoretischer Wert, der sich aus einem Vielfachen von 12,5 cm ergibt und häufig zu wenig Spielraum bietet. Für den Anwender ist er eher irrelevant. Man spricht beispielsweise nach dem Baurichtmaß zwar von einer 2 m hohen Tür, letztendlich ist die Maueröffnung aber höher und die Tür bzw. der offene Durchgang etwas kleiner.

Als vorbereitende Arbeit ist lediglich das Maueröffnungsmaß wichtig.

Je nachdem von welcher Seite man eine Tür betrachtet, geht sie augenscheinlich nach links oder rechts auf. Um die benötigte Tür und Türzarge dennoch klar definieren zu können, kommt der Begriff "angeschlagen" hinzu.

Dieser bezeichnet nicht, mit welcher Hand man die Tür zuschlagen kann, sondern auf welcher Seite sie befestigt ist. Hierzu muss die Tür von der Seite betrachtet werden, auf der die Türbänder zu sehen sind. Befinden sie sich rechts, handel es sich um eine rechts angeschlagene Tür. Sind sie links, ist sie links angeschlagen.

links oder rechts angeschlagene tür
Sind die Türbänder links zu sehen, ist es eine links angeschlagene Tür. Sind sie rechts, ist es eine rechts angeschlagene.

4. Ist die Wandstärke wichtig?

Nein und Ja. Entscheidend hierfür ist die verwendete Türzarge beziehungsweise der verwendete Rahmen. Umschließt dieser die gesamte Mauer, wird er als Zarge bezeichnet. Ist er nur einseitig aufgesetzt, handelt es sich um einen Blendrahmen. Während bei einem Blendrahmen die Wandstärke irrelevant ist, muss eine Türzarge exakt zur Wandstärke passen.

Zarge oder Blendrahmen

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Aufgrund des einfacheren Einbaus und der ansprechenden Optik werden bei Zimmertüren aber fast ausschließlich Zargen eingesetzt. Blendrahmen kommen häufig bei sehr dünnen oder sehr dicken Wänden, wie bei Eingangstüren an Außenwänden, zum Einsatz. Der Einbau wirkt zwar einfacher, setzt aber eine exaktere Arbeit und vor allem gut gearbeitete Wandöffnungen voraus.

Blendrahmen - Vorteile und Nachteile

  • die Wandstärke ist irrelevant
  • beeinflusst das Durchgangsmaß nur geringfügig
  • muss in der Wand verankert werden
  • sorgfältiger Einbau notwendig
  • nicht lotrechte und unebene Wände können kaum ausgeglichen werden.
  • Ecken der Maueröffnung müssen sauber verputzt werden
  • bei weicheren Putzen ist ein besonderer Schutz der Ecken nötig

Türzarge - Vorteile und Nachteile

  • relativ einfacher Einbau
  • kann beim Einbau ausgerichtet und korrigiert werden
  • keine Beschädigung der Wand
  • verdeckt unsaubere Putzkanten
  • erfordert eine Mindestwandstärke
  • für dicke Wände ungeeignet oder extrem teuer
  • verringert das Durchgangsmaß

5. Wie bestimme ich die richtige Türzarge?

Die Bestimmung der verwendeten Türzarge setzt sich aus den bisher genannten Punkten und dem persönlichen Geschmack zusammen.

  1. Türblattgröße beziehungsweise Maueröffnungsmaß
  2. links oder rechts angeschlagen
  3. Wandstärke
  4. gewünschtes Design

Mit dem Maueröffnungsmaß sind die Höhe und Breite der Zarge vorgegeben. Beim Einkauf sollten Sie jedoch beachten, dass in den meisten Fällen die passenden Türblattmaße zur Zarge angegeben sind. Sie kaufen praktisch die passende Türzarge zu Ihrer Wunschtür und nicht zur Maueröffnung! Auf dem Produktdatenblatt oder online in den "Details" sollten auch die entsprechenden Maueröffnungsmaße angegeben sein, die Sie zur Sicherheit überprüfen können. Hier ist auch angegeben, welchen Spielraum Sie haben.

Wie bestimme ich die Türeinbaumaße?

Im zweiten Schritt muss die Wandstärke gemessen werden. Hier bieten Zargen einen gewissen Spielraum, der zur jeweiligen Zarge angegeben ist und je nach Hersteller variieren kann. In den meisten Fällen können Bereiche zwischen 15 und 20 mm abgedeckt werden. Achten Sie genau darauf, welche Türzarge zu Ihrer Wandstärke passt.

Mit dem Festlegen, ob eine rechts oder links angeschlagene Tür beziehungsweise, welche entsprechende Türzarge benötigt wird, haben sie es bereits geschafft und die anschließend gekaufte Zarge kann passend eingebaut werden.
 

Hat Ihnen dieser Ratgeber gefallen?

Aktuelles User-Feedback

4,7/5 aus 12 Bewertungen
 
Kommentare
Jetzt den ersten Kommentar schreiben Helfen Sie anderen Lesern von heimwerker.de und hinterlassen Sie den ersten Kommentar zum Thema Türmaße - Die richtigen Rohbaumaße für Türen.
Neuen Kommentar veröffentlichen