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Tür einstellen: Türen einstellen leicht gemacht

Tür einstellen: Türen einstellen leicht gemacht

Eine Tür wird im Alltag stärker beansprucht, als man sich das normalerweise bewusst macht. Die Türbänder, also die „Angeln“, müssen das zuweilen recht schwere Türblatt sicher und genau in Position halten, auch wenn es täglich viele Male bewegt wird. Die Tür muss genau passen, Türdrücker und Schlösser müssen zahlreiche Betätigungen aushalten.

Kein Wunder, dass Verschleiß, Belastung durch Feuchtigkeit oder auch einmal ein etwas ruppiger Umgang mit der Tür ihren Tribut fordern: Schleifen, Klemmen oder Probleme mit dem Schließen können die Folge sein. Zum Glück lässt sich die Funktion einer Tür durch einfache Maßnahmen lange Zeit erhalten und Fehlstellungen können leicht und ohne großen Werkzeugpark korrigiert werden.

Wie Sie eine Tür richtig einstellen und welche Maßnahme bei welcher Störung hilft, das erklären wir hier.

Quietschende Türen ölen

Wenn die Tür bei jeder Bewegung knarrt und quietscht, liegt die Ursache in den Türbändern. Dort reibt Metall auf Metall und erzeugt nervige Geräusche, wenn kein schmierender Fettfilm die Reibung vermindert.

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Geben Sie einen Tropfen Öl oder Fett auf den Drehbolzen. Von dort verteilt er sich im ebweglichen Bandteil. Wir haben hier übrigens Fließfett für Fahrradketten verwendet, das auch unter starker Druckbelastung noch gut schmiert.
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Bei der Gelegenheit vertragen auch die beweglichen Teile des Schlosses eine Schmierung. Das dafür verwendete Fett sollte jedoch dünnflüssiger sein und einen nur unauffälligen Film bilden.

Das Problem ist jedoch leicht zu beheben: Ein Tropfen Öl an der richtigen Stelle sorgt für Ruhe. Die richtige Stelle erreicht man bei manchen alten Türbändern über ein Ölloch, neuere Türen muss man meist aushängen und gibt dann das Öl oben auf den Drehbolzen des unteren Bandteils.

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Hat man beim Schmieren des Bands zu viel des Guten getan, rächt sich das mit Verschmutzungen durch herausgeschleuderten Schmierstoff.

Der Tropfen ist übrigens wörtlich gemeint: Gibt man zu viel Öl in das Band, tritt der Schmierstoff, vermischt mit Abrieb und sonstigem Schmutz, allzu leicht aus dem Spalt zwischen den Bandhälften aus oder wird durch die Zentrifugalkraft bei der Drehbewegung sogar in die Umgebung geschleudert.

Gut geeignet sind eher fette Schmierstoffe wie Nähmaschinenöl, Fett- oder Silikonsprays. Dünnflüssige Kriech- oder Mehrzwecköle enthalten oft einen hohen Anteil flüchtiger Bestandteile – sind sie verdunstet, bleibt von der Schmierwirkung wenig übrig.

Klappernde Beschläge festziehen

Entstehen beim Schließen einer Tür klappernde Geräusche, dann ist meist etwas an der Drückergarnitur lose. Die Abhilfe fällt nicht schwer: Alle Schrauben sollten auf ihren Sitz überprüft und nachgezogen werden.

Sind die Schrauben nicht auf den ersten Blick sichtbar, findet man sie bei mehrteiligen Schildern um Türdrücker und Schloss meist dann, wenn man dort die runde Rosette abschraubt. Am Türdrücker selbst befindet sich meist eine Madenschraube auf der Unterseite, die man mit einem Inbusschlüssel festziehen kann. 

Eine detaillierte Anleitung finden Sie hier: Drückergarnitur austauschen.

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Am Türschild werden lose Schrauben festgedreht. Bei mehrteiligen Schildern muss dazu erst eine Abdeckung gelöst werden. Am Schloss ist diese bereits abgenommen.
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Ein Blick von unten auf den Türdrücker: Dicht am Türblatt ist die kleine Madenschraube zu sehen, mit der man eine lockere Klinke wieder festschrauben kann.

Schleifende Türen anheben

Zuweilen hängt eine Tür zu niedrig über dem Bodenbelag und schleift dann beim Öffnen und Schließen. Stellt man ein Schleifen fest, sollte man zunächst nachsehen, ob sich nicht ein Fremdkörper unter der Tür verklemmt hat. Ist das auszuschließen, bleiben zwei Fälle, die jeweils unterschiedlich gelöst werden müssen.

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Dreht man den oberen Teil des oberen Bandes gegen die Uhrzeigerrichtung, dann wird er aus dem Türblatt herausgedreht, die Tür neigt sich stärker zur Schlossseite.

Schleifende Tür hängt schief

Hängt ein Türblatt schief im Rahmen, dann kann es mit einem Teil seiner Unterkante auf dem Boden schleifen. Das ist dann regelmäßig der Bereich der Kante, der am weitesten von der Anschlagseite entfernt ist, also von der Seite, an der die Tür mit dem Rahmen verbunden ist.

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Im Uhrzeigersinn dreht man das Band tiefer ein und hebt die Tür an der Schlosseite an. Beides geht leichter, wenn man einen dicken Schraubendreher in das Band steckt und als Hebel verwendet.

Man kann den Schiefstand überprüfen, indem man bei geschlossener Tür eine Wasserwaage an die senkrechte Kante auf der Bandseite hält.

Schiefhängende Türblätter lassen sich einfach wieder aufrichten, indem man die Tür aushängt und dann das obere Band im Uhrzeigersinn dreht. Es wird dadurch weiter ins Türblatt hineingedreht. Das sollte jeweils nur schrittweise mit jeweils einer Umdrehung geschehen, danach hängt man die Tür wieder ein und überprüft den Erfolg der Maßnahme. Bei Bedarf folgt dann eine weitere Umdrehung.

Lässt sich das obere Band nicht weiter hineindrehen, kann man das untere Band herausdrehen. Allerdings nicht zu weit, denn es muss weiterhin sicher in der Tür sitzen und deren Gewicht tragen können.

Schleifende Tür hängt gerade

Sitzt eine Tür zu tief, obwohl sie gerade hängt, kann man sie insgesamt gleichmäßig anheben. Dazu hängt man die Tür aus und schiebt Distanzringe auf die Drehbolzen beider Bänder. Diese Distanzringe heißen fachsprachlich Fitschenringe, unter dieser Bezeichnung bekommt man sie auch im Baumarkt. Vor dem Einkauf von Fitschenringen sollten Sie den Durchmesser des Bolzens ausmessen, damit der Ring spielfrei passt.

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Zum Anheben der Tür schiebt man einen oder mehrere Fitschenringe einfach auf den Drehbolzen der unteren Bandhälfte. Wichtig ist, dass bei beiden Bändern dieselbe Anzahl von Ringen verwendet wird.

Sie können auch ohne Probleme mehrere Ringe auf den Drehbolzen schieben. Es müssen nur bei beiden Bändern einer Tür gleich viele Ringe sein. Der begrenzende Faktor beim Anheben der Tür ist bei dieser Methode das Schließblech in der Zarge: Selbstverständlich darf die Tür nicht so weit angehoben werden, dass Falle oder Riegel des Schlosses nicht mehr in die Öffnungen des Schließblechs greifen können.

Tür kürzen: abschleifen oder absägen

Erhöht sich der Bodenaufbau um einige Zentimeter, etwa weil ein neuer Bodenbelag auf dem alten verlegt wurde, kommt man mit Fitschenringen nicht mehr weiter. In diesem Fall muss das Türblatt gekürzt werden. Dafür gibt es zwei Methoden: Abschleifen oder Absägen.

Beim Abschleifen kommt man recht gut mit einem Bandschleifer voran. Er wird längs an der unteren Türkante geführt. Dabei bockt man die Tür am besten auf einer stabilen Unterlage auf. Exzenterschleifer sind vor allem bei furnierten Türen nicht geeignet, weil sie mit ihrer Drehbewegung das Furnier ablösen oder beschädigen könnten. Schwingschleifer haben einen zu geringen Materialabtrag.

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So sieht das Ergebnis aus, wenn die Tür wieder eingehängt ist: Der Fitschenring ist zwischen den Bandhälften zu sehen, die Tür ist um genau das Maß der Ringstärke angehoben.

Der ist bei Bandschleifern wiederum recht hoch. Deshalb sollten Sie immer das Maß, um das die Tür gekürzt werden soll, mit einem Bleistiftstrich auf dem Türblatt markieren.

Passionierte Holzbearbeiter sägen eine Tür in der Regel lieber ab. Mit einer Handkreissäge ist es einfacher, eine gerade Kante zu erzielen als mit dem Schleifer. Auch hier wird die Tür wieder aufgebockt und der Schnitt markiert. Das präziseste Ergebnis erreicht man, wenn man die Handkreissäge entlang einer aufgespannten Schiene führt. Und noch eins ist wichtig: Die Säge muss so eingestellt werden, dass das Blatt nur mit einer Zahnhöhe nach unten übersteht – so entsteht am wenigsten Ausriss.

Klemmende Tür einstellen

Wenn eine Tür am Rahmen klemmt, kann das daran liegen, dass sie sich verzogen hat. Daran ist nicht viel zu ändern. Vollholztüren kann man eventuell an der Schleifstelle abhobeln, bei furnierten Türen aus Holzwerkstoffen stößt man dabei schnell an die Grenzen des Machbaren. Abhilfe schafft hier langfristig nur ein Austausch von Türblatt oder Türzarge. Wie Sie dabei vorgehen, steht in unserem Artikel Türzargen einbauen.

Eine Chance gibt es aber doch noch: Wenn das Klemmen durch einen schiefen Sitz des Türblatts bedingt ist, kann man auch hier durch Verstellen der Bänder wieder gerade Verhältnisse herstellen. Gehen Sie dazu vor, wie oben beschrieben.

Tür schließt nicht dicht oder zu dicht

Meist stellt man dieses Problem bald nach dem Einbau einer Türzarge fest: Das Türblatt sitzt nicht dicht genug im Rahmen. Oder sie sitzt zu dicht, so dass sich das Schloss kaum schließen lässt.

Viele moderne Zargen erlauben es, in solchen Fällen den unteren Teil des Bandes zu verstellen. In unserem Beispiel ist die dafür nötige Schraube unter einer Kunststoffkappe verborgen. Löst man sie, lässt sich die Befestigung des Bands in der Zarge lösen, das Band wird dann ein wenig herausgezogen oder stärker eingeschoben und dann wieder fixiert.

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Hinter der unauffälligen Kunststoffkappe, die neben dem Band in der Zarge zu sehen ist, verbirgt sich die Halteschraube für das Band.
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Nach dem Abnehmen der Kappe kann man je nach Schraubenantrieb mit einem Schraubendreher oder einem Inbusschlüssel die Bandbefestigung lösen.

Alle Bilder © heimwerker.de