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Upcyling: Aus alt mach neu

upcycling-1Von "Upcycling" spricht man, wenn Fragmente, Überbleibsel, Reste oder schlicht Abfälle zu etwas Neuem zusammengesetzt und dadurch wiederverwertet werden. Es geht beim Upcycling also nicht nur darum, alte Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände aufzupolieren sondern um die Schaffung eines ganz neuen Gegenstandes.

Häufig haben die verwendeten Einzelteile und Materialien zuvor einem Zweck gedient, der mit der neuen Verwendung absolut nichts zu tun hatte und man ist überrascht, was mit ein wenig Kreativität aus banalen Verpackungsmaterialien und Wegwerfartikeln entstehen kann.

Upcycling ist, ähnlich wie das Green Living-Konzept, keine eigentliche Stilrichtung, sondern kann auf ganz verschiedene Arten umgesetzt und in diversen Einsatzbereichen angetroffen werden. Die Bilder auf dieser Seite illustrieren, welche Blüten der Wiederverwertungsgedanke beim "Upcyclen" tragen kann. Von Möbeln und Dekoration über clevere Gebrauchsgegenstände und Schmuck, bis hin zu kulinarischen Kreationen und Kunstwerken ist alles erlaubt.

Der Eindruck, dass viele Kreationen sich auf der Grenze zur Kunst bewegen, lässt den ökologischen und politischen Hintergrund des Upcycling erahnen: Wie in anderen modernen Design- und Lifestyle-Konzepten, wird dazu angeregt, der industriellen Wegwerfmentalität mit frischem Denken und neuen Ideen entgegenzutreten. Dazu gehört neben der Wertschätzung unserer Rohstoff-Ressourcen auch die des Selbstgemachten. – Diesem Leitgedanken können wir uns nur anschließen.

upcycling-2Viele hochwertige, industriell gefertigte Materialien landen irgendwann in der Mülltonne. Das Upcycling veranschaulicht, wie wertvoll unsere Ressourcen sind, indem schöne und nützliche Dinge daraus hergestellt werden. Was vorher wertlos erschien, wird plötzlich zu einem einzigartigen und sinnvollen Gebrauchsgegenstand.

Was zum Beispiel aus einem Alten Lüftungsschacht und ein paar Holzresten entstehen kann, sieht man hier. Aus einem geraden Stück und ein paar Holzresten entsteht mit wenig Aufwand eine kleine Kommode. Ein gebogenes Stück wurde zum Beistelltisch umfunktioniert.

Habt Ihr schon mal selbst etwas "up-ge-cycled"? Schickt uns eure Ideen, Basteleien und Links, wir nehmen euch gern in unsere Sammlung auf!

Teller als Uhr gestalten

Ein wirklich individuelles Weihnachtsgeschenk: so lässt sich ein einfacher Keramikteller – kann kostengünstig auf dem Flohmarkt besorgt werden – in eine schicke Uhr verwandeln, die jede Küche verschönert.

Wie man die Uhr basteln kann, erklären wir in einer ausführlichen Bauanleitung. Benötigt werden Werkzeuge, mit denen man schnell und präzise arbeiten kann. Die vorgezeichneten Zahlen und Muster werden einfach in den Teller gefräst.

Materialliste

  • Telleruhr selber bauenDremel Stylus Lithium-Ionen
  • Diamantbestückte Fräser 7103, 7105, 7134 (Schaft 2,4 mm)
  • SpeedClic-Starter Set – Aufspanndorn und zwei Trennscheiben SC 406
  • Schutzbrille
  • Bohrfutter 4486 oder Spannzange 2,4 mm
  • Uhrwerk
  • Ceramica Porzellanfarbe
  • Flachpinsel Größe 8
  • Permanentmarker
  • Bleistift
  • Verdünnnung
  • Teller
  • Holzunterlage
  • Haushaltstuch
Zahlen für die Uhrzeit schleifen
1. Zahlen für die Uhrzeit schleifen
Loch in Keramik-Teller bohren
2. Vorsichtig das Loch für das Uhrwerk ausbohren
Zahlen in gravieren
3. Überschüssige Porzelanfarbe entfernen, damit die Zahlen sichtbar werden.
Zeiger vom Uhrwerk kürzen
4. Bei kleinen Tellern müssen die Zeiger entsprechend gekürzt werden.​​​​
Uhrzeiger dekorieren
5. Je nach Geschmack können die Zeiger verziert werden.

Bastelanleitung

1. Markierungen auftragen und ausfräsen

Zeichnen Sie zunächst gleichmäßig die Markierungen für die Zahlen rund um den Tellerrand ein und kennzeichnen Sie die Tellermitte.

Fräsen Sie nun mit dem Diamantbestückten Fräser 7105 die Punkte sowie die Zahlen entlang der Markierungen. Den Teller dabei schräg halten, so dass die Seite, die bearbeitet wird auf einem festen Untergrund aufliegt.

2. Loch bohren

Bevor Sie das Loch für das Uhrwerk bohren, messen Sie den Durchmesser der Anzeigemechanik und übertragen Sie das Maß auf den Teller.

Die Kontur dieser Zeichnung in einer kreisenden Bewegung mit dem Diamantbestückten Fräser 7103 vorsichtig nachfahren. Damit das Material keinen Schaden nimmt, befeuchten Sie die bearbeitete Stelle.

Sobald eine deutliche Rille entstanden ist, den Diamantbestückten Fräser 7105 einwechseln. Arbeiten Sie vorsichtig weiter, um die Fräsung nicht zum Rand hin zu verbreitern. Bohren Sie das letzte Stück sehr vorsichtig und halten Sie den Teller leicht schräg.

4. Teller reinigen

Reinigen Sie den Teller anschließend mit einem Verdünnungsmittel. Tragen Sie nun Porzellanfarbe in einem dunklen Farbton grob mit einem Flachpinsel Gr. 8 auf die eingefrästen Zahlen und Punkte auf, damit diese später besser lesbar sind.

Die überschüssige Farbe können Sie mit einem leicht angefeuchteten Tuch entfernen. Sobald die Farbe getrocknet ist, im Backofen nach Herstelleranweisung einbrennen.

4. Zeiger anpassen

Wenn Sie für Ihre Uhr einen relativ kleinen Teller verwenden, müssen die Zeiger entsprechend gekürzt werden. Legen Sie hierzu die Zeiger auf eine Holzunterlage und trennen vorsichtig die Überlänge ab.

Zeichnen Sie die gewünschte Länge am besten mit einem Bleistift vor und bearbeiten Sie den Zeiger mithilfe der SpeedClic- Trennscheibe SC 406 entlang der Linie.

5. Zeiger gravieren

Nun bekommen die Zeiger den letzten Schliff. Zeichnen Sie mit Bleistift ein Muster auf den Zeiger. Gravieren Sie mit dem Diamantbestückten Fräser 7134 feine Linien und Punkte entlang der vorgezeichneten Linien.

Dann benutzen Sie den Diamantbestückten Fräser 7103 um Löcher zu bohren. Zum Schluss drücken Sie das Uhrwerk vorsichtig in das gebohrte Loch im Teller. Setzen Sie die Zeiger auf, zuerst den Stundenzeiger, dann den Minutenzeiger – fertig ist Ihre Telleruhr.

Jetzt noch ein schönes Plätzchen in der Küche suchen und die Zeit vergehen lassen.

Ein Basteltipp von Dremel.

Einige kreative Beispiele für Upcycling

Schmuck-Upcycling
Schmuck aus einem Bastkorb
interessanter Tisch aus altem Holz
interessanter Tisch aus altem Holz
Orangenkisten Upcycling
Bunt beklebte Orangenkisten
Etagere aus Geschirr
"Upcycling" kulinarisch
Bücher-Upcycling
Bücher Upcycling
Schuhe aus Fahrradteilen
Upcycling-Kunst: Nicht tragbar aber mit Aussage! (Das ist auf Pariser Laufstegen ja häufig auch nicht anders.)
 

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