Boden & Fliesen

Fußleisten, Sockelleisten und Kabelkanal im Überblick

Fußleisten, Sockelleisten und Kabelkanal im ÜberblickIn erster Linie ist die Fußleiste, auch Scheuer- und Sockelleiste genannt, dafür gedacht, den Übergang vom Bodenbelag zur Wand sowie eine eventuell dort vorhandene Dehnungsfuge zu überdecken. Außerdem schützt sie die Wand in diesem besonders gefährdeten Bereich vor Verschmutzungen und Schäden. Und schließlich kann sie mit ihrem Design auch den optischen Eindruck eines Raums mitbestimmen.

Die Wahl der passenden Fußleisten hängt von mehreren Faktoren ab: Neben den verschiedenen Materialien wie Holz oder Kunststoff und ihrer Gestaltung sind außerdem die Bodenbeschaffenheit sowie Größe und Zuschnitt des Raums zu berücksichtigen. Besonderheiten wie ein in die Fußleiste integrierter Kabelkanal können zusätzliche technische Möglichkeiten eröffnen.

Hier finden Sie Tipps, welche Modelle zu dem jeweiligen Bodenbelag passen und wie Sie Fußleisten fachmännisch zuschneiden und sauber anbringen. Außerdem informieren wir Sie über Kabelkanäle und wie man sie am einfachsten anbringt.

1. Welche Fußleiste passt zu welchem Boden?

Die Auswahl an Fußleisten ist sehr groß. Es gibt sie in allen erdenklichen Formen, Farben und aus den verschiedensten Materialien. Bei vielen schwimmend verlegten Böden wie Parkett oder Laminat passen Leisten aus Holz oder Kunststoff am besten ins Ambiente. Liegt Teppichboden, verwendet man oft sogenannte Teppichsockelleisten. Bei Fliesenbelägen werden meist Abschnitte der verlegten Fliesen als Sockel an die Wand geklebt. Und schließlich sind auch Fußleisten aus Metall erhältlich, ehr häufig mit integriertem Kabelkanal. Die am meisten verwendeten Sockelleisten und ihre Einsatzgebiete sind folgende:

Sockelleisten aus Holz
Holzleisten bleiben erschwinglich, wenn man einen Weichholzkern mit Edelhölzern furniert – in diesem Fall sogar wasserbeständig.

Holzfußleisten haben den Vorteil, dass sie in den meisten Fällen in der gleichen Holzart und Struktur wie der Bodenbelag erhältlich sind. Wer Parkett oder Laminat verlegt, findet passende Sockelleisten beim gleichen Händler und im Baumarkt. Massive Leisten haben jedoch ihren Preis und verlangen bei der Montage eine vorsichtigere Behandlung als Kunststoffleisten. Dies liegt daran, dass das Material empfindlicher ist und sich gleichzeitig weniger flexibel an die Wand anpassen kann. Eine Alternative können hier Leisten aus Weichholz oder Holzwerkstoffen darstellen, die mit einem passenden Furnier versehen oder mit einer Holznachbildung laminiert sind.

Sockelleisten für Kautschukboden
Flexible Böden lassen sich oft mit Fußleisten aus exakt passend gefärbtem Material versehen. Bei diesem Kautschukboden nimmt der sehr flache Sockel die Grundfarbe des Belags auf.

Kunststoffleisten sind flexibler und lassen sich leichter an unebenen Wänden anbringen, wie sie nicht nur in Altbauwohnungen oft zu finden sind. Durch ihre wasserabweisende Oberfläche sind sie außerdem unempfindlicher gegenüber Schmutz und Putzwasser. Man erhält sie beispielsweise als Hohlprofile mit einer Holznachbildung als Oberfläche passend zu Laminaten.

Aus Kunststoff bestehen aber auch flache Winkel, die aus dem gleichen Material und im gleichen Design hergestellt sind wie der Bodenbelag. Solche Sockelleisten kommen etwa bei flexiblen Böden wie PVC-, Kautschuk- oder Linoleum-Böden zum Einsatz.

Teppichsockelleisten bestehen meistens ebenfalls aus einer Kunststoffleiste, in deren zum Raum offenen Profil ein Streifen des verlegten Teppichs befestigt wird. Bei der Montage nageln oder kleben Sie zuerst die Sockelleisten an die Wand und fixieren den Teppich anschließend mit einem doppelseitigen Klebeband. Alternativ sind zu den verschiedenen Teppichmustern auch Dekor-Leisten erhältlich, die mit der Teppichfarbe harmonieren.

2. Sicherheit und Ordnung: Fußleisten mit Kabelkanal

Sockelleiste mit kabelkanal
Bei vielen modernen Sockelleisten-Systemen – hier eines mit Clip-Befestigung – ist bereits Platz für einzelne Leitungen vorhanden.

Lose herumliegende Elektroleitungen sehen nicht schön aus, sie sind außerdem ein geradezu magischer Anziehungspunkt für Staub und Schmutz, und schließlich können sie gefährliche Stolperfallen bilden. Grund genug, im Wohnzimmer, im Heimbüro oder im Kinderzimmer Leitungen aller Art ordentlich zu verstauen.

Im einfachsten Fall genügt dafür die Sockelleiste, die man ohnehin anbringen muss. Viele heute erhältliche Systeme bieten bereits Platz für eine oder zwei Leitungen. Das reicht aber nicht immer aus. Zudem scheitert das Einziehen weiterer Kabel oft daran, dass die Sockelleisten dauerhaft fixiert sind und sich nur mühsam lösen lassen.

Hier kommen Kabelkanäle ins Spiel. Sie sind sehr oft aus Kunststoff gefertigt und bestehen aus einem Trägerprofil sowie einer Abdeckung, die auf dieses Profil gesteckt wird. Man befestigt das Trägerprofil an der Wand, legt die benötigten Leitungen ein und verschließt den Kanal mit der zugehörigen Abdeckung. So erhält man jederzeit Zugriff auf die Verkabelung, um weitere Leitungen einzuziehen oder die Installation zu ändern.

Kabelkanäle in unterschiedlichen Größen
Kabelkanäle gibt es in zahlreichen Größen – vom schmalen Profil für die Verkabelung des Arbeitsplatzes bis hin zum Kanal für Anwendungen im Gewerbebetrieb.
Sockelleiste mit Steckdose
Praktisch sind solche Kanäle, in denen sich gleich auch Installationselemente wie Steckdosen oder Schalter unterbringen lassen.

Natürlich sind die Kanäle nicht auf den Wandsockel beschränkt. Abzweigungen zu den einzelnen Verbrauchern – etwa zum wandhängenden TV oder zu den Geräten auf dem Schreibtisch – erlauben auch die ordentliche vertikale Führung von Leitungen.

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Hochwertige Systeme bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Geräteeinsätze wie Steckdosen oder Schalter im Kanal zu befestigen und mit einer passenden Abdeckung zu versehen. Auf diese Weise lässt sich auch in Wohnräumen – falls nötig – die gesamte Elektroinstallation auf Putz ausführen. Optisch ist das kein Makel, denn Kabelkanäle gibt es in zahlreichen edlen Dekoren.

Kabelkanal
Wie die Kabelkanäle am Sockel bestehen auch die Abzweige zu einzelnen Verbrauchern aus Grundprofil und Abdeckung. Achten Sie hier ebenfalls auf eine Reserve, um später weitere Leitungen einziehen zu können.
Kabelkanal mit Steckdosen
Falls nötig, lassen sich mit Leitungskanälen komplette Installationen in einem Wohnraum ausführen. Dann sollte man allerdings nicht am falschen Ende sparen, sondern ruhig in edel designte Varianten investieren.

3. Spezielle Sockelleisten für Heizungsrohre

Sockelleiste für Heizungsrohre
Eine Sockelleiste aus Holz mit einer gemeinsamen Kammer für Vor- und Rücklauf.

Vor allem in Altbauten verlaufen die Heizungsrohre sichtbar an der Wand entlang. Die Rohre sehen nicht nur unschön aus, sondern müssen regelmäßig abgestaubt werden. Um sie zu kaschieren, gibt es spezielle Sockelleisten für Heizungsrohre. Diese besitzen einen ausreichend großen Hohlraum, bei besonders hochwertigen Sockeln sind es zwei Kammern, die den Vorlauf vom Rücklauf trennen.

Die Leisten sind in Kunststoff oder Holz erhältlich. Vor dem Kauf sollten Sie jedoch die Heizungsrohre ausmessen, da diese teilweise eine unterschiedliche Stärke haben. Die Sockelleisten werden mittig mit Befestigungsschrauben fixiert oder über ein Clipsystem angebracht. Der Vorteil: Für einige Leisten sind Eckprofile erhältlich, sodass der Gehrungsschnitt entfällt.

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4. Fußleisten anbringen: Kleben, Nageln, Schrauben oder mit Clipsystem

Bei einigen System-Fußleisten ist die Befestigungsart bereits vorgegeben. Grundsätzlich haben Sie aber verschiedene Möglichkeiten, die Leisten anzubringen. Sie können die Fußleisten

  • kleben, am besten mit Montagekleber
  • nageln mit speziellen Sockelleisten-Stiften
  • schrauben
  • mit einem Clipsystem befestigen.

Denken Sie bei all diesen Möglichkeiten daran, dass prinzipiell die Fußleiste mit der Wand und nicht mit dem Bodenbelag verbunden wird. Nahezu alle schwimmend verlegten Bodenbeläge arbeiten und können sich leicht verschieben – dann wäre zwischen Fußleiste und Wand ein mehr oder weniger großer Spalt zu sehen.

So montieren Sie nach den verschiedenen Methoden die Sockelleisten und Kabelkanäle:

Mit einer Winkelschmiege maßnehmen
Nur wenige Ecken sind genau rechtwinklig. Messen Sie vor dem Gehrungsschnitt besser nach – im einfachsten Fall genügt eine Winkelschmiege, mit der Sie den abgenommenen Winkel übertragen können.

4.1. Fußleisten kleben

Für das Kleben von Fußleisten brauchen Sie nicht viel Werkzeug. Die Arbeit ist sauber, geht leicht von der Hand und ist auch für Anfänger geeignet. Diese Dinge benötigen Sie dafür:

  • Fußleisten
  • Zollstock oder Maßband
  • Bleistift
  • Montagekleber
  • Feinsäge und Gehrungslade oder eine handgeführte Gehrungssäge oder eine elektrische Kapp- und Gehrungssäge
  • Feuchtes Tuch

Zunächst müssen Sie die benötigten Längen exakt ausmessen und zuschneiden – das gilt natürlich für alle hier beschriebenen Verfahren. Das funktioniert recht gut mit einer Handsäge und einer Gehrungslade. Damit lassen sich genau rechtwinklige Schnitte oder exakte 45°-Winkel schneiden. Mehr dazu zeigt auch das Video unten.

Doch Vorsicht: Wände sind fast nie genau gerade und Ecken nur selten genau rechtwinklig. Überprüfen Sie also die Winkel und schneiden Sie bei Bedarf die Gehrung entsprechend in einem „krummen“ Winkelmaß, sonst zeigen die Ecken später offene Spalten an der Gehrungsstelle. Dann brauchen Sie aber auch eine Sägevorrichtung, mit der sich der Winkel stufenlos einstellen lässt.

Nach dem Zuschnitt werden die Leisten vom Sägestaub befreit. Auch die Wand muss sauber sein. Das Ankleben selbst ist dann nicht weiter schwierig. Dazu tragen Sie auf die Rückseite der zugeschnittenen Leisten Montagekleber auf – entweder in mehreren parallelen Strängen oder in einer Wellenlinie.

Sockelleisten auf Gehrung sägen
Leisten, die an Innen- oder Außenecken enden, werden passend auf Gehrung geschnitten. Dafür eignet sich eine Feinsäge mit Gehrungslade. Bei nicht rechtwinkligen Ecken ist eine Vorrichtung mit verstellbarem Gehrungswinkel nötig.

Nun drücken Sie die Leiste an der vorgesehenen Position an die Wand. Kurz festhalten, dann hält die Fußleiste schon durch die recht hohe Anfangshaftung des Montageklebers.

Etwas mehr Umstände müssen Sie sich nur dann machen, wenn entweder die Leisten verzogen sind und deshalb nicht gerade anliegen oder wenn die Wand selbst sehr uneben ist. In diesem Fall stützen Sie die neuen Sockelleisten bis zum Aushärten des Klebers ab, indem Sie einige schwere Gegenstände davorstellen.

Je nach Wandbeschaffenheit können Sie die Leisten aber auch weniger umständlich provisorisch fixieren. Dazu setzen Sie nach dem Auftrag des Montageklebers einige Punkte Heißkleber auf die Leistenrückseite.

Anschließend müssen Sie die Leiste zügig, aber exakt an die Wand bringen. Der Heißkleber erstarrt sehr schnell und fixiert das Montageteil bis zum Abbinden des Klebers. Achtung: Heißkleber eignet sich hier nur als Hilfsmittel. Als alleinige Fixierung größerer Abschnitte empfiehlt er sich nicht.

Sockelleiste ankleben
Die Befestigung mit Montagekleber ist sehr einfach auszuführen. Die Rückseite der Leiste wird mit Kleber versehen und dann an die Wand gedrückt. Bei Bedarf abstützen!
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4.2. Fußleisten nageln

Vor allem Fußleisten, die anschließend lackiert werden sollen, können auch genagelt werden. Der Wandbaustoff darf nicht zu porös sein, sonst lösen sich die Nägel sehr leicht wieder. Beton als Untergrund ist ebenfalls wenig geeignet, denn dort erfordert das Nageln sehr viel Kraft.

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Hat man eine größere Zahl Fußleisten anzubringen, lohnt sich der Einsatz eines Druckluft- oder Elektronaglers. Man kann die Geräte im Werkzeugverleih mieten.

Möchten Sie die Fußleisten nageln, dann sollten Sie hierfür Nägel mit Senkkopf benutzen, sogenannte Sockelleistenstifte. Um diese vollständig in der Leiste zu versenken und Druckstellen zu vermeiden, benutzen Sie am besten ein Senkeisen. Anschließend verspachteln Sie, soweit nötig, die Nagelköpfe bzw. -löcher mit Holzkitt. Dann ist nach dem Lackieren nichts mehr von den Nägeln zu sehen.

Wer viele Meter Fußleisten anbringen muss, kann auch zu einem elektrischen oder druckluftbetriebenen Nagler greifen. Solche Geräte sind im Werkzeugverleih erhältlich, denn der Kauf lohnt sich für Privatleute meist nicht. Üben Sie den Umgang zunächst mit etwas Restholz, dann gelingt die Befestigung der Leisten deutlich sauberer.

4.3. Fußleisten schrauben

Möchten Sie die Leiste mit der Wand verschrauben, dann bohren Sie einfach in einem Abstand von ca. 70 cm Löcher durch Leiste und Wand, setzen einen Dübel ein und schrauben die Leiste anschließend fest.Ist die Wand merklich uneben, dann sollte der Abstand der Befestigungspunkte verringert werden – die Leisten liegen dann deutlich besser an.

Bei dieser Methode sollten Sie natürlich bedenken, dass die Schraubenköpfe in Holzleisten später sichtbar sind. Bei Aluminiumleisten fallen die Schrauben hingegen weniger auf, und bei mehrteiligen Systemen mit Grund- und Sichtprofil verschwinden sie ganz.

Bei geschraubten Holzleisten machen Sie aus der Not eine Tugend und verwenden beispielsweise Linsenkopfschrauben aus Messing mit Langschlitz. Den Punkt auf das i setzen Sie beim Festschrauben, wenn Sie alle Schraubenschlitze genau waagerecht ausrichten.

angeschraubte Sockelleiste
Die Fußleisten werden in regelmäßigen Abständen – abhängig vom geraden Verlauf – an die Wand gedübelt.
Schraube in Sockelleiste
Die Köpfe von Schlitzschrauben sehen dabei am besten aus. Optisch am schönsten wirken sie, wenn man alle Schlitze waagerecht dreht.

4.4. Fußleisten mit Clip-System

Als letzte Befestigungsmöglichkeit kommt ein Clipsystem in Frage. Hierbei werden Clips oder Schellen an der Wand befestigt. Anschließend stecken Sie die Fußleisten auf die Clips, bis diese einrasten. Für die Ecken verwenden Sie sogenannte Eckprofile, die über die Fußleisten geschoben werden.

Sockelleiste mit Eckverbinder
Zu Clip-Systemen sind meist auch passende Verbindungsstücke für Ecken erhältlich. Das erspart den Gehrungsschnitt.

Der Vorteil dieser nahezu unsichtbaren Befestiungsart: Die Fußleisten werden weder beim Befestigen noch beim späteren Demontieren beschädigt, wenn Sie die Leisten beispielsweise beim Auszug wieder abnehmen. Außerdem lassen sich nachträglich Kabel in die Hohlräume hinter den Fußleisten legen.

Auch hier müssen Sie darauf achten, wie eben die Wände sind. Bei größeren Ungenauigkeiten müssen die Clips in engeren Abständen gesetzt werden, sonst klaffen zur Wand hin Spalten auf, oder die Leisten rutschen bei größeren Spannungen sogar aus der Halterung.

Eine detaillierte Erklärung der Funktionsweise und der Anwendung eines Clipsystems gibt Ihnen das folgende Video:

4.5. Clipsystem zum Anbringen von Sockelleisten

5. Fußleiste zuschneiden mit dem Gehrungsschnitt

Damit Ihre Fußleisten sauber zugeschnitten werden und auch an den Ecken keine schiefen Kanten überstehen, können Sie mit einer sogenannten Gehrungssäge arbeiten. Der Gehrschnitt dient dazu, dass zwei an einer Ecke zusammenlaufende Stücke der Fußleiste bündig aufeinandertreffen. In der folgenden Videoanleitung ist dieser Schnitt ausführlich und langsam beschrieben:

Gehrungsschnitt

6. Kabelkanäle montieren

Auch einen Kabelkanal können Sie mit etwas Geschick ohne weiteres selbst anbringen. Sie benötigen dafür keine umfangreiche Ausrüstung. Möchten Sie den Kanal an die Wand kleben, brauchen Sie diese Werkzeuge und Materialien:

  • Kabelkanal (aus Kunststoff)
  • Handsäge
  • Baumwolltuch
  • Montagekleber

Möchten Sie das Grundprofil lieber andübeln, benötigen Sie je nach Wandbeschaffenheit eine (Schlag-)Bohrmaschine sowie zum Wandbaustoff passende Dübel und Schrauben.

Anders als bei einfachen Fußleisten ist das Nageln bei Kabelkanälen weniger empfehlenswert. Da sie beim späteren Öffnen auch auf Zug belastet werden, kann sich eine Nagelung hier eher lösen.

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Grundprofil und Abdeckung lassen sich gemeinsam auf das benötigte Maß ablängen und müssen dann getrennt werden.
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7. Kabelkanal kleben

Messen Sie die benötigten Längen sorgfältig aus und notieren sich die Maße. Kunststoffprofile können Sie dann ganz einfach mit einer Feinsäge von Hand auf Länge schneiden. Wer eine elektrische Stichsäge benutzt, sollte darauf achten, dass die Maschine langsam läuft, da sonst das Sägeblatt schnell zuschmiert. Für etliche Systeme sind Eckverbinder zum Stecken erhältlich. Falls nicht, wird an Ecken ein Gehrungsschnitt ausgeführt (siehe weiter oben).

Das zugeschnittene Grundprofil reinigen Sie anschließend von Sägerückständen und anderen Verschmutzungen. Gegebenenfalls müssen die Schnittkanten mit der Feile oder Schleifpapier entgratet werden. Auch die Wandfläche muss sauber, trocken und frei von Trennmitteln wie Fett sein.

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Ist das Grundprofil verklebt, kann man nach dem Härten des Klebers die Leitungen einlegen und die Abdeckung aufsetzen. Bei gedübelten Profilen kann man den Kanal natürlich sofort nutzen.

Geben Sie nun Montagekleber aus der Kartusche in mehreren parallelen Strängen oder in Wellenform auf die Rückseite des Grundprofils und drücken es an die Wand. Das funktioniert genauso, wie bei den normalen Fußleisten weiter oben beschrieben.

Moderne Montagekleber besitzen eine hohe Anfangshaftung und bleiben dadurch sofort mit recht festem Sitz an der Wand. Trotzdem kann es sinnvoll sein, das Profil bis zum Härten des Klebers zu stützen, denn Wände sind selten exakt gerade, Stellen Sie einfach einige schwere Gegenstände vor das Profil, achten Sie aber darauf, dass es sich nicht zu stark verformt, da sonst die Abdeckung später nicht mehr richtig passen könnte – vertrauen Sie lieber auf die spaltüberbrückende Wirkung des jeweiligen Klebers.

Wenn der Kleber ausgehärtet ist, können Sie die Stützen entfernen, die Leitungen einziehen und die Abdeckung aufklipsen.

8. Geklebte Kabelkanäle oder Fußleisten lösen

Soll die Sockelleiste oder der Kanal später wieder abgenommen werden. etwa weil Sie einen neuen Bodenbelag verlegen oder Holzdielen bei einer Renovierung abschleifen möchten, ist das auch bei geklebten Kabelkanälen und Fußleisten möglich. Am einfachsten geht das, wenn Sie beim Anbringen einen leicht flexiblen Montagekleber verwendet haben.Man schneidet dazu die Klebefugen mit einem Messer ein und beginnt vorsichtig zu hebeln. Den Spalt, der bereits offen ist, kann man mit Streichhölzern oder dünnen Leistenabschnitten offen halten.

Nach und nach löst man auf diese Weise die Verklebung.

Achtung: Wenn der Kleber nicht weiter reißt, üben Sie nicht zu viel Kraft beim Hebeln aus, sonst können sich auch Teile des Putzes von der Wand lösen. Lieber immer wieder nachschneiden oder mit einem Metallspachtel nachstechen.

Kleberreste in dünnen Schichten können Sie je nach Untergrund mit Aceton, einem Ceranfeld-Schaber oder mit Stahlwolle entfernen. Dickere Überreste schneidet man besser ab.

9. FAQ: Heizungsrohre verdecken – Fußleisten und andere Mittel

heizungsrohr

Nicht immer sind Heizungsrohre praktisch in der Wand verborgen – vor allem in Altbauten verlaufen sie oft unten an den Wänden durch Flure und Zimmer.

Bei der optischen Planung eines Raumes gilt der erste Gedanke oft Wandfarben, Fußböden oder der Platzierung von Möbeln. Fußleisten spielen dabei häufig eine untergeordnete Rolle und werden nebenbei „abgehakt“, oft zu Unrecht.

Denn zwar sind Fußleisten im Regelfall nicht hauptsächlich ausschlaggebend für den Look eines Raumes, doch können sie unmittelbar zum Gesamtbild eines Zimmers beitragen – oft in größerem Maße, als man denken mag.

Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Fußleisten neben der optischen Wirkung auch noch praktische Effekte mit sich bringen. Offene Dehnungsfugen im Parkett oder Laminat sowie Kabelsalat sind unschöne Störfaktoren in jedem Raum – die Lösung kann häufig eine Fußleiste sein, wie Sie durch diesen Artikel bereits wissen.

Doch was, wenn der optische Störfaktor nicht so leicht zu verbergen ist? Es liegt in der Natur der Fußleisten selbst, dass ihre Fähigkeit, unliebsame optische Details zu verbergen, aufgrund der Größe begrenzt ist. Wie sieht es also beispielsweise mit Heizungsrohren aus?

Gerade viele Bewohner von Altbauten werden es kennen: Heizungsrohre, die unten an Wänden durch Flure und Zimmer verlaufen, bereits viele Male überstrichen wurden und dadurch eine unschöne Oberfläche bieten, auf der sich Staub wie magisch sammelt.

Selbstverständlich geht es nicht ohne Heizungsrohre – doch verlaufen diese an ungünstigen Orten, können sie schnell zum Hingucker werden – aber zu einem sehr nervigen.

Doch verlieren Sie nicht die Hoffnung – sogar für die am meisten störenden Heizungsrohre gibt es oft eine Lösung. Wie sie Heizungsrohre verkleiden können oder Leisten nutzen, um Heizungsrohre zu verdecken, erklärt ihnen heute Heimwerker.de mit den Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Thema Heizungsrohre verdecken.

9.1. Heizungsrohre verkleiden an der Wand – Welche Optionen habe ich?

Selbstverständlich gibt es nicht das eine Wundermittel, um Heizungsrohre zu verstecken. Jeder Raum ist verschieden und so sind auch die verschiedenen Optionen jeweils besser oder schlechter geeignet.

Wir wollen Ihnen im Folgenden jedoch drei Möglichkeiten vorstellen, die in fast jedem Fall funktionieren sollten und sich lediglich in der Einfachheit der Handhabung und im Preis unterscheiden, sodass für jeden Geschmack ein passendes Mittel dabei sein sollte.

Die Alternativen sind erstens das Heizungsrohre Verkleiden mittels HZ-Leisten, zweitens das Heizungsrohre Verkleiden mit einem Kabelkanal und unter dem dritten Punkt wollen wir alle Selbstbauten zusammenfassen, sei es das Heizungsrohre Verkleiden durch Aufputz, Platten oder Fliesen.

9.2. Heizungsrohre verkleiden mit HZ-Leisten: Wie gestaltet sich die Anwendung?

Heizungsrohre verkleiden mit Sockelleisten, in vielen Fällen auch HZ-Leisten genannt, ist vermutlich die einfachste bzw. vor allem die schnellste Variante, um Heizungsrohre zu verstecken.

Sie können sich HZ-Leisten ähnlich wie gewöhnliche Fußleisten vorstellen, jedoch bestehen sie statt aus einem Flachen Profil, welches flach an der Wand angebracht wird, vielmehr aus einem Winkel aus zwei Leisten, sodass sie ein umgedrehtes L-Profil bilden.

Wird dieses umgedrehte L-Profil nun im Winkel zwischen Wand und Boden angebracht, entsteht dort ein Kanal, durch den problemlos die Heizungsrohre verlaufen können. HZ-Leisten funktionieren damit im Prinzip sehr ähnlich wie Fußleisten mit einem eingebauten Kabelkanal, jedoch in einem größeren Maßstab, um die Rohre effektiv zu verkleiden.

Je nach Durchmesser der Heizungsrohre und deren Abstand von Wand und Boden gibt es für so gut wie jeden Fall HZ-Leisten in unterschiedlichen Größen. Unter anderem dadurch liegt der Vorteil ganz klar bei ihrer einfachen Anwendung.

Sockelleisten zum Verkleiden von Heizungsrohren gibt es in vielen verschiedenen Größen, Formen und Dekors: Von einer schlichten, weiß lackierten Spanholzleiste bis zum Massivholzprofil mit dekorativer Fräsung ist für so gut wie jeden Heimwerker etwas dabei.

Auch die Installation ist selbst für Laien kaum ein Problem. Zwar können HZ-Leisten aufgrund der dort verlaufenden Rohre nicht direkt an die Wand geschraubt, geklebt oder getackert werden, jedoch sind die verschiedenen Anbringungsmethoden meist sehr einfach und intuitiv.

Viele Sockelleisten funktionieren beispielsweise mit einer kleineren Leiste, die vor den Heizungsrohren auf dem Boden befestigt wird und als Stütze für die Sockelleiste fungiert; andere Befestigungsmethoden arbeiten mit Spangen, die in regelmäßigen Abständen um die Heizungsrohre herum an der Wand befestigt werden und auf die die HZ-Leisten einfach aufgesteckt werden können.

Der größte Nachteil an HZ-Leisten ist wohl jedoch ihr Preis: Sie stellen von den drei hier vorgestellten Methoden im Durchschnitt die teuerste dar. Natürlich gibt es innerhalb der großen Auswahl erhebliche Preisunterschiede. So gibt es sehr schlichte Modelle mit Platz für nur recht kleine Heizungsrohre bereits für zwei bis drei Euro pro Meter.

Für teureres Material mit aufwändigerer Dekoration oder größerem „Stauraum“ werden aber nicht selten auch 30 Euro oder mehr pro Meter verlangt. Haben Sie jedoch ein kostengünstiges Modell gefunden oder spielt der Preis eine nicht zu große Rolle, stellt die HZ-Leiste ein einfaches und effektives Mittel dar, um Heizungsrohre zu verkleiden.

9.3. Heizungsrohre verkleiden mit Kabelkanal: Warum und was sollte ich beachten?

Die zweite Variante, die wir Ihnen vorstellen möchten, sind Kabelkanäle. Oft werden diese gar nicht erst berücksichtigt, da sie häufig eher als Option für Büros abgetan werden und ja eigentlich nur für Kabel geeignet sind – oder? Mitnichten!

Zwar mag der häufigste Verwendungszweck für Kabelkanäle das Verdecken von Kabeln sein, jedoch bestehen Sie im Endeffekt auch nur aus einem schlichten Tunnel für jegliche Art von Leitungen, warum also nicht auch Heizungsrohre?

Kabelkanäle zeichnen sich zunächst durch ihren im Vergleich zur HZ-Leiste merklich geringeren Preis aus. Die Anwendung ist dabei nicht wirklich komplizierter: Auch Kabelkanäle können je nach Modell einfach über den Heizungsrohren oder darum herum befestigt werden.

Zwar finden sich hier eher keine Befestigungsmethoden, die speziell darauf ausgelegt sind, Heizungsrohre zu beherbergen, jedoch ist auch hier selbst für Laien die Installation kein Hexenwerk.

Zudem bieten Kabelkanäle einen weiteren, nicht zu verachtenden Vorteil: Sie können damit Heizungsrohre nicht nur in Ecken verkleiden, sondern bei besonders unglücklich verlaufenden Rohren auch z.B. mitten an der Wand.

Sehr denkbar ist auch das Heizungsrohre Verkleiden bei senkrecht verlaufenden Rohren mittels eines Kabelkanals. Dadurch, dass solche Kanäle in ihren Verwendungsmöglichkeiten so flexibel sind, gibt es kaum eine Leitung, die sich darin nicht verstecken lässt.

Zudem lassen sie sich durch die oft nur aufgesteckte Abdeckung leichter öffnen als HZ-Leisten, etwa für Wartungsarbeiten an den Heizungsrohren.

Der größte Nachteil an Kabelkanälen ist für viele womöglich die Optik. Kantige weiße Kästen passen nicht wirklich zur Optik etwa eines warmen, gemütlichen Wohnzimmers. Doch mittlerweile gibt es auch Kabelkanäle in unzähligen Größen und Dekors – vom Kanal in rustikaler Holzoptik bis hin zu einem Kabelkanal aus gebürstetem Aluminium. Die Varietät ist groß.

9.4. Kreativ werden beim Heizungsrohre Verkleiden: Aufputz, Fliesen, MDF – was geht?

Selbstverständlich müssen Sie nicht unbedingt auf vorgefertigte Mittel und Methoden zurückgreifen, um Heizungsrohre zu verkleiden. Mit dem nötigen handwerklichen Geschick können Sie sich quasi unbegrenzt austoben und Ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Eine recht kostengünstige Methode ist beispielsweise die Verwendung von dünnen MDF-Platten. Diese können Sie zusammentackern, verspachteln und lackieren, um darunter Heizungsrohre zu verdecken und dann an den entstandenen Sockel noch herkömmliche Leisten anbringen, so dies denn gewünscht ist.

An eine Unterkonstruktion aus MDF-Platten oder vergleichbaren Werkstoffen lassen sich aber natürlich viele verschiedene Oberflächen anbringen. So könnten Sie ihre Heizungsrohre auch mit Fliesen verkleiden, das Laminat oder Parkett des Bodens bis über die Heizungsrohre fortsetzen oder aus der anderen Richtung die Tapete bis über den entstandenen Sockel ziehen.

Die Möglichkeiten sind – wie gesagt – kaum beschränkt. Oftmals sind selbst hergestellte Varianten dazu noch merklich günstiger als vorgefertigte Optionen. Eventuelle Nachteile liegen meist lediglich in den entsprechend nötigen Arbeitsschritten, daher sind manche Vorgehensweisen für den ein oder anderen Laien eventuell weniger geeignet.

Sollen Heizungsrohre überfliest werden, kommt außerdem eine schlechte spätere Erreichbarkeit erschwerend hinzu. Spielt dies für Sie jedoch keine Rolle und ist ausreichende handwerkliche Expertise vorhanden, versuchen Sie sich ruhig einmal an einer selbstgemachten Abdeckung für Ihre Heizungsrohre.

Heimwerker.de wünscht viel Erfolg beim Verdecken der Rohre!