Lacke & Lasuren

Gartenhaus streichen

Den Gartenhaus-Anstrich optimal durchführen

gartenhaus-streichen-1Wer sein Gartenhaus streichen möchte, hat die Wahl zwischen deckenden Farben und natürlichen Lasuren. Besonders angesagt sind derzeit Gartenhäuser in Schwedenrot.

Holzhäuser sind im Freien vielfältigen Wettereinflüssen ausgesetzt. Das stellt hohe Ansprüche an lackierte Oberflächen. Allgemein empfiehlt sich der Einsatz offenporiger Farben und Lasuren, umweltschonende Acrylatsysteme mit Umweltzeichen sorgen für ein gutes Gewissen beim Gartenhaus streichen.

Besonders wichtig für einen haltbaren und wetterfesten Anstrich ist eine gründliche Vorbereitung und die Arbeit in mehreren Arbeitschritten: Kein Anstrich deckt beim ersten Mal wirklich gut, dabei ist es leider immer noch recht unerheblich, was die Hersteller schreiben. Zwei- oder Dreischichtaufträge sind insbesondere bei leuchtenden Farben, die einen dunklen Untergrund überdecken sollen, nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Altes Holz streichen

gartenhaus-streichen-2Weitaus öfter als der komplette Neuanstrich eines Gartenhauses steht der Renovierungsanstrich eines älteren Gartenhauses auf dem Programm. Auch wenn es nicht immer so schlimm aussieht wie auf dem nebenstehenden Bild: Lack ist ein Produkt, das im Außenbereich Umwelteinflüssen und einem natürlichen Alterungsprozess ausgesetzt ist. Auch waren die Lacke früherer Tage nicht so beständig wie moderne, nach den letzten Erkenntnissen der Forschung produzierte Farben.

Bei Lacken und Anstrichen aus früheren Tagen ist auch zu beachten, dass bis in die 1970er Jahre die Verwendung von Bleizusätzen in Farben und Lacken, insbesondere für den Außenbereich, nicht verboten war. Beim Abschleifen solcher Farben entsteht gesundheitsschädlicher Staub, der nicht eingeatmet werden darf. Eine Atemschutzmaske ist daher beim Abschleifen alter Farbschichten Pflicht!

Holz abschleifen

gartenhaus-streichen-3Schleifen kann jeder? Denkste! Der richtige Schliff ist mindestens so wichtig wie der Anstrich und muss immer im Hinblick auf den gewünschten Anstrich und, viel wichtiger, mit Rücksicht auf das Alter und die Art des Holzes geplant werden. Wer weiches, stark gealtertes Holz mit einem Bandschleifer und Körnung 30 traktiert, braucht sich über Risse und splitterndes Holz nicht zu wundern.

Schleifen ist eine Geduldsaufgabe: Mit Schleifpads nicht unter Körnung 80 sollte der Farbe eher behutsam zu Leibe gerückt werden. So wird nur die Farbe, nicht aber das Holz abgetragen. Für sensible Stellen, die nicht mit einem Bandschleifer bearbeitet werden sollen, empfehlen sich Deltaschleifer oder der gute alte Schleifklotz. Auch Stahlwolle ist zur Bearbeitung gut geeignet, sie passt sich gewölbten und filigranen Untergründen anschmiegsam an.

In den Verbundstücken von Nut- und Feder-Brettern hilft nur Handarbeit: Hier sollte Stahlwolle verwendet werden. Wer hier mit Multifunktionswerkzeugen und verschiedenen Aufsätzen experimentiert, riskiert Schäden am Holz und tiefe Kratzer. Beim Schleifen großer Flächen muss beachtet werden, dass die Schleifmaschine gleichmäßig geführt wird und nicht zu lange an einer Stelle stehen bleibt.

Mindestens zwei Schleifgänge sind erforderlich: Ein grober Vorschliff mit Schleifpapier ab Körnung 80 und ein sorgfältiger Feinschliff mit Schleifpapier ab Körnung 100, besser sind 180, stellt eine optimale Vorbereitung des Holzes auf einen gelungenen Anstrich dar.

Pinsel oder Rolle?

gartenhaus-streichen-4Statt "Anstreichen" kann man auch "Pinseln" sagen, meist ist dies leicht abfällig gemeint. Bei großen Flächen ist dieses Urteil durchaus berechtigt: Wenn man keine sehr glückliche oder professionelle Hand hat, wirken flächige Pinselanstriche schnell streifig und sind nicht mit gerollten, gleichmäßigen Anstrichen zu vergleichen.

Mittel der Wahl beim Gartenhaus streichen ist daher eine Schaumstoffrolle aus dem Lackiererbedarf. Mit ihr wird die Farbe nicht nur sehr gleichmäßig, sondern auch schneller als mit dem Pinsel aufgetragen. Dabei ist die richtige Handhabung der Rolle wichtig. So sollte sie immer vollständig mit Farbe bedeckt sein, darf aber gleichzeitig nicht tropfen. Mit einer speziellen Lackiererwanne, die überschüssige Farbe abstreift, kann man gute Ergebnisse erzielen.

Für Feinheiten, Fugen und Ecken empfiehlt sich nach wie vor ein Pinsel. Dieser sollte allerdings nicht schon siebenmal gebraucht und mit Haarverlust geschlagen sein: Ein neuer, guter Markenpinsel haart nicht und kostet im Vergleich zum Ärger mit den "mausernden" Billigprodukten auch nicht viel mehr.

Richtig streichen – so strahlt das Gartenhaus

Anstreicher oder auch Maler ist nicht umsonst ein Lehrberuf. Alle Tricks und Kniffe kann man hier nicht vermitteln, dennoch gibt es einige grundlegende Dinge, die beim Anstreichen und Lackieren immer wichtig sind.

  • Mehrmals anstreichen: Mindestens ein Vor- und ein Hauptanstrich, bei besonders kräftigen Farben auch dreimal.
  • Nicht bei der Farbe sparen: Billigangebote bei Farbe und Lacken sind zu meiden. Wer hier billig kauft, kauft zweimal. Reduzierte Pigmentmengen und zweifelhafte Zusatzstoffe sorgen für einen guten Preis, aber keinesfalls für einen guten Anstrich.
  • Sauberkeit: Die zu streichende Fläche muss staubfrei und trocken sein – unter der getrockneten Farbe wirken Staub und Spinnweben sehr unschön.
  • Nur bei trockenem Wetter und im Schatten anstreichen: Direktes Sonnenlicht lässt die Farbe ungleichmäßig trocknen.
  • Gutes Abkleben erspart Ärger: Auch wenn es lästig ist, muss man alle Stellen, die ohne Farbe bleiben sollen, sorgfältig abdecken.
  • Zeit lassen: Langsame und sorgfältige Streichbewegungen sorgen für ein gutes Ergebnis und einen gleichmäßigen Farbauftrag.

Wer diese Tipps beherzigt, sollte sein Gartenhaus eigentlich problemlos und fachgerecht streichen können.

 

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