Grillen

Fleisch richtig grillen: Tipps, Tricks und 5 leckere Grillfleisch-Rezepte

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Eingeschweißtes Grillfleisch, Bratwürste im Zehner- oder Zwanziger-Pack: Bei vielen Verbrauchern landet die Massenware im Einkaufskorb, wenn sie die Lust zum Grillen umtreibt. Kein Wunder, angesichts der strahlenden Sonne, die Deutschland derzeit einheizt. Spontan zieht es viele zum Einkauf in den Supermarkt oder nach Ladenschluss sogar in die nächste Tankstelle.

Doch die Nachteile liegen auf der Hand: Eine SB-Theke kann mit vorgepackter Ware nie auf die Bedürfnisse der Verbraucher eingehen; außerdem kaufen sie hier die Katze im Sack. Das große Angebot, die tägliche Verfügbarkeit und die Möglichkeit der individuellen Vorbestellung sind neben Frische, Qualität und Vertrauenswürdigkeit entscheidende Argumente, beim örtlichen Metzger zu kaufen.

Zudem lohnt es sich, darüber nachzudenken, woher das Fleisch stammt. Fleisch zu Discountpreisen kann allen schaden – wegen des ungeheuren Preisdrucks, den es erzeugt.

Auf Heimwerker.de zeigen wir Ihnen, worauf es bei Grillfleisch ankommt und was Sie beim Kauf eines Steaks beachten sollten. Zusätzliche erhalte Sie Rezepte und Anleitungen für Grillfleisch und Marinaden.

1. Kauf von Grillfleisch und Würstchen

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Achten Sie beim Kauf von Fleisch auf die Qualität und nicht auf den Preis.

Ein paar grundlegende Tipps, worauf man beim Einkauf und Grillen achten sollte:

  1. Würste und Steaks rasch nach Hause transportieren – im heißen Auto in der Kühltasche – und am besten am gleichen Tag frisch grillen.
  2. Bei Zwischenlagerung darauf achten, dass der Kühlschrank im Frühjahr und Sommer kalt genug eingestellt ist – über sechs bis sieben Grad Celsius sollte die Temperatur nie steigen.
  3. Vorab bereits verpackte Würste und abgepacktes Fleisch sind vor allem wegen der Konservierungsstoffe eher mit Vorsicht zu genießen – sie können im schlimmsten Fall Allergien auslösen. Außerdem enthalten sie oft über die Maßen viel Fett, weil oft eher minderwertiges Fleisch verarbeitet ist – je niedriger der Preis, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Rohstoff eher zweifelhafter Herkunft und Güte ist.
  4. Durch die industrielle Verarbeitung bei abgepackten Grillwürsten und Steaks geht der typische Fleischgeschmack verloren – stattdessen wird übermäßig stark gewürzt mit dem Ergebnis, dass alles nur noch nach Paprika oder Salz schmeckt.Kasseler, Speck oder Schinken niemals grillen! Das hier enthaltene Nitritpökelsalz verwandelt sich bei hohen Temperaturen zu krebserregenden Nitrosaminen.

2. Grillregeln: Fragen und Antworten

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Ein Steak wird auf dem Grill etwa fünf Minuten pro Seite gegrillt.

Jeder dritte Deutsche frönt dem kulinarischen Freizeitspaß. Die meisten grillen mindestens einmal pro Monat und am liebsten mit Freunden.

Egal, ob im heimischen Garten oder an öffentlichen Grillplätzen – ein Grill-Event schafft den perfekten Ausgleich zur Hektik des Alltags.

Der absolute Renner auf dem Rost ist Fleisch. Marinierte Schweinesteaks führen hier die Hitliste an, dicht gefolgt von eingelegten Schnitzeln, Koteletts, Rindersteaks und Bratwürsten.

Und damit die Fleischstücke auch perfekt gelingen, hier die fünf wichtigsten Fragen und Antworten: Achten Sie stets auf einen sicheren Umgang mit Feuer und glühender Kohle.

Frage Antwort
Worauf ist beim Fleischkauf zu achten?
  • grundsätzlich kann jedes Fleisch gegrillt werden
  • marmorierte Stücke sind besonders saftig
Wann kommt das Fleisch auf den Holzkohlegrill?
  • Kohle darf nicht mehr qualmen
  • muss mit weißer Ascheschicht überzogen sein
Wie lange müssen Fleisch und Würstchen auf dem Rost liegen?
  • Steaks pro Seite etwa 4 – 6 min
  • dünnere Fleischstücke etwa 3 min pro Seite
  • Würstchen von jeder Seite 4 – 5 min
Woran erkennt man, dass das Fleisch gar ist?
  • mit Gabelrücken auf Fleisch drücken
  • gibt das Fleisch etwas nach, ist es medium, fühlt es sich fest an, durchgegart
Warum sollte man kein gepökeltes Fleisch grillen?
  • bei hohen Grill-Temperaturen können Eiweißbestandteile aus Fleisch und Wurst mit Teilen des Pökelsalzes reagieren
  • dadurch ist es möglich, dass gesundheitsschädliche Stoffe entstehen

3. 3 köstliche Grillfleisch Rezepte

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Spareribs gehören zu den Klassikern des amerikanischen BBQs.

3.1. Rezept für feurige Spareribs

Mit diesem Grillrezept bereiten Sie knusprige Spareribs in einer feurigen Chili-Sauce und gebratene Maiskolben als Beilage zu.

Zutaten für 4 Personen
  • 4 Spareribs, je 220 g
  • 2 kleine rote Zwiebeln
  • 1 rote Chilischote
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 EL Öl
  • 1/8 l Rotwein
  • 3 EL Ketchup
  • 2 TL Curry
  • 1/8 l Tomatensaft
  • Kräuterbutter
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung der Spareribs:

    1. Zunächst die Chilischote putzen, die Haut abziehen und das Fruchtfleisch in kleine Stücke schneiden.
    2. Zwiebeln häuten und fein hacken.
    3. Nun wenig Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebelstücke glasig braten. Anschließend mit Wein ablöschen.
    4. Geben Sie unter Rühren Ketchup, Curry und die Chilis hinzu.
    5. Danach wird die Knoblauchzehe über der Sauce ausgepresst und Tomatensaft eingerührt.
    6. Als Nächstes werden die Spareribs mit Salz sowie Pfeffer gewürzt und mit der Chili-Sauce bestrichen. Nun muss das Grillfleisch eine Stunde durchziehen. Alternativ kann man sie auch in der abgekühlten Sauce für mindestens 2 bis 3 Stunden marinieren.
    7. Die Chili-Spareribs in einer Aluschale auf den Grill legen. Zwischendurch das Fleisch wenden und mit Chili-Sauce bestreichen.
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3.2. Rezept für leckere Hackfleisch-Spieße vom Grill

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Sie können das Rezept auch mit Gemüsesorten Ihrer Wahl verfeinern.

Zutaten für 4 Personen:

      • 3 rote Paprika
      • 1 kleine Zucchini
      • 1 Zwiebel
      • 1 Knoblauchzehe
      • 1/2 kg gemischtes Hackfleisch
      • 1 Ei
      • Semmelbrösel
      • Salz, Pfeffer
      • Edelsüßes Paprikpulver
      • Öl zum Bestreichen

Zubereitung der Hackfleisch-Grillspieße:

  1. Häuten Sie die Zwiebel und hacken sie zusammen mit dem Knoblauch in feine Würfel.
  2. Nun verquirlen Sie ein Ei in einer Schüssel und geben die Semmelbrösel in eine Schale.
  3. Verkneten Sie das Hackfleisch mit den Zwiebel- und Knoblauchstücken und würzen Sie es mit Pfeffer sowie Salz. Nun formt man kleine Mini-Hackfleischbällchen aus ihnen.
  4. Paprika und Zucchini putzen und in gleich große Stücke schneiden.
  5. Für die Grillspieße werden abwechselnd Gemüsestücke und Hackfleischbällchen auf lange Schaschlikspieße gespießt und anschließend alle Zutaten mit wenig Öl bestrichen.
  6. Zum Abschluss Hackbällchen-Spieße unter regelmäßigem Wenden ca. 15 Minuten grillen.

3.3. Scharfe Puten-Filetspieße vom Grill

Mit diesem exotisch-scharfen Grillrezept geben Sie Puten-Spießen eine feurig süße Note. Das Gericht kann am gleichen Tag innerhalb von 20 Minuten vorbereitet werden, jedoch beträgt die Grillzeit eine halbe Stunde, bis das Putenfleisch durchgegart ist.

Die Zutaten für 4 Portionen

Für die Marinade

  • 400 g Putenfilet
  • 8 Schalotten
  • 1 rote Paprika
  • 4 eingelegte Piri-Piri-Schoten
  • Getrocknete Aprikosen oder Pflaumen
  • 4 EL Öl
  • 2 EL Blütenhonig
  • 1 TL Salz

Zubereitung der Puten-Spieße:

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Die Piri-Piri-Marina verleit der Pute einen exotischen Flair.

  1. Putenfleisch abspülen und mit Küchenpapier abtupfen, bevor es in gleich große Stücke geschnitten wird.
  2. Gemüse putzen bzw. die Schalotten häuten und ebenfalls in gleich Stücke zerteilen.
  3. Als Nächstes wird die Piri-Piri-Marinade zubereitet: Hierzu die Piri-Piri-Schoten abtropfen und in kleine Stücke schneiden.
  4. Dann die Schoten mit den übrigen Zutaten zu einer Marinade verühren. Je nach Geschmack gibt man mehr oder weniger Honig hinzu.
  5. Getrocknete Früchte abwechselnd mit dem Putenfilet auf lange Schaschlikspieße und diese in der Marinade wenden.
  6. Für einen besonders intensiven Geschmack sollten sie mindestens eine Stunde ziehen.
  7. Danach lässt man sie abtropfen und grillt die Puten-Gemüse-Spieße unter mehrmaligem Wenden für ca. 30 Minuten in einer Aluschale.

4. Rindfleisch grillen: Woran erkennt man ein gutes Steak?

Steak-Garstufen
  • roh|roh|raw
  • fast roh|blau|blue rare
  • innen roh|englisch|medium rare
  • halb durchgebraten|rosa|medium
  • fast durchgebraten|halbrosa|medium well
  • durchgebraten|durch|well done

Gutes Rindfleisch muss abgehangen sein. Demnach muss dem Rindfleisch nach dem Schlachten eine Ruhezeit gegeben werden. Dies ist jedoch bei billigen Steaks aus dem Discounter nicht der Fall. Aufgrund dessen sollte das Fleisch für den Grill vom Metzger bezogen werden.

Qualitativ gute Steaks sind von Fettadern durchzogen, durch die es marmoriert erscheint. Zudem sollten die Fleischfasern auf Fingerdruck leicht nachgeben und die Steaks frisch riechen. Gelbe Fettadern und bräunliches Fleisch sind Anzeigen für eine minderwertige Qualität oder altes Grillgut. In diesen Fällen ist von einem Kauf abzusehen.

4.1. Fleischsorten für Steak im Überblick

Fleischsorte Eigenschaften
Filetsteak
  • das teuerste, aber auch zarteste Steak
  • sehr wenige Fettadern, doch gibt das Fleisch dennoch bei Fingerprobe nach und ist sehr weich
Hüfte
  • die typischen Steaks zum Grillen, sehr saftig
  • sollte aus der Steakhüfte stammen
Oberschale
  • stammt aus der Rinderkeule und ist weniger als Steak geeignet, schmeckt dafür als geschmorrtes Rindfleisch köstlich
  • zum Grillen ist sogenannter Zapfen, d. h. das seitlich an der Oberschale sitzende Eckstück, empfehlenswerter.
Roastbeef
  • durch vergleichsweise hohen Fettanteil und Fettrand ist Roastbeef ideal zum Grillen, da das Steak saftig bleibt
  • außerdem kann Roastbeef nach Art des argentinischen Asados durch indirekte Niedertemperaturgarung auf dem Grill zubereitet werden
Hochrippe
  • liegt zwischen dem sechsten und neunten Lendenwirbel
  • besteht aus dem flachen Hochrippendeckel und dem runden Roastbeef
  • komplette Scheiben der Hochrippe können als (massiv große) Steaks mit Knochen verwendet werden
Kobe-Rind
  • besonders Zart und fettreich und gilt als Delikattesse
  • keine Massentierhaltung und Achtung des Tierwohls
  • nicht überall zu finden und auch deutlich teurer als reguläres Rind, daher für Grillparty weniger zu empfehlen

4.2. So wird Steak richtig gegrillt

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Wenden Sie Steak während des gesamten Grillvorgangs nur einmal.

Rindfleisch trocknet schnell aus, wenn es zu lange gegrillt oder gebraten wird. Damit es saftig bleibt und zugleich die richtige Garstufe erreicht, muss man es mit Raps- oder Sonnenblumenöl bestreichen und heiß anbraten. Sonst verliert es über den Holzkohlen zu viel Saft und wird trocken.

Optimal liegt die Temperatur für Fleisch auf dem Grill bei ca. 65 °C. Ein Bratthermometer sollte aber erst zum Ende der Garzeit genutzt werden, da aus der Öffnung Saft austreten würde.

Im Gegensatz zu anderem Grillfleisch bleibt es entsprechend der Garzeit auf einer Seite liegen, um nur einmal mit einer Grillzange umgedreht zu werden.

Hinweis: Steak wird erst nach dem heißen Anbraten gewürzt, da das Salz ihm sonst zu viel Flüssigkeit entzieht.

4.3. Würzen und Marinieren von Steaks

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Die würzige Chimichurri-Soße passt perfekt zu Steaks.

Ein gutes Steak schmeckt normalerweise ohne Marinade oder Saucen. So verzichten Argentinier gänzlich auf Gewürze und salzen ihre Steaks lediglich. Soll es dennoch einen kräftigen Geschmack erhalten, empfiehlt sich bunter oder schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer oder eine selbst gemachte Kräuterbutter.

Ebenfalls sehr köstlich schmeckt die kräftige argentinische Steaksauce Chimichurri, die aus Kräutern, Zwiebeln, Knoblauch und vielen Gewürzen besteht. Hier ein kleines Rezept für eine Portion Chimichurri, ausreichend für eine kleine Grillparty:

  • 60 ml Olivenöl
  • 60 ml Rotweinessig
  • 1/2 Zwiebel, sehr fein geschnitten
  • 1 Teelöffel Knoblauch, gepresst
  • 30 Gramm frische, glatte Petersilie, fein geschnitten
  • 1 Teelöffel getrocknetes Oregano
  • 1/2 Teelöffel rotes Chilipulver (mehr nach Geschmack)
  • 1 1/2 Teelöffel Salz
  • 1 kleine rote Paprika (30 g), fein geschnitten
  • 1 Teelöffel Lorbeer

Alle Zutaten werden fein gemischt. Anschließend die Sauce für mindestens zwei Studen kalt stellen, damit sie ziehen kann.

5. Grillrezept für Steaks Virginia

Dieses saftige Steak wird in einem fruchtig exotischen Chutney mariniert. Damit die Marinade nicht in die Glut tropft und die Steaks Virginia saftig bleiben, empfiehlt sich die Zubereitung in einer Grillschale. Außerdem sind für dieses Rezept nur wenige Zutaten erforderlich.

Zutaten für 4 Portionen:

Für das Chutney mit Ananas

Für die Steaks

  • 1/2 frische Ananas
  • 2 Gemüsezwiebeln
  • Saft einer unbehandelten Zitrone
  • 100 ml Apfelessig
  • 75 g brauner Kandis, ersatzweise Kristallzucker
  • 1 TL Rosa Pfeffer
  • 4 Rindersteaks, ca. 200 g pro Stück
  • 4 EL Rapsöl
  • 1 EL Rosa Pfeffer
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 2 EL Ahornsirup
  • 1 TL scharfer Senf
  • Grillschale
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Das Teak Virginia überzeugt mit seiner fruchtig saftigen Note.

Zubereitung:

  1. Als Erstes wird die Ananas geschält, der Strunk entfernt und die Frucht in Würfel geschnitten.
  2. Die Zwiebeln häuten und ebenfalls in feine Würfel schneiden.
  3. Zwiebeln, Ananas mit den restlichen Zutaten für das Chutney verrühren und in einem Topf kurz aufkochen. Danach ca. 30 bis 40 Minuten abgedeckt köcheln lassen.
  4. Nun wird das Ananas-Chutney in Gläser abgefüllt und kalt gestellt.
  5. Als Nächstes Steaks unter fließend Wasser abspülen und trocken tupfen.
  6. Für die Marinade verrüht man Öl, Senf, Sirup, Salz und Pfeffer und bestreicht damit die Steaks. Tipp: Für einen intensiven Geschmack wird es 2 bis 3 Stunden eingelegt.
  7. Danach die Marinade abtropfen lassen und das Steak bis zur gewünschten Garstufe in einer Grillschale grillen (ca. 12 bis 20 Minuten).
  8. Anschließend das Chutney auf das Fleisch geben und heiß servieren.

Tipp zur Garstufe: Nach ungefähr 12 bis 14 Minuten ist das Steak blutig. Für Medium sollte es 16 bis 18 Minuten und für “gut durch” 18 bis 20 Minuten grillen. Pro Portion hat das Steak Virginia 526 kcal.