Boden & Fliesen

OSB Platten verlegen und verleimen

Ein Ratgeber aus der heimwerker.de Redaktion

OSB Platten verlegen und verleimen

Die Abkürzung OSB steht für „oriented strand board“, übersetzt: „Platte aus ausgerichteten Spänen“. Die biegefesten Platten aus Kiefernholz finden beim Haus- und Möbelbau vielfältigen Einsatz. So kommen sie beispielsweise beim Hausbau und zur Wärme- sowie Schalldämmung zum Einsatz.

Wegen ihrer Robustheit und Strapazierfähigkeit entscheiden sich immer mehr Heimwerker, OSB-Platten als Bodenbelag zu verlegen oder mit ihnen die Wände zu verkleiden. Oft ist dabei eine Verleimung ausreichend.

Auch in der Werkstatt findet der robuste und günstige Baustoff immer öfter Verwendung. Gerade wegen seiner Biegefestigkeit eignet er sich zum Bau von Vorrichtungen und Schränken.

In mehreren Lagen bildet OSB eine gute Grundlage für eine stabile Arbeitsplatte in der Werkstatt. Entsprechend gespachtelt oder geschliffen bieten OSB-Platten eine glatte und feste Oberfläche.

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Qualität von OSB-Platten

Wie fast alle Baustoffe, werden auch OSB-Platten in unterschiedliche Qualitätsklassen aufgeteilt. Zu finden sind diese Zuordnungen in der Norm EN 300.

  • OSB/1: Innenausbau und Möbel im Trockenbereich
  • OSB/2: statische Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/3: statische Verwendung im Feuchtebereich
  • OSB/4: statische Verwendung mit besonderer Belastung im Feuchtebereich

OSB-Platten als Bodenbelag verlegen

Mit großformatigen Ausbauplatten sind auch große Räume schnell verlegt. Sie müssen später versiegelt werden.
Mit großformatigen Ausbauplatten sind auch große Räume schnell verlegt. Sie müssen später versiegelt werden.

Grobspanplatten verbreiten im Raum eine angenehme Atmosphäre und lassen sich zu einem stabilen Fußboden verlegen. Dafür kann man großformatige Ausbauplatten mit Nut und Feder ebenso verwenden wie bereits versiegelte Fertigdielen.

Zuerst müssen die Platten mindestens 48 Stunden zur Akklimatisierung im jeweiligen Zimmer gelagert werden. In Folie oder Karton verpackte Dielen bleiben während dieser Zeit eingepackt. Erst danach dürfen sie zurecht geschnitten und verlegt werden.

Wie bei den meisten Bodenlegearbeiten sollte auch hier die Raumtemperatur nicht unter 15 °C liegen, die relative Luftfeuchtigkeit darf höchstens 75 % betragen.

Zuweilen erhält man auch kleinformatige, fertig versiegelte OSB-Dielen. Vorsicht in Eingangsbereichen o.ä.: Da die Fugen nicht versiegelt sind, können sie sich nach einer Weile durch Schmutzeintrag im Belag dunkel abbilden.
Zuweilen erhält man auch kleinformatige, fertig versiegelte OSB-Dielen. Vorsicht in Eingangsbereichen o.ä.: Da die Fugen nicht versiegelt sind, können sie sich nach einer Weile durch Schmutzeintrag im Belag dunkel abbilden.

Material und Werkzeug

  • OSB-Platten
  • PE-Folie oder PVC-Folie (je nach Untergrund, s. Kasten unten)
  • Schlagholz
  • Zugeisen
  • Distanzkeile
  • Hammer
  • Stichsäge, Handkreissäge, Lochsäge (für Aussparungen)
  • Schleifklotz und Schleifpapier
  • Richtschnur und Wasserwaage
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Parkett-Leim

OSB-Platten schwimmend verlegen

OSB-Platten werden im Verband verlegt, also mit versetzten Stößen zwischen den Platten einer Reihe. Das erhöht die Stabilität des Belags.
OSB-Platten werden im Verband verlegt, also mit versetzten Stößen zwischen den Platten einer Reihe. Das erhöht die Stabilität des Belags.

Mit dem Verlegen der Platten beginnt man am besten an der längsten Wand des Raumes in der linken Ecke. Um ein einheitliches Verlegebild zu erzielen, richtet man die erste Reihe an einer Richtschnur aus, bei geraden Wänden und exakten Raumecken kann man sie auch an der Wand selbst ausrichten. Verlegt werden die Platten mit der Federseite zur Wand.

Um dort eine unauffällige Dehnungsfuge schaffen zu können, schneidet man bei der ersten Reihe die Feder ab. Ist der Wandverlauf sehr unregelmäßig, dann reicht dies jedoch nicht. Hier wird die Wandkontur auf die Platten der ersten Reihe übertragen und ausgeschnitten.

Zur Wand hin hält man – etwa mit Holzkeilen, Leistenabschnitten oder speziellen Abstandhaltern – eine etwa 15 mm breite Fuge frei. Zum Verbinden gibt man Parkettleim an die obere Nutwange der nächsten zu verlegenden Platte.

Wie bei jedem schwimmend verlegten Bodenbelag muss auch bei OSB zum Rand hin eine Dehnungsfuge bleiben, die später unter der Fußleiste verschwindet. Keile oder spezielle Abstandhalter halten die gewünschte Breite frei.
Wie bei jedem schwimmend verlegten Bodenbelag muss auch bei OSB zum Rand hin eine Dehnungsfuge bleiben, die später unter der Fußleiste verschwindet. Keile oder spezielle Abstandhalter halten die gewünschte Breite frei.

Die Platten werden dann an Nut und Feder ineinander geschoben und bei Bedarf mit dem Schlagholz und einem Hammer zusammengetrieben. Ausquellenden Leim sofort mit einem feuchten Tuch abwischen.

OSB-Platten verlegt man im Verband. Die nächste Reihe folgt deshalb mit versetzten Stößen. Der Versatz sollte mindestens 40 cm betragen, damit der Belag möglichst stabil wird. Da man selten eine komplette Reihe mit ganzen Platten verlegen kann, wird das letzte Stück jeweils ausgemessen und die Platte entsprechend zugeschnitten.

Das Zugeisen hilft dabei, diesen Abschnitt am Ende der Reihe in die Nut-und-Feder-Verbindung zu schieben. Mit etwas Glück kann man die nächste Reihe mit dem beim Kürzen anfallenden Abschnitt beginnen und erreicht dabei den nötigen Fugenversatz. Die letzte Reihe muss häufig in der Breite zugeschnitten werden. Das gelingt am saubersten mit einer Handkreissäge. Sie wird ebenfalls mit dem Zugeisen in Position gebracht.

Nach dem Trocknen des Leims – das dauert meist etwa 24 Stunden – wird der Boden mit einer schützenden Versiegelung behandelt. Dazu eignen sich je nach Beanspruchung sowohl natürliche Versiegelungen, etwa auf Leinölbasis, als auch klassische Parkettlacke.

Wichtig ist bei OSB ein ausreichend starker Schichtaufbau, den man durch das Streichen mehrere dünner Siegelschichten mit jeweils einem leichten Zwischenschliff erzielt. Wird der Boden beispielsweise mit Stuhlrollen belastet, können sonst bei einem unzureichend versiegelten Belag einzelne Späne herausbrechen.

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OSB-Platten auf Holzbalkendecken verschrauben

Die Versiegelung muss sehr sorgfältig in mehreren Schichten erfolgen. Ist sie nicht stabil genug, können durch mechanische Belastungen einzelne Späne ausbrechen.
Die Versiegelung muss sehr sorgfältig in mehreren Schichten erfolgen. Ist sie nicht stabil genug, können durch mechanische Belastungen einzelne Späne ausbrechen.

Wenn Sie die Grobspanplatten auf einer Balkenlage verlegen, werden sie mit speziellen OSB-Verlegeschrauben befestigt und zur Sicherheit zusätzlich an Nut und Feder verleimt. Der Balkenabstand sollte höchstens 60 cm betragen, damit der Boden stabil ist und nicht zu sehr federt. Bei Bedarf verlegt man die Platten zweilagig.

Auf den Balken kann man zunächst Filzstreifen oder Ähnliches fixieren, um ein späteres Knarren des Bodens zu verhindern. Zum eigentlichen Verlegen bohrt man die Schraubenlöcher im Verlauf des darunterliegenden Balkens vor und dreht die Schrauben dann so weit ein, dass sie planeben in der Platte versenkt werden.

Achtung:

Berücksichtigen Sie wie beim schwimmenden Verlegen unbedingt einen Versatz der Stoßfugen! Beim Verschrauben auf Balken ist das noch wichtiger, als beim vollflächigen Aufliegen der Platten.

Dampfsperre unter dem OSB-Platten-Boden

Auf frischem Estrich muss, auf älterem Estrich kann unter den Grobspanplatten eine Dampfsperre verlegt werden. Hierzu legt man eine ca. 0,2 mm starke PE-Folie aus und überlappt sie an den Kanten um ca. 25 cm. Anschließend wird sie mit Klebeband fixiert. Diese Dampfsperre verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Boden in die Platten eindringt. Eine Dampfsperre ist auch sinnvoll, wenn der OSB-Belag auf einer dampfdurchlässigen Holzbalkendecke über einem bewohnten Raum verlegt wird, etwa als Fußboden für einen Dachraum.

In besonders kritischen Räumen, wie in nicht unterkellerten Bereichen, genügt die dünne PE-Folie nicht. Hier ist eine etwa 1,2 mm dicke PVC-Folie zweckmäßig, die überlappend ausgelegt und an den Überlappungen mit einem Klebeband wasserdicht verklebt wird. Darauf können dann eine Wärmedämmschicht und schließlich der Bodenbelag folgen.

Wandverkleidung mit OSB-Platten
Wandverkleidung mit OSB-Platten

OSB-Platten als Wandverkleidung

Ebenso lassen sich mit OSB-Platten die Wände verkleiden. Hierzu bringen Sie zuerst eine Unterkonstruktion aus Dachlatten an. Sollen die Grobspanplatten vertikal verlegt werden, ist eine horizontale Konterlattung erforderlich.

Dann die OSB-Platten für die erste Reihe auf die richtigen Maße zuschneiden und mit OSB-Verlege- oder Holzschrauben und Dübeln befestigen. Beim Verlegen der Wandverkleidung ist eine Dehnungsfuge von circa 10 bis 15 mm zur Wand einzuhalten.

Bildnachweise: 'OSB Platten verlegen': Henkel Ponal /, 'Bodenbelag aus OSB-Platten': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Boden aus OSB-Fertigdielen': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Verlegung im Verband': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Dehnungsfuge an der Wand': Bessey Pressemeldung, 'Ausgebrochener Grobspan': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Wandverkleidung mit OSB-Platten': Kronopoly GmbH, 'OSB Platten verlegen': Henkel Ponal /, 'Bodenbelag aus OSB-Platten': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Boden aus OSB-Fertigdielen': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Verlegung im Verband': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Dehnungsfuge an der Wand': Bessey Pressemeldung, 'Ausgebrochener Grobspan': Hans Altmeyer - altmeyertext.de, 'Wandverkleidung mit OSB-Platten': Kronopoly GmbH (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)


Riccardo Düring
Riccardo Düring Als gelernter Handwerker mit Spaß am Schreiben habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Jetzt schreibe ich als freiberuflicher Redakteur Testberichte und Ratgeber rund um das Thema Heimwerken.
Verzeichnis
  1. Qualität von OSB-Platten
  2. OSB-Platten als Bodenbelag verlegen
  3. Material und Werkzeug
  4. OSB-Platten schwimmend verlegen
  5. OSB-Platten auf Holzbalkendecken verschrauben
  6. Dampfsperre unter dem OSB-Platten-Boden
  7. OSB-Platten als Wandverkleidung

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Kommentare (10) zum OSB Platten verlegen und verleimen Ratgeber
  • Viktor

    Hi, finde Ihre Anleitung etwas oberflächlich. Grund: kein Wort über leim und Dehnungsfugen zwischen verschiedene Platen.

  • KWM

    Gute und hilfreiche Anleitung! Wenn man 3 – 5 unterschiedliche Anleitungen liest bzw. sich die Videos ansieht, kommen viele unterschiedliche Aspekte zusammen, so daß man es auf jeden Fall hinbekommen sollte.

  • Andreas

    Moin!

    Euer Bericht ist sehr informativ und hat mir schon einige Fragen beantwortet, dafür schon einmal herzlichen Dank!

    Für mein Vorhaben bleiben aber noch ein /zwei Fragen offen:

    Ich beabsichtige ein Zwischenflachdach zwischen Garage und Haus mit den Abmaßen 5x3m mit OSB-Platten zu belegen und danach mit Bitumenenbahn zu belegen und dann eine Schicht Bitumenschweißbahn zu bedecken.
    Wenn die Holzbalken maximal 60cm Abstand haben, welche Plattenstärke wäre bei doppelter Verlegung ausreichend?

    Sehr ähnliche Bedingungen liegen auch bei meiner Schuppenbedachung vor.
    Auch hier max. 60cm Balkenabstand mit doppelter Plattenbelegung und ebenso die doppellagige Bitumenbahnen. Nur die Fläche ist größer: 6,2×5,2m

    Wie die Grußformel verrät komme ich aus dem Hohen Norden der Republik und mit großen Schneelasten haben wir hier nicht wirklich zu kämpfen. Hier kommt eher die Windlast zum Tragen, die, da es sich um Flachdächer handelt, vernachlässigt werden kann, bzw. die letzten 20 Jahre keine Rolle spielte.

    Viele Grüße
    Andress

  • Tim

    Hallo Heimwerker- Team,
    Ich habe folgendes Projekt.
    Wir möchten den Dachboden als Wohnraum ausbauen. Dachgauben Wände inkl. Isolierung stehen schon.
    Alles Holzständerbauweise mit 15mm OSB Platten verkleidet.
    25mm OSB Platten sind als Boden auf die Sparren (Abstand der Sarren ca 60cm) geschraubt und verleimt.
    Allerdings ist nun in das EG Der trittschall ziemlich laut.
    Mein Vorhaben, wäre nun 15mm Akustikdämmung und dann OSB fliesend verlegen.
    Durch eine geringe Deckenhöhe würde ich gern eine kleine Stärke der OSB Platten wählen.
    Aber was wäre die Mindestäke die genutzt werden muss/sollte (12mm, 15mm, 18mm)?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe im Voraus!
    Grüße
    Tim

  • Christian

    Hallo.
    Habe da mal eine Frage. Wir ziehen in unserem Dachgeschoss Wände in Holzrahmenbauweise ein. Das "Gerippe" aus 6×4 Hölzern steht. Darauf sollen jetzt 15mm OSB befestigt werden und anschließend werden diese mit Rigips verdeckt. Können wir die OSB Platten mit Riffelnägel anschießen oder muss geschraubt werden?
    Mit freundlichen Grüßen Christian


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