Kaufberatung zum Poliermaschine Test bzw. Vergleich 2019

  • Eine Poliermaschine eignet sich dafür, Oberflächen aus Metall, Lack oder auch Gestein zum Glänzen zu bringen. Dafür gibt es unterschiedlich weiche und harte Polierscheiben, die in Kreisbewegungen geringe Mengen an Material abtragen bzw. es platt drücken und es so glätten.
  • Für Anfänger eignet sich eher eine Exzenterpoliermaschine, ist sie in der Handhabung und dem Drehzahlbereich doch leichter zu beherrschen als die Rotationspoliermaschine, die sich eher an fortgeschrittene Anwender richtet.
  • Obwohl sie ähnlich wie ein Winkelschleifer (auch Flex genannt) funktioniert, ist das Poliergerät nicht dafür geeignet, Materialien erst mal grob abzuschleifen. Dafür ist ein gesonderter Arbeitsschritt mit einem geeigneten Schleifgerät nötig. Die anschließende Politur ist aber eine klare Angelegenheit für die Poliermaschine.

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Wenn Sie eine Metall- oder Lackoberfläche in Hochglanz erstrahlen sehen wollen, ist dafür meist die Verwendung einer Poliermaschine günstig. Sowohl Autoliebhaber, die mit Hingabe die Lackpflege an ihrem Gefährt betreiben, als auch jene, die viele Edelstahlflächen in der Wohnung haben, kennen und schätzen die Politur mit diesem Gerät.

Dass die Nachfrage hierfür da ist, wird auch durch Zahlen belegt. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland spanende und abtragende Werkzeugmaschinen im Wert von fast 8,5 Milliarden Euro produziert (Quelle: VDW; Statistisches Bundesamt; VDMA). Auf welche technischen Kriterien es ankommt, welche Kategorien es gibt und wie Sie Ihren persönlichen Poliermaschinen-Testsieger finden, erklären wir Ihnen in unserem Poliermaschinen-Vergleich 2019.

1. So arbeitet eine Poliermaschine

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Griffe an beiden Seiten der Poliermaschine erleichtern die Arbeit.

Wenn Sie selbst schon einmal versucht haben, eine Oberfläche spiegelblank zu polieren, wissen Sie vermutlich, wie zeitaufwendig und kräftezehrend es sein kann, wenn Sie das mit bloßer Muskelkraft tun. Hier bietet sich eine Poliermaschine als beste Alternative an, um den Lack Ihres Autos wieder auf Hochglanz zu bringen.

Sie wird zur Glättung von Oberflächen benutzt und kann auch Kanten oder Kratzer im Lack so ausbessern, dass diese optisch kaum oder nicht mehr erkennbar sind. Das tut die Poliermaschine, indem sie etwas Material abträgt oder die Unebenheiten auf der Oberfläche durch Druck wieder einebnet. Das kann sie nicht nur bei weichen Oberflächen, sondern etwa auch bei Metall oder Gestein.

Je nach Art der Poliermaschine bewegt sich der Polierteller entweder in einer ellipsoiden Bahn (Exzenterpoliermaschine) oder er dreht sich abwechselnd nach links und rechts (Rotationspoliermaschine). Was beide unterscheidet, erfahren Sie in Kapitel 3 des Ratgebers.

2. Kaufberatung für Poliermaschinen: von der Leistung, den Polierscheiben und den Umdrehungen pro Minute

Nicht den Lack abkriegen

Wenn das Polierpad oder der Polierschwamm kleiner ist als der Polierteller, ist es möglich, dass der Polierteller selbst in Berührung mit der zu bearbeitenden Oberfläche gerät und den Lack des Autos zerkratzt. Hat der Polierteller bspw. einen Durchmesser von 180 mm, sollte das Pad mindestens 200 mm messen. Übrigens: Bei großen, ebenen Flächen wie der Motorhaube geht die Arbeit mit einem großen Polieraufsatz von 180 oder 240 mm schneller von der Hand. Für kleinere oder stark gerundete Bauteile wie den Rückspiegeln greifen Sie am besten auf kleine Polierschwämme mit 50 mm zurück.

2.1. Leistung und Umdrehungen pro Minute

Ähnlich wie bei anderen Elektrogeräten bietet die Leistung in Watt nur indirekt einen Hinweis auf die Effektivität der Poliermaschine. Der Wert deutet an, wie viel Strom ein Polierer verbraucht. Doch wie Poliermaschinen-Tests zeigen, ist es ebenso relevant, ob der Motor der Poliermaschine diese Leistung auch gut umzusetzen vermag. Je nach Poliermaschinen-Typ gibt es jedoch Mindestwerte, die eingehalten werden sollten:

  • Exzenter- bzw. Rotationsschleifer sollten mindestens 200 Watt Leistung haben.
  • Winkelschleifer benötigen mindestens 1.200 Watt.

Der Grund dafür ist einfach: Bringt der Rotations- oder Winkelschleifer zu wenig Leistung, dreht sich sich der Polierteller bereits bei geringem Druck nicht mehr richtig und das Polierergbenis wird maximal mäßig. Außerdem gilt: Je größer der Polierteller ist, desto höher sollte die Leistung sein.

Relevant sind außerdem die Umdrehungen pro Minute (U/min), auch als Leerlaufdrehzahl bezeichnet. Mindestens 2.500 U/min sollte eine Poliermaschine schaffen, da sich die Umdrehungsanzahl auch mit zunehmendem Druck auf die zu polierende Oberfläche verringert. Besonders bei den meisten Geräten für den Heimwerker-Bedarf lässt sich dieser Wert auch stufenlos nach oben und nach unten regulieren, was die Arbeit für Polier-Neulinge vereinfacht.

Viel hilft nicht immer viel: Haben Sie noch nie mit einem Poliergerät gearbeitet, sollten Sie zunächst mit der niedrigsten Drehzahl beginnen, um die gefüchteten, kreisförmigen Riefen im Lack, auch Hologramme genannt, zu vermeiden. Poliermaschinen für den Hausgebrauch haben daher meist eine stufenlos einstellbare Umdrehungsanzahl. Profigeräte hingegen arbeiten mit festen Drehzahlen von etwa 7.000 U/min, da bei richtiger Handhabung hier die Arbeit schneller von der Hand geht.

2.2. Der Polieraufsatz – verschiedene Materialien für verschiedene Zielsetzungen

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Der Polieraufatz besteht zumeist aus Lammfell oder Schaumstoff.

Ausgestattet mit sowohl einem Rechts- als auch einem Linksgewinde, sorgt diese Bauweise dafür, dass die Polierscheibe nicht abfallen kann, während sie durch die vielen Umdrehungen permanent in Bewegung ist. Festgehalten wird sie dabei wahlweise per Mutter oder Klemmbacken. Die Polierpads bestehen meist aus Lammfell oder aus Schaumstoff (Polierschwamm).

Ersteres Material erzeugt mehr Abrieb und ist daher vornehmlich zum Entfernen von Kratzern oder Riefen geeignet, kann solche aber bei falscher Handhabung auch selber hervorrufen.

Polierschwämme gibt es mit unterschiedlichen Härtegraden und Strukturen. Für die erste Politur empfiehlt sich meistens ein mittelharter Schwamm mit recht feinen Poren, für die Hochglanzpolitur hingegen sind weiche, gewaffelte Polierschwämme am besten geeignet. Müssen sie tiefere Kratzer bearbeiten, ist ein hartes Polierpad mit feinen Poren, zusammen mit einer grobkörnigen Polierpaste, nötig.

Die richtige Politur verwenden: Achten Sie immer darauf, ein Poliermittel zu verwenden, das auch für die Maschinenpolitur geeignet ist. Handpoliermittel erhitzen sich bei hohen Drehzahlen schnell und bleiben auf dem Lack haften. Zudem sollten Sie die Körnung entsprechend der Aufgabe wählen. Eine grobkörnige Politur trägt mehr Material ab und ist gut geeignet für die Kratzerentfernung. Feinere Poliermittel kommen zum Einsatz, wenn Sie den Lack Ihres Autos später noch auf Hochglanz bringen wollen. Die Politur sollte etwa die Konsistenz von Joghurt haben. So lässt sie sich leicht auf den Polierschwamm auftragen und verteilen. Geben Sie das Poliermittel nie direkt auf den Lack!

3. Exzenterpoliermaschine oder Rotationspoliermaschine: Welches Gerät für welchen Zweck?

Bevor Sie eine Poliermaschine kaufen, sollten Sie einen entscheidenden Unterschied bei der Konstruktionsweise kennen. Es gibt Marken, die Exzenterpolierer und Rotationspolierer herstellen und in unserer Tabelle erklären wir Ihnen, was sie ausmacht.

Gerätetyp Beschreibung
Exzenterpolierer

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  • gut für unerfahrene Nutzer geeignet
  • einfache Handhabung – stoppt bei Verkanten oder zu hohem Druck
  • Polierteller bewegt sich ellipsenförmig – keine Rotation
  • verringert die Gefahr, Hologramme auf dem Lack zu erzeugen
  • meist etwas geringere, stufenlos einstellbare Drehzahl (ca. 3.000 bis 4.000 U/min)
  • etwas leiser und günstiger als Rotationsmaschine
Rotationspolierer

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  • für erfahrene Nutzer und Profis geeignet
  • Polierteller rotiert nach links und rechts
  • erschwerte Steuerung
  • effektiveres Polieren – Zeitersparnis
  • höhere Leistung und Drehzahl – mehr Hitzeentwicklung
  • besser für gröbere Lackschäden und stark verwitterten Lack geeignet
Alternative Mulitfunktionswerkzeug? Die Stiftung Warentest – selbst noch ohne Poliermaschinen-Test – wies schon in ihrer Ausgabe 02/2004 darauf hin, dass Kombigeräte mit mehreren Funktionen praktisch für verschiedene Arbeitsvorgänge sind, aber bei gröberen Schleifaufgaben schnell an ihre Grenzen kommen. Ein Multiwerkzeug ist dann einer reinrassigen Poliermaschine in Sachen Leistung und Ergebnis schnell unterlegen.

In einigen Ratgebern ist zudem zu lesen, dass anstelle einer Poliermaschine auch ein Winkelschleifer im Set mit einer passenden Polierscheibe verwendet werden kann.

Die Funktionsweise ähnelt jedoch nur auf den ersten Blick der einer Rotationspoliermaschine: Die Schleif- bzw. Trennscheibe rotiert in eine Richtung mit sportlichen 6.000 bis etwa 12.000 U/min im Leerlauf. Zwar gibt es auch für Winkelschleifer Polieraufsätze, die sind mit über 100 mm allerdings meist etwas zu groß für kleinere Arbeitsflächen beim Lack polieren. Durch die festgelegte Rotationsrichtung entstehen zudem schneller Hologramme im Lack.

Die Vor- und Nachteile eines Winkelschleifers gegenüber einer Poliermaschine für die Lackpolitur im Überblick:

  • hohe Umdrehungszahl – gut für großflächigen Lackabtrag
  • auch zum Trennen von Metall verwendbar
  • Einhand-Schleifer etwas leichter als Poliermaschine
  • hohe Umdrehungszahl – kann schnell Schäden im Lack verursachen
  • Drehzahl selten regulierbar
  • einseitige Rotation kann Hologramme verursachen

Riccardo Düring

Riccardo Düring

Ausbildung im Metallbereich, ambitionierter Heimwerker mit einem Hang zu technisch verspielten Projekten. Blogger und Produkttester aus Leidenschaft.