
Defekte Haushaltsgeräte werden häufig in den Elektroschrott gegeben, ohne dass zuvor eine Reparatur stattgefunden hat. Dabei lassen sich viele Staubsauger selbst wieder reparieren, oftmals sogar ohne umfangreiche Fachkenntnisse. Auch Akku-Staubsauger und Staubsaugerroboter können oft mit wenigen Handgriffen wieder in Gang gebracht werden, sobald die Fehlerquelle einmal ausfindig gemacht wurde. Dadurch müssen Sie kein neues Gerät anschaffen und können sich die Kosten dafür sparen.
Welche Maßnahmen Sie selbst durchführen können, worauf Sie beim Auswählen von Ersatzteilen achten sollten und wann Sie auf Hilfe zurückgreifen sollten, erfahren Sie im folgenden Ratgeber. So müssen Sie Ihr Gerät nicht wegwerfen, sondern können seine Laufzeit im Handumdrehen verlängern.
1. Welche Vorteile hat es, den Staubsauger selbst zu reparieren?
Ein schwächelnder Akku, eine verstopfte Bodendüse oder ein gerissener Schlauch: Die Gründe für einen vermeintlich defekten Staubsauger können vielseitig sein. Doch häufig ist das Entsorgen des gesamten Geräts nicht notwendig, insbesondere wenn die Defekte lediglich Verschleißteile betreffen. Um den Staubsauger zu reparieren, sind oft keine aufwendigen Maßnahmen notwendig, sodass Sie auch als Laie aktiv werden können. Eine teure Reparatur in einer Werkstatt können Sie so häufig umgehen und dadurch Kosten sparen.
Vor allem bei teuren Staubsaugern ist es für viele Haushalte aus wirtschaftlicher Sicht oft sinnvoll, Ersatzteile zu erwerben und den Staubsauger zu reparieren. Dadurch können Sie diesen verhältnismäßig günstig wieder zum Laufen bringen, ohne hohe Kosten für ein neues Gerät aufbringen zu müssen.
Bei Ersatzteilen haben Sie die Wahl zwischen Originalteilen Ihres Staubsaugerherstellers oder Teilen von Drittanbietern. Ersatzteile wie Filter, Akkus oder Bodendüsen von Drittanbietern sind häufig etwas günstiger, sodass Sie bei der Anschaffung sparen können. Zwar sind sie oft genauso leistungsstark wie die Originalprodukte, können sich jedoch vereinzelt hinsichtlich Leistung, Passgenauigkeit und Haltbarkeit von Originalteilen unterscheiden.
Tipp: Besonders lohnt sich die Reparatur, wenn nur ein einzelnes Verschleißteil betroffen ist, dessen Anschaffung und Austausch günstiger ist als ein neues Gerät.
2. Reinigung: Wenn Staub und Schmutz die Saugleistung verringern
Wenn die Saugleistung des Staubsaugers nachlässt, ist nicht immer ein Defekt am Gerät selbst schuld. Festsitzender Staub und Schmutz können ebenfalls ein Grund dafür sein, dass der Staubsauger schwächer ist als gewohnt. Eine gründliche Reinigung ist daher oftmals der erste Lösungsansatz. Dafür gehen Sie wie folgt vor:
- Alle abnehmbaren Teile wie Bodendüse, Staubsaugerrohr und Schlauch vom Staubsauger trennen.
- Mit einem stumpfen Gegenstand wie einem Besen oder Stock Fremdkörper und grobe Verschmutzungen im Rohr lösen.
- Bürstenwalze von Haaren befreien.
- Staubsaugerfilter ausklopfen und größere Schmutzpartikel entfernen. Bei stärkerer Verschmutzung den Filter austauschen.
Für die Reinigung benötigen Sie meist kein spezielles Werkzeug. Hilft das Reinigen nicht, können einzelne Teile defekt sein und müssen ausgetauscht werden. Damit die Ersatzteile genau passen, muss die Kompatibilität gewährleistet sein. Andernfalls kann es zu Leistungsverlusten, Geräteschäden oder Sicherheitsrisiken wie Kurzschlüssen kommen. Kompatible Staubsauger-Ersatzteile wie von Electropapa oder anderen Anbietern lassen sich über die Modellnummer Ihres Staubsaugers ausfindig machen.

Achten Sie darauf, dass Sie die Ersatzteile fest und sicher montieren, um keine Schäden am Gerät zu verursachen.
3. Schlauch undicht: So kann man Risse stopfen
Akku-Staubsauger verfügen in der Regel über ein Rohr, das am Motor bzw. am Staubsaugerkorpus angebracht ist. Insbesondere für Flächen, bei denen eine flexible Reinigung notwendig ist, z. B. in Autoinnenräumen, ist ein Schlauch hingegen eine praktische Alternative. Doch durch das Ziehen am Schlauch und die starke Beanspruchung kann es mit der Zeit zu Rissen im Schlauch kommen. Während des Betriebs kann Luft durch die Risse in den Staubsauger eingesogen werden, wodurch die Saugkraft verringert wird.
Sind die Risse nur klein, können sie einfach gestopft werden. Hierfür reicht hochreißfestes Klebeband, das fest um die betroffene Stelle des Schlauchs gewickelt wird. Um die Dichtheit zu überprüfen, schalten Sie den Staubsauger an. Wenn weiterhin Luft durch den Riss in den Staubsauger gelangt, wickeln Sie eine weitere Schicht Klebeband um den Schlauch.
Größere Risse können zusätzlich mit einem Stück Plastikrohr abgedichtet werden. Dafür wählen Sie ein Rohr, das einen etwas größeren Durchmesser hat als das Rohr Ihres Staubsaugers und schneiden es auf die benötigte Länge zu. Die Enden des Rohrstücks fixieren Sie anschließend mit Klebeband. Entstehen immer wieder neue Risse, sollte der Schlauch jedoch ausgetauscht werden.

Passende Düsen oder Teleskoprohre können Sie in Shops für Staubsauger-Zubehör und -Ersatzteile erwerben.
4. Was kann man tun, wenn der Akku-Staubsauger nicht mehr angeht?
Wenn Ihr Akku-Staubsauger nicht mehr angeht, könnte der Grund dafür in einem gestörten Stromfluss liegen. Bevor Sie den Akku endgültig austauschen, sollten Sie jedoch zunächst prüfen, ob sich der Akku beispielsweise im Sicherheitsmodus befindet und die Ladeanzeige nicht mehr automatisch angezeigt wird. Hinweise zu möglichen Fehlern sind oftmals auch in der Anleitung des Geräts oder auf der Website des Herstellers gelistet.
Trifft keiner dieser Fehler auf Ihren Staubsauger zu, handelt es sich vermutlich um einen defekten Akku. Diesen können Sie in wenigen Handgriffen, meist über einen Knopf oder Hebel, aus dem Modell nehmen und gegen einen neuen Akku austauschen. Manchmal müssen auch einige Schrauben gelöst werden, um den Akku zu entnehmen.
Besitzen Sie jedoch ein älteres Modell, ist der Akku möglicherweise noch fest im Gerät verbaut und kann nicht eigenständig entnommen werden. In diesem Fall lohnt es sich, eine Werkstatt aufzusuchen oder Ihr Gerät einzuschicken.
Ist der Austausch des Akkus zu teuer, kann ein neues Gerät womöglich sinnvoller sein. Führen Sie dafür einen Preisvergleich durch: Ist ein passender Ersatzakku günstiger als die Neuanschaffung, ist der Austausch des Akkus ggf. empfehlenswerter.

Je nach Nutzung, Ladezyklen und Qualität des Akkus kann dieser mehrere Jahre halten.
5. Staubsaugerroboter reparieren: Was muss man beachten?
Genauso wie bei einem Akku-Staubsauger ist auch bei einem Staubsaugerroboter eine gründliche Reinigung der erste Schritt, um einen vermeintlich kaputten Staubsauger wieder in Gang zu bringen. Dafür sollten Sie zunächst alle äußeren Sensoren von Staub befreien, damit diese Ihre Wohnung, das Parkett oder die Fliesen und Schmutz wieder besser erkennen können.

Reinigen Sie Ihren Staubsaugerroboter regelmäßig, um seine Lebensdauer zu verlängern.
Auch unterhalb des Stützrades befindet sich häufig ein Sensor. Flusen und Schmutz können den Sensor stören und das Reinigungsergebnis dadurch mindern. In diesem Fall können Sie das Stützrad aus dem Saugroboter hebeln, die Flusen und Haare entfernen und es anschließend wieder einsetzen.
Sollte das Reinigen der Sensoren nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann auch hier eine Reparatur notwendig sein. Die häufigsten Defekte bei einem Staubsaugerroboter liegen bei Verschleißteilen oder einfachen Defekten:
- Akku: Ein schwächelnder Akku kann meist herausgenommen und durch einen neuen Akku ausgetauscht werden.
- Bürsten und Räder: Haare und Staub können Räder und Bürsten blockieren. Oft reicht es, den Roboter zu reinigen und Haare zu entfernen. Ein Austausch durch Ersatzteile ist aber in der Regel auch unkompliziert möglich.
- Lasereinheit: Dreht sich der Laserturm nicht mehr, kann der Motor ausgetauscht werden.
Meist sind die elektrischen Komponenten mit Steckern verbunden und die Bauteile im Inneren des Roboters miteinander verschraubt, sodass sich die einzelnen Teile separat ausbauen lassen. Sie benötigen lediglich geeignetes Werkzeug wie einen Schraubenzieher, um die Schrauben oder einzelne Teile fachgerecht abmontieren und austauschen zu können.
Hinweis: Wenn Sie mehrere Teile und Schrauben abmontieren müssen, merken Sie sich, wo diese angebracht waren. So vermeiden Sie es, dass Sie hinterher die einzelnen Schrauben nicht mehr an der richtigen Position anbringen können.
6. Wann lohnt sich eine Staubsauger-Reparatur finanziell?
Wenn Sie Ihren Staubsauger reparieren möchten, sind vor allem finanzielle Fragen entscheidend. Ob sich die Reparatur lohnt, können Sie anhand der folgenden Checkliste feststellen:
- Ist nur ein einzelnes Teil defekt und wie teuer ist das Ersatzteil?
- Kann ich es selbst austauschen oder entstehen Werkstattkosten?
- Wie viel kostet ein vergleichbares Neugerät?
- Ist der restliche Staubsauger noch in gutem Zustand?
Einige Punkte sprechen jedoch auch gegen eine Reparatur. Wenn die Garantie noch läuft und Sie eigenständig Teile austauschen, kann die Garantie des Herstellers ggf. erlischen. Überlegen Sie daher, ob ein eigenständiger Austausch einzelner Komponenten vor Ablauf der Garantie sinnvoll ist oder ob Sie Ihr Gerät doch lieber einschicken.
Auch bei komplexen Schäden der Elektronik ist es häufig nicht ratsam, den Staubsauger selbst zu reparieren. Bei solchen Problemen kann Fachpersonal den Defekt gezielter beheben. Tüfteln Sie selbst an solchen Defekten, kann es im schlimmsten Fall zu einem Totalschaden des Geräts kommen.

Wenn sich eine Reparatur nicht mehr lohnt, sollten Sie Ihren alten Staubsauger in einem Wertstoffhof abgeben. Die verbauten Rohstoffe können recycelt werden, was natürliche Ressourcen und das Klima schützt.
Bildnachweise: Adobe Stock/Andres Mejia, Adobe Stock/yanik88, Adobe Stock/Marina, Adobe Stock/Alexander, Adobe Stock/Konstantin Yuganov, Adobe Stock/evbrbe (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)
















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