Küchenmöbel

Tischplatte selber bauen aus Holzresten – Bauanleitung

tischplatte eigenbau

Ein Heimwerker steht nicht selten vor dem Problem, dass er nicht weiß, was er mit den Holzresten von seinen diversen Bauprojekten anfangen soll. Sie stehen nur im Weg herum und werden irgendwann weggeworfen, weil man einfach keine passende Verwendung für sie finden kann.

Dabei können aus kleinen Holzresten und Verschnitt noch nützliche Möbel wie Stühle oder Tische gebaut werden. Tische gibt es in allen denkbaren Formen, Farben und Materialien. Und dennoch kann es vorkommen, dass man nicht den perfekten Tisch für die eigenen Zwecke und Bedürfnisse findet. Wie gut, wenn man ein wenig handwerkliches Geschick hat und einen Tisch selber bauen kann.

Bei unserem Modell handelt es sich um einen quadratischen Tisch aus Massivholz mit einer Tischplatte aus Holzresten, die zu einem ansprechenden Schachbrettmuster zusammengefügt wurden. So kann man das Nützliche mit dem Schönen verbinden und dabei auch noch Geld sparen.

Die Tischplatte hat eine Größe von 114 x 114 cm und ist 73 cm hoch. Natürlich können die Angaben der Bauanleitung den eigenen Bedürfnissen und Gegebenheiten im Raum angepasst werden. Allerdings sollte man bei einem größeren Tisch zusätzliche Zwischenstreben oder eine Grundplatte als Auflager für die Oberfläche einsetzen, damit die Tischplatte nicht durchhängen oder bei Belastung einbrechen kann.

Werkzeug und Material für den Tisch

Werkzeug Material
  • Schraub- oder Klemmzwingen
  • Zollstock oder Bandmaß
  • Oberfräse oder Flachdübelfräse
  • Akkuschrauber mit Bits
  • Bohrmaschine mit Holzbohrer
  • Streichmaß
  • Anschlagwinkel
  • Stechbeitel und Schreinerklüpfel
  • Feinsäge
  • Schwingschleifer oder Exzenterschleifer
  • Schleifklotz und Schleifpapier
  • Spitzer Bleistift
  • 64 Holzquadrate: 25 x 120 x 120 mm (Tischplatte)
  • 2 Holzbretter: 25 x 90 x 960 mm (Tischplatte)
  • 2 Holzbretter: 25 x 90 x 1140 mm (Tischplatte)
  • 4 Kanthölzer: 90 x 90 x 705 mm (Tischgestell)
  • 4 Kanthölzer: 60 x 160 x 980 mm (Tischgestell)
  • Flachdübel: Größe 20 (56 x 23 x 4 mm)
  • Holzleim

Zuschnitt und Verleimen der Segmente

Da wir hier mit Holzresten aus der heimischen Hobbywerkstatt arbeiten, werden diese selbst mit einer Kreissäge zugesägt. Die Tischplatte wird hergestellt, indem die 64 Holzquadrate zu einer quadratischen Fläche von  96 x 96 cm zusammengefügt werden. Verwenden Sie Flachdübel, um die einzelnen Quadrate miteinander zu verbinden. Mit einer Flachdübelfräse kann man die Schlitze dafür an den entsprechenden Stellen schnell und einfach setzen.

Holzreste für Tischplatte
64 Holzquadrate für die Tischplatte
Streifen aus Quadratstücken tischplatte
Verbunden werden sie mit Flachdübeln

Verbinden der Bretter

Die Segmente sollten so angeordnet werden, dass immer Hirnholz und Längsholz aufeinander treffen. Das hat zwei Gründe: Zum einen sieht die Fläche lebendiger aus, da das Schachbrettmuster deutlich hervortritt. Zum anderen erhöht man durch diese Art der Verbindung die Stabilität der Tischplatte. Hirnholzflächen sind nämlich stark saugend und relativ rau, sodass eine Verleimung von zwei Hirnholzflächen wenig erfolgversprechend ist. Wenn Sie die Tischplatte bauen, sollten Sie außerdem darauf achten, dass die Kanten bündig abschließen und keine Lücken entstehen.

tischplatte aus Holzquadraten
Es entsteht ein Schachbrettmuster aus Hirnholz und Längsholz.
tischplatte geschliffen
Es kommt auf einen lückenlosen Verbund an und bündige Kanten.

Verleimen und Schleifen der Tischplatte

Um das schachbrettartige Feld wird ein Rahmen aus den vier 96 und 114 Zentimetern langen Holzbrettern gebaut, der die Fläche zusammenhält und schützt. So verhindert man, dass die Fläche an den einzelnen Bahnen auseinandergeht oder beschädigt wird. Dazu gehört auch, dass man Druckzulagen verwendet, um die Holzoberfläche nicht mit Klemm- oder Schraubzwingen zu beschädigen. Wenn der Holzleim getrocknet ist, sollte man die Tischplatte mit einem Schwingschleifer von Unebenheiten befreien. Brechen Sie außerdem auch die Außenkanten der Tischplatte mit Schleifklotz und -papier.

Der Innenteil braucht einen Rahmen.
Rundherum wird ein Rahmen verleimt.
tischplatte-schleifen und kanten brechen
Glatt geschliffen mit gebrochenen Kanten 

Tischgestell bauen

Das Tischgestell besteht aus vier Tischbeinen und vier Seitenteilen, die mit einer Schlitz-und Zapfen-Verbindung verbunden werden. In die Enden der Seitenteile werden mit einer Feinsäge Zapfen gearbeitet. Diese sind vier Zentimenter lang, vier Zentimeter stark und 14 Zentimeter breit. In die Tischbeine werden passende Schlitze mit Stechbeitel und Schreinerklüpfel gestemmt. Da die Schlitze immer zwei Zentimeter entfernt von den Außenseiten der Tischbeine liegen, schließen die Seiten nicht bündig mit diesen ab. Stattdessen werden diese leicht nach innen versetzt mit den Tischbeinen verleimt.

Tischgestell massiv bauen
Eine stabile Schlitz- und Zapfenverbindung
tischbeine ausgefräst
Die dafür nötigen Schlitze werden gefräst.

Hochzeit von Gestell und Tischplatte

Nach der Fertigstellung von Tischplatte und Tischgestell erfolgt deren Verbindung. Wie unsere Abbildung zeigt, kann man die gesamte Oberseite des Tischgestells mit Holzleim einstreichen und die Tischplatte anschließend auflegen und mit Klemmzwingen fixieren, bis die Verbindung trocken ist. Auch der Einsatz von zusätzlichen Metallwinkeln, die von innen mit Tischplatte und Gestell verschraubt werden, ist möglich. Wenn man die Tischplatte nur lose auflegen will, sind zumindest kleine Holzleisten nötig, die so unter die Tischplatte geschraubt werden, dass sie die Tischplatte am Hin-und-Her-Rutschen hindern. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Probieren Sie es aus!

tischplatte-wird auf gestell geleimt
Hier wird die Tischplatte auf das Gestell geleimt.
der fertige Tisch – selbstgemacht
Ein gelungener Eigenbau ist fertig gestellt.
 

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