Basteln mit Holz

Fingerskateboard selber bauen: Anleitung für Fingerboard, Rampen und Co

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Wenns draußen regnet oder das Bein vom letzten Ritt in der Halfpipe immer noch schmerzt, kann man auch zuhause seinem Hobby nachgehen: Mit einem selbstgebauten Fingerskateboard lassen sich, ganz ohne Knochenbrüche, coole Moves und Styles am eigenen Schreibtisch ausprobieren.

Wir zeigen Ihnen wie Sie für sich, Ihre Freunde oder Ihre Kinder ein Fingerskateboard aus echtem Holz bauen können; als Krönung schicken wir auf Heimwerker.de noch den Plan für die Tischhalfpipe hinterher. Zeigen Sie also zuerst, was Sie an der Werkbank draufhaben – dann mit den Fingern!

1. Fingerboarding: Die benötigten Werkzeuge und Materialien

Fingerboards zu basteln ist relativ aufwändig und ziemliche Präzisionsarbeit – dafür erhält man aber auch ein Unikat.

Werkzeug Material Fingerskateboard-Spezialteile
  • 0,5 mm – Holzfurnierrest mit beliebigem Dekor, etwa 20 x 20 cm
  • Holzleim
  • Schleifpapier, Körnung 100
  • Klarlack
  • Metall-Flachverdinger, mindestens 10 cm lang und 3 cm breit, 2,5 mm stark

Leider kann man nicht alles selber bauen. Die folgenden Spezialteile benötigen Sie für Ihr Hosentaschen-Skateboard:

  • Fingerskateboard-Achsen (Trucks) im Bausatz mit Schrauben
  • Fingerskateboard-Wheels (Rollen)
  • Fingerskateboard-Griptape

Sind Sie im Skatepark versierter als an der Werkbank, können Sie sich im Baumarkt im Rahmen einer Kaufberatung informieren. Sie haben auch die Möglichkeit, einen Fingerskateboard-Set zu kaufen. Dieser enthält meist ein fertiges Deck sowie passende Achsen, Rollen und Schrauben.

2. Fingerskateboard selber bauen: Anleitung in 4 Schritten

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Bei einem großen Board wird das Holz erst in Form gebracht, bevor es geschnitten wird.

2.1. Vorbereitungen: Eine selbstgebaute Presse bringt das Deck in Form

Ein Fingerskateboard-Deck ist typischerweise 96 mal 25 mm lang, selbstverständlich kann man auch von dieser Norm abweichen.

Um nun ein Deck selbst zu basteln, sind einige Vorarbeiten nötig: Zunächst mal muss man sich eine Presse basteln, um Tail und Nose des Decks in die richtige Form zu bekommen.

Hierzu kann man entweder zwei ausgediente Fingerboards nehmen, zwischen die das neue Deck zum Pressen geklemmt wird, oder aber eine Form selbt herstellen.

Hierzu benötigt man zwei mindestens 10 cm lange, metallene Flachverbinder, die in einem Schraubstock in die gewünschte Deck-Form vorgebogen werden und exakt aufeinader passen müssen um den nötigen Druck auszuüben.

2.2. Deck verleimen: Mehrere Holzschichten werden zu einem Deck

Zeichnen Sie vier bis fünf 98 mm lange und 27 mm breite Streifen auf dem Furnier auf. Vergessen Sie dabei die Rundungen an Vorder- und Hinterteil des Fingerboards nicht. Sägen Sie anschließend die Streifen mit der Laubsäge auf säuberlich aus.

Nehmen Sie nun den Holzleim zur Hand und streichen Sie die Furnierstreifen sorgfältig ein, legen Sie sie danach exakt übereinander und wischen Sie hervorquellenden, überschüssigen Leim sorgfältig ab.

Tipp: Bei der Formgestaltung können Sie sich an anderen Fingerboards orientieren. Es ist zwar verlockend, eine völlig andere Form zu bauen, jedoch sollten Sie darauf achten, dass Sie mit dieser ebenso gut Tricks durchführen können.

2.3. Deck pressen: Ein Bügeleisen sorgt für Geschmeidigkeit

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Leimklemmen sorgen dafür, dass das Werkstück nicht verrutscht und die Schichten gut aneinander haften.

Während der Leim schonmal abbindet, befüllen Sie das Dampfbügeleisen mit Wasser und heizen auf mittlerer Stufe vor – mit Dampf.

Legen Sie nun ein altes Küchenhandtuch über das frischverleimte Deck und bügeln Sie vorsichtig (!) mehrmals über den Rohling – dies macht das Holz für die spätere Pressung geschmeidiger und lässt den Leim tiefer eindringen.

Legen Sie den Rohling nun in die Presse und stecken Sie sofort die Zwingen auf: Zwei vorn und hinten und eine in der Mitte. Pressen Sie den Fingerboard-Rohling mindestens eine Nacht, am besten noch etwas länger.

2.4. Feinarbeiten und Endmontage: Die Trucks und Räder werden montiert

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Beim Zusammenbauen des Fingerskateboards sollten Sie möglichst präzise arbeiten.

Nachdem das Fingerboard aus der Presse kommt, sollten Sie es noch einmal sorgfältig von allen Seiten mit Schleifpapier bearbeiten bis es schöne glatte Kanten und eine glatte Oberfläche hat. Anschließend sprühen Sie das Mini-Board mit Klarlack ein – klar: viel benötigen Sie hier nicht.

Anschließend werden die Trucks montiert: Eine recht fummelige Angelegenheit bei der viel schiefgehen kann. Verwenden Sie hierzu am besten eine Feinbohrmaschine, ein langsam laufender Akkuschrauber geht aber auch.

Zeichnen Sie sorgfältig die Löcher für die Befestigung der Trucks mit einem spitzen Bleifstift an und bohren Sie anschließend mit dem 1,5 mm Bohrer vorsichtig (!) durch – Achten Sie dabei unbedingt auf Präzision!

Schrauben Sie nun die Trucks unter dem Skateboard fest und stecken Sie die Räder auf . Zu guter Letzt wird Griptape auf das Fingerskateboard geklebt, damit Ihre Finger bei Tricks den nötigen Halt besitzen. Fertig ist Ihr erstes Fingerskateboard!

3. Fingerskateboard-FAQ: Heimwerker.de beantwortet häufige Fragen zum Fingerboard

3.1. Wie baut man ein Fingerskateboard zusammen?

Ein Fingerboard zusammenzuschrauben ist nicht schwierig, besonders, wenn Sie einen Bausatz gekauft haben. Wie ein großes Skateboard besitzt auch ein Fingerskateboard Trucks (Achsen) und Rollen.

Um das Fingerboard zusammenzubauen, werden zuerst die Trucks mithilfe der mitgelieferten Schrauben und des Werkzeuges an das Deck geschraubt. Die Schrauben werden dabei von oben durch das Deck geschraubt. Danach befestigen Sie die Rollen mithilfe des kleinen Steckschlüssels an den Trucks.

Tipp: Wer besonders motiviert ist, kann sein Fingerskateboard noch mit sogenannten Bushings aufbessern. Sie bestehen aus Gummi und werden mit einer an den Trucks befestigt. Mit Bushings besitzt das Fingerboard eine deutlich leichtere Handhabung.

3.2. Worauf sollte man beim Fingerskateboarding achten?

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Beim erlernen der ersten Tricks auf dem Fingerskateboard sollten Sie etwas Geduld mitbringen.

Zuerst sollten Neulinge einiges an Geduld mitbringen. Für die ersten Tricks muss oft und lange geübt werden. Am Ende lohnt es sich aber.

Außerdem sollten Sie sich nicht angewöhnen, für Tricks mit einem dritten Finger nachzuhelfen. Bei einem gewöhnlichem Skateboard stehen schließlich auch nur zwei Beine zur Verfügung und diese Technik ist in der Szene nicht gern gesehen.

Auch wenn es am Anfang verlockend erscheint sich das beste und teuerste Fingerboard und Zubehör zu kaufen, sollten Sie erst üben und schauen, ob Sie längerfristig beim Fingerskateboarding bleiben wollen. Erst dann lohnt es sich, in teureres Equipment zu investieren.

3.3. Wo kann man ein Fingerskateboard kaufen?

Wer kein Fingerskateboard selber bauen will, greift zum Geldbeutel. Ein Fingerskateboard erhalten Sie in gut sortierten Spielzeugläden oder aber in größeren Geschäften, die sich auf das Skateboarden spezialisiert haben.

Möchten Sie Fingerboarden erst einmal ausprobieren, weil Sie sich nicht sicher sind, ob das Hobby etwas für Sie ist, können Sie sich auch online umsehen. Hier werden Sie wahrscheinlich die günstigsten Angebote finden, dafür fehlt aber auch eine professionelle Beratung vom Händler.

4. Bauanleitungen für Halfpipes, Fingerskateboards und Tricks

Wer ein Fingerboard richtig beherrschen möchte, muss Geschick und schnelles Reaktionsvermögen besitzen. Zudem heißt es für den zukünftigen Profi: üben, üben, üben.

Wir haben im Folgenden einige Bauanleitungen, mit denen Sie günstig Fingerskateboards und Rampen selber bauen. Die Tipps und Tricks zeigen, wie die Stunts funktionieren und wie Sie sie erlernen können.

Viel Spaß beim Stöbern!

4.1. Fingerskateboard und Rampe selber bauen: 6 Anleitungen

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4.2. Fingerskateboard Tricks und Tipps: So werden Sie zum Fingerboard-Profi

Bildnachweise: adobe.stock/katiko2016, adobe.stock/Nadezhda, adobe.stock/Piotr, adobe.stock/Sergey Chayko, adobe.stock/Sergey Chayko (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)